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Benedikt XVI. über Kirche und den Skandal des sexuellen Missbrauchs

12. April 2019 in Aktuelles, 234 Lesermeinungen
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MUST READ: "Müssen wir etwa eine andere Kirche schaffen, damit die Dinge richtig werden können? Nun, dieses Experiment ist bereits gemacht worden und bereits gescheitert" - Aktueller Brief von Benedikt XVI. - WORTLAUT auf kath.net


Vatikan (kath.net)
Vom 21. – 24. Februar 2019 hatten sich auf Einladung von Papst Franziskus im Vatikan die Vorsitzenden aller Bischofskonferenzen der Welt versammelt, um über die Krise des Glaubens und der Kirche zu beraten, die weltweit durch erschütternde Informationen über den von Klerikern verübten Mißbrauch an Minderjährigen zu spüren war. Der Umfang und das Gewicht der Nachrichten über derlei Vorgänge haben Priester und Laien zutiefst erschüttert und für nicht wenige den Glauben der Kirche als solchen in Frage gestellt. Hier mußte ein starkes Zeichen gesetzt und ein neuer Aufbruch gesucht werden, um Kirche wieder wirklich als Licht unter den Völkern und als helfende Kraft gegenüber den zerstörerischen Mächten glaubhaft zu machen.

Da ich selbst zum Zeitpunkt des öffentlichen Ausbruchs der Krise und während ihres Anwachsens an verantwortlicher Stelle als Hirte in der Kirche gewirkt habe, mußte ich mir – auch wenn ich jetzt als Emeritus nicht mehr direkt Verantwortung trage – die Frage stellen, was ich aus der Rückschau heraus zu einem neuen Aufbruch beitragen könne. So habe ich in der Zeit von der Ankündigung an bis hin zum Zeitpunkt des Zusammentreffens der Vorsitzenden der Bischofskonferenzen Notizen zusammengestellt, mit denen ich den ein oder anderen Hinweis zur Hilfe in dieser schweren Stunde beitragen kann. Nach Kontakten mit Staatssekretär Kardinal Parolin und dem Heiligen Vater selbst scheint es mir richtig, den so entstandenen Text im "Klerusblatt" zu veröffentlichen.

Meine Arbeit ist in drei Teile gegliedert. In einem ersten Punkt versuche ich ganz kurz, den allgemeinen gesellschaftlichen Kontext der Frage darzustellen, ohne den das Problem nicht verständlich ist. Ich versuche zu zeigen, daß in den 60er Jahren ein ungeheuerlicher Vorgang geschehen ist, wie es ihn in dieser Größenordnung in der Geschichte wohl kaum je gegeben hat. Man kann sagen, daß in den 20 Jahren von 1960 – 1980 die bisher geltenden Maßstäbe in Fragen Sexualität vollkommen weggebrochen sind und eine Normlosigkeit entstanden ist, die man inzwischen abzufangen sich gemüht hat.

In einem zweiten Punkt versuche ich, Auswirkungen dieser Situation in der Priesterausbildung und im Leben der Priester anzudeuten.

Schließlich möchte ich in einem dritten Teil einige Perspektiven für eine rechte Antwort von seiten der Kirche entwickeln.

I.

1. Die Sache beginnt mit der vom Staat verordneten und getragenen Einführung der Kinder und der Jugend in das Wesen der Sexualität. In Deutschland hat die Gesundheitsministerin Frau Strobel einen Film machen lassen, in dem zum Zweck der Aufklärung alles, was bisher nicht öffentlich gezeigt werden durfte, einschließlich des Geschlechtsverkehrs, nun vorgeführt wurde. Was zunächst nur für die Aufklärung junger Menschen gedacht war, ist danach wie selbstverständlich als allgemeine Möglichkeit angenommen worden.

Ähnliche Wirkungen erzielte der von der österreichischen Regierung herausgegebene "Sexkoffer". Sex- und Pornofilme wurden nun zu einer Realität bis dahin, daß sie nun auch in den Bahnhofskinos vorgeführt wurden. Ich erinnere mich noch, wie ich eines Tages in die Stadt Regensburg gehend vor einem großen Kino Menschenmassen stehen und warten sah, wie wir sie vorher nur in Kriegszeiten erlebt hatten, wenn irgendeine Sonderzuteilung zu erhoffen war. Im Gedächtnis ist mir auch geblieben, wie ich am Karfreitag 1970 in die Stadt kam und dort alle Plakatsäulen mit einem Werbeplakat verklebt waren, das zwei völlig nackte Personen im Großformat in enger Umarmung vorstellte.

Zu den Freiheiten, die die Revolution von 1968 erkämpfen wollte, gehörte auch diese völlige sexuelle Freiheit, die keine Normen mehr zuließ. Die Gewaltbereitschaft, die diese Jahre kennzeichnete, ist mit diesem seelischen Zusammenbruch eng verbunden. In der Tat wurde in Flugzeugen kein Sexfilm mehr zugelassen, weil in der kleinen Gemeinschaft der Passagiere Gewalttätigkeit ausbrach. Weil die Auswüchse im Bereich der Kleidung ebenfalls Aggression hervorriefen, haben auch Schulleiter versucht, eine Schulkleidung einzuführen, die ein Klima des Lernens ermöglichen sollte.

Zu der Physiognomie der 68er Revolution gehörte, daß nun auch Pädophilie als erlaubt und als angemessen diagnostiziert wurde. Wenigstens für die jungen Menschen in der Kirche, aber nicht nur für sie, war dies in vieler Hinsicht eine sehr schwierige Zeit. Ich habe mich immer gefragt, wie junge Menschen in dieser Situation auf das Priestertum zugehen und es mit all seinen Konsequenzen annehmen konnten. Der weitgehende Zusammenbruch des Priesternachwuchses in jenen Jahren und die übergroße Zahl von Laisierungen waren eine Konsequenz all dieser Vorgänge.

2. Unabhängig von dieser Entwicklung hat sich in derselben Zeit ein Zusammenbruch der katholischen Moraltheologie ereignet, der die Kirche wehrlos gegenüber den Vorgängen in der Gesellschaft machte. Ich versuche ganz kurz den Hergang dieser Entwicklung zu skizzieren. Bis hin zum II. Vaticanum wurde die katholische Moraltheologie weitgehend naturrechtlich begründet, während die Heilige Schrift nur als Hintergrund oder Bekräftigung angeführt wurde. Im Ringen des Konzils um ein neues Verstehen der Offenbarung wurde die naturrechtliche Option weitgehend abgelegt und eine ganz auf die Bibel begründete Moraltheologie gefordert. Ich erinnere mich noch, wie die Jesuiten-Fakultät in Frankfurt einen höchst begabten jungen Pater (Schüller) für den Aufbau einer ganz auf die Schrift gegründeten Moral vorbereiten ließ. Die schöne Dissertation von Pater Schüller zeigt einen ersten Schritt zum Aufbau einer auf die Schrift gegründeten Moral. Pater Schüller wurde dann nach Amerika zu weiteren Studien geschickt und kam mit der Erkenntnis zurück, daß von der Bibel allein her Moral nicht systematisch dargestellt werden konnte. Er hat dann eine mehr pragmatisch vorgehende Moraltheologie versucht, ohne damit eine Antwort auf die Krise der Moral geben zu können.

Schließlich hat sich dann weitgehend die These durchgesetzt, daß Moral allein von den Zwecken des menschlichen Handelns her zu bestimmen sei. Der alte Satz "Der Zweck heiligt die Mittel" wurde zwar nicht in dieser groben Form bestätigt, aber seine Denkform war bestimmend geworden. So konnte es nun auch nichts schlechthin Gutes und ebensowenig etwas immer Böses geben, sondern nur relative Wertungen. Es gab nicht mehr das Gute, sondern nur noch das relativ, im Augenblick und von den Umständen abhängige Bessere.

Die Krise der Begründung und Darstellung der katholischen Moral erreichte in den ausgehenden 80er und in den 90er Jahren dramatische Formen. Am 5. Januar 1989 erschien die von 15 katholischen Theologie-Professoren unterzeichnete "Kölner Erklärung", die verschiedene Krisenpunkte im Verhältnis zwischen bischöflichem Lehramt und der Aufgabe der Theologie im Auge hatte. Dieser Text, der zunächst nicht über das übliche Maß von Protesten hinausging, wuchs ganz schnell zu einem Aufschrei gegen das kirchliche Lehramt an und sammelte das Protestpotential laut sicht- und hörbar, das sich weltweit gegen die zu erwartenden Lehrtexte von Johannes Paul II. erhob (vgl. D. Mieth, Kölner Erklärung, LThK, VI3, 196).

Papst Johannes Paul II., der die Situation der Moraltheologie sehr gut kannte und sie mit Aufmerksamkeit verfolgte, ließ nun mit der Arbeit an einer Enzyklika beginnen, die diese Dinge wieder zurechtrücken sollte. Sie ist unter dem Titel "Veritatis splendor" am 6. August 1993 erschienen und hat heftige Gegenreaktionen von Seiten der Moraltheologen bewirkt. Vorher schon war es der "Katechismus der katholischen Kirche", der in überzeugender Weise die von der Kirche verkündete Moral systematisch darstellte.

Unvergessen bleibt mir, wie der damals führende deutsche Moraltheologe Franz Böckle, nach seiner Emeritierung in seine Schweizer Heimat zurückgekehrt, im Blick auf die möglichen Entscheidungen der Enzyklika "Veritatis splendor" erklärte, wenn die Enzyklika entscheiden sollte, daß es Handlungen gebe, die immer und unter allen Umständen als schlecht einzustufen seien, wolle er dagegen mit allen ihm zur Verfügung stehenden Kräften seine Stimme erheben. Der gütige Gott hat ihm die Ausführung dieses Entschlusses erspart; Böckle starb am 8. Juli 1991. Die Enzyklika wurde am 6. August 1993 veröffentlicht und enthielt in der Tat die Entscheidung, daß es Handlungen gebe, die nie gut werden können. Der Papst war sich des Gewichts dieser Entscheidung in seiner Stunde voll bewußt und hatte gerade für diesen Teil seines Schreibens noch einmal erste Spezialisten befragt, die an sich nicht an der Redaktion der Enzyklika teilnahmen. Er konnte und durfte keinen Zweifel daran lassen, daß die Moral der Güterabwägung eine letzte Grenze respektieren muß. Es gibt Güter, die nie zur Abwägung stehen. Es gibt Werte, die nie um eines noch höheren Wertes wegen preisgegeben werden dürfen und die auch über dem Erhalt des physischen Lebens stehen. Es gibt das Martyrium. Gott ist mehr, auch als das physische Überleben. Ein Leben, das durch die Leugnung Gottes erkauft wäre, ein Leben, das auf einer letzten Lüge beruht, ist ein Unleben. Das Martyrium ist eine Grundkategorie der christlichen Existenz. Daß es in der von Böckle und von vielen anderen vertretenen Theorie im Grunde nicht mehr moralisch nötig ist, zeigt, daß hier das Wesen des Christentums selbst auf dem Spiel steht.

In der Moraltheologie war freilich inzwischen eine andere Fragestellung dringend geworden: Es setzte sich weithin die These durch, daß dem kirchlichen Lehramt nur in eigentlichen Glaubensfragen endgültige Kompetenz ("Unfehlbarkeit") zukommt, Fragen der Moral könnten nicht Gegenstand unfehlbarer Entscheidungen des kirchlichen Lehramtes werden. An dieser These ist wohl Richtiges, das weiter diskutiert zu werden verdient. Aber es gibt ein Minimum morale, das mit der Grundentscheidung des Glaubens unlöslich verknüpft ist und das verteidigt werden muß, wenn man Glauben nicht auf eine Theorie reduzieren will, sondern in seinem Anspruch an das konkrete Leben anerkennt. Aus alledem wird sichtbar, wie grundsätzlich die Autorität der Kirche in Sachen Moral zur Frage steht. Wer der Kirche in diesem Bereich eine letzte Lehrkompetenz abspricht, zwingt sie zu einem Schweigen gerade da, wo es sich um die Grenze zwischen Wahrheit und Lüge handelt.

Unabhängig von dieser Frage wurde in weiten Kreisen der Moraltheologie die These entwickelt, daß die Kirche keine eigene Moral hat und haben kann. Dabei wird darauf hingewiesen, daß alle moralischen Thesen auch Parallelen in den übrigen Religionen kennen würden und ein christliches Proprium daher nicht existieren könne. Aber die Frage nach dem Proprium einer biblischen Moral wird nicht dadurch beantwortet, daß man zu jedem einzelnen Satz irgendwo auch eine Parallele in anderen Religionen finden kann. Vielmehr geht es um das Ganze der biblischen Moral, das als solches neu und anders ist gegenüber den einzelnen Teilen. Die Morallehre der Heiligen Schrift hat ihre Besonderheit letztlich in ihrer Verankerung im Gottesbild, im Glauben an den einen Gott, der sich in Jesus Christus gezeigt und der als Mensch gelebt hat. Der Dekalog ist eine Anwendung des biblischen Gottesglaubens auf das menschliche Leben. Gottesbild und Moral gehören zusammen und ergeben so das besondere Neue der christlichen Einstellung zur Welt und zum menschlichen Leben. Im übrigen ist das Christentum von Anfang an mit dem Wort hodós beschrieben worden. Der Glaube ist ein Weg, eine Weise zu leben. In der alten Kirche wurde das Katechumenat gegenüber einer immer mehr demoralisierten Kultur als Lebensraum geschaffen, in dem das Besondere und Neue der christlichen Weise zu leben eingeübt wurde und zugleich geschützt war gegenüber der allgemeinen Lebensweise. Ich denke, daß auch heute so etwas wie katechumenale Gemeinschaften notwendig sind, damit überhaupt christliches Leben in seiner Eigenart sich behaupten kann.

II.

Erste kirchliche Reaktionen

1. Der lang vorbereitete und im Gang befindliche Auflösungsprozeß der christlichen Auffassung von Moral hat, wie ich zu zeigen versuchte, in den 60er Jahren eine Radikalität erlebt, wie es sie vorher nicht gegeben hat. Diese Auflösung der moralischen Lehrautorität der Kirche mußte sich notwendig auch auf ihre verschiedenen Lebensräume auswirken. In dem Zusammenhang des Treffens der Vorsitzenden der Bischofskonferenzen aus aller Welt mit Papst Franziskus, interessiert vor allem die Frage des priesterlichen Lebens, zudem die der Priesterseminare. Bei dem Problem der Vorbereitung zum priesterlichen Dienst in den Seminaren ist in der Tat ein weitgehender Zusammenbruch der bisherigen Form dieser Vorbereitung festzustellen.

In verschiedenen Priesterseminaren bildeten sich homosexuelle Clubs, die mehr oder weniger offen agierten und das Klima in den Seminaren deutlich veränderten. In einem Seminar in Süddeutschland lebten Priesteramtskandidaten und Kandidaten für das Laienamt des Pastoralreferenten zusammen. Bei den gemeinsamen Mahlzeiten waren Seminaristen, verheiratete Pastoralreferenten zum Teil mit Frau und Kind und vereinzelt Pastoralreferenten mit ihren Freundinnen zusammen. Das Klima im Seminar konnte die Vorbereitung auf den Priesterberuf nicht unterstützen. Der Heilige Stuhl wußte um solche Probleme, ohne genau darüber informiert zu sein. Als ein erster Schritt wurde eine Apostolische Visitation in den Seminaren der U.S.A. angeordnet.

Da nach dem II. Vaticanum auch die Kriterien für Auswahl und Ernennung der Bischöfe geändert worden waren, war auch das Verhältnis der Bischöfe zu ihren Seminaren sehr unterschiedlich. Als Kriterium für die Ernennung neuer Bischöfe wurde nun vor allen Dingen ihre "Konziliarität" angesehen, worunter freilich sehr Verschiedenes verstanden werden konnte. In der Tat wurde konziliare Gesinnung in vielen Teilen der Kirche als eine der bisherigen Tradition gegenüber kritische oder negative Haltung verstanden, die nun durch ein neues, radikal offenes Verhältnis zur Welt ersetzt werden sollte. Ein Bischof, der vorher Regens gewesen war, hatte den Seminaristen Pornofilme vorführen lassen, angeblich mit der Absicht, sie so widerstandsfähig gegen ein glaubenswidriges Verhalten zu machen. Es gab – nicht nur in den Vereinigten Staaten von Amerika – einzelne Bischöfe, die die katholische Tradition insgesamt ablehnten und in ihren Bistümern eine Art von neuer moderner "Katholizität" auszubilden trachteten. Vielleicht ist es erwähnenswert, daß in nicht wenigen Seminaren Studenten, die beim Lesen meiner Bücher ertappt wurden, als nicht geeignet zum Priestertum angesehen wurden. Meine Bücher wurden wie schlechte Literatur verborgen und nur gleichsam unter der Bank gelesen.

Die Visitation, die nun erfolgte, brachte keine neuen Erkenntnisse, weil sich offenbar verschiedene Kräfte zusammengetan hatten, um die wirkliche Situation zu verbergen. Eine zweite Visitation wurde angeordnet und brachte erheblich mehr Erkenntnisse, blieb aber im ganzen doch folgenlos. Dennoch hat sich seit den 70er Jahren die Situation in den Seminaren allgemein konsolidiert. Trotzdem kam es nur vereinzelt zu einer neuen Erstarkung der Priesterberufe, weil die Situation im ganzen sich anders entwickelt hatte.

2. Die Frage der Pädophilie ist, soweit ich mich erinnere, erst in der zweiten Hälfte der 80er Jahre brennend geworden. Sie war in den U.S.A. inzwischen bereits zu einem öffentlichen Problem angewachsen, so daß die Bischöfe in Rom Hilfe suchten, weil das Kirchenrecht, so wie es im neuen Kodex verfaßt ist, nicht ausreichend schien, um die nötigen Maßnahmen zu ergreifen. Rom und die römischen Kanonisten taten sich zunächst schwer mit diesen Anliegen; ihrer Meinung nach mußte die zeitweilige Suspension vom priesterlichen Amt ausreichen, um Reinigung und Klärung zu bewirken. Dies konnte von den amerikanischen Bischöfen nicht angenommen werden, weil die Priester damit im Dienst des Bischofs verblieben und so als direkt mit ihm verbundene Figuren beurteilt wurden. Eine Erneuerung und Vertiefung des bewußt locker gebauten Strafrechts des neuen Kodex mußte sich erst langsam Bahn schaffen.

Dazu kam aber ein grundsätzliches Problem in der Auffassung des Strafrechts. Als "konziliar" galt nur noch der sogenannte Garantismus. Das heißt, es mußten vor allen Dingen die Rechte der Angeklagten garantiert werden und dies bis zu einem Punkt hin, der faktisch überhaupt eine Verurteilung ausschloß. Als Gegengewicht gegen die häufig ungenügende Verteidigungsmöglichkeit von angeklagten Theologen wurde nun deren Recht auf Verteidigung im Sinn des Garantismus so weit ausgedehnt, daß Verurteilungen kaum noch möglich waren.

An dieser Stelle sei mir ein kleiner Exkurs erlaubt. Angesichts des Umfangs der Pädophilie-Verfehlungen ist ein Wort Jesu neu ins Gedächtnis gedrungen, welches sagt: "Wer einen von diesen Kleinen, die an mich glauben, zum Bösen verführt, für den wäre es besser, wenn er mit einem Mühlstein um den Hals ins Meer geworfen würde" (Mk 9, 42). Dieses Wort spricht in seinem ursprünglichen Sinn nicht von sexueller Verführung von Kindern. Das Wort "die Kleinen" bezeichnet in der Sprache Jesu die einfachen Glaubenden, die durch den intellektuellen Hochmut der sich gescheit Dünkenden in ihrem Glauben zu Fall gebracht werden können. Jesus schützt also hier das Gut des Glaubens mit einer nachdrücklichen Strafdrohung an diejenigen, die daran Schaden tun. Die moderne Verwendung des Satzes ist in sich nicht falsch, aber sie darf nicht den Ursinn verdecken lassen. Darin kommt gegen jeden Garantismus deutlich zum Vorschein, daß nicht nur das Recht des Angeklagten wichtig ist und der Garantie bedarf. Ebenso wichtig sind hohe Güter wie der Glaube. Ein ausgewogenes Kirchenrecht, das dem Ganzen der Botschaft Jesu entspricht, muß also nicht nur garantistisch für den Angeklagten sein, dessen Achtung ein Rechtsgut ist. Es muß auch den Glauben schützen, der ebenfalls ein wichtiges Rechtsgut ist. Ein recht gebautes Kirchenrecht muß also eine doppelte Garantie – Rechtsschutz des Angeklagten, Rechtsschutz des im Spiel stehenden Gutes – beinhalten. Wenn man heute diese in sich klare Auffassung vorträgt, trifft man im allgemeinen bei der Frage des Schutzes des Rechtsgutes Glaube auf taube Ohren. Der Glaube erscheint im allgemeinen Rechtsbewußtsein nicht mehr den Rang eines zu schützenden Gutes zu haben. Dies ist eine bedenkliche Situation, die von den Hirten der Kirche bedacht und ernstgenommen werden muß.

Den kurzen Notizen über die Situation der Priesterausbildung zum Zeitpunkt des öffentlichen Ausbrechens der Krise möchte ich nun noch ein paar Hinweise zur Entwicklung des Kirchenrechts in dieser Frage anfügen. An sich ist für Delikte von Priestern die Kleruskongregation zuständig. Da aber damals in ihr der Garantismus weithin die Situation beherrschte, bin ich mit Papst Johannes Paul II. einig geworden, daß es angemessen sei, die Kompetenz über diese Delikte der Glaubenskongregation zuzuweisen, und zwar unter dem Titel "Delicta maiora contra fidem". Mit dieser Zuweisung war auch die Möglichkeit zur Höchststrafe, das heißt zum Ausschluß aus dem Klerus möglich, die unter anderen Rechtstiteln nicht zu verhängen gewesen wäre. Dies war nicht etwa ein Trick, um die Höchststrafe vergeben zu können, sondern folgt aus dem Gewicht des Glaubens für die Kirche. In der Tat ist es wichtig zu sehen, daß bei solchen Verfehlungen von Klerikern letztlich der Glaube beschädigt wird: Nur wo der Glaube nicht mehr das Handeln des Menschen bestimmt, sind solche Vergehen möglich. Die Schwere der Strafe setzt allerdings auch einen klaren Beweis für das Vergehen voraus - der in Geltung bleibende Inhalt des Garantismus. Mit anderen Worten: Um die Höchststrafe rechtmäßig verhängen zu können, ist ein wirklicher Strafprozeß notwendig. Damit waren aber sowohl die Diözesen wie der Heilige Stuhl überfordert. Wir haben so eine Mindestform des Strafprozesses formuliert und den Fall offen gelassen, daß der Heilige Stuhl selbst den Prozeß übernimmt, wo die Diözese oder die Metropolie nicht dazu in der Lage ist. In jedem Fall sollte der Prozeß durch die Glaubenskongregation überprüft werden, um die Rechte des Angeklagten zu garantieren. Schließlich aber haben wir in der Feria IV (d.h. der Versammlung der Mitglieder der Kongregation) eine Appellationsinstanz geschaffen, um auch die Möglichkeit einer Berufung gegen den Prozeß zu haben. Weil dies alles eigentlich über die Kräfte der Glaubenskongregation hinausreichte und so zeitliche Verzögerungen entstanden sind, die von der Sache her verhindert werden mußten, hat Papst Franziskus weitere Reformen vorgenommen.

III.

1. Was müssen wir tun? Müssen wir etwa eine andere Kirche schaffen, damit die Dinge richtig werden können? Nun, dieses Experiment ist bereits gemacht worden und bereits gescheitert. Nur der Gehorsam und die Liebe zu unserem Herrn Jesus Christus kann den rechten Weg weisen. Versuchen wir also als erstes, neu und von innen her zu verstehen, was der Herr mit uns gewollt hat und will.

Ich würde zunächst sagen: Wenn wir den Inhalt des in der Bibel grundgelegten Glaubens wirklich ganz kurz zusammenfassen wollen, dürfen wir sagen: Der Herr hat eine Geschichte der Liebe mit uns begonnen und will die ganze Schöpfung in ihr zusammenfassen. Die Gegenkraft gegen das Böse, das uns und die ganze Welt bedroht, kann letztlich nur darin bestehen, daß wir uns auf diese Liebe einlassen. Sie ist die wirkliche Gegenkraft gegen das Böse. Die Macht des Bösen entsteht durch unsere Verweigerung der Liebe zu Gott. Erlöst ist, wer sich der Liebe Gottes anvertraut. Unser Nichterlöstsein beruht auf der Unfähigkeit, Gott zu lieben. Gott lieben zu lernen, ist also der Weg der Erlösung der Menschen.

Versuchen wir, diesen wesentlichen Inhalt der Offenbarung Gottes nun etwas weiter auszufalten. Dann können wir sagen: Das erste grundlegende Geschenk, das uns der Glaube darbietet, besteht in der Gewißheit, daß Gott existiert. Eine Welt ohne Gott kann nur eine Welt ohne Sinn sein. Denn woher kommt dann alles, was ist? Jedenfalls hat es keinen geistigen Grund. Es ist irgendwie einfach da und hat dann weder irgendein Ziel noch irgendeinen Sinn. Es gibt dann keine Maßstäbe des Guten oder des Bösen. Dann kann sich nur durchsetzen, was stärker ist als das andere. Die Macht ist dann das einzige Prinzip. Wahrheit zählt nicht, es gibt sie eigentlich nicht. Nur wenn die Dinge einen geistigen Grund haben, gewollt und gedacht sind – nur wenn es einen Schöpfergott gibt, der gut ist und das Gute will – kann auch das Leben des Menschen Sinn haben.

Daß es Gott gibt als Schöpfer und als Maßstab aller Dinge, ist zunächst ein Urverlangen. Aber ein Gott, der sich überhaupt nicht äußern, nicht zu erkennen geben würde, bliebe eine Vermutung und könnte so die Gestalt unseres Lebens nicht bestimmen. Damit Gott auch wirklich Gott in der bewußten Schöpfung ist, müssen wir erwarten, daß er in irgendeiner Form sich äußert. Er hat es auf vielerlei Weise getan, entscheidend aber in dem Ruf, der an Abraham erging und den Menschen auf der Suche nach Gott die Orientierung gab, die über alles Erwarten hinausführt: Gott wird selbst Geschöpf, spricht als Mensch mit uns Menschen.

So wird endgültig der Satz "Gott ist" zu einer wirklich frohen Botschaft, eben weil er mehr als Erkenntnis ist, weil er Liebe schafft und ist. Dies den Menschen wieder zum Bewußtsein zu bringen, ist die erste und grundlegende Aufgabe, die uns vom Herrn her aufgetragen ist.

Eine Gesellschaft, in der Gott abwesend ist – eine Gesellschaft, die ihn nicht kennt und als inexistent behandelt, ist eine Gesellschaft, die ihr Maß verliert. In unserer Gegenwart wurde das Stichwort vom Tod Gottes erfunden. Wenn Gott in einer Gesellschaft stirbt, wird sie frei, wurde uns versichert. In Wahrheit bedeutet das Sterben Gottes in einer Gesellschaft auch das Ende ihrer Freiheit, weil der Sinn stirbt, der Orientierung gibt. Und weil das Maß verschwindet, das uns die Richtung weist, indem es uns gut und böse zu unterscheiden lehrt. Die westliche Gesellschaft ist eine Gesellschaft, in der Gott in der Öffentlichkeit abwesend ist und für sie nichts mehr zu sagen hat. Und deswegen ist es eine Gesellschaft, in der das Maß des Menschlichen immer mehr verloren geht. An einzelnen Punkten wird dann mitunter jählings spürbar, daß geradezu selbstverständlich geworden ist, was böse ist und den Menschen zerstört. So ist es mit der Pädophilie. Vor kurzem noch als durchaus rechtens theoretisiert, hat sie sich immer weiter ausgebreitet. Und nun erkennen wir mit Erschütterung, daß an unseren Kindern und Jugendlichen Dinge geschehen, die sie zu zerstören drohen. Daß sich dies auch in der Kirche und unter Priestern ausbreiten konnte, muß uns in besonderem Maß erschüttern.

