Login




oder neu registrieren?



Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:








Top-15

meist-diskutiert

  1. Papstbesuch in der Slowakei nur für Geimpfte!
  2. Theologe Kwasniewski: Lateinische Lesungen in außerordentlicher Form beibehalten
  3. Heftige Kritik eines französischen Atheisten an der Liturgieentscheidung von Papst Franziskus
  4. ‚Traditionis custodes’ – der Begleitbrief
  5. Kann defekte Gesetzgebung verbindlich sein?
  6. Der 'Masken-Ball' in den Kirchen geht weiter
  7. "Hüter der Tradition" klingt leider zynisch in vielen Ohren...
  8. Kein Aprilscherz - Ab August Covid-Impfungen im Wiener Stephansdom
  9. ‚Einheit kann nicht erzwungen, sondern nur gefördert werden’
  10. Traditionis Custodes - Erschütternd, wie man mit uns treuen Gläubigen umspringt!
  11. Bizarr, cool oder empörend?
  12. "Eine klare, kirchenpolitische Kriegserklärung an die traditionelle Hl. Messe"
  13. Mit Verwunderung aufgenommen!
  14. Hat der Sexualkundeunterricht junge Schüler in Wien schwer verstört?
  15. Traditionis custodes – Wächter der Tradition

Eine geraubte Jugend

2. Mai 2018 in Buchtipp, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Eine Empfehlung zweier Bücher der Lebenserinnerungen von Aloysius Pappert (1943-1946). Von Hans Jakob Bürger


kath.net (Linz)
Allenthalben wird heute so getan, als wäre vor 50 Jahren ein großes Fest abgehalten worden, welches zumindest den Westen Deutschlands „befreit“ habe. Dieses vermeintliche Fest wird in allen Zeitungen verklärt und als moderner Aufbruch Deutschlands in eine bessere, aufgeklärte und von alten Zöpfen und Zwängen befreite Zeit beschrieben. So „feiern“ heute die einen eine „68er“-Generation, während die anderen nie etwas zu feiern hatten und es vielleicht sogar besser wissen.

Doch darum soll in es in der Empfehlung zweier Bücher von Aloysius Pappert nicht gehen. Denn tatsächlich weiß er es besser. Er erzählt in seinen Lebenserinnerungen von der Zeit zwischen 1942 und 1946. Es sind dies jene Jahre, in denen heute noch lebende Väter, Großväter und Urgroßväter als junge Burschen, manche als Teenies, wie man hier seit der 68er-Revolte sagt, und junge Männer in den Krieg getrieben wurden, um zwanzig Jahre später von eben diesen „68ern“ als Kriegstreiber und Mörder verunglimpft zu werden.

Der praktizierende Katholik Aloysius Pappert kommt zwangsläufig unfreiwillig in den Dienst der deutschen Wehrmacht. Zunächst im Reichsarbeitsdienst (RAD), dann als Soldat, als der er u. a. die Schlacht um Monte Cassino miterlebt und unzählige Toten begraben muss. Pappert erzählt und legt ein lebendiges und beeindruckendes Zeugnis seines Lebens und seiner Zeit ab. Nichts wird beschönigt. Krieg bedeutet Tod. Wie nebenbei begegnet dem Leser der Glaube des Soldaten.


Dieser wird nicht besonders hervorgehoben, sondern er schimmert wie ein Zeichen durch viele Seiten der beiden Bücher. Pappert ist katholisch, nichts anderes. Und er kann von Satan und dem Teufel reden als den „Sämännern des Todes“. Krieg in Frankreich und in Italien, in Deutschland. Überall Mord, überall der Wille zu überleben. In solchen Situationen, so schlimm sie sein mochten, hat sich der junge Soldat stets auf die Gottesmutter verlassen, die, so bezeugt er, ihm immer geholfen habe.

Diese Lebenserinnerungen sind keine Bettlektüre für zarte Gemüter, sondern knallharte Realität – Wahrheit. Als am 8. Mai 1945 der Krieg vorbei sein sollte, gerät Leutnant Aloysius Pappert mit seinen Kameraden in einen Hinterhalt. Ein Massaker entsteht. Er erwacht erst, als die Überlebenden mit ihm auf der Flucht sind. Während Partisanen keine Gefangenen machten, sondern unverzüglich alles erschossen, was ihnen vor die Waffen kam, sah die Gefangennahme durch die Sowjets zunächst wie die Rettung aus.

Doch die Rote Armee hatte anderes mit ihren deutschen Gefangen vor. Sie führten sie in den Osten, immer tiefer nach Russland hinein. Durch Hitze und Kälte, in Gewaltmärschen, in Güterwagen wie das Vieh: Gefangenenlager, Gulag, Hunger und Durst, schwere Arbeit, Krankheit, Eingepferchtsein, Schläge, Zwänge – kein Leben.

