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Gerl-Falkovitz: Gewalt ist dem Christentum wesensfremd

18. November 2018 in Spirituelles, 7 Lesermeinungen
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Religionsphilosophin Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz sprach zur Eröffnung der Tagung "Gott & Gewalt" an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Benedikt XVI. im Stift Heiligenkreuz


Wien (kath.net/KAP) Der Unterschied zwischen polytheistischen Religionen und und dem Christentum zeigt sich kaum an einer Stelle so deutlich, wie bei der Frage der Gewalt: Das hat die Religionsphilosophin Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz zur Eröffnung der Tagung "Gott & Gewalt" an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Benedikt XVI. im Stift Heiligenkreuz betont. Dass polytheistische Religionen - wie es die bekannte These des Ägyptologen Jan Assmann besagt - friedfertiger seien als monotheistische Religionen "ist schon bei flüchtigem Hinsehen eine unsinnige Behauptung", verwies die Philosophin etwa auf die keineswegs gewaltlose Geschichte des Buddhismus. Tatsächlich bezeichne das Christentum die eigentliche Wende hin zu einem durch und durch guten und der Gewalt entsagenden Gottesbild.


Wie Gerl-Falkovitz in einem kursorischen Durchgang durch klassische Mythen aufzeigte, verweise die Gewalt in mythologischen Erzählungen auf eine "dunkle Seite im Heiligen" - dies gelte jedoch nicht so im Christentum bzw. beim biblischen Monotheismus: Würden sich die Götter des Polytheismus als "schaudererregend, tremendum et fascinosum" darstellen, so widerspricht die Bibel diesem Gottesbild gleich von Beginn an: "Gott ist gut, ohne Einschränkung. So müssen die Erfahrungen des Bösen vor dem Hintergrund der Offenbarung anders und tiefer reflektiert werden: Das Böse hat keinen Anteil am Guten."

Wenn heute daher die religiös verbrämte Gewalt neu in den Blick genommen werde, sei es "kurzschlüssig", diese auf den Monotheismus zurückzuführen, "zumindest ist es logischer, den währenden Unfrieden der polytheistischen Götterwelt und die sichtbare Rohheit der Götterkämpfe als Quelle religiös begründeter Gewalt anzunehmen". So bezeichnete die an der Hochschule Heiligenkreuz lehrende Religionsphilosophin das Christentum als Moment einer "entscheidenden mentalen Wende" - einer Wende "von dem, der selbst Gewalt ausübt, zu dem, der sich ihr freiwillig unterwirft". Die weit verbreitete Rede vom "lieben Gott" sei insofern nicht falsch, gleichwohl verniedliche sie den eigentlichen Gehalt dieser religionsgeschichtlichen Kehrtwende in "zahme und zähmende Worte".

Copyright 2018 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten
Archivfoto Prof. Gerl-Falkovitz (c) kath.net/Petra Lorleberg



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