Wieso konnte Pädophilie ein solches Ausmaß erreichen? Im letzten liegt der Grund in der Abwesenheit Gottes. Auch wir Christen und Priester reden lieber nicht von Gott, weil diese Rede nicht prakisch zu sein scheint. Nach der Erschütterung des 2. Weltkriegs hatten wir in Deutschland unsere Verfassung noch ausdrücklich unter die Verantwortung vor Gott als Leitmaß gestellt. Ein halbes Jahrhundert später war es nicht mehr möglich, die Verantwortung vor Gott als Maßstab in die europäische Verfassung aufzunehmen. Gott wird als Parteiangelegenheit einer kleinen Gruppe angesehen und kann nicht mehr als Maßstab für die Gemeinschaft im ganzen stehen. In diesem Entscheid spiegelt sich die Situation des Westens, in dem Gott eine Privatangelegenheit einer Minderheit geworden ist.

Eine erste Aufgabe, die aus den moralischen Erschütterungen unserer Zeit folgen muß, besteht darin, daß wir selbst wieder anfangen, von Gott und auf ihn hin zu leben. Wir müssen vor allen Dingen selbst wieder lernen, Gott als Grundlage unseres Lebens zu erkennen und nicht als eine irgendwie unwirkliche Floskel beiseite zu lassen. Unvergessen bleibt mir die Mahnung, die mir der große Theologe Hans Urs von Balthasar auf einem seiner Kartenbriefe einmal schrieb: "Den dreifaltigen Gott, Vater, Sohn und Heiliger Geist, nicht voraussetzen, sondern vorsetzen!"

In der Tat wird auch in der Theologie oft Gott als Selbstverständlichkeit vorausgesetzt, aber konkret handelt man nicht von ihm. Das Thema Gott scheint so unwirklich, so weit von den Dingen entfernt, die uns beschäftigen. Und doch wird alles anders, wenn man Gott nicht voraussetzt, sondern vorsetzt. Ihn nicht irgendwie im Hintergrund beläßt, sondern ihn als Mittelpunkt unseres Denkens, Redens und Handelns anerkennt.

2. Gott ist für uns Mensch geworden. Das Geschöpf Mensch liegt ihm so sehr am Herzen, daß er sich mit ihm vereinigt hat und so ganz praktisch in die menschliche Geschichte eingetreten ist. Er spricht mit uns, er lebt mit uns, er leidet mit uns und hat den Tod für uns auf sich genommen. Darüber reden wir zwar in der Theologie ausführlich, mit gelehrten Worten und Gedanken. Aber gerade so entsteht die Gefahr, daß wir uns zu Herren des Glaubens machen, anstatt uns vom Glauben erneuern und beherrschen zu lassen.

Bedenken wir dies in einem zentralen Punkt, der Feier der heiligen Eucharistie. Unser Umgang mit der Eucharistie kann nur Sorge erwecken. Im II. Vatikanischen Konzil ging es zu Recht darum, dieses Sakrament der Gegenwart von Leib und Blut Christi, der Gegenwart seiner Person, seines Leidens, Sterbens und Auferstehens wieder in die Mitte des christlichen Lebens und der Existenz der Kirche zu rücken. Zum Teil ist die Sache wirklich geschehen, und wir wollen dem Herrn dafür von Herzen dankbar sein.

Aber weithin dominant ist eine andere Haltung: Nicht eine neue Ehrfurcht vor der Anwesenheit von Tod und Auferstehung Christi dominiert, sondern eine Art des Umgehens mit ihm, die die Größe des Geheimnisses zerstört. Die sinkende Teilnahme an der sonntäglichen Eucharistiefeier zeigt, wie wenig wir Christen von heute noch die Größe der Gabe einzuschätzen vermögen, die in seiner realen Anwesenheit besteht. Die Eucharistie wird zu einer zeremoniellen Geste abgewertet, wenn es als selbstverständlich gilt, daß die Höflichkeit es gebietet, sie bei familiären Festen oder bei Anlässen wie Hochzeit und Beerdigung allen zu reichen, die aus verwandtschaftlichen Gründen dazu eingeladen sind. Die Selbstverständlichkeit, mit der mancherorts einfach die Anwesenden auch das heilige Sakrament empfangen, zeigt, daß man in der Kommunion nur noch eine zeremonielle Geste sieht. Wenn wir also nachdenken, was zu tun ist, so wird klar, daß wir nicht eine von uns erdachte andere Kirche brauchen. Was notwendig ist, ist vielmehr die Erneuerung des Glaubens an die uns geschenkte Wirklichkeit Jesu Christi im Sakrament.

In den Gesprächen mit Opfern der Pädophilie ist mir diese Notwendigkeit immer eindringlicher bewußt geworden. Eine junge Frau, die als Ministrantin Altardienst leistete, hat mir erzählt, daß der Kaplan, ihr Vorgesetzter als Ministrantin, den sexuellen Mißbrauch, den er mit ihr trieb, immer mit den Worten einleitete: "Das ist mein Leib, der für dich hingegeben wird." Daß diese Frau die Wandlungsworte nicht mehr anhören kann, ohne die ganze Qual des Mißbrauchs erschreckend in sich selbst zu spüren, ist offenkundig. Ja, wir müssen den Herrn dringend um Vergebung anflehen und vor allen Dingen ihn beschwören und bitten, daß er uns alle neu die Größe seines Leidens, seines Opfers zu verstehen lehre. Und wir müssen alles tun, um das Geschenk der heiligen Eucharistie vor Mißbrauch zu schützen.

3. Und da ist schließlich das Mysterium der Kirche. Unvergessen bleibt der Satz, mit dem vor beinahe 100 Jahren Romano Guardini die freudige Hoffnung ausgesprochen hat, die sich ihm und vielen anderen damals aufdrängte: "Ein Ereignis von unabsehbarer Tragweite hat begonnen; die Kirche erwacht in den Seelen." Er wollte damit sagen, daß Kirche nicht mehr bloß wie vorher ein von außen auf uns zutretender Apparat, als eine Art Behörde erlebt und empfunden wurde, sondern anfing, in den Herzen selbst als gegenwärtig empfunden zu werden – als etwas nicht nur Äußerliches, sondern inwendig uns berührend. Etwa ein halbes Jahrhundert später fühlte ich mich beim Wiederbedenken dieses Vorgangs und beim Blick auf das, was eben geschah, versucht, den Satz umzukehren: "Die Kirche stirbt in den Seelen." In der Tat wird die Kirche heute weithin nur noch als eine Art von politischem Apparat betrachtet. Man spricht über sie praktisch fast ausschließlich mit politischen Kategorien, und dies gilt hin bis zu Bischöfen, die ihre Vorstellung über die Kirche von morgen weitgehend ausschließlich politisch formulieren. Die Krise, die durch die vielen Fälle von Mißbrauch durch Priester verursacht wurde, drängt dazu, die Kirche geradezu als etwas Mißratenes anzusehen, das wir nun gründlich selbst neu in die Hand nehmen und neu gestalten müssen. Aber eine von uns selbst gemachte Kirche kann keine Hoffnung sein.

Jesus selber hat die Kirche mit einem Fischernetz verglichen, in dem gute und böse Fische sind, die am Ende von Gott selbst geschieden werden müssen. Daneben steht das Gleichnis von der Kirche als einem Ackerfeld, auf dem das gute Getreide wächst, das Gott selbst hingesät hat, aber auch das Unkraut, das "ein Feind" geheim ebenfalls darauf gesät hat. In der Tat ist das Unkraut auf dem Ackerfeld Gottes, der Kirche, übermäßig sichtbar, und die bösen Fische im Netz zeigen ebenfalls ihre Stärke. Aber dennoch bleibt der Acker Gottes Ackerfeld und das Netz das Fischernetz Gottes. Und es gibt in allen Zeiten nicht nur das Unkraut und die bösen Fische, sondern auch die Saat Gottes und die guten Fische. Beides gleichfalls mit Nachdruck zu verkünden, ist nicht eine falsche Apologetik, sondern ein notwendiger Dienst an der Wahrheit.

In diesem Zusammenhang ist es notwendig, auf einen wichtigen Text in der Offenbarung des Johannes zu verweisen. Der Teufel wird da als der Ankläger gekennzeichnet, der unsere Brüder bei Tag und bei Nacht vor Gott verklagt (Apk 12, 10). Die Apokalypse nimmt damit einen Gedanken wieder auf, der im Mittelpunkt der Rahmenerzählung des Buchs Ijob steht (Ijob 1 und 2, 10; 42, 7 - 16). Dort wird erzählt, daß der Teufel vor Gott die Gerechtigkeit des Ijob als nur äußerlich herunterzureden versuchte. Dabei ging es gerade um das, was die Apokalypse sagt: Der Teufel will beweisen, daß es gerechte Menschen nicht gibt; daß alle Gerechtigkeit von Menschen nur von außen dargestellt sei. Wenn man näher hinklopfen könne, falle der Schein der Gerechtigkeit schnell ab. Die Erzählung beginnt mit einem Disput zwischen Gott und dem Teufel, in dem Gott auf Ijob als einen wirklich Gerechten verwiesen hatte. An ihm soll nun die Probe aufs Exempel vollzogen werden, wer da recht hat. Nimm ihm seinen Besitz weg und du wirst sehen, daß von seiner Frömmigkeit nichts übrigbleibt, argumentiert der Teufel. Gott gestattet ihm diesen Versuch, aus dem Ijob positiv hervorgeht. Nun treibt es der Teufel weiter, und er sagt: "Haut um Haut! Alles, was der Mensch besitzt, gibt er hin für sein Leben. Doch streck deine Hand aus, und rühr an sein Gebein und Fleisch: wahrhaftig, er wird dir ins Angesicht fluchen" (Ijob 2,4f). So gewährt Gott dem Teufel eine zweite Runde. Er darf auch die Haut des Ijob berühren. Nur ihn zu töten, wird ihm versagt. Für die Christen ist klar, daß der Ijob, der für die ganze Menschheit als Exempel vor Gott steht, Jesus Christus ist. In der Apokalypse wird uns das Drama des Menschen in seiner ganzen Breite dargestellt. Dem Schöpfergott steht der Teufel gegenüber, der die ganze Menschheit und die ganze Schöpfung schlechtredet. Der sagt nicht nur zu Gott, sondern vor allen Dingen zu den Menschen: Seht euch an, was dieser Gott gemacht hat. Angeblich eine gute Schöpfung. In Wirklichkeit ist sie in ihrer Ganzheit voller Elend und Ekel. Das Schlechtreden der Schöpfung ist in Wirklichkeit ein Schlechtreden Gottes. Es will beweisen, daß Gott selbst nicht gut ist und uns von ihm abbringen.

Die Aktualität dessen, was uns hier die Apokalypse sagt, ist offenkundig. Es geht heute in der Anklage gegen Gott vor allen Dingen darum, seine Kirche als ganze schlechtzumachen und uns so von ihr abzubringen. Die Idee einer von uns selbst besser gemachten Kirche ist in Wirklichkeit ein Vorschlag des Teufels, mit dem er uns vom lebendigen Gott abbringen will durch eine lügnerische Logik, auf die wir zu leicht hereinfallen. Nein, die Kirche besteht auch heute nicht nur aus bösen Fischen und aus Unkraut. Die Kirche Gottes gibt es auch heute, und sie ist gerade auch heute das Werkzeug, durch das Gott uns rettet. Es ist sehr wichtig, den Lügen und Halbwahrheiten des Teufels die ganze Wahrheit entgegenzustellen: Ja, es gibt Sünde in der Kirche und Böses. Aber es gibt auch heute die heilige Kirche, die unzerstörbar ist. Es gibt auch heute viele demütig glaubende, leidende und liebende Menschen, in denen der wirkliche Gott, der liebende Gott sich uns zeigt. Gott hat auch heute seine Zeugen ("martyres") in der Welt. Wir müssen nur wach sein, um sie zu sehen und zu hören.

Das Wort Märtyrer ist dem Prozeßrecht entnommen. Im Prozeß gegen den Teufel ist Jesus Christus der erste und eigentliche Zeuge für Gott, der erste Märtyrer, dem seitdem Unzählige gefolgt sind. Die Kirche von heute ist mehr denn je eine Kirche der Märtyrer und so Zeuge des lebendigen Gottes. Wenn wir uns wachen Herzens umsehen und umhören, können wir überall heute, gerade unter den einfachen Menschen, aber doch auch in den hohen Rängen der Kirche die Zeugen finden, die mit ihrem Leben und Leiden für Gott einstehen. Es ist eine Trägheit des Herzens, daß wir sie nicht wahrnehmen wollen. Zu den großen und wesentlichen Aufgaben unserer Verkündigung gehört es, soweit wir können, Lebensorte des Glaubens zu schaffen und vor allen Dingen sie zu finden und anzuerkennen.

Ich lebe in einem Haus, in einer kleinen Gemeinschaft von Menschen, die immer wieder solche Zeugen des lebendigen Gottes im Alltag entdecken und freudig auch mich darauf hinweisen. Die lebendige Kirche zu sehen und zu finden, ist eine wunderbare Aufgabe, die uns selbst stärkt und uns des Glaubens immer neu froh werden läßt.

Am Ende meiner Überlegungen möchte ich Papst Franziskus danken für alles, was er tut, um uns immer wieder das Licht Gottes zu zeigen, das auch heute nicht untergegangen ist. Danke, Heiliger Vater!

Ein Hinweis: Das Schreiben wurde mit Genehmigung von Papst Franziskus veröffentlicht und wird im April im bayerischen „Klerusblatt“ abgedruckt.


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Lesermeinungen

 MariaMutterDerKirche 24. April 2019 
 

Benedikt XVI formuliert deutlich+ Franziskus klingt an= cleveres Vorgehen

Ich finde es sehr clever, wie die beiden das Thema handhaben. Franziskus dürfte nie so deutlich und konkret die harten Fakten formulieren, ohne sich einem gewaltigen Shitstorm auszusetzen. Aber indem Benedikt XVI seine verbundenheit mit Franziskus anklingen läßt, darf man davon ausgehen, daß Franziskus den Inhalt bejaht. Wie gesagt: ungemein cleveres Vorgehen.


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 gebsy 17. April 2019 

Geheimnis des Bösen,

anders ist das nicht zu erklären, was sich im Rahmen des Missbrauchs ereignet (hat).
Wie ist der sakrilegische Umgang mit dem Eucharistischen Herrn in diesem Zusammenhang zu sehen?
Ist vom Lehramt eine Hilfe zu erwarten, um das Essen des Gerichtes zu verhindern?
http://www.kathtube.com/player.php?id=47524


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 Mystiker1 16. April 2019 
 

Korrektur, Zölibat

Ich meinte natürlich, der die Aufhebung des Zölibats würde zu einer "Verweltlichung" (nicht Entweltlichung) des Priestertums führen. Das Sakrale, Mystische ginge verloren, dass ein Priester nur für Gott lebt. Hätte er Frau u. Kinder, müsste er weltlicher leben u. könnte sich nicht nur Gott konzentrieren. Und er könnte nicht Tag u. Nacht für seine Gemeinde da sein, u. wenn doch führt das evtl. zu Eheproblemen u. zu Trennungen. Und evtl. zu Scheidungen, die nicht erlaubt sind. Alles Probleme, die es in den ev. Landeskirchen gibt. Das meint P. Benedikt sicher auch, wenn er davon spricht, dass eine andere Kirche keine Lösung sei: Die r.k. Kirche solle nicht wie die ev. werden. Man sieht doch - wie in einer Blaupause - was das für Folgen hat. Aus den ev. Kirchen treten noch mehr Menschen aus. Das ist nicht die Lösung.


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 Mystiker1 16. April 2019 
 

@Wunderer

@Wunderer: Ich weiß nicht, was P. Benedikt heute über das Konzil denkt. Er kann sich als em. Papst sicher nicht offen sagen, was er denkt. Er wird zumindest der Meinung sein, dass bei der Umsetzung, Fehler gemacht wurden. Das Rad lässt sich leider sowieso nicht zurückdrehen. Er meint mit diesem Satz m.E. eher Veränderungen, die die Liberalen heute im Zusammenhang mit den Missbrauchstaten vernehmen wollen, wie die Aufhebung des Zölibats oder Frauen als Diakone, eine Veränderung der Machtstrukturen, die Missbrauch fördern können, Anerkennung anderer sexueller Orientierungen, Ehescheidung, also alles, was es in den ev. Landeskirchen schon gibt. Im übrigen bin ich sicher, dass der Zölibat fallen wird, v.a. wegen des Priestermangels, nicht unter diesem Papst, aber wahrscheinlich unter dem nächsten. Es ist kein Dogma u. erst im 11 Jh. eingeführt worden. Ich bin dagegen, weil es zu einer Entweltlichung des Priestertums führen würde, aber solche Entwicklungen lassen sich nicht aufhalten.


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 Wunderer 15. April 2019 
 

Wie A-Bombe

"Was müssen wir tun? Müssen wir etwa eine andere Kirche schaffen, damit die Dinge richtig werden können? Nun, dieses Experiment ist bereits gemacht worden und bereits gescheitert."

Diese Sätze können sich eigentlich nicht auf den alten Protestantismus beziehen wie ich in einem Kommentar geschrieben hatte, sondern auf die Kirche, die sich im Gefolge des 2. Vat. Konzils etabliert hat und sich weiter zu etablieren sucht, koste es, was es wolle: eine Kirche in Auflösung und unter Preisgabe der Sakramente und Lehren für ein paar Silbertaler.
Die Sätze des Papstes sind wie eine A-Bombe; atemberaubend, aber gut.
Ob er sich damit auch ein Stück weit vom Konzil distanziert?


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 Montfort 15. April 2019 

Auch hier nochmals: Der Brief von Papst em. Benedikt XVI. in anderen Sprachen zum Verschicken

Englisch: https://www.lifesitenews.com/news/full-text-pope-emeritus-benedict-xvi-lays-out-thoughts-on-abuse-crisis?utm_source=onesignal

Italienisch: https://www.corriere.it/cronache/19_aprile_11/papa-ratzinger-chiesa-scandalo-abusi-sessuali-3847450a-5b9f-11e9-ba57-a3df5eacbd16.shtml

Spanisch: https://www.aciprensa.com/noticias/el-diagnostico-de-benedicto-xvi-sobre-la-iglesia-y-los-abusos-sexuales-35201

Französisch: https://fr.aleteia.org/2019/04/12/document-lintegralite-du-texte-du-pape-emerite-benoit-xvi-sur-les-abus-sexuels/

Portugiesisch: https://www.acidigital.com/noticias/o-diagnostico-de-bento-xvi-sobre-a-crise-da-igreja-e-dos-abusos-sexuais-do-clero-28270

Andere Sprachen habe ich nicht gesucht/gefunden - aber vielleicht wissen andere Foristen, wo man den Brief auf Arabisch, Chinesisch und in weiteren Sprachen finden kann?


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 Mystiker1 15. April 2019 
 

Nochmal zum Vatikanum II

Ich meinte nicht nur die Veränderungen in der Theologie, die ja eher u. auch von außen vorgenommen wurden u. nicht durch das Konzil, sondern ganz praktische Dinge, wie die m.E. zu starke Veränderung der Hl. Messe, die zu einer Entheiligung der Liturgie geführt hat, Handkommunion, Entfernung der Kniebänke, Bußgottesdienste, die als Alternative zur Beichte interpretiert wurden, die Einschränkung der Kirchengebote (z.B. eine vorgeschriebene Beichte pro Jahr, zwei Fasttage), Zurückdrängung der euch. Anbetung, RK, Prozessionen etc.Ein lieblos, möglichst kurz gehaltender Gottesdienst, ist für die Menschen nicht mehr attraktiv. Eine liberale Pastoral ebensowenig. Sie gibt ihnen keine Orientierung, wie man in den ev. Kirchen sieht, die noch mehr Kirchenaustritte haben. Der Pater, mit dem ich damals über meine Glaubenszweifel sprach, ließ mich mit meinen Fragen zurück. Sich diese zu stellen, sei berechtigt. Das war der Geist des Konzils; dass die Menschen die Antworten selbst finden sollten.


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 Bernhard Joseph 15. April 2019 
 

@SDoG - Mir kommt da noch ein Gedanke

Kardinal Lehmann sprach einmal davon, dass die Kirche ihre Haltung zur Homosexualität - letztlich damit zur menschlichen Geschlechtlichkeit überhaupt - überdenken müsse.

Ich weiß nicht, ob Kard. Lehmann genau bewusst war, dass die Konsequenz aus einem solchen Denken zwingend die folgende wäre: es könnte ja auch alles falsch sein, was uns der Glaube vermittelt!

Wo aber einmal der Zweifel den Glauben vom Grunde her erfasst, da ist er schon verloren, denn dann findet sich kein Halt mehr.

"Der Zölibat ist eine Quelle der Gnaden, der Freude, des Friedens und des Lebens!"

Könnte dann auch bloße Einbildung sein!

Wer die Schöpfungsordnung infrage stellt - und das geschieht notwendig, wo die Hingeordnetheit von Mann und Frau durch Gott bestritten wird - der stellt den Glauben im Ganzen infrage, selbst wenn das demjenigen noch gar nicht bewusst ist.


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 Bernhard Joseph 15. April 2019 
 

Werter @Montfort!

Das freut mich natürlich sehr!

Trotz der schwierigen Situation in unserer Kirche, findet hier auf kath.net meist eine qualitativ wirklich befruchtende Diskussion statt, dafür nochmals allen herzlichen Dank.

Wenn man heute jemanden in seinem Bekanntenkreis gegenüber auf eine interessante Stelle bei z.B. bei Romano Guardini hinweist, erntet man meist völlige Entgeisterung.

Das wird nicht mal ansatzweise verstanden!

Und schon die Erwähnung des Namens Ratzinger führt zu fast wütendem Schweigen. So sieht leider die Realität heute aus; Stumpfsinn, wo man nur hinblickt!

@SDoG
Angesichts dieser Feststellung hätte Karl Rahner dann selbst doch etwas mehr dazu beitragen müssen, dieser Entwicklung entgegenzuwirken.

Rahner und Lehmann haben, dies ist leider heute mein Eindruck, stets mit gespaltener Zunge gesprochen. Die wussten selbst nicht genau, wo sie eigentlich stehen. Man kann eben auch auf hohem Niveau im Irrtum befangen sein!


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 Zeitzeuge 15. April 2019 
 

Werter Montfort, Bernhard-Joseph!

Herzlichen Dank für die guten Wünsche!

Auch eingeschränkt alltagstauglich, u.a.
Osteochondrose, Venenprobleme u. ein grenzwertiger Diabetes möchte ich gerne hier noch etwas tätig sein!

Falls Gandalf mitliest, ich werde hier
nicht mehr "spezielle" Seiten zitieren,
aber ansonsten schon versuchen, quellengestützt zu arbeiten!

Ihnen werte Montfort und Bernhard Joseph
und der ges. kath.net-Familie sowie auch der ganzen Redaktion wünsche ich eine besinnliche und gesegnete Karwoche, alles Gute!


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 Montfort 14. April 2019 

Werter @Bernhard Joseph!

Vor einiger Zeit hatte ich durchaus "eigennützig" die Redaktion gebeten, Sie - und auch den werten @Zeitzeugen - als "trusted user" freizuschalten, deren Kommentare zeitlich und zahlenmäßig nicht beschränkt sind (was den Stress reduziert, noch schnell kommentieren zu müssen, bevor die Redaktion schlafen oder in die wohlverdiente Wochenendpause geht) und die außerdem auch die Kommentare bei älteren Artikeln weiter einsehen können.

Umso mehr freue ich mich über Ihre zahlreichen und inhaltlich bereichernden Kommentare.

Gute Nacht!


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 SDoG 14. April 2019 
 

woran krankt unsere Kirche?

Prof. DDr. Karl Rahner SJ hat dies vor ca. 42 Jahren so formuliert:

Der Christ von morgen wird ein Mystiker sein oder er wird nicht mehr sein.

Daran krankt unsere Kirche, wer ohne Gott lebt ist eben kein Christ, nur in Christus sind wir Christen! Nur lebendige Glieder am Leib Christi gehören wahrhaft zu IHM! Geistlich Tote tun solche Dinge wie sexuellen Mißbrauch und die Anbetung des Zeitgeistes in all seinen grausamen Ausprägungen.
Der Zölibat ist eine Quelle der Gnaden, der Freude, des Friedens und des Lebens! Wer es fassen kann der fasse es!
Wer den Zölibat nicht hält und seine Gott gegebenen Versprechen bricht (weil er eh ohne Gott zu lieben lebt) und dann nicht von selbst das Priestertum verläßt, ist ein Betrüger und ein Lügner und die Wahrheit ist nicht in ihm! Solche sind es, deren Götter ihre sexuellen (kranken) Wünsche sind, die als angebliche Diener Christi dann perverse Dinge tun und getan haben.


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 SDoG 14. April 2019 
 

1000 fach vergelt´s Gott, Danke an Papst em. Benedikt XVI

Papst em. Benedikt XVI: wie gewohnt glasklar, unmißverständlich, allgemeinverständlich und zweifelfrei katholisch! Die ganzen unsachlichen "Kritiken" beweisen nur, dass Papst em. Benedikt XVI recht hat! Diese Personen beweisen, dass sie weder Katholisch noch Christen sind. Viele, sehr viele in der r. kath. Kirche, leider auch Würdenträger (Bischöfe und Pr.), haben Ihr Christsein an den Nagel des Zeitgeistes gehängt und fügen so Kirche und Welt erheblichen Schaden zu. Es ist sehr bedauerlich, dass diese ehemaligen Christen, die sich oft betrügerisch als modern bezeichnen nicht die Ehrlichkeit haben aus der kath. Kirche auszutreten zu der sie ehedem schon länger nicht mehr dazugehören!
Papst Benedikt hat sein selbstauferlegtes Schweigen gebrochen. Danke! Es war höchste Zeit!


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 Bernhard Joseph 14. April 2019 
 

Werter Zeitzeuge!

Etwas verspätet, möchte ich Ihnen noch kurz antworten. Ich habe, sie werden es gelesen haben, in meinem letzten Kommentar zum Artikel "Das sind Leute, die weder denken noch glauben" ebenfalls auf Romano Guardini verwiesen. Der Verfall des Glaubens hat wohl wesentlich mit der Verabsolutierung des Naturalismus zu tun, wie sie schon im 19 Jahrhundert einsetzte. C.S.Lewis sprach ja von der Abschaffung des Menschen.

Da war ein Klima entstanden, das der ruhigen Beantwortung neuer Glaubensfragen eher hinderlich war, ja diese nahezu ausschloss. Im Zusammenhang mit dem Naturalismus verflachte das Denken zusehends, was sich dann auch in der Theologie auswirkte. Entsprechend kamen theologische Positionen zum Zug, die teils an Trivialität nicht zu überbieten waren, man denke nur an Hans Küng.

Auch Rahner war in Bezug auf logische Stringenz eher flach, dafür aber mit einem um so größeren Selbstbewussten ausgestattet.

Auf solchem Nährboden gedeiht eben auch viel theologisches Unkraut, das stimmt


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 Montfort 14. April 2019 

Danke, werter @Zeitzeuge und @Bernhard Joseph,

für die vielen "weiterbildenden" Beiträge samt zahlreichen Literaturhinweisen!

Ihnen beiden gute Linderung in Ihren gesundheitlichen Mühen und Beschwerden und eine gesegnete Karwoche!


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 Zeitzeuge 14. April 2019 
 

Werter Bernhard Joseph! Teil 2

In seinem ber. Brief von 1964 war
R. Guardini sehr pessemistisch bzgl. der
Liturgiefähigkeit des "modernen Menschen".

In einer Rede v. 24.6.10 ging Erzbischof
Chaput darauf ein und sagte, ja, der "moderne Mensch" ist liturgiefähig, wenn
er bereit ist, aus seinem Leben eine Liturgie zu machen!

Online: Chaput: Fähigkeit zur Liturgie
bei summorum ponitficum.de

Mir ist bewußt, daß besonders in der
Ehemoral bereits in den 50er Jahren
vieles schon nicht mehr in Ordnung war.

Bei den sich "intellektuell" wähnenden
Menschen waren damals bereits Nicolai
Hartmann, Heidegger oder Jaspers Lektüre.

Eine Umfrage, a.d. Gedächtnis, daher
aus ca. 1963 ergab, daß nur 23% der Katholiken a.d. Glauben lebten und
selbst in meiner Pfarrei
genügten 1964 nur 49% ihrer Sonntagspflicht.

Das Konzil hätte viel mehr die Kreuzesnachfolge betonen sollen!

Bzgl. Exegese hätte nie über Dei Verbum
u.d. Erkl.v. 21.4.64 "Sancta mater ecclesia" hinausgegangen werden dürfen
u.d. das Missale 1965 hätte genügt!