Dennoch war jeder Tag ein neuer Tag, ein Stück Leben, und Hoffnung. Im Glauben hoffen macht den härtesten und schwersten Tag lebenswert. Beeindruckend sind Papperts Zeugnisse über die Freundschaft. Diese findet er nicht nur bei seinen deutschen Kameraden, sondern auch bei den Feinden, jenen, die dafür zu sorgen haben, dass gearbeitet wird und niemand aus dem Lager flüchtet.

Über das, was heute oft als Glück angesehen wird, würde Pappert vielleicht nur ein müdes Lächeln übrig haben. Er hatte Glück. Weihnachten 1946 war er zu Hause.

Den Lebenserinnerungen Aloysius Papperts sei eine große Lesegemeinde empfohlen.
Hans Jakob Bürger

kath.net Buchtipps
Eine geraubte Jugend
Lebenserinnerungen, Band 1:
Vom Reichsarbeitsdienst zum Fronteinsatz
Von Aloysius Pappert
Patrimonium-Verlag 2018
Ca. 280 Seiten
ISBN 978-3-86417-105-5
Preis: Euro 14,80

Das Blut der Gefangenen
Lebenserinnerungen, Band 2:
In sowjetischer Kriegsgefangenschaft 1945 bis 1946
Von Aloysius Pappert
Patrimonium-Verlag 2018
Ca 290 Seiten
ISBN 978-3-86417-106-2
Preis: Euro 14,80

Bestellmöglichkeiten bei unseren Partnern:
Link zum kathShop
Buchhandlung Christlicher Medienversand Christoph Hurnaus, Linz:
Für Bestellungen aus Österreich und Deutschland: [email protected]

Buchhandlung Provini Berthier GmbH, Chur:
Für Bestellungen aus der Schweiz/Liechtenstein: [email protected]

Alle Bücher und Medien können direkt bei KATH.NET in Zusammenarbeit mit der Buchhandlung Christlicher Medienversand Christoph Hurnaus (Auslieferung Österreich und Deutschland) und der Provini Buchhandlung (Auslieferung Schweiz und Lichtenstein) bestellt werden. Es werden die anteiligen Portokosten dazugerechnet. Die Bestellungen werden in den jeweiligen Ländern (A, D, CH) aufgegeben, dadurch entstehen nur Inlandsportokosten.

Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 Montfort 2. Mai 2018 

Danke für die Empfehlung!

Klingt nach einem spannenden und berührenden, vor allem dankbaren Lebenszeugnis.


2

0
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Krieg

  1. Myanmar: „Das Morden muss sofort aufhören"
  2. Myanmar: „Ich befürchte ein Blutbad“
  3. Berg-Karabach: Kirchen fordern Neuverhandlung des Waffenstillstands
  4. Karabach: Armenischer Patriarch fordert internationales Eingreifen
  5. „Pater Werenfried war überragender Europäer und Motor der Versöhnung“
  6. Die Kirchen und die atomare Abschreckung
  7. Corona – vertane Chance für den Frieden
  8. Bosnien und Herzegowina: Die Vergessenen
  9. Driton und die Wege des Jahon
  10. Der Abschied







Top-15

meist-gelesen

  1. Bizarr, cool oder empörend?
  2. Heftige Kritik eines französischen Atheisten an der Liturgieentscheidung von Papst Franziskus
  3. Kann defekte Gesetzgebung verbindlich sein?
  4. Kein Aprilscherz - Ab August Covid-Impfungen im Wiener Stephansdom
  5. Traditionis Custodes - Erschütternd, wie man mit uns treuen Gläubigen umspringt!
  6. Mit Verwunderung aufgenommen!
  7. Bitte helfen Sie kath.net - Die Stimme der Diaspora-Katholiken im deutschen Sprachraum!
  8. Kardinal Zen und das Leid bringende Ärgernis von ‘Traditionis custodes’
  9. "Hüter der Tradition" klingt leider zynisch in vielen Ohren...
  10. ‚Traditionis custodes’ – der Begleitbrief
  11. Kardinal Burke kritisiert Schwachstellen in ‚Traditionis custodes’
  12. Papstbesuch in der Slowakei nur für Geimpfte!
  13. Traditionis custodes??? Und was für Wächter!
  14. "Für einen Großteil kirchenamtlicher Texte in Deutschland trifft in der Tat das Wort Amtskirche zu!"
  15. Weishaupt: „‚Traditionis custodes‘ wirkt wie eine Kanone, mit der der Papst auf Spatzen schießt“

© 2021 kath.net | Impressum | Datenschutz