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 Zeitzeuge 14. April 2019 
 

Werter Bernhard Joseph! Teil I

Natürlich wäre es nicht richtig, das Konzil im Ganzen für den Glaubensverfall nach 1965 verantwortlich zu machen.

Das aber die nach dem Konzil "ohne Maske" tätigen Theologen als Periti
schon starke Impulse i.d. nicht traditionskonforme Richtung gesetzt haben, ist aber auch Fakt!

Ich denke z.B. an die Konzilstheologen
K. Rahner mit K. Lehmann als Assistent,
Küng, Häring, Schillebeeckx, Murray!

Vgl. das Buch des Augenzeugen

P. Ralph M. Wiltgen SVD (1921-2007):

Der Rhein fliesst in den Tiber

Klar ist auch, daß Antworten gegeben werden mussten a.d. Fragen der modernen
Welt, aber die Antworten waren teilweise
zu stark als gerade dem falschen Zeitgeist eher angepaßt, "die Welt" aber
wird nie die Religion des Kreuzes widerspruchlos hinnehmen!

Wie ich vorhin aufführte, erhielten dann
die liberalen Kräfte, wie z.B. vg. Theologen, die Auslegungshoheit, ja fast
ein Monopol über die Konzilsbeschlüsse
u. Erklärungen.

Teil 2 folgt!


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 Authentisch 14. April 2019 

Danke! Danke an Papst em. Benedikt XVI! Erst heute habe ich den Text zu Ende gelesen. Diesen Text muss man und kann man mehrfach lesen, um ihn in seiner Fülle ganz aufzunehmen. Ich bin dankbar, dass Papst em. BXVI. "sein Schweigen gebrochen" hat. Er hat es aber in "korrekterweise" mit Rücksprache getan, da er PF "den Gehorsam als Katholik und Priester geschworen(?) hat". Das ist auch, was mich bewegt. "PemBXVI. tut nicht Unrecht, um Rechtes zu Gehör zu bringen." Und Gott sorgt dann und sendet den Heiligen Geist. Lb. Mitforisten nehmen wir auch dies mit hörendem Herzen auf. Beten wir weiter. Und: Glauben wir! Gott wirkt und IST auch heute wahrhaftig am Werk in SEINER Heiligen Kirche! Danke kath.net! Gottes Segen uns allen auch für diese Heilige Woche. Opfern wir viel auf unserem Herrn Jesus und gehen wir mit IHM.


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 Bernhard Joseph 14. April 2019 
 

Werter Zeitzeuge

Es bleibt natürlich die Frage, ob nicht doch vor dem Konzil eine gewisse Erstarrung in die Theologie einzug genommen hatte und drängende Fragen, die einfach aus dem modernen Leben hervorwachsen, unbeantwortet blieben.
Zumindest hat dies Ratzinger als beratender Theologe so gesehen - siehe seine Anmerkungen zum Konzil in den Gesammelten Schriften.

Eine Zeit, in der das Konzil fiel, schafft zuerst immer Brüche.Die Konzilsväter wollten tragende Antworten geben angesichts einer jungen Generation, die gerade das Grauen in Europa hautnah miterlebt hatte.

Vor dem Konzil waren schon grundlegende Gewissheiten in der Philosophie infrage gestellt worden, was dann wiederum auf den Glauben durchschlug. Theologen wie Ratzinger sahen damals durchaus die Notwendigkeit hier Antworten zu finden.

Insofern kann man das Konzil wohl im Ganzen nicht für den Verfall des Glaubens verantwortlich machen. Eher hat der schon weit vor dem Konzil einsetzende Sittenverfall die Glaubenrwalität stark beeinflusst.


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 Zeitzeuge 14. April 2019 
 

Werter Bernhard Joseph!

Die theol. Zeitschriften, wie Stimmen der Zeit etc. u.d. kath. Verlage wurden "erobert", "Consilium" kam 1965 z.B. war der Herder Verlag int. mit der liberalen Auslegung der Konzilsbeschlüsse- u. Erklärungen federführend.
Denn der theol. Leiter, Robert Scherer,
einst. zus. mit K. Rahner Novize bei den
Jesuiten und lebenslang mit R. befreundet, führte mit den Konzilsbänden, dem Sacramentum mundi Lexikon etc. die Wende zum Progressismus nachdrücklich mit herbei!

Dann wurden die exeget. Positionen von
Bultmann etc. nach u. nach an den Unis übernommen.

Die 68er wirkten dann als "Brandbeschleuniger", weil deren Schlagworte übern. wurden, "Demokratie i. d. Kirche" (Räte!),
"Totale Freiheit" (Dogma keine Grenze!)
falsche Sexualmoral (Häring etc.).

Die "Gebildeten" verschlangen Rahner, später Küng u.d. Gläubigen wurden in
Ehe- u. Sexualmoral noch in ihrem Relativismus in Königstein(1968!) bestärkt von fast
allen, vorkonziliaren, Bischöfen!

Das Desaster sehen wir täglich!

Kyrie Eleison!


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 Bernhard Joseph 14. April 2019 
 

@Ad Verbum Tuum

Das waren auch bewusste Verfälschung der Konzilstexte. Bestimmten antikatholischen Kräften in der Kirche bot sich endlich die Gelegenheit, den Glauben aus seinen objektiven Bezügen, festgeschrieben im kirchlichen Lehramt, zu lösen und der subjektiven Interpretation zu unterwerfen.

Schon Luther hatte mit seinem "sola scriptura" lediglich seine höchst subjektive Bibelauslegung verabsolutiert und damit eine erstaunliche Hybris offenbart. Das subjektive Rezeptionsinteresse wird dann zum Hl. Geist erklärt und der größte Unsinn als göttlich inspiriert ausgegeben.

Das Konzil bot Kräften,die den katholischen Glauben längst verloren hatten, die Möglichkeit, ihr neues Menschenbild in die Texte hineinzuprojezieren. Damit einhergehend politisierte sich die Theologie in weiten Teilen an deutschen Universitäten. Das Konzil hat den Glaubensvefall zwar nicht verursacht, aber doch verstärkt durch die blosse Möglichkeit der Interpretation. Wo eben kein guter Wille mehr waltet, da zieht Unheil auf.


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 Ad Verbum Tuum 14. April 2019 

@Bernhard Joseph

Konzil ...
und es trat ein zweites hinzu, das progressive Element des Sozialismus. Unter dem Leitwort "Geist des Konzils" wurden die Texte des Konzils praktisch nur als Keimzelle für die Weiter- bzw. Wegentwicklung verstanden/missbraucht.
Und an dieser Verfremdung leiden wir heute noch ...


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 Bernhard Joseph 14. April 2019 
 

@Mystiker1 - Da unterliegen Sie wieder einem Fehlschluss

So wenig die Bibel für Luther verantwortlich zu machen ist, so wenig kann man das 2 Vatikanum für seine Interpretation verantwortlich machen. Papst Benedikt hat hierauf immer wieder hingewiesen. Gerade die Deformation des Sittlichen der 68er Bewegung hat extreme Rückwirkungen auf die Rezeption (Schlagwort Hermeneutik des Konzils) der Konzilstexte bis auf den heutigen Tag. Das fängt schon damit an, dass keinerlei Hemmung mehr besteht, die Aussagen der Texte interessengeleitet bewusst zu vetfälschen. Da es keine Achtung mehr vor der Wahrheit gibt, glaubt man sie nach Belieben manipulieren zu dürfen. Das Verfälschen eines Textes von seinem Sinn her, wird dann zu einem völlig normalen Kampfmittel.

Das Konzil ist, und das kann man wohl sagen, in eine Zeit gefallen, in der zunehmend keine Bereitschaft bestand, sich offen mit den Aussagen des Konzils auseinanderzusetzen. Es wurde als legitim empfunden, dir Texte nach Gusto zu verfälschen. Ohne Sittlichkeit kein guter Wille mehr!


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 Bernhard Joseph 14. April 2019 
 

Werter @JP2BJ16!

Danke für die freundlichen Genesungswünsche, bin schon fast wieder auf dem Damm.

Perversionen können sich in sie begünstigenden Zeiten durchaus epidemisch ausbreiten, hier ließen sich leicht zahlreiche Beispiele in der Geschichte anführen. Insofern ist auch der "normale" Mensch nicht davor gefeit, ins Perverse abzugleiten, insbesondere wenn sein sittliches Empfinden deformiert ist. Dieser sittliche Verfall kann durch allgemeingesellschaftliche Entwicklungen, wie sie in der 68er Bewegung zutage traten, derart massiv werden, dass dies die Selbstachtung aufhebt und so den Menschen in einen Zustand führt, wo er sich entpersonalisiert, indem er den Trieb vergöttert und sich diesem mit Leib und Seele(!) unterstellt.

Genau auf diese Entwicklung macht Papst Benedikt in seinem Brief aufmerksam und sieht hier zu recht die Ursache für die starke Ausbreitung des sexuellen Missbrauchs in der Kirche.

Hätte die allgemeine Sittlichkeit keinen Einfluss auf die Person, es bedürfte keiner Formung d.M.


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 JP2B16 14. April 2019 
 

Lieber @Paissios, auch Ihnen zunächst eine gesegnete Karwoche!

Ich gehe mit Ihnen überall d'accord und retourniere gerne das "Sehr viel Wahres und Richtiges"! Eine Anmerkung aber sei zu meiner Person erlaubt: tatsächlich gehöre ich vom Typus her (oft zum eigenen Leidwesen) zur charismatischen Fraktion eines Johannes Pauls. Mir ging es von jeher stets um Fairness, Ehrlichkeit und Rücksichtnahme im Miteinander. Ich mache mich gerade in meinem immer noch von, mitunter egomanen, Männern dominierten Beruf (nicht im Hauptberuf, aber eben immer wo möglich) für die Gleichbehandlung von Frauen stark (Leistungsprinzip statt Quote). Mir war es schon immer gegeben, mitzufühlen - das Leid Benachteiligter. Und ja, ganz uneitel, meine mir von früher Jugend an bewusste Wirkung auf das weibliche Geschlecht wird mir bis heute in meiner (von der Vorsehung gefügten) (Joseph-) Ehe nicht selten zur schweren Versuchung. Mein unerschütterlicher Glaube aber und das Gebet helfen beim Sublimieren und ich spüre wohl gerade deshalb eine immer inniger werdende Liebe zum Herrn!


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 JP2B16 14. April 2019 
 

Lieber @Bernhard Joseph, zunächst Ihnen weiterhin gute Genesung und eine gesegnete Karwoche!

Ich ließ in meiner Betrachtung homoerotisch empfindende Kandidaten und Kranke(Perverse) bewusst außen vor, unabhängig von der Ursache ihrer Orientierung (nach U. Kutschera nur 4% natürlich veranlagt). Es ist Aufgabe von "Eignungskommissionen" BERUFENE Kandidaten herauszufiltern. Diesen gilt meine Mahnung. In der Lebensführung eines Priesters darf es niemals Mittelmäßigkeit geben. Kandidaten, die sich (über Seilschaften) bewusst zusammenfinden und homoerotische Akte ausleben!, haben keine Not. Sie wissen sehr wohl, dass diese Akte unvereinbar mit dem Priesterdienst sind. Sie sind keine "Opfer". Jene wollen im seriösen Gewand eine Gegen-Kirche, in der homoerotische Akte und der Akt "In Persona Christi" zusammengehen. Das ist eine ganz andere, wiederum eigene Tragik. Das höhere Rechtsgut, das ich verteidige, ist die für einen Priester nicht verhandelbare, konsequente Nachfolge Christi und seine Beauftragung, den unverkürzten Glauben zu verkündigen - und nicht die Not des Mangelleidenden.


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 Mystiker1 13. April 2019 
 

Von den 68ern zum Vatikum II

Nun könnte man wiederum behaupten, dass das Vatikanum II eine indirekte Folge der 68er-Bewegung sei. Ein Zusammenhang ist sicher nicht von der Hand zu weisen. Aber die konservativen Kardinäle, die in der Mehrheit waren, hätten die Übertreibungen leicht verhindern können. Sie hätten sich von den liberalen Ideen nicht in dieser Weise beeinflussen lassen müssen. Ich bin ein Kind des Konzils u. weiß wovon ich rede: sehr liberale Pfarrei, kath. Schule, die aber nicht wirklich katholisch war, christliche Freizeiten u. Bibelkreise, die von liberaler Jugendpastoral geprägt waren. Ich habe als Kind u. Jugendlicher den wirklichen Katholizismus trotz Interesses nicht kennengelernt. In relg. Hinsicht war ich orientierungslos u. habe meinen Glauben an Gott sogar für kurze Zeit ganz verloren. Im Alter von 27 J. habe ich eine Gotteserfahrung gemacht u. bin - über den Umweg der ev. Freikirchen - erst im traditionellen Würzburg dem wirklichen K. begegnet. Seitdem hat sich mein Glaube völlig verändert.


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 Smaragdos 13. April 2019 
 

Bin gespannt, ob PF auch diesen Text zum "ordentlichen Lehramt" erheben wird... in dem Fall wäre es wenigstens gerechtfertigt im Gegensatz zum Brief der argentinischen Bischöfe, der AL angeblich authentisch interpretiert, obwohl er mit der Tradition der Kirche bricht...


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 Mystiker1 13. April 2019 
 

Fortsetzung

Meines. E. hat die kath. Kirche selbst auch Fehler gemacht, als sie dem Liberalismus durch das Vatikanum II die Tür geöffnet hat u. sollte die Schuld nicht nur bei einer außerkirchlichen Bewegung (68er) suchen. Nicht falsch verstehen: ich bin nicht gegen das Konzil, nur gegen die Form, die es angenommen hat. Das haben die konservativen Kreise damals völlig unterschätzt. Bewahre uns Gott vor einem neuen Konzil! Das hat nicht mit Missbrauch zu tun, aber das hat der Artikel von P. Benedikt in weiten Teilen auch nicht. Die Priester, von denen ich in meinen Umfeld im Laufe der Jahre gehört habe bwz. vom Sehen kannte, waren keine "homosexuellen Netzwerker" in Priesterkleidern" (@Wedlerg). Sie waren eher konservativ. Ein liberaler hetero- oder homosexueller Priester, der es mit dem Zölibat nicht so genau nimmt, sucht sich einen erwachsenen Partner! Davon kannte ich auch einige, die dann suspendiert wurden. Wer Kinder sexuell attraktiv findet, ist psychisch krank. Das hat ganz andere Ursachen!


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 Mystiker1 13. April 2019 
 

@Wedlerg, kein Vorwurf an P. Benedikt

@Wedlerg
Ich kann jetzt erst antworten, weil ich gestern schon zu viele Kommis geschrieben hatte.
Das sollte gar kein Vorwurf an P. Benedikt sein! Natürlich hat er - wie man weiß - versucht, die negativen Folgen des Vatikanum II zu begrenzen. Dabei musste es aber notwendigerweise bei Kosmetik bleiben, weil man das Rad der Zeit niemals zurückdrehen kann u. die Geister die man rief niemals wieder los wird. An P. Benedikt kann das schon alleine deshalb kein persönlicher Vorwurf sein, weil er damals ein junger Theologe mit wenig Einfluss war. Ich hätte mir nur gewünscht, dass er nicht alle Schuld den 68ern in die Schuhe schiebt, sondern auch das Vatikanum II, bzw. dessen Umsetzung, als eine Ursache für die aktuelle Kirchenkrise benennt. Das kann sich aber ein Papst, auch wenn er eremitiert ist, wohl nicht leisten. Es gehört für mich aber zur Wahrheit dazu.


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 Karlmaria 13. April 2019 

Dieser Geschütze Raum

den Seine Heiligkeit Papst Benedikt16 in diesem Schreiben fordert gibt mir jetzt zu denken. Denn ich kann mir bis jetzt gar nicht vorstellen was da gemeint sein könnte. Ich kenne keinen Geschützten Raum wo es nicht Probleme ebnen auf eine andere Art gibt.

Also auf eine Art war ich natürlich in den turbulentesten Jahren nach 68 in Indien. Dort in Indien wurde die Kultur der Kolonialzeit noch sehr gepflegt viel mehr als im Ursprungsland zu dieser Zeit. Und eine ganz strenge Sexualmoral.

Was ich mir eher vorstellen könnte ist ein virtueller Geschützter Raum. Diesen mehr innerlichen Geschützten Raum müssen wir uns auf jeden Fall ganz dringend schaffen.

Stolz Selbstsucht Ehrgeiz Neid Unvergeblichkeit treiben uns aus dem Geschützten Raum im Herzen Jesu und Marias. Es gibt keinen anderen Weg als das klassische Pflegen der Tugenden. Und die beiden Säulen für das Schiff auf Hoher See. Maria und die Eucharistie!


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 Bernhard Joseph 13. April 2019 
 

Korrektur

Es war weiter unten natürlich Belfast und nicht Dublin gemeint.


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 Herbstlicht 13. April 2019 
 

@JP2B16

Sie haben bei den schuldig Gewordenen ihre Gefühle der Vereinsamung, der Wahrnehmung des Anderssein und ihre mangelnde Akzeptanz bei Frauen ins Feld geführt.

Wenn er also auf der einen Seite all´ seine Defizite wahrnimmt, müsste er andererseits doch auch die Barriere wahrnehmen, die innere Stimme die ihn hindert, das zu tun, was er tut.
Diese Sensibilität muss er auch seinem Gegenüber aufbringen, gerade als Priester, ob berufen oder nicht.


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 Bernhard Joseph 13. April 2019 
 

Wir müssen endlich aufhören das Böse im Menschen zu entschuldigen

Keine Not begründet, Kinder zu missbrauchen. Sexuelle Perversion ist und bleibt was sie ist, eine aus dem Willen vollzogene Ablehnung gegen Gott. Dies liesse sich auch an vielen Beispielen aus der Literatur belegen - siehe Rimbaud oder Baudelaire.

Diese Auflehnung gegen Gott geschieht aus der Freiheit des Willens nicht jedoch aus der Tragik eines Schicksals, wie die 68er Psychologie es suggeriert.

Leider ist es eine Tatsache, dass Menschen mit einem Hang zur Perversion, stets versuchen, andere mit in den Abgrund zu reißen. Das Priesteramt lässt sich von solchen Menschen besonders effizient für ihre Zwecke missbrauchen.
Vor allem soll das Schuldbewusstsein zerstört werden. Der pädophile Täter unterstellt stets seinem Opfer eine Mitschuld und zwar dergestalt, dass das Opfer den Täter zur Tat animiert habe. Hier lese man bitte das Buch "Der große Basar" von Daniel Cohn-Bendit. Die 68er Bewegung hat es perfekt verstanden, Schuld in einen verlogenen Determinismus aufzulösen.


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 Paissios 13. April 2019 
 

Alle Menschen haben Drang

Ich möchte noch erwähnen, dass alle Menschen mehr oder weniger einem sexuellen Drängen unterliegen.
Deshalb sollte bei der Gewissensprüfung und Standeswahl in erster Linie die Frage stehen, zu was Gott mich berufen hat.
Will ich Kinder? Hat Gott einen Plan mit mir als Familienvater? Kann ich die Normen der Sexualethik innerhalb der Ehe erfüllen? Bin ich stark genug dazu?
Wenn die Ehe ausgeschlossen sein sollte, steht die Frage nach dem Junfrauenstand im Fokus.
Ich bin innerhalb meines Standes zur Totalhingabe berufen.
Alle müssen gegen ihre Leidenschaften ankämpfen, besonders der Verheiratete.
Der Philosoph Max Pickard hat den sexualen Akt beschrieben als Suche nach totaler Befreiung, der aber seinem Wesen nach die totale Bindung nach sich zieht.
Aus diesen Gründen wäre eine Ehevorbereitung bereits im Jugendalter angemessen.


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 Bernhard Joseph 13. April 2019 
 

@JP2BJ16 - Ergänzung

Ich möchte noch erwähnen, dass besagter Theologie- und Philosophiestudent ein Bewunderer von Rimbaud, Baudelaire und Verlaine war und ständig bemüht war, die bürgerliche Sexualmoral lächerlich zu machen. Für mich zeichnete sich schon damals ein Bild völliger Dekadenz in bestimmten Kreisen ab, die Ihre Interpretation aus meiner Sicht stark relativiert.

Es gibt, das sollte nicht übersehen werden, bei Menschen auch den Hang zum Bösen, der dann im Sexuellen sich im Perversen ausdrückt, wobei auffällt, dass solche Personen eine stark eingeschränkte Empathie zeigen. Denken Sie hier bitte an solche Gestalten wie den Marquis de Sade. Hier bildet nicht die Not der Vereinsamung die Ursache für die sexuelle Perversion, sondern der Wille sich aller Tabus zu entledigen. Die Dekadenz kennt weder Scham noch Grenzen und die 68er Bewegung ist der Gipfel der Dekadenz der Moderne!


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 Paissios 13. April 2019 
 

Sehr viel Wahres und Richtiges

... über ihn hinausschauten.
Ich glaube, dass wir darum für beide sowohl ein anderes Gesellschafts- wie auch ein anderes (restauriertes) Kirchenmodell brauchen.
Beide Typen bauchen den Schutz der alten Messe und den Schutz der Gebote, den Schutz des Rosenkranzgebetes, des Stundengebets, des Breviers.
Ihnen muss vermittelt werden, dass Gott beide Veranlagungen heilen kann durch das tägliche Messopfer.
Es muss ihnen auch klar sein, dass bei Missbrauch der sofortige Dispenz, die Rückversetzung in den Laienstand zu erfolgen hat.
Grundsätzlich aber gilt: wer einen ungestillten sexuallen Drang in sich verspürt, sollte besser nicht Priester werden.
In Christus müssen wir im Sexuellen bereits sein zum Totalverzicht im Glauben an Jesus Chritus. Wenn die Bereitschaft zum Martyrium und das Bewusstsein der Brautschaft Jesu nicht vorhanden ist, sollte jemand kein Priester werden.

Niemand soll aus einem Mangel Priester werden, sondern aus der Fülle und Freude am Sich- schenkenden-Ganzopfer.


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 Bernhard Joseph 13. April 2019 
 

@JP2B16 - Darf ich Ihnen mal von meinen Erfahrungen berichten?!

In den frühen 80er Jahren erzählte mir munter, ja schon feist lachend, ein Theologie- und Philosophiestudent, dass im Priesterseminar Sankt Georgen in Frankfurt jede Nacht in den Schlafräumen wahre Orgien stattfänden. Ich hielt das für eine völlige Übertreibung dieses homosexuellen Studenten, musste aber später feststellen, dass da wohl nicht übertrieben wurde. Mir sind dann in meinem Leben noch andere Menschen mit tiefsitzenden homosexuellen Tendenzen begegnet und bei keinem konnte ich eine solche Not bemerken, wie Sie sie hier ausmalen. Im Gegenteil, mir ist immer höchst unangenehm die starke Fixierung auf sexuelle Anzüglichkeiten bei diesen Personen aufgefallen, so als bilde die sexuelle Triebbefriedigung den Mittelpunkt ihres Daseins.

Und wenn ich mir die CSD Umzüge anschaue, dann kann ich Ihr Gemälde vom Opfer der hedonistischen Gesellschaft nur noch als absurd ansehen.

Papst Benedikt hat völlig Recht mit seiner Kritik des Garantismus, den Sie hier brilliant vorexerzieren.


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 Bernhard Joseph 13. April 2019 
 

@Kairos - Wenn man von der Geschichte eines Landes keine Ahnung hat / Teil III

Man könnte hier noch Diverses anführen, was Ihr Reden von einem durch und durch katholischen Land als kindisches Bild entlarvt. Es ist auch nicht so, dass die Zustände in den Heimen und Schulen in Irland wesentlich anders gewesen wären, wie auf dem Festland. Es gab allgemein die Prügelstrafe, nicht nur in Irland. Wenn man sich näher mit Joyce befasst, kann man sehr gut sehen, wie gerade auch Psychoanalyse bei den Intellektuellen in Irland großen Einfluss gewonnen hat. Es gab eine starke Tendenz, wie auf dem Festland auch, sich von der katholischen Sexualmoral zu emanzipieren. Und wie war das noch mit der Reformpädagogik z.B. der Odenwaldschule? Gab es da keinen Missbrauch? Worin ich Ihnen jedoch zu einem gewissen Grad zustimmen kann, ist die sittliche Verlotterung des Jesuitenordens, die schon vor den 68er eingesetzt hat, die dann aber in der 68er Bewegung eine Dynamik angenommen hat, die unsere Kirche heute zu zerstören droht. Dass man das Verbot des Ordens aufhob, ist eine Tragödie.


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 JP2B16 13. April 2019 
 

So jetzt mal Tacheles: Akt 7

Seitdem kann ein Priester sich einem allgegenwärtigen Sex nicht mehr entziehen. Er ist in der Welt. Er kann die mächtigen Bilder, die an seine Fleischlichkeit rütteln, nur über das Gebet sublimieren. Ist das Gebet schwach, das Herz nicht beim Herrn, gelingt es ihm nicht. Wir Gläubige sind angehalten mit aller Hingabe für die Priester zu beten, dass es ihnen in dieser "verstrahlten" Umgebung gelingen möge. Nun, warum die Aufhebung des Pflichtzölibats ins Leere läuft: dieser Typus bleibt für Frauen unattraktiv. Einem wirklich berufenen Priester, der ein intensives Gebetsleben pflegt, gelingt das Sublimieren. Er DARF Verzicht üben, der andere MUSS verzichten! Das ist ein wichtiger Unterschied! Heute, und das ist gut so, entscheiden junge Männer frei und ohne Einflussnahme von außen. Wenn sie sich nicht der neuen Marxschen Kirche andienen wollen und um des Himmelreichs Willen keine Frau vermissen, werden das wahre und würdige Priester – egal welcher Typus Mensch sie sind. Weniger ist Mehr!


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 JP2B16 13. April 2019 
 

So jetzt mal Tacheles: Akt 6

Nun möchte man nach beiden Fallbeispielen, träfen sie als Ursache zu, fragen, warum nun die 68er Schuld tragen sollen? Und zeigt nicht gerade der so beschworene "Synodale Weg" und die hier angestrebte Anpassung an die Lebenswirklichkeit genau einen Ausweg aus dieser Situation? Nein und nochmals Nein. Das Gegenteil wäre der Fall! Die 68er haben die zuvor genannte Vereinsamung dieses Typus nur noch verschärft, indem sie Sex ohne Grenzen und Tabus in die breite Öffentlichkeit regelrecht hinein katapultierten. Ihr Motiv: Sex quasi als Produkt, käuflich oder frei, jedem und jeder allgegenwärtig und allzeit verfügbar. Eine Atombombe unvorstellbarer Sprengkraft wurde gezündet, die bis heute die Kohäsion der komplementären Einheit von Mann und Frau mit exponentiellem Verlauf erschüttert und auf Generationen hin das gesellschaftliche Gefüge nachhaltig verstrahlt hat. Genau diese widernatürliche, menschenverachtende Enthemmung hat Papst Benedikt vor Augen, wenn er die 68er für schuldig erklärt.


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 JP2B16 13. April 2019 
 

So jetzt mal Tacheles: Akt 5

Oder der Fall ist denkbar, dass ein Spätberufener mit eben jenem Profil (weil er älter und älter wurde und einfach keine Frau fand) schließlich sich einbildete, trotz tiefen Verlangens nach der Vereinigung mit einer Frau, wohl dann doch als Priester berufen zu sein. Er war nicht ehrlich zu sich selbst und anderen. Wenn bei solchen Fällen nicht die besondere Gnade und Barmherzigkeit Gottes im fortwährenden Sturmgebet herabgerufen wurde, ist es vorstellbar, dass es eines Tages in einer dunklen Stunde zum Übergriff an Schutzbefohlenen kommen konnte. So fürchterlich das ist und so sehr man sich an die Frage "Wo war Gott in Auschwitz" erinnert fühlt, können jene Geistliche eben auch "Opfer" einer langen Fehlerkette sein. Das soll keinesfalls das Leid der eigentlichen Opfer schmälern oder relativieren; es soll nur wachrütteln, endlich anzuerkennen, wie real das Böse als geistige Macht in der Welt ist. Gott sei es gedankt, dass die Übergriffe Geistlicher im Vergleich immer noch gering sind.


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 JP2B16 13. April 2019 
 

So jetzt mal Tacheles: Akt 4

Wurde dieser Typus (formal aus freiem Entschluss) Geistlicher, konnte diese Einsamkeit noch ihre Steigerungsform finden. Nicht selten war er als Vorzeigesohn "Opfer" gottesfürchtiger aber leider auch übereifriger Eltern (sein "sonderlicher" Typus bekräftigte sie sogar in ihrem Ratschluss) oder auch wohlmeinender Pfarrer oder Kapläne. Letztere sahen sich dann selbst in ihm und gleich einem Vater wünschten sie, dass der "Sohn" einst denselben "Beruf" ergreift. Eifer im guten Sinne kann man niemanden vorwerfen. Die Eltern hatten allergrößten Respekt vor der Geistlichkeit, vertrauten ihr voll und ganz. Nur, dass insgeheim dieser junge Mensch ganz andere Träume und Wünsche hatte, die er aber nicht wagte auszusprechen. Er war zu jung, gutgläubig und "wohlerzogen", als dass er sich gegen das Wunschdenken seiner Eltern und der Geistlichkeit erwehren konnte. Von möglichen künftigen Konflikten mit einem Begehren einer Frau hörte er zunächst noch nichts, oder das Thema wurden heruntergespielt.


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 JP2B16 13. April 2019 
 

So jetzt mal Tacheles: Akt 3

Unschwer für den Leser hier die Parallele zum Geistlichen zu erkennen. Es ist ja nicht zu leugnen, dass auf nicht wenige Priester genau dieses Profil zutreffen dürfte. So zumindest meine Erfahrungen von Kindesalter an. Vorausschicken möchte ich, dass ich das hier ausdrücklich in keiner Weise despektierlich verstanden wissen möchte. Der unbefangene Leser weiß aber, was ich meine. Stolz muss hier außen vor bleiben. Dieser Typus aber gehört zur viel bemühten Lebenswirklichkeit, er findet sich in allen Berufen. Nur, unsere hedonistische Gesellschaft geht mit diesem Typus gnadenlos und auf brutalste Weise um, insbesondere Medien und Journaille machen ihn regelmäßig mindestens lächerlich, zumeist aber verächtlich. Das spürt dieser Typus bis ins Innerstes seines Marks und leidet entsetzlich daran. Er gehört zu den einsamsten Menschen auf Erden. Er erfährt keinerlei Liebe von der Welt. Seine Hoffnung darauf bleibt fast immer unerfüllt. Keiner weiß das besser als Prostituierte und Beichtväter.


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 JP2B16 13. April 2019 
 

So jetzt mal Tacheles: Akt 2

Ich lag in meinem Bett und las noch ein wenig. Da setzte sich jener zu mir auf die Matratze und suchte mit einem verlegen-mitleidigen Blick zärtlich körperliche Berührung. Ich war sehr irritiert, hatte ich bis dato sowas noch nicht erlebt. Ich erkannte aber sofort seine große Not. Mit Bestimmtheit im Auftreten konnte ich die Situation damals schnell lösen. Was will ich nun mit dieser Anekdote ausdrücken? Diese Menschen spüren sehr genau, dass sie vom Typus her Außenseiter sind, bei Frauen einfach nicht ankommen. Die völlige Absenz inniger körperlicher Berührungen (außerhalb des Verwandtschaftsverhältnisses) aber macht sie schließlich so verzweifelt, dass irgendwann Grenzen überschritten werden, d.h. eine andere Person in diese Not unfreiwillig mit hineingezogen wird. Opfer sind entweder junge Frauen, wehrlose Kinder oder können eben auch Männer sein mit gleicher Not. Umso größer die Gefahr, wenn der Notleidende einsam aufwuchs, nur Eltern oder nur die Mutter als nächste Verwandte hatte


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 JP2B16 13. April 2019 
 

So jetzt mal Tacheles (in 7 Akten): warum es auch zu Missbrauch kommen konnte …

die Dinge jetzt einmal unverblümt auf den Tisch - ganz ohne intellektuelle Höhenflüge: Man sagt und sagte mir schon immer recht gute Menschenkenntnisse nach. Ich studierte an einer Fakultät, die von Männer dominiert war - nicht wenige unter ihnen irgendwie Genies ihres Faches, die sich aber völlig ungeschickt, verklemmt, ja geradezu peinlich gegenüber dem weiblichen Geschlecht benahmen. Ihre Kleidung, Frisur, das Brillengestell setzte dem Ganzen noch die Krone auf. Aber sie alle hatten dieselbe tiefe Sehnsucht: eine Partnerin. Der eine oder andere vertraute sich mir an und schilderte mir seine Not. Ich bin ein empathischer Mensch. Ich wechselte für eine Spezialisierung die Uni und es nächtige eines Tages bei mir ein Kommilitone meiner früheren Uni aus eben jener Gruppe. Ich musste mir erneut seine große Not anhören – es hatte sich nichts geändert (das sah ich). Solche Menschen bleiben wie sie sind – zu stolz sich Dinge einzugestehen. Ihm war trotz meiner Geduld nicht zu helfen.


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 Bernhard Joseph 13. April 2019 
 

@@Kairos - Wenn man von der Geschichte eines Landes keine Ahnung hat / Teil II

In der Seele des irischen Volkes schlummerte auch weiterhin ein starker Hang ins Heidnische mit starker Prägung keltischer Mystik. Lesen Sie mal über die irische Romantik nach und wie diese Yeats bei seinen frühen Gedichten beeinflusste.

Der irische Nationalismus war nicht pro katholisch sondern führte einen gewalttätigen Kampf für die völlige Unabhängigkeit Irlands von England als Vereinigtes Königreich, was Dublin zu einer von Terror gezeichneten Stadt machte. Dieser Nationalismus war dezidiert antiklerikal, weil die Führer dieses Nationalismus die Katholische Kirche in ihrer Universalität als Hemmschuh empfanden. Der irische Nationalismus kulminierte im irischen Bürgerkrieg in den 20er Jahren. Es kam zu Gräultaten und Hinrichtungen. Die katholische Kirche unterstützte zwar die Forderung nach einem Freistaat, lehnte aber die IRA ab und verweigerte militanten Vertretern der Freiheistbewegung die Sakramente, womit sie sich keine Freunde bei den Nationalisten machte.


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 BBM 13. April 2019 
 

@Kairos

Mit Blindheit geschlagen ist, wer nicht erkennt, dass sexuelle Demoralisierung Mitte der 60er eklatant an Fahrt aufnahm. Das ist es, was BXVI sagt, nicht dass es vorher in diesem Bereich keine Verfehlungen gegeben hätte. Man muss Texte schon sinnerfassend lesen. BXVI weist richtigerweise auf die damals aufkommende Forderung nach "völliger sexueller Freiheit, die keine Normen mehr zuließ" hin und spricht damit eines der Hauptprobleme an. Mit fehlendem Sündenbewusstsein fielen die Schranken, überall in der Gesellschaft, leider auch bei manchem in der Kirche.
Was Gewalt in Erziehungsmethoden betrifft, sollte man 1. sexuellen Missbrauch deutlich davon trennen, und 2. berücksichtigen, dass Gewalt in dieser Zeit als approbate Erziehungsmethode gesehen wurde und auch in sekularen Erziehungsanstalten verbreitet war. Die Häufung bei kirchlichen Einrichtungen mag damit zu tun haben, dass Jugenderziehung der Kirche immer ein Anliegen und sie daher in diesem Bereich auch besonders engagiert war.


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 Bernhard Joseph 13. April 2019 
 

@Kairos - Wenn man von der Geschichte eines Landes keine Ahnung hat,

dann sollte man nicht großsprecherische Urteile fällen.

Irland war schon Anfang des 20 Jahrhunderts kein "durch und durch katholisches Land", wie Sie behaupten. Kennten Sie sich auch nur marginal in der irischen Literatur aus, würden Sie wissen, dass z.B. James Joyces ein dezidierter Gegner der katholischen Kirche war. Joyce repräsentiert die irische literarische Intellektuellen-Szene, wie kein anderer. Lesen Sie bitte mal die Romane "Dubliner", "Ein Porträt des Künstlers als junger Mann" oder den "Ulysses", dann werden Sie feststellen, dass es schon damals einen massiven Glaubensabfall bei den irischen Intellektuellen gab. Desweiteren seien William Butler Yeats oder Oliver St. John Gogarty genannt.

Übrigens trugen die Jesuiten die Hauptverantwortung für die in der Tat schlimmen Zustände in den irischen Heimen damaliger Zeit, hier sei wiederum auf Joyces verwiesen, der das sehr genau beschrieben hat. Die Jesuiten waren schon immer sehr geschmeidig in der Anpassung an den Zeitgeist.


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 Zeitzeuge 13. April 2019 
 

Irland, durch und durch katholisch, bis wann?

Die Geburtenrate eines Landes ist ein Gradmesser für die moralische Verfassung
der Bevölkerung eines jeden Landes.

Irland:

1964 4,07 Geb.-Rate

2016 1,92 "


Unter "durch und durch katholisch" verstehen meine Frau und ich etwas
ganz Anderes!

Die Geburtenrate i. Eire sank stetig nach 1965
und das hat überhaupt nichts zu tun mit
den Mißbrauchsfällen, die ja erst sehr viel später an die Öffentlichkeit kamen!

Der Ryan-Bericht vermerkt übrigens für die Zeit von 1914 - 2000 f.d. Diözese Dublin bei ca. 25.000 Menschen, die kath. Einrichtungen besucht haben, 381
Anschuldigungen sexuellen Missbrauchs.

Jeder Fall ist einer zuviel, aber darin
eine Ursache zu sehen für den Abfall von Christus und seiner hl. Kirche wirkt grotesk!

Als die Nazis mit Missbrauchfällen über die gleichgeschaltete Presse systematisch Missbrauch betrieben, blieb das wirkungslos.

Lt. Spiegel v. 11.1^0.1971 "waren die
Kirchen nie voller u.d. Prozessionen nie länger gewesen".

Unsere Vorfahren waren offenbar weiser


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 leibniz 13. April 2019 
 

Ach, Karos, was schreiben Sie denn hier für einen Unsinn!
Wenn Sie recht hätten, gäbe es sexuellen Missbrauch nur in der Kirche.
Leider aber ist dieses Übel außerhalb der Kirche noch mehr verbreitet. Warum?


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 Speerbaum 13. April 2019 
 

@Kairos

Ja, das muss man leider so sehen. Benedikt fürhrt in seinem Brief sehr eng.
Eine weitere Frage, die sich aufdrängt ist noch die: Warum hat er während seiner Amtszeit nicht so gesprochen?
In der jetzigen Situation tragen seine Äußerungen nur sehr zu einer weiteren Polarisierung bei. Ich kann nicht sehen, dass das hilfreich sein wird auch eine formelle Spaltung der Kirche zu verhindern.


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 Kairos 13. April 2019 
 

Es tut mir leid, hier dem Großteil der

positiven Kritiken widersprechen zu müssen, wer nur minimal die Realität der Missbrauchshistorie zur Kenntnis nimmt, wird ehrlicherweise zugeben, dass die "68er" das kleinste Problem sind.
Schon die Vorgänge in Irland müssten uns klar machen, dass hier ein durch und durch katholisches Land seinen Glauben erst durch unfassbare Verbrechen des Klerus und auch der Orden verloren hat - und erst der irische Staat hier für Aufklärung und Sühne sorgte. Der Staat gab der Kirche die Verantwortung für die Kinder, und sie misshandelte diese flächendeckend wie eine Bestie, statt auch nur minimal dem Evangelium zu folgen. In der Folge die Enttäuschung eines ganzen Volkes, eine völlig unbelehrbare und halsstarrige Kirche zu erleben, die erst eine säkulare Obrigkeit zur Einsicht bringen konnte.
Im Übrigen war der Umgang in der Jugendfürsorge bis 68 ja gerade insgesamt von Gewalt und Missbrauch geprägt, die Kirche war es ja leider nicht, die hier Menschlichkeit und Reform brachte. Hier irrt Benedikt.


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 Wunderer 13. April 2019 
 

Der Sonnenzeiger hat sich gewendet

Papst Benedikt hat mit seinem Brief, der aus welchem Grund auch immer von Papst Franziskus genehmigt wurde (genehmigt werden mußte?) viel Licht in die Dunkelkammern von "Gesellschaft", "Kultur", Politik und insbesondere der Kirche gestreut.
Seine Analysen sind super zutreffend und erklären für mich auch zum Teil, warum er selbst ein Opfer geworden ist und die Kraft nicht mehr hatte gegen eine Welt und eine Kirche von so vielen Feinden. Da ist etwas gebrochen, und die beiden Blitzeinschläge in die Kuppel des Petersdoms am 11.02.2019 sind für mich ein Zeichen für diese Annahme.
Sein Brief jedenfalls stellt die Dinge vom Kopf auf die Füße und ist m.Er. ebenfalls ein Zeichen Gottes. Und viele werden darum gebetet haben und sind jetzt erhört worden. Niemand kann mehr behaupten, von den Dingen nichts zu wissen. Das wird eine lange Selbstreinigung in der Kirche werden auf Jahre, wenn nicht auf Jahrzehnte hinaus. Aber der Anfang ist von Papst Benedikt gemacht worden. Das ist sehr wichtig.


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 Philipp Neri 13. April 2019 

Die Reaktionen zeigen, dass der emeritierte Papst Benedikt XVI. völlig Recht hat!

Die Analyse des emeritierten Papstes zeigt, dass er genau das aufdeckt, woran die Kirche und die Gesellschaft krankt!
Wenn Gott nämlich keine Rolle mehr spielt, sei es in der Kirche, sei es in der Gesellschaft, dann hat der Mensch keine moralischen Grenzen mehr, die er akzeptiert.
Dann werden alle Auswüchse des Menschen im Moralischen akzeptabel, dann werden die geltenden Maßstäbe, die der Schöpfergott vorgibt, auf den Kopf gestellt!
Dass auch in der Kirche dann schlimmste Ekzesse passieren können, dass haben wir zur Genüge bitter erfahren müssen.
Umso mehr ist jeder in der Kirche, aber auch außerhalb der Kirche aufgefordert, sein Verhältnis zu seinem Schöpfergott zu überdenken.
Denn ohne diesen Maßstab wird alles beliebig und die moralischen Grenzen verschwimmen völlig!
Die Umkehr zu Gott ist der fortwährende Auftrag an jeden Menschen!
Das partout nicht einsehen zu wollen, ist dann z.B. für einen Priester der überhebliche Machtmissbrauch, der dann zusätzlich hinzu kommt!


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 mphc 13. April 2019 

Ich liebe die sprachliche Gestalt und die Tiefe

der Texte von Benedikt XVI. An einem 11.Februar hat er seinen Rücktritt angekündigt. Am 11.April ist dieses sein wunderbares Schreiben erschienen. Es ist zwar "nur" für das kleine Klerusblatt in Bayern geschrieben worden, wird aber in der ganzen Welt gelesen. Für mich steht es da wie ein Leuchtturm. Vielen herzlichen Dank. Schon jetzt: Und noch immer: BENEDICTUS - AD MULTOS ANNOS!


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 Kostadinov 12. April 2019 

Vielen Dank für all die Antworten

so viel Zeit zum Lesen hab ich gar nicht... ich muss ja meinen Sohn auch noch in die tridentinische Messe schleppen ;-)
Literaturhistorisch bin ich bei den Brüdern Karamsow hängen geblieben... irgendwo hab ich die Aussage meines Deutschlehrers noch im Hinterkopf bzgl. österr. Literatur um 1900: "Wien war um die Jahrhundertwende herum schon sehr dekadent"


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 prim_ass 12. April 2019 
 

Kein Klerikalismus

Was mir wohltuend aufgefallen ist: Während Papst Franziskus im Zusammenhang mit der Missbrauchskrise das Wort Klerikalismus als Ursache benutzt, sucht man das Wort im Text von Benedikt XVI. nicht einmal. Finde ich bemerkenswert!!!


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 benedetto50 12. April 2019 
 

Reaktion auf P. Benedikt-Brief

Wie zu erwarten, haben die Kirchenkritiker wieder ihr beliebtes Opfer in em. Papst Benedikt gefunden. Ich weiss nicht was ein Herr Katsch vom viereckigen Tisch sich herausnnimmt und diesen Brief an der Sache vorbei beurteilt. Er fühlt sich anscheinend wohl in seiner Opferrolle. Das Vater unser oder den Vergebungsrosenkranz scheint er nicht zu kennen. Vielen Leuten fällt leider im Zusammenhang mit dem Priestertum nichts anderes mehr ein als Kinderschändung. Ein sehr guter Priester hat im schweiz. katholischem Sonntagsblatt einen Artikel verfasst, der mich sehr betroffen gemacht hat und den jeder lesen sollte. Ich erlaube mir dies hier publik zu machen.
Auf seine Einladung zu Exerzitien für Priesteranwärter bekam er folgendes E-Mail: "Ich komme gerne zu diesen Exerzitien, wenn auch eine Einführung in das Kinderschänden inbegriffen ist."
Was für eine Verachtung des Priesterstandes.


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 freya 12. April 2019 
 

Info für alle Benedikt-Fans:

Morgen, Samstag, 13.04.2019 um 10.00 Uhr, sendet KTV in Erstausstrahlung - im Hinblick auf den 92. Geburtstag des Pontifex - die Dokumentation:
"Benedikt Mitarbeiter der Wahrheit".

Die DVD dazu wurde S.E. Gänswein persönlich von KTV als Geburtstagsgeschenk für den Hl. Vater überreicht. Er nahm sie freudestrahlend mit den Worten: "Da wird er sich aber freuen", entgegen.

Freuen wir uns mit ihm!


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 benedetto50 12. April 2019 
 

Benedikt XVI, der beste Papst seit langem

Ich kann mich den positiven Leserschreibern nur anschliessen und danken für den grossen Zuspruch für diesen weisen einmaligen Geistlichen. Er bleibt für mich der Papst solange er unter uns ist. Herzlich gedankt sei ihm, dass er die alte Lithurgie zu neuem Leben erweckt hat. Ich liebe sie, sie ist die Zukunft unserer Kirche ohne wenn und aber.


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 Federico R. 12. April 2019 
 

Ich komme jetzt erst zum Posten ... (Teil 2)

Die rechten Massenmörder, die sich vorab schon mal selbst zu ihrem eigenen Idol hochstilisiert hatten, blendeten unsere 68er vorsichtshalber aus, obwohl deren mörderische Schandtaten im Grunde dem gleichen Un-Geist entstammen: eine Welt, eine Gesellschaft, ein Leben ohne Gott, ohne Christus, möglichst auch ohne Kirche, nur noch der – autoritäre - Glaube an die eigene, selbsterfundene Ideologie.

Ratzinger war schon seinerzeit und ist es heute erst recht ein Prophet, ein Mahner, ein Rufer in der Wüste. Seine Worte sind schon jetzt wie ein Vermächtnis. Vergelt’s Gott und Gottes reichen Segen zum bevorstehenden 92. Geburtstag. Gott schütze meinen Papst des Herzens.


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 Federico R. 12. April 2019 
 

Ich komme jetzt erst zum Posten ... (Teil 1)

... und möchte mich ebenfalls den in der Mehrheit zustimmenden, teils hervorragenden Kommentaren zu Papst Benedikts Schreiben - fast schon wie ein Lehrschreiben anmutend– voll anschließen.

Joseph Ratzinger hatte schon als junger Theologieprofessor, vor allem in seiner Tübinger Zeit, der 68er-Fratze voll in die Augen geblickt. Das waren damals Studenten, deren Idole – und das haben sie wohl gewusst - zu den schlimmsten Massenmördern aller Zeiten gehören: Karl Marx als vorbereitender Kopf, und dann die schrecklichen Apologeten Lenin, Stalin, Mao ... Untergehakt hüpften die angeblich so antiautoritären jungen Leute damals durch die Straßen unserer Städte, fuchtelten mit der roten Mao-Bibel herum und skandierten unaufhörlich ihr „Ho Ho Ho ...“ und ähnliches mehr.


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 Rolando 12. April 2019 
 

Die Vision von Papst Leo XIII

Die Probleme müssen im Licht der Vision von Papst Leo XIII gesehen werden. Der Teufel behauptete die Kirche zerstören zu können, er verlangte Macht und Zeit, es wurde ihm gewährt. Der kirchenzerstörerische Plan der Freimaurer, (verlängerte Arme des Vaters der Lüge) setzte an bei der Zerstörung der Werte, der Preisgabe ungehemmter Sexualität. Die Erfolge sind sichtbar. Dann als Trost, die Vision von Don Bosco, die angegriffene Kirche zwischen den Säulen der Hl. Eucharistie und der Muttergottes, daran müssen wir unbedingt festhalten. Letztendlich dann die Aussage der Muttergottes, „an Ende wird mein unbeflecktes Herz triumphieren“, zur Beschämung der Kirchengegner und des Teufels, denn wenn er meint gesiegt zu haben, dann siegt die Königin des Himmels.


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 Bernhard Joseph 12. April 2019 
 

@Kostadinov - Noch eine Leseempfehlung meinerseits

Wenn Sie eine wirklich dezidierte Analyse der Krise des Bürgertums Anfang des letzten Jahrhunderts suchen, dann kann ich Ihnen das schon erwähnte Buch "Dekadenz und Apokalypse" von Günter Rohrmoser nur wärmstens empfehlen. Voraussetzung sind die gründliche Kenntnis der Romane "Der Zauberberg" und "Doktor Faustus" von Thomas Mann. Zu Recht sieht Rohrmoser Thomas Mann als brillianten Analytiker seiner Zeit an, der gerade auch den Einfluss der Psychoanalyse auf das Bewusstsein des Bürgertums beschreibt. Das Buch ist fesselnd geschrieben und zeigt, wie man durch eine Analyse eines Kunstwerks zu tiefen Einsichten über den Zustand einer Gesellschaft im Ganzen kommen kann.

Übrigens endet alles im "Zauberberg" im großen Stumpfsinn. Auflösung aller Werte wird zum bestimmenden Merkmal der Zeit kurz vor dem ersten Weltkrieg. Die Krise des Bürgertums war von Anfang an eine Glaubenskrise und damit auch eine Krise der Sittlichkeit.

Leider ist das Buch nur im Antiquariat noch erhältlich.


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 Bernhard Joseph 12. April 2019 
 

@Ulrich Motte

Dass Rohrmoser Hegelianer war, habe ich nicht bestritten und sehe auch nicht alles in seinen Analysen als richtig an. Bezüglich der Krise des Liberalismus hat Rohrmoser jedoch vollumfänglich recht.

Das "sola scriptura" Luthers führte nicht etwa in die Wahrheit des Glaubens sondern lediglich in die Herrschaft des Subjektivismus und damit einer immer willkürlicheren Interpretation der Schrift, die heute solche Kuriosa im Protestantismus hervorbringt, wie die irrwitzige Behauptung, Jesus sei "queer" gewesen.

Wo es keine verbindliche Autorität im Glauben gibt, die die Auslegung legitimiert, da wird die Schrift zum Spielball des Zeitgeistes. Darum wenden sich in der Katholischen Kirche die relativistischen Kräfte ja so entschieden gegen das Lehramt der Kirche.


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 Clemens70 12. April 2019 
 

Bitte an ALLE PRIESTER!

1. Bitte lesen sie diesen Brandbrief am Sonntag in der Heiligen Messe vor.
2. Bitte stellen sie durch ihr Pfarrbüro sicher, dass jeder Gläubige Zugang zu diesem Brief hat.
3. Legen sie ihn im Schriftenstand aus.
4. Drucken sie ihn im Pfarrbrief ab.
5. Lesen sie ihn im Pfarrgemeinderat vor.
6.Hängen sie ihn im Schaukasten-gut lesbar- auf.
7. Erfüllen sie bitte eine der 6 Bitten.
Möge sie Gott für ihren Mut und Bekenntnis segnen!


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 Zeitzeuge 12. April 2019 
 

Werter Kostadinov!

Trotz "tätiger Teilnahme" nach der sog.
Liturgiereform, die aber von "Oben" ausging, "mündiger Laien", ein Haupotschlagwort damals, wurden die Kirchen immer leerer, die Beichte wurde
kaum noch genutzt, bei uns kamen nur noch "liberale" Pfarrer seit 40 Jahren
und dieses Jahr wird keine Osterbecihte angeboten!

Zeit und Platz hier ermöglichten natürlich nur einen Mini-Abriß der
Entwicklung aus meiner Sicht, sehr
gut orientiert aber

Georg May: 300 Jahre gläubige und ungläubige Theologie, ein Opus mit
einer Art Theologiegeschichte in Kurzviten

Die Una Voce Korrespondenz ist genau
wie "Theologisches" von ca. 1970 an online verfügbar, unbedingt lesenwert,
die Mahner wurden damals beiseite geschoben.

Frü die Moraltheologie empfehle ich
alles von Gustav Ermecke, eifach googeln.

Ich hoffe, daß meine fragmentartiger
Mini-Abriss Ihnen ein wenig Ihre Frage beantworten konnte!


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 Bernhard Joseph 12. April 2019 
 

@Kostadinov

Die Krise des Liberalismus, die sich in einem immer fundamentalistischen Relativismus ausdrückt, setzte natürlich schon weit vor der 68er Bewegung ein. Vergleichbar einem Krebsgeschwür, das anfänglich eher langsam wächst (sich autonom setzt), findet dann ab einem bestimmten Zeitpunkt aber ein explosionsartiges Wachstum mit Metastasenbildungen im ganzen Körper statt. Ist erst einmal dieser Punkt erreicht, hat der Zerfall eine ganz neu Qualität.

Die 68er Bewegung war diese "Metastasenbildung" der Ideologie eines Liberalismus, der sich schon länger von einem Glauben an Gott emanzipiert hatte.

Im Krebs wird die einzelne Zelle zur wildwuchernden Monade. Gewinnt der Krebs die Oberhand ist der Körper dem Tode geweiht. Gewinnt in einer Gesellschaft ein immer abstrakterer Liberalismus die Oberhand, so versinkt die Gesellschaft in eine sie zerstörende Dekadenz. Mahnung der Vernunft werden dann gar nicht mehr wahrgenommen sondern nur noch wütend bekämpft.


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 JP2B16 12. April 2019 
 

2 Tim. 4, 2-9 - deutlicher kann man die aktuelle Situation wohl kaum erfassen

2 Verkünde das Wort, tritt auf, ob gelegen oder ungelegen, überführe, weise zurecht, ermahne, in aller Geduld und Belehrung.
3 Denn es wird eine Zeit kommen, in der man die gesunde Lehre nicht erträgt, sondern sich nach eigenen Begierden Lehrer sucht, um sich die Ohren zu kitzeln;
4 und man wird von der Wahrheit das Ohr abwenden, sich dagegen Fabeleien zuwenden.
5 Du aber sei in allem nüchtern, ertrage das Leiden, verrichte dein Werk als Verkünder des Evangeliums, erfülle treu deinen Dienst!
6 Denn ich werde schon geopfert und die Zeit meines Aufbruchs ist nahe.
7 Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet, die Treue bewahrt.
8 Schon jetzt liegt für mich der Kranz der Gerechtigkeit bereit, den mir der Herr, der gerechte Richter, an jenem Tag geben wird, aber nicht nur mir, sondern allen, die sein Erscheinen ersehnen.
9 Beeil dich, bald zu mir zu kommen!


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 Ad Verbum Tuum 12. April 2019 

@Kostadinov

Ohne Zweifel liegen die Wurzeln dieser Strömungen tief...
Schon 1910 sah sich Papst Pius X zum Antimodernismusdekret gezwungen ...


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 Donnie 12. April 2019 

Lukas 24,32

„Und sie sagten zueinander: Brannte nicht unser Herz in uns, als er unterwegs mit uns redete ...“


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 Kostadinov 12. April 2019 

Frage an die Älteren hier

Leute wie z.B. Kardinal Alfrink (der mit dem holl. Katechismus) oder Kardinal Suenens sind ja nicht erst 1968 vom Himmel gefallen. Sicher war die allgemeine Stimmung in den 60ern ein Brandbeschleuniger für allgemeinen Sittenverfall (auch bei Benimmfragen, z.B. Kardinal Ottaviani das Mikro abdrehen), aber was war denn da vorher schon am Glimmen, dass die 60er Jahre überhaupt als ein so verheerender Brandbeschleuniger wirken konnten? Hat vllt. auch die in Mode kommende Psychoanalyse das Sündenbewusstsein beschädigt? Das Gebet zum Erzengel Michael wurde ja schon Anfang der 60er "entrümpelt"...


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 MariaMutterDerKirche 12. April 2019 
 

Text als pdf per Mail an Ortsbischof geschickt

den Text von Benedikt XVI habe ich als pdf meinem Ortsbischof, Herrn Dr. Gebhard Fürst, per Mail geschickt. Dann weiß ich zumindest, dass er ihn hat. Ob er durch seine Entourage durchkommt, liegt nicht in meiner Verantwortlichkeit.


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 Paissios 12. April 2019 
 

Porographiekonsum ist subtile Vergewaltigung

@Bernhard Joseph
"Die Auswüchse der Pornografie in den Medien stellt ebenfalls eine Vergewaltigung junger Seelen dar."

Das sehe ich genauso. Und ich gehe sogar noch weiter:

Während das Angebot, in welcher Form auch immer, einer Vergewaltigung gleichkommt, nenne ich Pornographiekonsum selbst eine Vergewaltigung der geistigen Notlage von Pnodarstellern und Darstellerinnen.

Jeder, der sich dazu herablässt, sollte sich mit diesem Gedanken einmal auseinandersetzen.


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 Paissios 12. April 2019 
 

Erster Textverriss auf katholisch.de

Erbärmlich, wie gestern ein Fundamentaltheologie auf katholisch.de den Text niederzumachen suchte und forderte, Benedikt solle einfach schweigen.
Stumpfsinnig auch die Behauptung, die Homosexualität sei nicht das Problem innerhalb des Missbrauchsproblems, sondern allenfalls eine nicht in die Person integrierte Homosexualität.
Entsprechender Theologe - sein Name ist völlig unwichtig - sieht also nicht die Grundproblematik der Homosexualität an sich in der Perversion des Naturrechts und der Schöpfungsordnung. Er sieht auch nicht, dass homosexuelle Handlungen in erster Linie "Selbstbefriedigung am Partner" (Gabriele Kuby) ist und 'monogam' lebende Homosexuelle, deren 'Verheiratung' im Schnitt 1 Jahr dauert, innerhalb dieses einen Jahres jeder noch 15 andere Sexverhältnisse hat.
Homosexualle leben selten 'monogam'. Homosexuelles Triebleben ist fast immer gekennzeichnet von affektiver Unreife. Die Theologie des Leibes und der sich schenkenden Ganzhingabe der Person greift hier nicht.


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 Bernhard Joseph 12. April 2019 
 

@Mystiker1

Die Gesetze zum Schutz von Kindern und Jugendlichen werden immer mehr verstärkt?

Wo leben Sie?!

Die in Kindergärten und Schulen den Kindern aufgezwungene sogenannte Sexualaufklärung mit ihrem Gender-Irrsinn muss man eindeutig als eine seelische Vergewaltigung bezeichnen.

Die Auswüchse der Pornografie in den Medien stellt ebenfalls eine Vergewaltigung junger Seelen dar. Und im Showbusiness werden die Opfer sexueller Übergriffe immer jünger.

Die Prostitution hat in bestimmten beliebten Feriengebieten ungeheuere Ausmaße angenommen, wobei die Jungen und Mädchen, die zur Prostitution gezwungen werden, immer jünger werden.

Im Internet kursieren hundertausende Kinderpornofotos, wobei zu den Konsumenten dieser Schande neben Priestern auch Richter und Staatsanwälte zählen, wie durch aufgedeckte Fälle bekannt.

Ein Pädophiler kann heute unbehelligt in bestimmten Ländern seinen Neigungen nach gehen.

Wir leben in einer Welt der Lüge!


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 Paissios 12. April 2019 
 

Pädophilie und Isalm

Nach Lektüre der letzten 50 Kommentare, muss ich feststellen, dass es nurmehr um die Zusammenhänge von Pädophilie und 68er- 'Revolution' geht.
Inhaltlich teile ich die Ansichten der Kommentatoren.
Mir drängt sich jedoch darüber hinaus die Verortung des Islam zum Sex mit Minderjährigen auf. Warum wird dieses riesige Problem von Papst Franziskus nicht gesehen, der über den Islam sagte: "Der Islam ist eine friedliebende Religion."
Wenn sich Politiker scheinbar über Pädophilie aufregen, sollten sie bitteschön den Isalm genau studieren.


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 Hadrianus Antonius 12. April 2019 
 

Phil2 : Unsinn

Ihre Ausführungen sind leider fehlerhaft und ohne ahnung.
Sie sollten bevor Sie dazu etwas posten, erst einmal die sehr gute Dokumentationen über Belgien (Bericht der parlementaire Commissie 2012/2016) und die Berichte der US-Staaten lesen, wo die letzte 70 Jahren besprochen wurden.
Es ist nun leider so: Kurzvor, während und nach dem 2. Vat. Konzil hat eine modrnistische Gruppe mit sehr sehr starken homophilen Neigungen und großem Interesse für Pädophilie sich in der Krche eingenistet, sich in wichtigen Positionen hineinmaneuvriert, ihre Kandidaen und Jünger darauf selektiert und promoviert und den Karren frontalan die Wand gefahren.
"Der organisierte Aufbau eines kollektiven Unglücks": es ist das Stalingrad der modernen Kirche.
@Gandalf darf mich sperren, aber dieses Posting sollte er trotzdem P.Benedikt XVI vermitteln.
* 02.1998 MsgrJC/SEJCR Thank You! ;-)


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 lesa 12. April 2019 

Anamnese, Diagnose, Heilungsansätze des Desasters

JP2BXVI. Ja, jeder, vor allem vor allem wenn er Verantwortung trägt in Kirche und Politik sollte diese brillante Analyse, das Buch von Gabriele Kuby "Die sexuelle Revolution" lesen und vor allem auch ihre Bücher über Genderideologie!

Das Moment des Gefangenseins in der Sucht so vieler, die im Gefolge der Enttabuisierung in den Sumpf Geratenen beleuchtet der Artikel von Christa Meves "Unbequeme Wahrheit" in der Tagespost vom 11.April. Ohne die Anamnese und die Diagnose der Sex-Süchtigkeit kann das Problem Missbrauch nicht wirklich angegangen werden.


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 wedlerg 12. April 2019 
 

@Mystiker1: das können Sie Benedikt doch nicht vorhalten

Wie kein Zweiter hat Benedikt doch bis heute gegen die Irrungen nach dem 2.Vatikanum gekämpft. Und natürlich sind die meisten Täter eben gerade keinen konservativen Priester, sondern homosexuelle Netzwerker in Priesterkleidern.

Die belgische Kirche hatte zeitweilen 30% Homosexuelle in den Seminaren - die haben Orgien gefeiert und die Freiheit (des Triebes) kultiviert. Gedeckt wurde das ganze von Kardinal Daneels, der sich nichts aber auch gar nichts aus Rom sagen lies. Die Causa McCarrick lief ebenso ab.
Südamerika war mitnichten ein Hort konservativer Priester, sondern voller links-extremer Theologen, die mit Ideologie dt. Philosophen Befreiungstheologie und sexuelle Freiheit gespielt haben. Was meinen Sie, warum Joh. Paul II. die halbe lateinam. Bischofskonferenz ausgetauscht hat? Natürlich gab es Fälle a la Maciel - hätten Sie DAMALS gewusst, was los ist?

Die 68er haben kultiviert, was die Vordenker a al Kinsey erfunden haben: perversen Sex als Freiheit/Wissenschaft.


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 Hadrianus Antonius 12. April 2019 
 

@Mystiker1 Total unrichtig

P.Benedikt XVI hat es sehr richtig (und vielleicht noch etwas geschont) beschrieben:
tatsächlich ist der westliche Modernismus, innerkirchlich schon seit den 50er Jahren in der Kirche sehr aktiv (gerade auch in Belgien mit Suenens) und äusserst wirksam beim 2.Vat.Konzil (wo mit Suenens, Phillips und Charrue der belgische Impakt viel größer war als der deutsche, französische, italienische usw.), in Kombination mit den sexuellen Befreiungsbewegungen der 60er Jahren verantwortlich für die Pädo-krise in der Kirche.
Die Pädophilie wurde ab 1967 halb verdeckt introduziert, 1973 schon mit einer Verurteilung der weltlichen Justiz (Fall H.O.), am 14.05.1984 öffentlich im belg. Kirchenblatt KL annonziert und beworben, und 20 Jahre lustig protegiert und toleriert.
In Nordamerika und Europa, und mit exotischem Sextourismus in Ruanda, Haiti, Brasilien und Argentinien.
Jef Barzin (2016): "Man muß das in dem damaligen Zeitgeist sehen" (sic).
Epuration jetzt!


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 wedlerg 12. April 2019 
 

@Ulrich Motte: zur historisch kritischen Methode

gibt es auch unterschiedliche Ansätze. Benedikt hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass er die Methode eines Bultmann nicht teilt, weil sie de facto zu einer beliebigen ideologischen Auslegung führt. D.h. aber nicht, dass man manche Elemente des Ansatzes verwenden kann.

Ich sehe auch, dass die Methode v.a. politisch usurpiert wurde, vielleicht sogar aus diesem Grund erfunden wurde, um das Evangelium zu de-konstruieren.

Das ganze ist aber eine ur-liberale, lutherische Erfindung. Die Freikirchen haben hier den Vorteil, dass sie diesen Ansatz nicht mitgemacht haben. Aber auch das zeigt, dass Freikirchen und andere liberale wenig Berührungspunkte haben.


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 Mystiker1 12. April 2019 
 

@Bernhard Josef

Zitat: Die vermeintliche Ächtung der Pädophilie ist nur Schein. Das erkennt man daran, das diejenigen, die offen für Straffreiheit bei pädophilen Taten eintraten, heute in der Politik weiterhin geachtet wichtige Posten einnehmen. Man darf annehmen, dass in einem nächsten Schritt die Legalisierung von Pädophilie von bestimmten Gruppen in Angriff genommen wird. Man wartet hier wohl nur den richtigen Zeitpunkt ab." Zitat Ende
Das ein ein totale Fehleinschätzung, wenn man die gesellschaftliche Entwicklung verfolgt! Die Gesetze zum Schutz der Kinder u. Jugendlichen werden immer mehr verschärft. Auch die Grünen haben sich davon längst verabschiedet. Cohn-Bendit wurde rausgeworfen, Trittin war politisch tot, nachdem man ihm einen Satz nachweisen konnte, den er früher über die Legalisierung von Pädophilie geschrieben hat. Es gibt heute keinen Politiker u. eine Person des öffentlichen Lebens, die so etwas gutheißen würde. Die Entwicklung ist gegenläufig


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 wedlerg 12. April 2019 
 

@Ulrich Motte: Ihr Post bestätigt meine These

Sie pflegen einfach eine andere Begrifflichkeit. Sagen sie doch, wen Sie für "liberal" halten!

Es mag sein, dass sich bestimmte Gruppen als "liberal" definieren und vom Mainstream abgrenze. Die liberale Bewegung in Europa hat aber die Jakobiner, Hegel und ihre (national-)sozialistischen Nachfolger generiert. Ohne die liberalistischen Ideologien, wären all diese undenkbar gewesen. Natürlich wollen heute die Kommunisten nichts mehr vom "liberalen" Hegel wissen und umgekehrt wollen "liberale" nichts vom "reaktionären" Hegel. Aber eines ist klar: sie alle kommen aus dem gleichen Stamm, der gleichen machtpolitischen Utopie.

Vielleicht erzählen Sie uns, was an der Schweiz so liberal ist? Die Calvinisten?

Was verstehen sie unter englischem oder nordischem Liberalismus? Eines müssen sich im übrigen die Freikirchen - die sicher vieles bewahrt haben - nämlich schon vorhalten lassen: sie haben die liberalistische, meist historisch falsche Kritik an der kath. Kirche voll übernommen.


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 Mystiker1 12. April 2019 
 

Die Geister, die ich rief...

Die kath. Kirche hat doch durch das Vatikanum II dem Liberalismus in Lehre u. Praxis die Tore geöffnet. Ich bin nicht grundsätzlich gegen das Konzil, aber es ist m.E. über das Ziel hinausgeschossen. Die Konzilsväter haben nie das gewollt, was daraus wurde. Sie haben unterschätzt, dass die Liberalen die ganze Hand nehmen, wenn man ihnen den kleinen Finger reicht. Richtlinien, die als Ausnahmen! erlaubt wurden, wie die Handkommunion oder Laien-Kommunionhelfer wurden zur Regel. Man kann das Rad niemals zurückdrehen. Die Geister, die man rief, wird man nicht mehr los. M.E. haben die Bischöfe u. Rom nichts oder zu wenig gegen Verstöße in den Gemeinden getan, so dass sie sich immer weiter ausgebreitet haben. Und diese Entwicklung setzt sich fort. Anstatt auf die 68er zu schimpfen, sollte die kath. Kirche versuchen, sich selbst, ihre Lehre, ihre Tradition, die Liturgie, Beichte, Eucharistieverständnis, euch. Anbetung, Prozessionen etc. zu retten. Wir brauchen eine Neuevangelisierung.


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 JP2B16 12. April 2019 
 

Übersexualisierung der breiten! Bevölkerung fand erst ab den 60er statt ...

... Das ist die hiesige Lebenswirklichkeit, dem sich die kath. Kirche bitteschön anzupassen hat. Das so wichtige permanente Anprangern der Übersexualisierung unserer Gesellschaft ist DAS Hauptanliegen der so geschätzten Gabriele Kuby ("Die globale sexuelle Revolution", eine Analyse, die auch Papst Benedikt kennt).
Die Verführer, die einstigen 68er und inzwischen ihre Kinder sitzen ganz oben in den Medienkonzernen. Bei Menschen ohne gefestigten Glauben haben sie die Entscheidungsgewalt darüber, was zu denken und wie zu leben "en vogue" ist. Sie geben den "Zeitgeist" vor, dem sich jeder und alles anzupassen hat. Jeder der sich dem widersetzt, wird stigmatsiert, gesellschaftlich an den Rand gedrängt und nur im Rahmen eines Humanismus so gerade eben noch "ertragen". Vom gesellschaftl. Diskurs aber bleibt man ausgegrenzt. Motiv dahinter ist einzig, sich vom eigenen falschen Tun zu exkulpieren, in dem man andere zu eben selbem verführen will. Wenn es alle tun, ist es ja nicht mehr falsch.


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 Wunderer 12. April 2019 
 

werter @schlicht

Wenn ich Ihnen antworten darf: Papst Benedikt sagt keine Unwahrheit, wenn er in Bezug auf Papst Franziskus schreibt, was er schreibt.
Es ist m.Er. die Achtung vor dem Amt, dem Papstamt und die menschliche, christliche Sympathie und Nächstenliebe für Jorge Mario Bergoglio. Eine Übereinstimmung in der Lehre bzw. den Lehren beider, die so weithin unterschiedlich sind, braucht da nicht hineinzulesen.
Zwischen beiden gibt es m.Er. auch keinen wesentlichen Rangunterschied.


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 lesa 12. April 2019 

Zusammenhänge erfassen

Über den Zusammenhang der Folgen der enttabuisierenden 68iger mit dem Missbrauch sei die Lektüre des Artikels von Frau Dr. Christa Meves in der aktuellen Ausgabe der Tagespost dringend empfohlen. Diese prophetische Frau hat ausreichend Erfahrungen aus ihrer psychotheraputischen Praxis, Kenntnisse und Unterscheidungsvermögen.
Dass ihr Artikel zeitgleich mit diesem großen Aufsatz von Benedikt XVI. erscheint, dürfte weniger ein Zufall als eine Fügung Gottes sein.
Die im wahrsten Sinn des Wortes "begeisterten" Reaktionen der Kommentatoren hier beweisen: Es gibt nicht lauter müde zeitgeistige Abgestumpftheit, sondern geistige und seelische Empfänglichkeit und Unterscheidungsvermögen. Es ist eine Realität, wenn es einige auch nicht gern sehen, bzw. nicht begreifen können.


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 JP2B16 12. April 2019 
 

Die Übersexualisierung der breiten! Bevölkerung fand erst ab den 60er statt ...

Zu dem Disput bzgl., dass es Missbrauch auch vor den 60er gab: die Enthemmung, die Sexualisierung in der breiten! Bevölkerung hat tatsächlich erst ab den 60er begonnen als der Fernseher zum Massenmedium avancierte (Macht der Bilder, s. Kuby) und durch den inzwischen erlangten Wohlstand der höher Gebildeten ein geradezu übermütiges Klima bei deren Kindern entstand, in dem sie schließlich glauben wollten, DAS Rezept für die Gesellschaft gefunden zu haben, das den endgültigen Weltfrieden beschert (Make Love not War). Mit der Macht der Medien wurde dieser Glaube zu einer Massenhysterie und schließlich zu einer Bewegung in der westl. Wohlstandswelt. Erfolg und Begeisterung enthemmten und Scham und Hüllen fielen. Dann begann der berühmte Marsch durch die Institutionen, Redaktionsstuben und Filmgesellschaften. Man erkannte das Machtinstrument Medien. Heute kommt selbst kein sog. Familien-Fernsehfilm mehr ohne anfängliche Bettszene zweier Unverheirateter und nackten Busen aus. Fortsetz. folgt.


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 Anton_Z 12. April 2019 

Durch die 68er Bewegung fielen alle Schranken

Zitat: "Zu der Physiognomie der 68er Revolution gehörte, daß nun auch Pädophilie als erlaubt und als angemessen diagnostiziert wurde."

Richtig. So war es damals. Und natürlich existierte Pädophilie bereits vor der unsäglichen 68er Revolution. Benedict stellt das ja keineswegs in Abrede. Jedoch, und das ist eine Tatsache, fielen damals buchstäblich die letzten Schranken. Beispielhaft dafür steht obiges Zitat indem der Tatbestand der Pädophilie von den Grünen allen Ernstes als erlaubt und als angemessen betrachtet wurde. Was für eine satanische Ungeheuerlichkeit!

Doch dem nicht genug: Diese Unmenschen oder besser dieser evolutionäre Abschaum wollte Sex mit kleinen Kindern sogar per Gesetz erlauben. Mit anderen Worten: Unschuldige Kinderseelen ermorden war für die Grünen kein Problem, da sie kein Gewissen kannten und von der Gottlosigkeit beherrscht wurden. Triebhaftigkeit und sexuelle Maßlosigkeit waren ihre ständigen Begleiter. Die Saat der Grünen ist aufgegangen. Leider.


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 schlicht 12. April 2019 
 

Euphorie

Die Euphorie meiner geschätzen Mitforisten kann ich nicht teilen. Die Verkommenheit der Geistlichkeit hin zur Leiblichkeit ist tief bestürzend. In welche moralische Abgründe ist sei geraten!
Auch ist die Diskussion über den letzten Satz ist müßig, denn entweder soll er die immer wieder beschworene Kontinuität von PF mit seinen Vorgängern ausdrücken, die immer wieder auch von sogenannten konservativen Geistlichen betont wird, aber für mich schlichtes Gemüt nicht erkennbar ist. Oder aber wie einige schreiben, wäre er taktischer Natur, was ja eine Art Heuchelei wäre. Beides würde ich eine Papstes Benedikt für uwürdig halten.


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 Wunderer 12. April 2019 
 

@Mystiker1

Sie lenken m.Er. nur ab mit Ihrer "Kritik", Ihrem Verriß von Papst Benedikt. Dieser aber spricht hochaktuell Klartext hinsichtlich des gottes- und menschenverachtenden Bösen, das, wie seine Protagonisten nicht müde werden zu sagen, mit 68 begonnen hat mit all dem Schlechten und Perversen, was in den Kommunen der Studenten damals "ablief": das war die Hölle.
In der Tat sind die 68er nicht Geschichte, sondern beherrschen Menschen und Medien und leider die Kirche in einem nie gewesenen Ausmaß. Das übertrifft noch die Sünden von Sodom und Gomorrha. Die Proklamierung von Homosexualität als etwas Gutem, die "Ehe für alle", der satanische Genderismus, Vielweiberei, Vielmännerei u.a.m. zeigen wie falsch Sie die Dinge sehen.


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 Mystiker1 12. April 2019 
 

Persönliche Abrechnung mit den 68ern

Der Artikel wirkt in Teilen wie eine persönliche Abrechnung P. Benedikts mit den 68ern u. der liberalen Theologie in D., unter der der persönlich viel zu leiden hatte. Das ist verständlich, u. dazu hat er das Recht. Die protestierenden Studenten haben z.B. seine Vorlesungen gestört. Aber an den 68ern war nicht alles falsch. Es gab auch gute u. wichtige gesellschaftliche Elemente (z.B. mehr Demokratie, Freiheit, NS-Aufarbeitung). Man kann nicht alle Fehlentwicklungen auf diese Bewegung schieben. M.E. bezieht sich P. Benedikt zu sehr auf D. u. die westlichen Nationen. In Lateinamerika u. Afrika waren damals theologisch u. gesellschaftlich konservativer u. trotzdem gab es sexuellen Missbrauch. Wahrscheinlich in viel größerem Ausmaß als im Westen. Das Vatikanum II, bzw. die Umsetzung, hat in der Kirche viel Unheil angerichtet als die 68er! Das kommt mit in der Analyse zu kurz. Er war ja als Mitarbeiter von K. Frings selbst daran beteiligt u. damals die Gefahren wohl damals nicht erkannt.


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 Ulrich Motte 12. April 2019 
 

PS: Wedlerg

Erlauben Sie mir doch bitte den Hinweis, daß Rohrmoser wie Bultmann (bei Unterschieden im Detail) die Bibelkritik (historisch-kritische Methode=HKM) bejahte- im Gegensatz zu mir (aber wie der Autor des Artikels Papst Benedikt XVI., siehe sein erstes Jesusbuch)- wenigstens bis morgen ade!


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 Ulrich Motte 12. April 2019 
 

Wedlerg

Wer extremen Antiliberalismus wie Hegel, Jakobiner, Preußen, Staatskirchen in irgendeiner Weise mit Liberalismus in Verbindung bringt, verabschiedet sich als ernstzunehmender Diskutant! Und extreme Bibelkritik (wie Bultmanns) kennzeichnet etwa auch Nazis und Kommunisten, Sozialisten- Liberale??? Im übrigen erwecken Sie ohne Grund den Eindruck, ich hätte nur an die USA gedacht, obwohl ich etwa sehr an Großbritannien, die Schweiz, Niederlande, Schweden denke...Ob ich mir mehr Antworten antun soll?


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 Mystiker1 12. April 2019 
 

fehlende Bitte um Vergebung, kein mitfühlendes Wort für die Opfer

Die 68er sind fast ein halbes Jahrhundert her. Die Pädophilie ist längst gesellschaftlich geächtet, die Irrungen u. Wirrungen der 70er Jahre sind vorbei, u. die Gesetze zum Schutz von Kindern u. Jugendlichen werden immer weiter verschärft!, u. trotzdem findet in der Gegenwart weiter s. Missbrauch in der Kirche statt. Ich hätte mir ein Wort der Entschuldigung gewünscht, für die Vertuschungen, das Übergehen von Gerüchten, die Versetzungen..., wie z.B. im Fall Maciel, dem wohl schlimmmsten Fall, den man viel zu lange gewähren ließ, ein mitfühlendes Wort für die Opfer. Wenn Papst Benedikt allgemein zurecht darauf verweist, dass Moral in Teilen relativ geworden ist, so trifft das auf das Thema sexueller Missbrauch nicht zu. Dieser wird von der der übergroßen Mehrheit der Menschen, ob religiös oder nicht, heute als objektiv falsch, als Böse u. als eines der schlimmsten Verbrechen angesehen. Die Frage ist, was kann man heute tun. Die Analyse von P. Benedikt bleibt in der Vergangenheit.


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 Mystiker1 12. April 2019 
 

86er sind schuld? Das ist zu einfach

Natürlich haben die 68er das sexuelle Klima negativ geprägt, aber nur weil ein Cohn-Bendit als Kindergärtner mit kleinen Jungen zugange war oder Trittin den Vorschlag machte, Pädophilie zu legalisieren, konnte für einen Priester kein Alibi für seine Taten sein, der ansonsten wertkonservativ war u. mit den Grünen nichts man Hut hatte. Soll das heißen, dass die Priester die zu Tätern wurden, keine Chance gehabt haben sollen, sich gegen die damals von einem kleinen Teil!! der Gesellschaft vertretene falschen Theorien über Pädophilie zu wehren u. eigene Entscheidungen zu treffen. Jeder Priester, der ein Kind missbraucht hat, hat vor seinem Gewissen u. vor Gott, genau gewusst, dass das falsch u. eine Sünde war! Es wurde schon darauf hingewiesen, dass s. Missbrauch schon vor 68 auch innerhalb der Kirche gab. Wichtig finde ich, dass er auf die Homosexualität hingewiesen hat, denn innerhalb der kath. Kirche werden fast ausschließlich Jungen missbraucht. Bisexualität wird nicht angesprochen.


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 Wunderer 12. April 2019 
 

Ebenfalls ein starkes Wort von Papst Benedikt

"Müssen wir etwa eine andere Kirche schaffen, damit die Dinge richtig werden können? Nun, dieses Experiment ist bereits gemacht worden und bereits gescheitert."

Hier spielt Papst Benedikt offenkundig auf die "Kirchen" der Reformation an. Er erklärt diese Experimente für gescheitert, und das ist ein wahres prophetisches Wort, auch wenn sich viele Bischöfe darin gefallen, die Kirche in diese protestantische Richtung umzukrempeln.

Benedikt schlägt einen weiten Bogen bis in das frühe 16. Jahrhndert.
Nebenbei gesagt ist der sog. Liberalismus eine direkte Folge der vielen auch blutigen Auseinandersetzungen der Kirche mit den reformatorischen Gemeinschaften, ein Stück weit verständlich. Diese frühen "Liberalen" aber machten es sich dennoch sehr einfach, denn sie stellten nicht mehr die Wahrheitsfrage. Man baute sich eine heile Welt, Luftschlösser in Ausklammerung Gottes, Christi. Dem ironischen König Friedrich II. waren alle recht, Hauptsache sie bezahlten Steuern und waren ihm untertan.


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 Mystiker1 12. April 2019 
 

Eigentlich nicht viel Neues

Ich kann die Begeisterung der Kommentare nicht teilen. Viele denken hier offenbar immer, dass es einen Gegensatz zwischen den beiden Päpsten gäbe. P. Benedikt schreibt viel Richtiges u. Wichtiges zur allgemeinen Krise der kath. Kirche, dem ich voll zustimme, aber das ist doch nichts Neues! Darauf haben er, während seines Pontifikats, u. andere bis heute immer wieder hingewiesen. Bei allem Respekt gegenüber P. Benedikt. Als Soziologe u. Psychologe kann ich seine Analyse über die Gründe für den Missbrauch durch Priester nur teilweise teilen. Die Hauptursache für den Missbrauch innerhalb der kath. Kirche waren m.E. nicht die 68er. Das ist zu einfach. Dazu mehr in meiner Fortsetzung


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 Ulrich Motte 12. April 2019 
 

Bernhard Joseph

Sie sprachen von Liberalismus ohne Definition, die Sie nun von mir fordern! Ich will gar nicht meine Definition von Liberalismus hier "vorschreiben", sondern übliche Varianten des Begriffs (fügen Sie sie bitte ein) freiheitlicher Gesinnung/Politik/Parteien (ungern) hinnehmen. Und da gilt nun einmal, daß eher liberale Länder (angelsächsische, Schweiz, Benelux, Skandinavien, etc.) regelmäßig am wenigsten von Faschismus und Kommunismus betroffen waren. Linke nennen Prof. Rohrmoser erzkonservativ- wie mich. Widerlegt oder delegitimiert das (meine) Kritik "Erzkonservativer", etwa Gehlen, Rohrmoser oder Rohrmosers "Held" Hegel? Ich lege ständig dar, daß antiliberale "Erzkonservative" zerstören, was sie (und ich) bewahren wollen. Ein Beispiel (mir) ähnlicher Aussage: Der in Österreich als "erzkonservativ" geltende Historiker Lothar Höbelt meinte vor Jahren bei der "erzkonservativen" Münchner Winterakademie, Amerika sei konservativer als Europa wegen "nichtliturgischer" Kirchen...


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 wedlerg 12. April 2019 
 

@Ulrich Motte: unterschiedlicher Liberalismusbegriff

Der europäische Liberalismus der Jakobiner bzw. Hegels ist die Blaupause für die beiden großen Ideologien Sozialismus und Nationalsozialismus. Sie dürfen nicht vergessen, dass die Verlockung einer rein zweckorientierten Politik von den Jakobinern pseudosakral überhöht und von Hegel wissenschaftlich immunisiert wurde. BIs tief in die Wissenschaft hinein wurden liberale Irrlehren verbreitet: der Darwinismus ist dabei sicher am prominentesten. Markant ist auch die Idee einer weltlichen Staatskirche Preußens, die als ideal tief bis in die DDR und die luth. Kirchen hinein wirkt: säkulare Politkirchen. Hitler griff all dies auf und strebte nach der Befreiung des edlen dt. Volkes in Form einer neuen "Kirche" (Heidegger war davon begeistert). Nazi-Wähler in D waren v.a. entwurzelte Ex-liberale Wähler!

Liberale Theologen a la Bultmann zog es hingegen zu Lenin als neuem Führer.

Die liberale Bewegung in Amerika war hingegen lange ganz anders und kann damit nicht verglichen werden.


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 Bernhard Joseph 12. April 2019 
 

@UlrichMotte

Es wäre sehr hilfreich, wenn Sie einmal deutlicher erklären könnten, was Sie unter "Liberalismus" genau verstehen.

Im Übrigen musste sich Rohrmoser gerade von linken Studentenkreisen seine angeblich erzkonservative Einstellung vorwerfen lassen.

Sie sollten aber bitte auch genau lesen, denn wie ich schon schrieb, geht es um die innere Krise des durch Luther einsetzenden Liberalismus.

In der Tat kann man heute schon auf Grund der historischen Erfahrung wohl behaupten, dass der Liberalismus, wo er seine Grenzen nicht deutlich reflektiert, notwendig im Nihilismus endet.

Dass dieser Nihilismus z.B. bei Kant noch nicht anzutreffen ist, kann insofern nicht erstaunen, da für Kant christliche Glaubensfundamente noch als nicht zu hinterfragen feststanden. Das Zersetzende einer Kritik der Aufklärung, die Grenzen nur als Einschränkung der Freiheit ansieht, zieht den Wahn notwendig nach sich. Wenn Sie so wollen, waren Hitler, Stalin und Mao, was Grenzen angeht, absolut liberal!


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 Bernhard Joseph 12. April 2019 
 

Werter Hadrianus Antonius,

ganz lieben Dank für Ihre freundlichen Worte und guten Wünsche!

Es ist mir trotz der bedrückenden Situation insbesondere auch in unserer Kirche, immer wieder eine Freude, hier im Forum einen Glauben anzutreffen, der aufrichtet und Mut schenkt.


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 gerda maria 12. April 2019 
 

Unendlichen Dank, hl. Vater

Nur schade, dass es aus unbekannten Gründen nicht möglich war, dass eine solch entwaffnende Transparenz nicht WÄHREND des Pontifikates ausgelebt werden konnte. Dann hätten die Feinde der Kirche - sowohl Kleriker, die die hohe Würde ihrer Weihe verraten als auch Weltliche mit ihren gehässig-falschen Vorwürfen - einpacken können...


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 queenbix 12. April 2019 

Er legt den Finger in die Wunde der 68er Bewegung

Es ist eine große Gnade, dass wir diese glasklaren Worte des em. Papstes lesen dürfen. Mögen sie gehört und in ihrer Konsequenz befolgt werden!!!

Übrigens: Im Buch "Frieden finden - der Kampf um Seelen" aus dem Jahr 2011 von Alan Ames wird ebenfalls auf diese Auswirkungen der "Friedensbewegung" und der 68er auf die Kirchenskandale von heute hingewiesen.


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 Bernhard Joseph 12. April 2019 
 

@UlrichMotte - Anbei noch ein Zitat von Günter Rohrmoser

"Wir suchen heute die Ursache in Fehlentwicklungen der Gesellschaft, in misslungenen Sozialisationsprozessen, in Ideologien und anderen Ursachen. Dostojewski gibt in seinem Roman eine Antwort, die durch die Konstellation zwischen Stavrogin, Kirillov und Schatov bestimmt ist. Stavrogin, eine der faszinierendsten Gestalten der Weltliteratur, bildet das geistig-spirituelle Zentrum des Romans. Er experimentiert mit einer Idee: Existiert Gott oder existiert er nicht? Er will wissen, was aus der These folgt, dass es Gott nicht gibt. Gibt es ihn nicht, dann ist die Idee der Unsterblichkeit hinfällig, ohne die Sittlichkeit und Ethik keinen Grund haben, dann - die Antwort ist bekannt - ist alles erlaubt. Eine praktisch atheistische Gesellschaft täuscht sich selbst, wenn sie meint, den Terror überwinden zu können, ohne eine verbindliche Antwort auf die Frage zu geben, warum eigentlich nicht alles erlaubt sein soll."

Hier wird die Krise des Liberalismus in ihrer letzten Konsequenz betrachtet!


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 Wunderer 12. April 2019 
 

An Papst Benedikt XVI. scheiden sich die Geister

Wenn man die guten und sehr guten Kommentare liest, dann kann man auch schlußfolgern, daß Papst Benedikt XVI. selbst ein Stück weit ein Opfer dieser 68er Bewegung in Staat und Kirche geworden ist. Denn diejenigen, die an seinem Stuhl sägten, waren solche außerhalb der Kirche in hohen staatlichen oder halbstaatlichen Ämtern und ihrer Medien sowie die Wölfe in der Kirche selbst, etwa der Großteil der deutschen Bischöfe unter ihrem Vorsitzenden Kardinal Marx.

Und wenn Benedikt XVI. dem Papst Franziskus dankt, dann hat das bestimmt seine Bedeutung. Müssen nicht die ablehnenden und feindseligen Kommentare so vieler innner- und außerhalb der Kirche auch unter diesem Gesichtspunkt gelesen werden? Benedikt erniedrigt sich und küßt diesem Papst Franziskus in herzlicher christlicher Bruderliebe die Füße. Das wollen sie nicht haben, daß Benedikt das tut und "ihr" Franziskus es offenbar zuläßt. Das ärgert sie zutiefst.
Papst Benedikt hat alles, alles richtig gesagt.


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 Hadrianus Antonius 12. April 2019 
 

@Bernhard Joseph

Allerbeste Wünsche zur Genesung und baldige Gesundung.
Ihr Stil, Ihr Wissen und Ihre Höflichkeit sind unmißbar und ein Schatz für diese Website.


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 Mr. Incredible 12. April 2019 
 

@credoindio: Danke für den Hinweis. Das habe ich nicht absichtlich weggelassen.

Ich dachte, ich hätte alles kopiert, was gestern da auf Corriere.it stand.
Meinerseits besteht kein Interesse an Polemik gegenüber PF.
Bitte um Entschuldigung für die Ungenauigkeit.


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 scheinfrager 12. April 2019 
 

@myschkin

Bitte mich nicht mit phil2 da zusammenschmeißen.

Denn phil2 macht genau den Fehler, der mich stört, dass gemäß BXVI die 60er-Revolution Ursache für den Missbrauch sein soll, diese aber nicht Ursache sein kann, weil ...

Das ist eine die komplexe Welt völlig verzerrende Sichtweise, die zu völlig überflüssigen Missverständnissen und Scheindiskussionen führt.

Primärursache für Missbrauch ist, dass einige Menschen Böses tun. Und dann gibt es Faktoren oder Sekundärursachen, die das begünstigen, und solche, die das reduzieren.

Primärursache für totgefahrene Kinder ist ja auch, dass überhaupt Auto gefahren wird und manche nicht aufpassen; aber ob man jetzt Verkehrsschilder hinstellt oder nicht, kann einen Unterschied machen, ob 100 oder 1000 Kinder totgefahren werden.

Die 60er-Revolution wäre quasi, man montiert alle Schilder, Geschwindigkeitsbegrenzung innerorts weg, vor Kindergärten Richtgeschwindigkeit 100 und Lichthupe bei Schleichen unter 80 erlaubt.

Da gäbe es auch mehr tote Kinder


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 freya 12. April 2019 
 

@Wynfried

Ich sehe die Dankesworte an PF als reine Höflichkeitsfloskel, quasi als Türöffner, um die Erlaubnis zur Veröffentlichung dieses Not-wendenden Briefes zu erhalten.
Papst Benedikt ist ein zu feiner Mensch, um jemanden zu diskreditieren oder vor den Kopf zu stoßen. Voll des Hl. Geistes ist er ein großer Menschenkenner und als solcher weiß er genau wie er mit wem umzugehen hat.


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 Wynfried 12. April 2019 

Wie soll man die Dankesworte an Papst Franziskus verstehen,

mit denen dieser Aufsatz von Papst em. Benedikt schließt? Ist das mehr als nur eine Höflichkeitsgeste? Ist Papst Franziskus nicht Teil des Problems, was die gegenwärtige Krise der Kirche im Allgemeinen und die Aufarbeitung des Missbrauchsskandals im Besonderen betrifft?


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 Bernhard Joseph 12. April 2019 
 

Aus Günther Rohrmoser „Der Ernstfall"

"Die totalitären Systeme des 20. Jahrhunderts sind nicht über uns gekommen wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Sie sind auch nicht das Ergebnis von Verschwörungen oder Konspirationen von einigen unaufgeklärten Individuen, sondern sie haben ihre geschichtliche Genesis, die aufs engste mit der Indifferenz spätliberaler Systeme zu tun hat. Der Verfall, die Krise der bürgerlichen Gesellschaft war die Voraussetzung der totalitären Systeme. Die Genesis des Totalitarismus ist ohne die Krise des Liberalismus in den 20er Jahren nicht zu verstehen… Der innere Prozeß der Aushöhlung, der Entleerung der Freiheit macht die Freiheit selbst unerträglich. Man hält es bei der völlig leer gewordenen Freiheit, die wir heute unter dem Begriff der Beliebigkeit interpretieren, nicht mehr aus!... Das Unheimliche unserer Lage besteht darin, daß der Zustand unserer Kultur die Menschen in einer Verfassung antrifft, in der sie das feiern, was man eine »fröhliche Apokalypse« nennt."


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 dominique 12. April 2019 
 

Die Wagenburg

Der "sittliche Verfall" fand nicht nur außerhalb unserer Kirche statt, sondern leider auch bei unseren Klerikern. Das Thema ist übrigens so alt wie die Kirche selbst. Es ist m. E. universal und hat originär mit intransparenter Macht und Machtmissbrauch zu tun.


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 Bernhard Joseph 12. April 2019 
 

@myschkin - "profane Aufräumarbeiten"

"Die konkreten Maßnahmen, die ergriffen werden müssen, sind aber im Zuge einer Rechristianisierung innerhalb und außerhalb der Kirche mitunter auch recht profane Aufräumarbeiten."

Wie Sie richtigerweise betonen, muss aber dem Aufräumen eine Erneuerung des verlorenen Glaubens vorausgehen. Betrachtet man sich den geistigen (geistlichen) Zustand vieler Bischöfe in unserem Land, dann bliebe als Aufräumen nur deren Entfernung aus dem Amt, was wohl leider Wunschdenken bleiben wird.

Was da im Artikel "Glettler und der gekreuzigte Frosch eines 'Sperma-Künstlers'" über den Innsbrucker Bischof zu lesen ist, sollte es den Tatsachen entsprechen, zeigt eindrücklich den völligen sittlichen Kollaps in Teilen der Kirche und der in ihr wirkenden Pseudohirten. Solch ein Pseudo-Bischof müsste sofort exkommuniziert werden!

Aber unsere Kirche ist mittlerweile zur Spielwiese der schlimmsten Perversionen vekommen, auch weil solche Gestalten wie dieser Innsbrucker Bischof darin ihr Unwesen treiben.


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 benedetto05 12. April 2019 
 

Fazit: Die wahre Kirche Gottes muss sicht- u. hörbarer werden (4)

(Forts. u. Schluss)
... eine kluge, angemessene und weithin hörbare Antwort zu geben:
Eure "andere Kirche" wollen wir nicht, "dieses Experiment ist bereits
gescheitert." Kehrt um von diesem falschen Weg!


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 benedetto05 12. April 2019 
 

Fazit: Die wahre Kirche Gottes muss sicht- u. hörbarer werden (3)

(Forts.)
...Hierarchieebene sie angehören, viel mutiger und kampf- u.opferbereiter
macht, als das gegenwärtig leider noch der Fall ist. Es wird wahrschein-
lich noch sehr lange so sein, dass die Kirche von "F.", Marx, Bode,
Bätzing,Wilmer, Maradiaga, Spadaro u. Co die dominierende sein wird in der Wahrnehmung der Gesellschaft. Dennoch müssen wir beharrlich u. demütig weiter wirken, die eigentliche Kirche Christi zu erhalten und weiter aufzubauen. Ich denke an die Petrusbruderschaft, an das Forum Deutscher Katholiken, an den Priesterkreis Communio veritatis, an viele katholische Blogger, natürlich auch an einzelne Priester, die trotz aller Widrigkeiten bemüht sind den wahren katholischen Glauben zu verkünden und nicht irgendeinen ökumenischen Verschnitt davon und ich denke natürlich auch an kath.net. Möge das Schreiben des Papa emeritus dieser wahren
Kirche, so klein u. schwach sie auch sein mag, die Kraft geben auch
bezüglich des von der DBK gewiesenen "synodalen Weges",...(s.Forts.)


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 benedetto05 12. April 2019 
 

..., die er in den klassischen hierarchischen Strukturen verortet. Er
ist, bei allem Verständnis für das, was er als Missbrauchsopfer am
Berliner Canisius-Kolleg durchgemacht hat, eine Personifizierung des
Anklägers in der heutigen Zeit. Daher sollte er auch von verantwort-
lichen Hirten als solcher eingeordnet werden u. die entsprechenden
Gegenreden erhalten.

Leider tut z.B. mein Bischof (Heiner Wilmer von Hildesheim)genau das
Gegenteil: er stimmt der Anklage Katschs gegen die Kirche in ihrer Ganzheit(u. damit gegen Gott) noch zu und spricht allen Ernstes von "Strukturen des Bösen" in der Kirche als Gemeinschaft und vom "Machtmissbrauch, der in der DNA der Kirche liege." Diesem Apostel
einer "anderen Kirche" werden ordentlich die Ohren klingeln beim Lesen
dieses Benedikt-Textes. Hoffentlich rührt er auch sein Herz, damit er
zwar weiter den Missbrauch bekämpft, aber doch nicht die Kirche Christi!

Weiters hoffe ich, dass dieser Text die wahren Gläubigen, egal welcher
... (s. Forts.)


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 benedetto05 12. April 2019 
 

Fazit: Die wahre Kirche Gottes muss sicht- u. hörbarer werden (1)

"Es gab – nicht nur in den Vereinigten Staaten von Amerika – einzelne Bischöfe, die die katholische Tradition insgesamt ablehnten und in ihren Bistümern eine Art von neuer moderner "Katholizität" auszubilden trachteten. Vielleicht ist es erwähnenswert, daß in nicht wenigen Seminaren Studenten, die beim Lesen meiner Bücher ertappt wurden, als nicht geeignet zum Priestertum angesehen wurden. Meine Bücher wurden wie schlechte Literatur verborgen u. nur gleichsam unter der Bank gelesen."

Danke an BXVI. u. danke allen Kommentatoren, die seinen Text mit so klug gewählten Worten gewürdigt haben.

Beim Lesen der oben zitierten Passage habe ich für ein paar Minuten
meinen Mund vor staunendem Entsetzen nicht mehr zu bekommen. Aber gut,
dass BXVI. hier mal aus dem Nähkästchen plaudert , denn so wird
deutlich was die Ursachen des vielfachen Missbrauches wirklich sind.
Katsch vom eckigen Tisch kommt schon wieder mit "vormoderne Ansichten"
u. Blindheit für die wirklichen Ursachen,...(s. Forts.)


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 Pilgrim_Pilger 12. April 2019 
 

wow ein Brief der 'Ross und Reiter' nennt

Dieser Pflog sitzt, der von Papst Benedikt XVI. mit diesen Worten gesetzt wurde. Wenn du glaubst es geht nicht mehr kommt von irgendwo ein Lichtlein her. Danke


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 FIAT mihi 11. April 2019 

Dann werdet ihr die WAHRHEIT erkennen und die WAHRHEIT wird euch befreien! (Joh 8,32)

Jahrzehntelang darf ich als Priester Gott, seiner Kirche und dem Reich Gottes dienen. Ich bin aus Zeitgründen kein Schreiber in diesem Forum, aber seit vielen Jahren ein Leser. Doch heute MUSS ich schreiben. Mein erstes Posting.

Als ich diese Stellungnahme von Benedikt XVI las, konnte ich nur noch weinen...
Seine Worte sind mit HERZBLUT geschrieben.
Sooo treffend und wahr ... sooo ehrlich und aufrichtig ... sooo bedeutsam und gewichtig ... sooo prophetisch und befreiend ... !
Welch ein Mut! - Welche Demut! - Welch ein Glaube!

Deo gratias!!!!


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 Geroni 11. April 2019 
 

Ein Begleiten der Kirche

über Jahrzehnte und damit auch seine wertvolle Erfahrung spiegelt sich hier wieder. Brilliant und klar.
Und er wird wieder mal angefeindet von der Welt dafür.


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 wedlerg 11. April 2019 
 

@Phil2: Geschichte mangelhaft?

Geschichte scheint nicht Ihr Fach zu sein. Natürlich ist die Pädophilenbewegung eine "Errungenschaft der 70er Jahre. Gerade die Historie der GRÜNEN in D und der ALt-68er Nachfolgeorganisationen ist voll von der Ideologie, dass Sex mit Kindern völlig in Ordnung sei - solange er nur "freiwillig" erfolge.

Prägend dafür war die Sexualforschung einzelner Personen wie Kinsey und Money. Kinsey publizierte in den 40er und 50er Jahren.

Hinter der Fassade eines Forschers verbarg sich ein Perverser, der pädokriminelle Experimente und Sadomaso betrieb. Kinsey ist der Vordenker der 68er, die seine Thesen kultivierten. Der Zeitgeist tat ein übriges.

Ganz im Sinne Kinseys formierte sich in der westlichen Welt ab den 1970er Jahren eine Homosexuellenbewegung in Verknüpfung mit der Pädophilenbewegung, deren beider Ziel eine gleichberechtigte gesellschaftliche Akzeptanz sämtlicher sexueller Lebensformen war.

Vor den 70ern mag es vereinzelt solche Irrungen gegeben haben. Das Tabu fiel 68.

www.dijg.de/paedophilie-kindesmissbrauch/alfred-c-kinsey-report/


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 Bernhard Joseph 11. April 2019 
 

Die Dramatik dieses Textes lässt sich nicht übersehen,

es sei denn mit Vorsatz!

Hier wird nicht von einem bloßen Übel gesprochen, das man mit ein paar Maßnahmen einfach beseitigen könnte, sondern davon, dass die Menschheit im Tiefsten bedroht ist, sich in eine Barbarei zu verlieren, die alles bislang Vorstellbare übersteigt. Schon heute sehen wir einen sittlichen Verfall, den vor kurzem noch keiner für möglich gehalten hat.

Das Bedrückende ist doch - und Ratzinger macht dies messerscharf deutlich - dass das Böse sich zur Normalität gewandelt hat, zumindest im kulturellen Bewusstsein der Nach68er Zeit.

Die Gender-Ideologie ist eben keine periphäre Dekadenzerscheinung der verfehlten säkularen Aufklärung, die längst zur Ideologie geworden ist, weil sie sich von Wahrheit gänzlich abgekoppelt hat, sondern die Totalität des Irrsinns.

Ratzinger weist auch darauf hin, dass gerade in der Priesterausbildung die Saat des Bösen aufgegangen ist. Ich selbst habe hier schon desöfteren, auf die mir zur Kenntnis gelangten Zustande dort hingewiesen.


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 maxjosef 11. April 2019 
 

Ich bin zutiefst beeindruckt, fast zu Tränen gerührt!

Den erleuchteten Schreiber dieses kristallklaren Briefes hatten wir bis vor wenigen Jahren als Papst, man denkt nach Lektüre dieses Briefes mit noch größerer Wehmut daran.
Eigentlich hatte Benedikt XVI. ja angekündigt, nach seiner Emeritierung ein zurückgezogenes Leben des Gebetes und des öffentlichen Schweigens zu führen. Nun meldet er sich doch wieder öffentlich zu Wort. Ich fühle mich erinnert an die Worte des seligen Pater Rupert Mayer: "Ich kann nicht schweigen!" Dies sagte Pater Mayer angesichts des grauenhaften Unrechts des Naziregimes, obwohl man ihm mit Verhaftung und Konzentrationslager drohte (wo er schließlich auch landete).
Vielleicht fühlt angesichts des Bildes eines Trümmerhaufens, das unsere katholische Kirche heute weitgehend darbietet, auch Benedikt dieses drängende: "Ich kann nicht schweigen!" in sich.


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 Bernhard Joseph 11. April 2019 
 

@Phil2 - Bewusste Täuschung!

Ersteinmal möchte ich allen für die freundlichen Genesungswünsche danken!

"...nämlich dass es Pädophilie eben lange bereits vor 1968 gab..."

Wo bitte bestreitet das Papst Benedikt in seinem Hirtenbrief? Der von Ihnen zitierte Satz bezieht sich auf den "ungeheuerlichen Vorgang..., wie es ihn in dieser Größenordnung in der Geschichte wohl kaum je gegeben hat."

Es geht hier also um die Dimension des moralischen Verfalls und da lässt sich in der Tat konstatieren, dass diese Erosion mit der vom Staat verordneten und getragenen Einführung der Kinder und Jugend in das Wesen der Sexualität begann.

Es geht auch nicht darum, dass diese Verbrechen zugenommen haben, sondern dass sie durch die 68er Kulturrevolution gar nicht mehr als Verbrechen wahrgenommen wurden, was dann in der Tat eine ganz neue Qualität darstellt. Schauen Sie sich nur diesen Lump McCarrick an, dem jegliches Bewusstsein der Schuld fehlt.

Das ist die neue Qualität und ich denke, Sie wollen das mißverstehen.


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 BBM 11. April 2019 
 

ad @Phil2 an Lesa

Ich pflichte Lesa bei, denn man muss die Aussagen im Zusammenhang lesen. BXVI schreibt ja kurz vorher: "....daß in den 60er Jahren ein ungeheuerlicher Vorgang geschehen ist, wie es ihn in dieser Größenordnung in der Geschichte wohl kaum je gegeben hat." Seine unter I.1. im ersten Satz folgende Analyse "Die Sache beginnt..." bezieht sich eben auf diesen "ungeheuerlichen Vorgang", und damit hat BXVI m.E. absolut recht. Es wird nicht behauptet, Pädophilie wäre eine Erscheinung der 60er Jahre. Man sollte dies daher auch nicht insinuieren.


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 BBM 11. April 2019 
 

ad Phil2 an Lesa

Ich pflichte Lesa bei, denn man muss die Aussagen im Zusammenhang lesen. BXVI schreibt 3 Absätze vorher: "....daß in den 60er Jahren ein ungeheuerlicher Vorgang geschehen ist, wie es ihn in dieser Größenordnung in der Geschichte wohl kaum je gegeben hat." Seine unter I.1. im ersten Satz folgende Analyse "Die Sache beginnt..." bezieht sich eben auf diesen "ungeheuerlichen Vorgang", und damit hat BXVI m.E. absolut recht. Es wird nicht behauptet, Pädophilie wäre eine Erscheinung der 60er Jahre. Man sollte dies daher auch nicht insinuieren.


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 prim_ass 11. April 2019 
 

Das ging ja schnell! Hatte erst kürzlich bei einem Rosenkranzgebet genau für eine Stellungnahme von Benedikt XVI. zur Kirchenkrise gebetet. Und dann kommt sowas klares und starkes. Bezeichnend eine Antwort der Medienseite der katholischen Kirche in D. Wer solche Professoren auf die Priesterkandidaten loslässt, braucht sich nicht wundern, wenn in D die Kirche Schiffbruch erleidet...


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 Ulma 11. April 2019 
 

Ein echter Hoffnungsstrahl!

Preis den Herrn für diesen Hoffnungsstrahl!

Die Sehnsucht der Seele nach Wahrheit und Liebe erhält durch dieses Schreiben einen starken Widerhall.

Ein ewiges Vergelt's Gott an unseren geliebten Papst em. Benedikt XVI!

Komm, o Geist der Heiligkeit aus des Himmels Herrlichkeit, sende Deines Lichtes Strahl...


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 Ad Verbum Tuum 11. April 2019 

Ein Baum, am Wasser des Lebens gepflanzt,

ist unser Papst em. Benedikt XVI.
Welch Wohltat, vom ihm wieder an die wahre Quelle geführt zu werden.
"Ein Leben, das durch die Leugnung Gottes erkauft wäre, ein Leben, das auf einer letzten Lüge beruht, ist ein Unleben."
Welch klaren Worte.
Behüt' ihn Gott.


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 gebsy 11. April 2019 

Ist die Frage erlaubt,

ob es Versäumnisse der Kirche gab, welche die 68er zur Folge hatten?
Die Feststellung "SCHWERE SÜNDE" bedarf nicht nur einer Erklärung, sondern auch einer Hinführung, um in der Versuchung Gottes Hilfe zu beanspruchen, um nicht sündigen zu müssen ...


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 Phil2 11. April 2019 
 

@lesa

Nein, mit Verlaub, es ist nicht unangemessen, darauf hinzuweisen, dass Benedikt hier unsauber argumentiert.

Ich habe ausgeführt, wo ich die Stärken dieses Textes sehe und ich habe mir erlaubt auf eine Schwachstelle in der Argumentation hinzuweisen, nämlich dass es Pädophilie eben lange bereits vor 1968 gab, ja schon in der Antike, oder warum verurteilt sie Paulus sonst?

Vielleicht haben Sie Recht, dass diese Verbrechen in der fraglichen Zeit in der Kirche zugenommen haben, ich weiß micht, ob es da Daten von vor 1960 gibt? Durchaus halte ich es für nicht unwahrscheinlich, dass die allgemein größere sexuelle Freiheit (und die Exzesse)hier zu einer fatalen Fehleinordnung beigetragen hat.

Benedikt sagt aber: "Die Sache beginnt mit der vom Staat verordneten und getragenen Einführung der Kinder und der Jugend in das Wesen der Sexualität." Das ist einfach falsch und dafür ist "enggeführt" noch eine wohlwollende Kritik, dazu werden sie andernorts ganz andere Reaktionen lesen können.


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 Adamo 11. April 2019 
 

Fast 100 Lesermeinungen bis 21:00 Uhr

sind der Beweis dafür wie dringend nötig dieser aktuelle sehr gute Brief von Benedikt XVI. ist.
Dank an kath.net für die Veröffentlichung.


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 borromeo 11. April 2019 

@Mysterium Ineffabile zu Veritatis Splendor

Stimmt, Benedikt XVI. gibt hier ganz klare Antworten zu den Dubia Nr. 4 und 5. Ob diese Aussagen jedoch auch die uneingeschränkte Zustimmung Papst Franziskus' finden, daran habe ich große Zweifel.

Ich ließe mich aber gerne eines anderen belehren, z.B. wenn es Papst Franziskus einfallen sollte, sich z.B. in einem apostolischen Schreiben vollinhaltlich und vollumfänglich hinter den Brief Benedikt XVI. zu stellen und daraus auch die entsprechenden Konsequenzen in seinem Tun und Handeln zu ziehen. Das würde ich sehr begrüßen.


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 Diadochus 11. April 2019 
 

Lebensorte

Die 68-Kulturrevolution war in erster Linie eine weltliche "Freiheitsbewegung". Bemerkenswert ist, wie dem die kirchliche Moral nicht hat standhalten können. Sie ist beinahe in sich zusammengefallen und im Strom des Verderbens widerstandslos mitgerissen worden. Wie hat das sein können? In dem epochalen Text von Papst Benedikt wird ein Zusammenhang deutlich. Beinahe zeitgleich fand das II. Vatikanische Konzil mit seinen Umwälzungen statt. Dort wurden verhängnisvolle Entscheidungen gefällt und verhängnisvollen Entwicklungen der Weg geebnet. Es wurden gewissermaßen die Schleusen geöffnet. Das führte und führt zu einer Schwächung und Auslöschung des Glaubens. Nun gilt es, wieder Lebensorte des Glaubens zu schaffen und das eucharistische Herz Jesu in die Mitte zu stellen. Dann klappt das auch wieder mit der Moral.


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 Stefan Fleischer 11. April 2019 

Ein wunderbares und wichtiges Schreiben

Ich glaube, es kann und sollte uns allen sehr viel geben, oder zumindest zum Denken anregen.
Ich selber fühle mich dadurch in dem bestätigt, was ich einmalgeschrieben habe:
Was unsere Kirche heute braucht, ist ein neuer Aufbruch, einen neuen Aufbruch zu Gott, zu einer neuen, tiefen Gottesbeziehung, zu einer Rückbesinnung auf das erste und wichtigste Gebot: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft.“


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 Thalelaios 11. April 2019 
 

Ich stimme Vater Benedikt in seiner kompletten Analyse vorbehaltlos zu,

insbesondere in seinem Urteil, dass die Idee einer "Neuen Kirche" eine Einflüsterung Satans sei.

Warum spricht er aber in Bezug auf PF, der sich maßgeblich als Architekten dieser "Neuen Kirche" sieht, von einem, der "uns immer wieder das Licht Gottes" zeige? Noch niemals hat mir ein "Hirte" so viel Trauer und Verzweiflung ins Herz gelegt. Ist dies bloße Ironie, um den nackten Kaiser zu zeigen, oder wie soll ich das verstehen? Ich bitte um Erklärungen, die mir weiterhelfen.


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 Montfort 11. April 2019 

Werter @Bernhard Joseph, alles Gute Ihnen,

eine gute Zeit (noch) im Krankenhaus und baldige Genesung!

Papst Benedikts Worte mögen als herzerfrischende Labsaal Ihrer baldigen Heilung förderlich sein.


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 martin fohl 11. April 2019 
 

Einfach fantastisch!

Vergelts Gott Papst em. Benedikt XVI! Benedikt‘s Worte mögen viel Frucht bringen! Doch es steht zu befürchten, dass sie negiert werden! Die Negativ-Entwicklung ist schon zu weit gediehen! Der außerordentliche Ritus wird wieder zunehmend in Frage gestellt und das sogenannte Erbe Benedikts aber auch das von Johannes Paul II erfährt Respekt allenfalls auf musealem Niveau! Es wurden an die Schaltstellen der Macht sogenannte „konziliare“ Priester gesetzt! Das ist leider die Realität!


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 ulrich75 11. April 2019 
 

Eucharistie

Im großen und ganzen stimme ich mit diesem großartigen Text überein. Nur würde ich mir sehr wünschen im Bezug auf dem Umgang mit der heiligen Kommunion, dass wir den Herrn auch in hier gebührender Art und Weise wieder empfangen. Das wir uns da auch zurückbesinnen, das die Handkommunion (die ja immer noch nur ein Indult ist) viel Unheil und Ehrfurchtslosigkeit mit sich gebracht hat. Nicht ausschließlich aber doch verehrend sich auswirkte auf den Zustand in unserer Kirche. Selbst Kardinal Döpfner der ja der Befürworter dieser calvinistischen Praxis gewesen ist plädierte am Ende seines Lebens dies bloß wieder Rückgängig zu machen. Ich beziehe mich ja auch nur auf die Passage im Text von unserm verehrten Emeritus im Bezug auf dem Umgang mit der hl. Eucharistie. Es gibt ein schönes Buch vom Bischof Athanasius Schneider "Es ist der Herr" oder die Handreichung der Petrusbruderschaft zum Thema Hand und Mundkommunion. Sehr zu empfehlen. Ansonsten sollten wir alle für gute Priester beten.


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 lesa 11. April 2019 

Unangemessen

@Phil 2: Pädophilie hat es gewiss nicht so gehäuft früher schon gegeben.
Das Ausmaß, das sie angenommen hat, ist eine Dekadenzerscheinung, deren hauptsächlicher Anstoß die Abschaffung jeglicher Normen im Zuge der sexuellen Revolution war. Von "Engführung" zu reden, scheint doch einigermaßen unangemessen.


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 Paddel 11. April 2019 

@Bernhard Joseph

Einen Gruß ins Krankenhaus!
"Wer glaubt ist nie allein!"


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 lesa 11. April 2019 

@Bernhard Joseph: Hoffentlich sind Sie bald wieder ganz hergestellt, gute Besserung und viel Geduld!


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 priska 11. April 2019 
 

Lieber Papst Benedikt ich danke Ihnen für die klaren Worte ..Sie sind wie ein liebender Vater für uns.


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 myschkin 11. April 2019 
 

@Bernhard Joseph

Das ist schon richtig, was Sie schreiben. Kein Widerspruch von meiner Seite. Die konkreten Maßnahmen, die ergriffen werden müssen, sind aber im Zuge einer Rechristianisierung innerhalb und außerhalb der Kirche mitunter auch recht profane Aufräumarbeiten. Stehen bleiben kann die Kirche dabei natürlich nicht. Sie ist ja nicht bloß ein Reparaturbetrieb. Und natürlich sollte ein Papst mehr sein als ein jätender Gärtner. Gerade der Papa emeritus hat gezeigt, dass die Arbeit im Weinberg des Herrn auf dessen Veredlung ausgerichtet ist. Um es poetisch zu sagen: Nur wenn die Gnadensonne des Herrn auf den Weinberg unverstellt herabscheinen kann, gedeiht er prächtig und die Trauben können wachsen und Geschmack annehmen, wenn nicht dunkle Wolken das Licht trüben.


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 Lautensack1 11. April 2019 
 

Historische Mißbrauchsfälle

Wie viele Mißbrauchsfälle gab es in früheren Jahrhunderten? Wären es so viele gewesen wie heute, dann hätten es die Jan Hus, Luthers, Cranmers, Voltaires, Bismarcks oder Lenins als Hauptargument für ihre Propaganda gegen die Kirche verwendet.


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 Bernhard Joseph 11. April 2019 
 

@myschkin - "Abbau von Unrechtsbewusstsein"

Wenn Sie den Text von Ratzinger nochmals genau lesen, werden Sie feststellen, dass hier nicht bloß ein "Abbau von Unrechtsbewusstsein" angesprochen wird, sondern die gänzliche Preisgabe von Schuldbewusstsein. Das ist aber viel mehr und zersetzt die Sittlichkeit in einer nie gekannten Radikalität, so dass man tatsächlich vom Verschwinden der menschlichen Würde sprechen kann.


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 Bernhard Joseph 11. April 2019 
 

@freya, @myschkin - Besten Dank für die Genesungswünsche, es geht mir schon besser

Ich möchte noch auf eine sehr wichtige Aussage des Textes hinweisen. Ratzinger sieht zu Recht die historische Einmaligkeit(!) der 68er KulturREVOLUTION, die weit über einen "Laissez-faire gegenüber allen möglichen Formen der Schamlosigkeit" hinausgeht. Es ist die Revolution, sprich das Aufbegehren des Menschen gegen die Schöpfung als sinnhafte Wirklichkeit an sich, was dieser Revolution den einmaligen Chrakter gibt. Die 68er Bewegung versuchte und versucht es weiterhin, den Menschen aus dem Naturzusammenhang herauszulösen und zu einer Kreatur des "freien" Willens zu machen - siehe Gender Ideologie. Damit wendet sich diese Ideologie in einem nie gekannten Maß gegen Gott und gegen die Natur (Schöpfung). Gut und Böse werden so zu bloß relativen Empfindungen, die man subjektiv frei vertauschen kann, je nach Interessenlage. Die 68er Bewegung steht, ich wage dies hier zu behaupten, weiterhin in der Tradition eines Denkens, das sowohl einen Hitler als auch Stalin und Mao hervorgebracht hat.


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 myschkin 11. April 2019 
 

@scheinfrager, @Phil2

Ihr Einwand ist schon richtig, solchen Missbrauch gab es auch vor 1968 und wahrscheinlich zu allen Zeiten. Auch richtig ist aber, dass vor 1968 die Sündhaftigkeit sexueller Übergriffe für alle außer Frage stand, auch für die Täter. Nach 1968 aber hat sich hier einiges geändert. Wie in der Kirche, so vor allem auch außerhalb. Da kam ein Laissez-faire gegenüber allen möglichen Formen der Schamlosigkeit auf, das es dann auch Sittenstrolchen leichtmachte, das eigene schmutzige Tun zu entschuldigen und herunterzuspielen. Der Abbau von Unrechtsbewusstsein war die neue Qualität seit 1968. Und sexuelle Straftäter wussten das für sich zu nutzen, um ihre Untaten vor sich selber kleinzureden. Und die Umgebung übte sich allzu oft im Bagatellisieren.


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 Ginsterbusch 11. April 2019 

Vermächtnis

Ich möchte vor Ergriffenheit nur noch weinen!
Aber mein Herz tut weh, weil es sich nach Abschied anhört. So endgültig.
Niemals werde ich in Worten ausdrücken können, wie sehr ich Benedikt liebe.
Und er liebt uns.
Er ist ein Vater, zu dem man Vertrauen hat.
Danke und vergelts Gott.


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 freya 11. April 2019 
 

@Bernhard Joseph

Falls Sie sich nicht nur aus beruflichen Gründen oder zu Besuchszwecken im Krankenhaus befinden, sondern ernsthaft krank oder leidend sind, wünsche ich Ihnen gute Besserung und Gottes Segen.


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 freya 11. April 2019 
 

@ora er labora

Papst Benedikt war klug genug, am Ende mit Dankesworten an PF abzuschließen, um sicher zu gehen, dass letzterer ihm die Erlaubnis erteilt, diesen Brandbrief auch zu veröffentlichen!
Schließlich ist PF auch darauf bedacht, Kontinuität zum Pontifikat P. Benedikts zu demonstrieren und so ist er auf die werbenden Worte seines Vorgängers angewiesen.
Ob ihm der Brief P. Benedikts, der eindrücklich vor einer "anderen Kirche" warnt, die PF ja genauso wie die DBK anstrebt, in den Kram passt, sei dahingestellt.
Ich hoffe, dass wir von nun an noch viel öfter in den Genuss solcher erlesener Hirtenbriefe unseres geliebten Papas kommen!


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 freya 11. April 2019 
 

Ich sehe und höre nur einen wahren Hirten, "der uns immer wieder das Licht Gottes zeigt,

das auch heute noch nicht untergegangen ist!"
Nein - solange Papst Benedikt noch lebt, ist das Licht Gottes wahrhaftig noch nicht untergegangen! Er hält nach wie vor die brennende Fackel in der Hand, die uns den Weg zum (ewigen) Leben weist.
Es ist ein reines Geschenk unseres guten Gottes (um mit den Worten von Papst Benedikt zu sprechen), dass Er uns diesen weisen Mann, der sich wie ein liebender Vater um seine Kinder sorgt, so lange erhält.

"Es ist sehr wichtig,den Lügen und Halbwahrheiten des Teufels die ganze Wahrheit entgegen zu stellen!...
Gott hat auch heute seine Zeugen (martyres) in der Welt."
JA lieber Hl. Vater - das wollen wir beherzigen: Wir werden uns von nichts und niemanden einschüchtern lassen und der Lehre der Kirche in allem treu bleiben! Eure Heiligkeit ist unser großes Vorbild, Mitarbeiter im Dienste der Wahrheit zu sein, dem wir aus ganzem ❤️ und mit all' unseren Kräften nacheifern wollen.


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 Phil2 11. April 2019 
 

Engführung

Vielem von dem was Benedikt hier schreibt, kann ich ganz unumwunden zustimmen, insbesondere den schönen Ausführungen zur Liebe Gottes und zur mystischen Dimension der Kirche. Auch sehr gut die differenzierte Sicht auf die Frage nach der "Autorität der Kirche in Sachen Moral". Sehr interessant die Ausführungen zur Entwicklung des Kirchenrechts.

Leider kann ich die Grundannahme des ganzen Textes, die Ursache des pädophilen Missbrauchs liege in der sog. sexuellen Befreiung der späten 60er Jahre nicht teilen, allein schon, weil es dieses Phänomen gerade auch in der Kirche bereits lange zuvor, wahrscheinlich immer schon gab.

Bei aller berechtigter Kritik an den Exzessen der sexuellen Revolution und auch wenn diese mit ihren Folgen wohl auch mitverantwortlich dafür ist, dass es damit nicht besser, sondern wohl noch schlimmer geworden ist, finde ich es schade, dass Benedikt hier an diesem entscheidenden Punkt seiner Überlegung so enggeführt argumentiert.


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 scheinfrager 11. April 2019 
 

Was mich an dem Schreiben etwas stört ist:

Es wird zu wenig deutlich, dass sexuelle Revolution und theologischer und moralischer Verfall Moral das Ausmaß des Missbrauchs vermutlich erheblich verstärkt haben.

Da das nicht deutlich rauskommt, behaupten jetzt allerorts Leute, BXVI würde in dem Text zum Ausdruck bringen, dass es vor 68/VatII keinen Missbrauch gab.

Diese Leute hätten es etwas schwerer, wenn das klarer zum Ausdruck käme.

Missbrauch gab es immer und wird es immer geben; man muss eben verstärkende und reduzierende Faktoren erkennen und entsprechend handeln.


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 Bernhard Joseph 11. April 2019 
 

Da hat die Autokorrektur wieder zugeschlagen

Bin gerade am Handy, da im Krankenhaus. Bitte daher entschuldigen, dass mir die sinnlose Entstellung des Textes erst nach dem Absenden aufgefallen ist.

Es sollte natürlich heissen:
...als ginge es darum, der DBK beim "Aufräumen" Mut zu machen...


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 griasdigott 11. April 2019 

Letztes Gericht ohne Garantismus - Metanoia!

Der Text hat sehr viel Tiefe. Benedikt XVI rückt einiges zurecht: wer die Kleinen sind, die an Jesus glauben und wer die schlechten Fische sind und das Unkraut. Mir ist bei erneutem Durchlesen aufgefallen, dass BXVI klarstellt, dass das Fischnetz mit guten und schlechten Fischen und der Acker mit gutem Samen und Unkraut ein Bild für die Kirche ist und Gott am Ende die Bösen aussortiert. Er stellt also klar vor Augen, dass es ein Gericht Gottes gibt und dass es die Hölle gibt. Uns hat man doch immer erzählt, dass das ein Bild sei, wie es in jedem Menschen sei. Da sei halt gutes und böses in jedem Menschen.
Beim letzten Gericht gibt es keinen Garantismus mehr wie im Kirchenrecht, denn Gott weiss alles und schaut in die Herzen.

Noch ist Zeit umzukehren! Das ist wohl die grosse Botschaft Benedikts. Beinahe wie ein letzter Aufruf! METANOIA!

Benedikts Worte zu Hiob haben wirklich Tiefgang. Das muss ich noch weiter durchdenken. Gott segne Papst BXVI.


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 credoindio 11. April 2019 
 

Letzter Satz zum Dank

@Mr.Incredible
Aus "per tutto quello che fa per mostrarci di continuo la luce di Dio.."
ist nur "per tutto quello che fa" zitiert, was den Sinn nicht genau wiedergibt.
"for everything he does to show us, again and again, the light of God,.." (ncregister.com).
So habe ich auch den deutschen Text verstanden. Also Dank für genau das Tun zu dem Zweck das Licht Gottes zu zeigen und nicht mehr.


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 ora et labora 11. April 2019 
 

danke @ Paissios

"Wenn ein Mensch wirklich in Gottes Vorsehung zu leben begonnen hat, dankt er Gott auch für alles 'Schlechte' und 'Dunkle'. Denn indem es sich selber zugrunde richtet, hilft es indirekt, das Gute mit vorzubereiten."

Wenn es so gedacht war, macht der Dank an P. Franziskus im letzten Absatz Sinn. Die Hirtenworte von Papst Benedikt XVI. ermuntern uns, zu noch mehr Gebet für die Hl. Kath. Kirche, damit Umkehr innerhalb der Kirche durch Gottes Hilfe beginnen möge.


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 Bernhard Joseph 11. April 2019 
 

Werter @Montfort

Herzlichen Dank für den Link auf den Artikel von Martin Lohmann.

Leider versuchen auch hier einige, den Text ins Harmlose umzudeuten, als ginge es darum der DBK Mit beim "Aufräumen" zu machen, was natürlich absurd ist, da ja gerade ein Grossteil der deutschen Bischöfe für den Sittlichen Verfall in der Kirche mitverantwortlich ist. Erinnert sei daran, dass es der Limburger Bischof Bätzing War, der davon sprach, die Kirche müsse sich neu erfinden. Papst Benedikt erteilt diesem Denken, das leider hierzulande in der Kirche tief verwurzelt ist, eine klare Absage und zwar aus dem Glauben heraus.


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 matthieu 11. April 2019 
 

Klar wie immer

unglaublich - unglaublich schön!
Wie klar (und scheinbar einfach) er analysiert und in Worte fasst, das ist Medizin für Herz und Geist.
Danke!


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 Palmsonntag 11. April 2019 
 

Verfall der Sittlichkeit - GENDER-Ideologie

@ Bernhard Joseph
“Das Unheil- und auch das eine klare Analyse - hat in den Universitäten seinen Ursprung. Die Dekadenz der 68er Generation hat die Sittlichkeit zerstört, wie ein metastasierender Krebs, der dann alle Organe befällt.” - Dasselbe muß man jetzt auch von der GENDER-Ideologie sagen, sie hat ihren Ursprung in den Universitäten und breitet sich rasant als bösartiger Tumor aus (Political Correctnis bis zum Ersticken). Man zähle in der westlichen Welt einmal die Anzahl der Lehrstühle für GENDER-Forschung !!!


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 Palmsonntag 11. April 2019 
 

Hoffentlich hat der gegenwärtige Amtsinhaber auf dem Stuhl Petri

nicht nur eine formale Druckerlaubnis erteilt, sondern hat diesen großartigen (!) Text von Benedikt XVI auch gründlich gelesen und ihn sich zu Herzen genommen, um in der Zukunft danach zu handeln! Sind wir doch erst vor kürzerer Zeit von PF belehrt worden, daß (einzig) ”Klerikalismus” die Ursache allen Missbrauchs sei ... Wer kann diese Worthülse erklären?
Wir dürfen uns aber nicht täuschen: die römische “barmherzige” Agenda in Richtung verbeulte Kirche wird von den Anhängern der St.Gallen- und Lavendelmafia unbeirrbar weiterverfolgt, schließlich “heiligt der Zweck die Mittel” - Papa em. Benedikt XVI versucht die Notbremse zu ziehen.


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 Sagittarius 11. April 2019 
 

Notbremse

Endlich bricht Papst Benedikt XVI. em. sein Schweigen. Er konnte offensichtlich nicht mehr mit ansehen, wie die Kirche auf dem Weg der Selbstzerstörung immer mehr voranschreitet. Der Text wirkt auf mich wie ein Ziehen der Notbremse, angesichts der Entwicklung in der Kirche. Wir können nur hoffen und beten, dass die Menschen diesen Warnruf ernst nehmen, bevor Gott Seine Notbremse zieht.


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 Montfort 11. April 2019 

@leibniz - Ich schließe mich Ihnen an...

mit einem Artikel von Martin Lohmann, auf den ich von Freunden in den USA aufmerksam gemacht wurde:

www.die-tagespost.de/feuilleton/Der-vom-Glauben-Durchseelte;art310,197258


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 Zeit f?r die Wahrheit 11. April 2019 
 

Papst Benedikt XVI. ist für mich der Ausdruck sozialer Intelligenz

Soziale Intelligenz wird für das Überleben der Menschheit wichtiger sein als die sich entwickelnde künstliche Intelligenz. Davon wird kein Mensch glücklicher werden. Wenn Benedikt sagt: "Die Macht des Bösen entsteht durch unsere Verweigerung der Liebe zu Gott" dann bedeutet dies im zweiten Schritt auch die Verweigerung der Liebe zum Nächsten. Das "Du" steht nicht mehr an erster Stelle, sondern nur noch der Egoismus. Das widerspricht aber der christlichen Gottes- und Nächstenliebe. "Wer mich liebt, der hält meine Gebote" so spricht Jesus Christus. Das Böse hat in der Welt nur so viel Macht, weil wir Menschen dem Bösen durch die Gewöhnung an die Sünde uns immer weiter von der glücklichmachenden Wahrheit entfernen. Ich hätte mir in den Jahren 2005 bis 2013 mehr mediale Aufmerksamkeit für Papst Benedikt gewünscht, aber das wurde leider nicht zugelassen, während in den letzten 6 Jahren fast kein Tag vergeht, an dem in den Nachrichten vom Papst berichtet wird. Benedikt, wir vermissen Dich!!!


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 Aegidius 11. April 2019 
 

leibniz, ich hab schon angefangen und kann kaum aufhören. Wie ich diesen Hirten vermisse!


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 myschkin 11. April 2019 
 

Das Schreiben

des Papa emeritus gibt uns Gläubigen auch einen Eindruck von der Mühsal, die damit verbunden ist, die Kirche gut zu führen. Gerade der historische Rückblick des Aufsatzes zeigt, welch eine Kärrnerarbeit es ist, den Schaden zu beheben, den solch üble Leute wie Sexualstraftäter in Kirchenämtern angerichtet haben. Wir Katholiken müssen wirklich für alle beten, die in der Kirche in Amt und Würden sind, damit sie hier beim Aufräumen nicht verzagen und an solch schändlichen Menschen nicht verzweifeln. Es ist dieses Schreiben eine Ermutigung zur Solidarität. Wenn es darum geht, die schlechten von den guten Fischen abzusondern, müssen wir Katholiken zusammenstehen und uns um den Papst scharen und ihn durch Zuspruch unterstützen, damit er weiterhin diesen notwendigen Dienst für die Kirche leisten kann.


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 mtmaissen 11. April 2019 
 

Klar und verständlich

Neben Kardinal Müller und Kardinal Sarah die klare und verständliche Stellungnahme von em. Benedikt XVI., die weit verbreitet werden muss. Wir sind so dankbar um diese Stimme.


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 KMCA 11. April 2019 
 

@Montfort

Besten Dank für den Hinweis zu den zwei Schüllers!


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 Quirinusdecem 11. April 2019 
 

Die ersten

...die ersten fangen bereits an Benedikt zu zerfleischen, so Markus Nolte in "Kirche und Leben". Ich weiß schon, warum ich dieses Provinzblättchen nicht lese.....


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 Herbstlicht 11. April 2019 
 

zur Erinnerung!

Was auch bedeutsam ist: Indem der emeritierte Papst die "sexuelle Revolution" der 68er Jahre mit als eine der Ursachen der jetzigen Probleme benennt, zeigt er damit auch auf die Partei der Grünen, die u.a. aus dem Denken jener Zeit entstanden ist.
Man erinnere sich: Diese Partei wollte durchsetzen, dass die Pädophilie straffrei sein möge.
Wurde dies je aufrichtig und glaubwürdig bereut und darüberhinaus ehrlich und vollständig aufgearbeitet, mit allen sich daraus ergebenden Konsequenzen?
Heute haben die Grünen einen beachtlichen Teil der Wähler hinter sich, für mich unverständlich.


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 Hadrianus Antonius 11. April 2019 
 

Verklausulierter Notschrei

Ein der wichtigsten Texten in der Kirchengeschichte.
Vorweggenommen: typischer Ratzingerstil, 1980 ff.
Und äusserst detailliert: die Zeitangabe von Mitte der 80er Jahren als Bemerkbarwerdensdatum des pädophilen Mißbrauchs deckt sich vollkommen mit den substanziellen Arbeiten.
Hier wird auch die Blanz von 55 Jahren para- und postkonziliärer Verwirrung gezogen, und dazu noch gesagt von "einem Hirten, damals in verantwortlicher Position".
Soviel Ehrlichkeit und Demut löst meinen höchsten Respekt aus.
"Zwei Päpste sind eine Anomalie"(Card. Brandmüller):
Dieser Brief aus dem Kloster Mater Ecclesiae zeigt eindrucksvoll, wie schlimm die Lage an der Spitze im Augenblick ist- und wieviel Dreck und Schund, bis jetzt mühselig vertuscht, kurz vor der Explosion steht.
Wie in diesem Schreiben in den letzten Absätzen: das male intrinsecum.
Genau.
Komplett zu bekämpfen.
Deo iuvante vincemus.
Tibi Christe Splendor Patris


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 Montfort 11. April 2019 

@Paissios und @KMCA - Der erwähnte "Pater Schüller"

war P. Bruno Schüller SJ (siehe Link) und ist nicht ident mit dem österreichischen "Msgr. Helmut Schüller" (von der Pfarrerinitiative und ihrem "Aufruf zum Ungehorsam") - und selbst der hat schön längst seinen "Monsignore"-Titel aberkannt bekommen und kann sich nur mehr mit seinem "Magister" benennen und mit dem Titel im Namen seiner Pfarrei "Probstdorf" schmücken.

de.wikipedia.org/wiki/Bruno_Sch%C3%BCller


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 Montfort 11. April 2019 

@wedlerg - Das ist wohl nicht verwunderlich...

bei der Agenda, die der BR verfolgt - und nachdem sie doch gerade erst den "Romy" 2019 Preis für ihre Missbrauchs-Doku mit Kardinal Schönborn und Doris Wagner-Reisinger bekommen haben...


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 wedlerg 11. April 2019 
 

In USA schon online

Die Medien sind inzwischen auch aktuell. Am hasserfülltesten die Kommentare bei BR online. Hier fühlt man sich offenbar getroffen.

In USA im übrigen ist eine englische Übersetzung online verfügbar (von EWTN), z.B. im link.

Die Schlammschlacht wird beginnen. Es liegt an uns, den Text auch in die Gesellschaft zu tragen.

www.lifesitenews.com/news/full-text-pope-emeritus-benedict-xvi-lays-out-thoughts-on-abuse-crisis


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 griasdigott 11. April 2019 

Garantismus - Kirchenrecht verschärfen?!

"Pädophile..vor kurzem noch als durchaus rechtens theoretisiert..erkennen wir mit Erschütterung. .Kinder und Jugendliche zu zerstören droht" Zitat

Wer ausser den Grünen hat das theoritisiert? Es tut mir weh, zu lesen, dass so getan wird, als hätte man nicht gewusst oder doch geahnt, dass Missbrauch Kinder und Jugendliche zerstören könne. Ich hätte mir doch noch ein, zwei Zeilen für die Opfer gewünscht. Ihre Rechte!

Papst Benedikt erklärt den Garantismus für den Klerus, Höchststrafe ist Ausschluss aus dem Klerus.

Kann man aus dem Text herauslesen, dass das Kirchenrecht doch einer Revision bedarf, einer Verschärfung? Ich meine ja, denn BXVI schreibt ja, dass "Papst Franziskus weitere Reformen vorgenommen hat." Welche?

Letztlich ist der Glaube beschädigt!

Darauf legt BXVI den Schwerpunkt. Hier muss umgehend angesetzt werden! Theologiestudium, Seminaren - da muss aufgeräumt werden, womit wir wieder beim Kirchenrecht sind, oder?!


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 Einsiedlerin 11. April 2019 
 

Bleibt nur eines zu sagen

DANKE DANKE DANKE Papst Benedikt XVI! Endlich! Hoffentlich lesen das viele Leute. Ist auch auf der ORF-news-Seite, aber deutlich verkürzt.


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 topi 11. April 2019 

68er are not amused

Die Seite von Vaticannews (deutsch) auf Facebook zeigt die Reaktion der kirchlich aktiven 68er. Sie bewerfen Benedikt weiter mit Unrat. Benedikt ist somit auch Märtyrer.


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 Paissios 11. April 2019 
 

zahlreiche Kommentare

Die jetzt schon sehr zahlreichen Kommentare zum Text Benedikts sind ein Hinweis dafür, wie sehr die verunsicherten Gläubigen die Worte des 'Papstes der Herzens' gebraucht haben und sich nach ihnen gesehnt haben.
Benedikt ist und bleibt der 'Papa', der seinen Söhnen den richtigen Weg weist
Seine Worte sind wie Brücken zu Gott.
Sie sind nicht nett, sie sind WAHR!!!!!


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 Wunderer 11. April 2019 
 

GOTT SEI DANK!

Heute hat sich m.Er. mit diesem Schreiben von Papst Benedikt der Himmel aufgetan.
Man konnte es kaum mehr erwarten trotz aller Hoffnung, daß sich Papst Benedikt so entscheidend noch mal zu Wort meldet.
Jetzt können sich die Schafe von den Böcken und die Böcke von den Schafen trennen. An der wahren Reinigung führt kein Weg mehr vorbei.


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 Paissios 11. April 2019 
 

Schweißausbruch nur bei Msgr. Schüller

Dieser Text ist wie ein Gegenentwurf zu allen bisherigen Verlautbarungen des gegenwärtigen Pontifikats.
Aus ihm atmet wirklich die Frische der Wahrheit des Heiligen Geistes.
Kommt hier vielleicht auch ein anderer als Msgr. Schüller ins Schwitzen? Ich meine keinen anderen als Papst Franziskus!


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 KMCA 11. April 2019 
 

Einem muss dieser Text wie Salz auf der Seele brennen

Und zwar Monsignore Schüller, der hier namentlich erwähnt wird. Mir tun die ganzen vom Glauben abgefallenen Kleriker in Österreich vor allem leid: man hat nur ein Leben. Und wie viel gnadenreicher hätte ihres sein können, wenn sie sich nicht dem Zeitgeist unterworfen hätten.


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 Herbstlicht 11. April 2019 
 

ein Aufgabe erfüllt

Wenn ein so hoch betagter Mensch wie der emeritierte Papst ein in ihrer Tiefe derartig eindringliches und schlüssiges Schreiben vorlegen kann, dem wurde -dessen bin ich sicher- von Gott diese Aufgabe zugewiesen.
Ein Text, der Mut macht, trotz aller schonungslosen Benennung der Probleme.

Auch wenn vielleicht von manchen erhofft wird, dass das Schreiben beiseite geschoben werden könnte oder es vergessen wird - mit diesem INHALT ist das nicht mehr möglich.
Papst XVI. emer. hat eine wichtige Aufgabe erfüllt und dafür sei ihm unser aller Dank!


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 julifix 11. April 2019 

Danke an zwei wahre Hirten!

Unserm Gott sei Dank von ganzem Herzen für dieses Schreiben von Papa emer. Benedikt XVI. und für das Glaubensmanifest von s.E. Kard. Gerhard Müller. DAS sind Hirten, die KEINE Angst vor den Wölfen haben - GOTT segne Sie und stärke sie! Schenke den ängstlichen Hirten Umkehr und Stärkung durch solche Vorbilder, damit die echten Hirten wieder mehr werden. Herr Jesus Christus: reinige deine hl. Kirche von allem/allen Nichtberufenen, so wie Du den Tempel in Jerusalem gereinigt hast.


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 Dottrina 11. April 2019 
 

Text gerade gelesen! Hammermäßig!

Nach Lektüre dieses außerordentlich großartigen Textes unseres Papa Emerito kann ich mich allen nur von Herzen anschließen: Danke, Heiliger Vater Benedikt! Möge uns der gütige Gott diesen wunderbaren Menschen noch viele Jahre erhalten. Kommenden Dienstag wird er 92 Jahre alt. Benedikt wird immer der "Papst meines Herzens" bleiben. Danke, danke, danke!!!!!


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 Eisenherz 11. April 2019 
 

Danke, Papst Benedikt! Wir alle würden uns über weitere aktuelle Impulse sehr freuen!


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 SpatzInDerHand 11. April 2019 

DANKE, lieber Heiliger Vater!!!


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 Schneerose 11. April 2019 
 

Allen,

mehr der Welt zugewandten Geistlichen ins Stammbuch geschrieben: Lest Euch bitte diesen Text durch und beherzigt alles.
In kurzer Zeit so erstaunlich viele postive Rückmeldungen! Aus den Inhalten ist zu erkennen, wie sehr sich unsere Katholiken wirklich kirchentreue, standhafte Seelsorger wünschen und brauchen. Herr, bitte schenke sie uns und segne Papst em. Benedikt!


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 Wunderer 11. April 2019 
 

Die Worte Benedikts sind der Finger Gottes

Die Geduld des Allmächtigen mit all diesen Experimenten und Falschpredigern und Vertuschern ist offenbar zuende.

Papst Benedikt XVI. hat mit diesem großen Schreiben, das den Hl. Geist atmet und das deswegen sicherlich in nächster Zeit von den Gegnern der Kirche noch stark angefochten werden wird, allen Glaubenden den Rücken gestärkt und den Weg nach vorne gewiesen. Er zeigt sich als wahrer Hirte der Kirche, wieder einmal.


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 Paddel 11. April 2019 

Tau für die Seele

sind diese Worte!


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 Paddel 11. April 2019 

Austritt?

Das wäre in der Tat ein Tritt ins AUS! Ich bleib drin!


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 Smaragdos 11. April 2019 
 

Wie ein (echtes) Hirtenwort zur Fastenzeit

Fast schade, dass dieser Text nicht schon zu Beginn der Fastenzeit erschienen ist: das wäre nämlich ein Text gewesen, den während der gesamten Fastenzeit zu meditieren für die ganze Kirche sich gelohnt hätte! Und ebenso als Basistext für die Fastenexerzitien im Vatikan (bzw. in Ariccia)!


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 Smaragdos 11. April 2019 
 

Die Kirche am Scheideweg

Power, power, power! Dieser Text ist einfach nur gewaltig. Tausend Dank an Papst Benedikt für diesen Text, an dem und dank dem die Geister sich scheiden werden: entweder kehren die Katholiken samt Hierarchie zur eigentlichen Kirche zurück und bleiben katholisch, oder sie verlassen sie Richtung Protestantismus. Ein Zwischendurch gibt es nicht mehr.

Dieser Text ist nun ein Massstab, an dem alle künftigen Bestrebungen der Kirche zu messen sind und als solches ein Geschenk des Himmels.

Nochmals: Ewiges Vergelt's Gott, Vater Benedikt!


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 Mr. Incredible 11. April 2019 
 

Die Kommentare der Journalisten in den Zeitungen sind bemerkenswert.

Corriere della sera:
"L’impressione è che dall’eremo vaticano nel quale vive dalle sue dimissioni del 2013, Benedetto XVI guardi già oltre questa fase; e oltre il pontificato dello stesso Francesco, al quale rivolge un accorato ringraziamento finale «per tutto quello che fa."

Frei übersetzt:
"Der Eindruck ist, dass Benedikt XVI. aus der vatikanischen Einsiedelei, in der er seit seinem Rücktritt im Jahr 2013 lebt, bereits über diese Phase hinausblickt; und über das Pontifikat von Franziskus selbst, dem er einen herzlichen letzten Dank "für alles, was er tut" ausspricht."

Das ist es sicherlich auch: Ein Blick im Glauben, der über den Horizont der meisten von uns hinausgeht, sicherlich über den der sogenannten "Progressiven" in ihrer Selbstgerechtigkeit der Situationsethik.

Prof. Schrockenhoff und sonstige Günstlinge: Eure hochmütig beanspruchte Deutungshoheit, die auf eurer eigenen Verfehltheit und Borniertheit beruht, ist weggeblasen worden, wie Rauch von kristallklarem Wind.


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 JP2B16 11. April 2019 
 

Es ist wohl DER "Hirtenbrief" der Kirchengeschichte

...SEIN Vermächtnis an die Welt(kirche)!!?? - ja angesichts dieser Schwergewichtigkeit des "Hirtenbriefs" aller jemals verfassten Hirtenbriefe (darüber hinaus vom Zeitpunkt schön gewählt: die wohl geistige Antwort auf das gestern erstmalig fotografisch erfasste Schwarze Loch, dessen Gravitation im abstrakten Sinne dahinter wie die Feder eines Vogels erscheint) kann einen auch ein wenig Wehmut und Trauer beschleichen ... kindlich ist man geneigt zu beten: "Lieber Gott, bitte laß Papa Benedetto noch so lange wie möglich unter uns weilen und erhalte ihm seinen wachen Verstand. Er ist DER Hirte hier auf Erden, bei dem wir seine ihm treu ergebenden Schafe in dieser Zeit aller schwerster, lebensbedrohlicher Unwetter den nötigen Schutz ohne jegliche Zweifel!! finden."
Anm.: wenn er sich am Ende bei Papst Franziskus bedankt, ist das nicht nur höflich und geboten, sondern auch Ausdruck seiner Liebe und Gott-gewollter Barmherzigkeit, die allein befähigen können, Umkehr herbeizuführen.


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 Bernhard Joseph 11. April 2019 
 

@myschkin - Bitte diesen Text nicht in Wischiwaschi auflösen

Papst Benedikt spricht hier eine einzigartige Zäsur im moralischen Bewusstsein sowohl innerhalb der Gesellschaft als auch in der Kirche. Der Relativismus in seiner alles Sittliche radikal zerstörenden Wirkung ist tief in die Kirche eingedrungen und Zeichen dieses Relativismus ist das Bestreben die Kirche neu erfinden zu wollen. Papst Benedikt will nicht beruhigen, sondern zeigt klar auf, wer und wo die Verantwortung für den desolaten Zustand unserer Kirche ist. Man könnte hier auch leicht Namen nennen, denn die, die mit solchen Phrasen, wie der, dass sich die Kirche neu erfinden müsse, sind ja bekannt.

Das Unheil- und auch das eine klare Analyse - hat in den Universitäten seinen Ursprung. Die Dekadenz der 68er Generation hat die Sittlichkeit zerstört, wie ein metastasierender Krebs, der dann alle Organe befällt. Der Zustand ist so ernst, dass jede Form der Beschwichtigung nur albern wirkt. In weiten Teilen der Kirche hierzulande ist der Glaube tot und in der DBK scheint man erfreut.


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 Montfort 11. April 2019 

Großartig - Deo gratias!

"So wird endgültig der Satz "Gott ist" zu einer wirklich frohen Botschaft, eben weil er mehr als Erkenntnis ist, weil er Liebe schafft und ist. Dies den Menschen wieder zum Bewußtsein zu bringen, ist die erste und grundlegende Aufgabe, die uns vom Herrn her aufgetragen ist."

Deo gratias!
Danke, Papa emeritus ("emeritus" heißt "verdient")!


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 Fatima17 11. April 2019 
 

Danke !

Danke, Papst Emeritus !
Vor allem auch dafür dass Sie am Ende Ihrer Stellungnahme Papst Franziskus danken "für alles
was er tut, um uns immer wieder das Licht Gottes zu zeigen, das auch heute nicht untergegangen ist".


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 Smaragdos 11. April 2019 
 

Back to the roots

Schon gemerkt? In dieser ganzen, brillanten Analyse ist kein einziges Mal von „Klerikalismus“ die Rede, KEIN EINZIGES MAL! Dafür viel von Glaubens- und Sittenverfall (z.B. „Nur wo der Glaube nicht mehr das Handeln des Menschen bestimmt, sind solche Vergehen möglich“.)

Wehe also denen –auch und gerade an der obersten Spitze der Kirche!-, die diese Missbrauchskrise missbrauchen, um die Agenda einer neuen, falschen Kirche vorwärts zu pushen!!!

Back to the roots (Zurück zu den Wurzeln), sagt uns Papst em. Benedikt, und gerade nicht die Kirche ändern!


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 griasdigott 11. April 2019 

jetzt auch auf vatican news !

Jetzt ist dieser Aufsatz auch auf vatican news abgedruckt. Ohne irgendeinen Kommentar.

Also echter geht es jetzt nicht mehr, oder?!


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 Philipp Neri 11. April 2019 

Die Veröffentlichung war dem Papst wohl bekannt!

Es scheint so, als ob er vorher mit Kardinal Parolin und dem Papst darüber gesprochen hätte, dass er vor hat, dieses Schreiben so zu veröffentlichen!
Zitat:
"Nach Kontakten mit Staatssekretär Kardinal Parolin und dem Heiligen Vater selbst scheint es mir richtig, den so entstandenen Text im "Klerusblatt" zu veröffentlichen."


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 Ehrmann 11. April 2019 

Früchte der Erfahrung und des Schweigens - und wohl auch des Gebetes

- wohl auch unseres Gebetes - das alles hat unser Papa emeritus dem derzeitigen Amtsinhaber voraus, es entspricht der Geduld Gottes, die Er mit uns Sündern hat, wenn Er das Unkraut mit dem Weizen wachsen lassen will, bis zur Zeit der Ernte (kommt sie bald?).
Cetrum censeo: was soll diese Verachtung der Weisheit der Alten, die aus der Altersbegrenzung für unsere Hirten (Presbyteri = Älteste, Weise) spricht?


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 borromeo 11. April 2019 

Eine deutliche Ansage gerade an die deutschen Bischöfe:

"In der Tat wird die Kirche heute weithin nur noch als eine Art von politischem Apparat betrachtet. Man spricht über sie praktisch fast ausschließlich mit politischen Kategorien, und dies gilt hin bis zu Bischöfen, die ihre Vorstellung über die Kirche von morgen weitgehend ausschließlich politisch formulieren. Die Krise, die durch die vielen Fälle von Mißbrauch durch Priester verursacht wurde, drängt dazu, die Kirche geradezu als etwas Mißratenes anzusehen, das wir nun gründlich selbst neu in die Hand nehmen und neu gestalten müssen. Aber eine von uns selbst gemachte Kirche kann keine Hoffnung sein."

Kardinal Marx muß sich angesprochen fühlen mit seiner Idee einer "Demokratisierung" der Kirche durch einen "synodalen Weg", auch Bischof Bätzing ("Die Kirche muß sich neu erfinden") oder Bischof Wilmer ("Machtmissbrauch gehört zur DNA der Kirche").

Papst em. Benedikt XVI. hat völlig recht: Eine von uns selbst gemachte Kirche kann keine Hoffnung sein.


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 Bonifatz 11. April 2019 
 

Danke für diese Hilfe

Auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen. Darum hat uns Gott Papst Benedikt erhalten. Und für Papst Franziskus sollten wir mehr beten und danken! Das steht auch da.


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 Karlmaria 11. April 2019 

Da steckt natürlich viel drin

Ein Teil ist die Spannung zwischen der Garantie für den Angeklagten auf einen fairen Prozess. Im Zweifel für den Angeklagten. Und auf der anderen Seite müssen auch die Opfer gewürdigt werden die es schwer haben diese Zweifel auszuräumen. Da hat man in Rom etwas eingerichtet das natürlich auch schnell überfordert ist. Es ist ja eine alte Erkenntnis der Juristerei: Ein Gericht kann nur ein Urteil sprechen das eventuell mehr oder weniger richtig ist so wie es die Menschen eben verstehen. Aber ein Gericht kann niemals Gerechtigkeit schaffen.

Wie immer schlägt das Pendel mal zur einen und mal zur anderen Seite zu weit aus. Im Augenblick scheint es so zu sein dass man die Opfer würdigen muss und der Angeklagte kaum einen Chance hat sich zu verteidigen.

Da kommt dann diese Ijob Geschichte ins Spiel. Christen müssen sich im Leiden bewähren. Freut euch wenn wir gewürdigt werden mit Christus zu leiden. Lasst euch nicht entmutigen. Preis sei Gott!


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 chriseeb74 11. April 2019 
 

Wohl der wichtigste Text...

der je auf kath.net veröffentlicht wurde.
Ich bin davon überzeugt, dass dieses Statement seine Wirkung in der Hl. Kirche Gottes nicht verfehlen wird.
Der HERR weiss, warum er uns BXVI. immer noch auf Erden erhält.
Deo gratias!


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 Sebi1983 11. April 2019 
 

Ein 92-Jähriger führt eine ganze Bischofskonferenz vor!

Ein 92-Jähriger schafft es, auf ein paar Seiten auf den Punkt zu bringen, wozu die überwiegende Mehrheit der DBK sich als unfähig erwiesen hat: die eigentliche Gründe für die Krise zu analysieren und einen Weg für die Zukunft zu formulieren.

Da wird es in den Ohren der selbsternannten Kirchenumbauer, DNA-Quatscher, Zeichen-der-Zeit-Deuter (Marx, Bode, Offerbeck, Feige, Jung, Hilmer, ZdK, BDKJ etc.), die den Missbrauchsskanals für ihre eigene Agenda missbrauchen, laut klingeln!

Nochmals: Ein 92-Jähriger führt eine ganze Bischofskonferenz vor. Dieser körperlich hinfällig, aber gottgesegnete Greis ist mehr Fels als das Kasperltheater, das sich Deutsche Bischofskonferenz nennt.

So weit sind wir schon gekommen!


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 myschkin 11. April 2019 
 

Großartig

Der Papa emeritus zeigt die historischen Linien auf, in denen die Kirche mit Blick auf diese scheußliche Problematik handelt, reagiert und versucht, ihrer Herr zu werden; und Papst Benedikt zeigt, wie schwierig das in früheren Jahrzehnten war und in welcher Kontinuität die Kirche im Pontifikat seines Nachfolgers hier steht. Es ist offensichtlich, dass Papst Benedikt einerseits Geduld, andererseits beharrliches Vorgehen gegen diese Missstände von den Gläubigen und dem Klerus einfordert. Wir lernen überdies, dass wir uns nicht einreden lassen müssen, die Kirche selbst sei schmutzig. Gleichwohl müssen wir anerkennen, dass es auch innerhalb der Kirche schlimme Sünder gibt.

Es ist auch beeindruckend, dass diese Arbeit mit Zustimmung von Papst Franziskus in die Öffentlichkeit ging. Die Übereinstimmung mit seinem Vorgänger ist ein wichtiges Zeichen an uns Katholiken.


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 wedlerg 11. April 2019 
 

Ein Fingerzeig aus Rom nach Rom

Der Brief ist ein klarer Fingerzeig nach Rom.

Die klare Botschaft: Sexueller Missbrauch ist das Erbe der kulturellen Umwälzungen und nicht das Produkt kirchlicher Strukturen.

Desweiteren klare Sprache in der Analyse: homosexuelle Clubs in Priesterseminaren, Priesterseminare sind kein Happening der Vorehelichen, ja nicht einmal der ehelichen Frühstücksgemeinde. Verzweckung der Moral, Relativierung der Moral, damit des Evangeliums; Verharmlosung der Pädophilie durch die Post-68er; sexuelle Eskapaden, Plakate, Pornos, etc.

Und natürlich der zentrale Satz: "Eine Gesellschaft, in der Gott abwesend ist – eine Gesellschaft, die ihn nicht kennt und als inexistent behandelt, ist eine Gesellschaft, die ihr Maß verliert."

Gepaart mit der Feststellung Guardinis: "Ein Ereignis von unabsehbarer Tragweite hat begonnen; die Kirche erwacht in den Seelen." und dem heutigen "Absterben der Seelen" wird klar, welch in falsche Richtung der gekaperte Zug der Kirche fährt.


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 Diadochus 11. April 2019 
 

Fixpunkt

Der Text ist ein Fixpunkt. Er findet seine Leser. Seine Leser finden ihn.


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 chris68 11. April 2019 

Der Teufel klagt Ijob wegen Scheinheiligkeit an...

Sieht noch jemand Parallelen zu P.F. und den "scheinheiligen" standhaften und treuen Katholiken?


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 Sebi1983 11. April 2019 
 

DANKE! - Da werden die Pforten der Unterwelt toben!


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 KMCA 11. April 2019 
 

Das ist ein epochaler Text!

Eine vernichtende Kritik am derzeitigen Ungeist, und gleichzeitig ein Banner, unter dem sich die Kirche versammeln kann!

Meiner Meinung nach wird dieser Brief weitreichende Folgen haben, und als eines der bedeutenden Dokumente in die Kirchengeschichte des beginnenden 21. Jahrhunderts eingehen.


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 lesa 11. April 2019 

Deo Gratias!

Wie ist so lichtvoller Zuspruch, Ermahnung und Trost in dieser unserer Welt überhaupt möglich?!
Staunenswertes Geschenk des Guten Hirten!
Was für eine Anamnese des Zustandes der Kirche! LEBENDIG ist das Wort! (Heb)
"Bemühen wir uns also, in jenes Land der Ruhe zu kommen, damit niemand aufgrund des gleichen Ungehorsams zu Fallkommt.
"Denn lebendig istdas Wort Gottes, kraftvoll und schärfer als jedeszweischneidige Schwert; es dringt durch bis zurScheidung von Seele und Geist, von Gelenk und Mark;es richtet über die Regungen und Gedanken des Herzens; vor ihm bleibt kein Geschöpf verborgen, sondern alles liegt nackt und bloß vor den Augen dessen, dem wir Rechenschaft schulden."(Heb 4,12f)
Das Licht der WAHRHEIT
das Licht des ERBARMENS
das Licht der OSTERSONNE
scheint in unseren Karsamstag!

"Ach Herr gib unsern aufgescheuchten Seelen das Heil, das du für uns bereitet hast!" (D. Bonhoeffer)
Reiche Nahrung, Orientierung und Meditationsstoff für alle Hirten guten Willens.


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 Quirinusdecem 11. April 2019 
 

Benedikt XVI

Benedikt XVI hat sich das ganze Spektakel also angesehen und dann die Reaktion der deutschen Bischofskonferenz betrachten müssen. Dann hat sich also dieser nahezu 92jährige Mann aufgemacht das zu sagen und herzuleiten, was wir von unseren Bischöfen eigentlich erwarten durften....Und nein, Benedikt ist nicht vom Kreuz herabgestiegen wie der Eine oder Andere mutmaßte, nein er leidet und reagiert. Was dieser Artikel für ein Licht auf die Bischofskonferenz wirft, das zu sagen verbietet mir meine Erziehung....Was machen wir blos, wenn er mal nicht mehr ist....?


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 Katholik 11. April 2019 

Mein Lieblingssatz - Ein echter Ratzinger

"Gott lieben zu lernen, ist [also] der Weg der Erlösung der Menschen."


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 Clemens70 11. April 2019 
 

Herzlichen Dank Heiliger Vater

"Die Aktualität dessen, was uns hier die Apokalypse sagt, ist offenkundig. Es geht heute in der Anklage gegen Gott vor allen Dingen darum, seine Kirche als ganze schlechtzumachen und uns so von ihr abzubringen. Die Idee einer von uns selbst besser gemachten Kirche ist in Wirklichkeit ein Vorschlag des Teufels, mit dem er uns vom lebendigen Gott abbringen will durch eine lügnerische Logik, auf die wir zu leicht hereinfallen."-----------KLARER kann man es nicht sagen. Wer Ohren hat der HÖRE. Wer klagt den den Klerus an. Wer entfernt gläubige Kardinäle? Wer fällt den sowieso schon verfolgten Christen in den Rücken? Wer verweigert denen ein Ohr, die mit brennender Sorge kommen (Dubia)?


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 la gioia 11. April 2019 
 

Aus einem kristallklaren Geist eine ebensolche Analyse des zeitgeistigen, in weiten Teilen gottlosen Zustandes der heutigen Gesellschaft und Kirche und einen klaren Ansatz zur Problemlösung - ein großartiger Text, der auf allen Ebenen weite Verbreitung finden müsste!
Danke Hl. Vater, Gott segne Sie!


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 Bernhard Joseph 11. April 2019 
 

Kollaps der Sittlichkeit

In deutlicher Schärfe hebt Papst Benedikt die Einzigartigkeit des sittlichen Verfalls in der Geschichte seit der 68er Kulturrevolution hervor. Die Zerstörung des Sittlichen reicht bis in die letzte Tiefe menschlicher Existenz, wie heute allenthalben zu sehen ist. Die Ideologie der absoluten Freiheit ist in einen Totalitarismus marxistisch geprägten Denkens umgeschlagen, die den Menschen die Würde raubt. Kulminiert ist diese Entwürdigung in einer Sexualität, die keine Tabus mehr kennt.
Eine Welt, die Gott nicht mehr als ihren tragenden Grund erkennt, ist sinnentleert. In ihr gewinnt das Böse absolute Macht. Papst Benedikt macht hier auch deutlich, dass das Böse nicht eine anonyme Macht oder gar Zufall ist, sondern personales Werk Satans.
Schön wie Papst Benedikt darauf hinweist, dass es dem Teufel nicht darum geht, den Menschen anzuklagen, sondern Gott. Wie oft hört man diese vom Teufel in den Menschen gelegte Anschuldigung.

Ein großer Text!


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 griasdigott 11. April 2019 

Info

Habe andernorts gelesen, dass dieses Essay von Papa Benedict emeritus

In drei Sprachen

gleichzeitig veröffentlicht wurde

mit Genehmigung von Papst Franziskus

Und zwar in deutscher Sprache im Klerusblatt,
in italienischer Sprache im Corriere Dell Sera
und in englischer Sprache bei CNA und National Catholic Register


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 Melchisedech 11. April 2019 

Dazu drei Erlebnisse:

1. Unser Regens versuchte, uns immer zu erklären,es gäbe einen frühen und einen späten Ratzinger (Panzerkardinal).
2. Mein Philosophieprofessor empfahl: "Sie müssen die Theologen lesen, die Ihre Professoren nicht auf die Literaturliste setzen." Seitdem las und lese ich Ratzinger/Benedikt. 3. Prüfung schriftl. u mündl. bei Prof. Böckle über Sünde und Schuld bei Th. v. Aquin. Beide mit 1 bestanden. Zum Schluß Prof. Böckle dreimal in Schwyzerdütsch: "Ich bin kein Häretiker."


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 Gandalf 11. April 2019 

Hier bitte keine Meta-Diskussion ob der Brief echt ist!

Sorry, das ist absurd und dazu bitte auf irgendein Verschwörungsportal wechseln, dh. bitte hier zum Thema und Inhalt oder gar nicht!


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 Gipsy 11. April 2019 

Das geht

bis tief unter die Haut.

Danke, für diese wichtigen und klaren und klugen Worte zur rechten Zeit.

Mögen sie viele Menschen erreichen , damit Zweifel und Gottverlassenheit , einer neuen Hoffnung weichen.


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 Mysterium Ineffabile 11. April 2019 

Dubia

... womit nun auch Dubium 4 und 5 beantwortet wären ;-))


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 JP2B16 11. April 2019 
 

Brandbrief unseres großen Kirchenlehrers: "Mit brennender Sorge 2.0"

... wie sehr doch muss unser aller demütigster Hl. Vater Benedikt bsorgt sein um das Seelenheil der Gläubigen, des amtierenden Oberhaupts, der Bischöfe, Priester, Ordensleute und Laien, sich schließlich gedrängt zu sehen, diese, seine Gedanken gleichsam als Brandbrief der Weltkirche kund zu tun - Ich verneige mich ehrfürchtigst vor diesem großen Papst und Kirchenlehrer. Möge ihm der Herr noch viele Jahre mit wachem Verstand schenken!


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 Eichendorff 11. April 2019 
 

Das sollte jeder deutsche Bischof und Weihbischof

genau lesen,bedenken,studieren. Besonders die, die die alleinige Rettung in einem "synodalen Weg" mit Strukturänderung suchen. Schön ist auch der allerletzte Satz Benedikts!


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 borromeo 11. April 2019 

Klar, hellsichtig und logisch wie immer!

Danke, Hl. Vater Benedikt XVI., für diese so wichtige Intervention! Bitte erheben Sie Ihre Stimme auch künftig, solange es Ihnen möglich ist. Die Kirche braucht Sie noch!

Ganz klar hat Benedikt XVI. hier u.a. auf die Homo-Netzwerke hingewiesen. Das sei dem Vatikan mehr als nur ein Fingerzeig, sich endlich der Wurzel des ganzen Mißbrauchübels anzunehmen und diese Ursache nicht unter den Teppich zu kehren!

Außerdem hat er der offensichtlichen Mehrheit der deutschen Bischöfe ins Stammbuch geschrieben, daß die Lösung der Krise nicht etwa die Schaffung einer "neuen Kirche" sei, die ohnehin zum Scheitern verurteilt wäre, sondern die Treue zur immerwährenden Lehre Jesu Christi und der Kirche. Liebe Bischöfe, lesen Sie, hören Sie und handeln Sie entsprechend!


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 Philipp Neri 11. April 2019 

Danke für diese klaren Worte!


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 benedikt 11. April 2019 
 

Danke, Hl. Vater!

Vater Benedikt, ich danke Ihnen aus ganzem Herzen!


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 griasdigott 11. April 2019 

Vergelt's Gott

Hab gerade gegoogelt. Strobel war Gesundheitsministerin von 1969-1972. Da hat die so einen "Aufklärungsfilm" machen lassen. Was bin ich der Ordensfrau dankbar, die uns an meiner Klosterschule vor solchem Schund bewart hat.

Es tut gut, die klaren Gedanken Benedikts zu lesen. Ich habe sie regelrecht aufgesogen. Vergelt's Gott lieber Papst Benedikt!

Vieles habe ich gar nicht gewusst. Papst Benedikt ist voll im Bilde!

Und ja, es muss eine moralische Grenze geben!

Bestimmt lässt sich bei genauem Lesen noch einiges, was vielleicht angedeutet ist, klar werden. Für manches braucht man bestimmt tieferes Wissen.

Papst Benedikt hat sein selbstauferlegtes Schweigen gebrochen. Danke! Es war höchste Zeit!


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 Gandalf 11. April 2019 

WOW!


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