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"Welche Kräfte hier im Hintergrund am Werk sind"

22. Mai 2019 in Österreich, 12 Lesermeinungen
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Österreichischer Bischof Zsifkovics kritisiert beim "Ibiza-Video" beide Seiten: Zum einen das Verhalten eines Spitzenpolitikers, das völlig inakzeptabel und voll abzulehnen ist, zum anderen die Umstände, wie hier jemand (hinein)gelegt wurde


Wien (kath.net)
Der österreichische Bischof Ägidius Zsifkovics (Diözese Eisenstadt) hat die Umstände des Regierungsbruchs in Österreich als „nicht förderlich für Europa“ bezeichnet. Im Gespräch mit "VaticanNews" sprach der Bischof von einem völlig unethischen Verhalten des abgetretenen Vize-Premiers Heinz-Christian Strache (FPÖ). Dies sei „völlig inakzeptabel“. Der Bischof fordert aber auch volle Aufklärung über die Hintergründe des verdeckt aufgenommenen Videos, welches Strache & Co. ihre politischen Ämter kostete. Der Bischof bezeichnete den Vorgang als "österreichisches Watergate" und meinte wörtlich: "Was da passiert ist, ist sehr komplex. Zum einen ist es das Verhalten eines Spitzenpolitikers, das völlig inakzeptabel und voll abzulehnen ist. Das andere sind die Umstände, wie hier jemand (hinein)gelegt wurde, und ich würde auch sagen, welche Kräfte hier im Hintergrund am Werk sind. Diese Kräfte, das ist etwas Grausames. Das ist auch abzulehnen. Ich möchte es nicht übertreiben, aber diese Affäre ist für mich ein österreichisches Watergate. Mit dem Unterschied, dass es noch immer eine unsichtbare Kraft gibt im Hintergrund, die voll aufgeklärt werden muss. Diese volle Aufklärung ist im Interesse der ganzen Bevölkerung, und da müssen alle Kräfte im Staat zusammenwirken."


Der Bischof erklärte dann, dass beide Seiten nicht moralisch einwandfrei agieren. "Weder die vor der Kamera, noch die hinter der Kamera. Aber ich muss auch ehrlich sagen, ich vertraue darauf, dass in Österreich die Demokratie und die Institutionen so stark sind und auch funktionieren, dass wieder Licht in diese moralische Sonnenfinsternis kommt. Papst Paul VI. hat von Österreich einmal als von der Insel der Seligen gesprochen. Ich weiß, er hat es positiv gemeint, aber auch diese Insel kennt ihre Sümpfe und hat auch wieder Arbeit, diese Sümpfe auszutrocknen und aufzuarbeiten, um wieder ins positive Licht in Europa und in der Welt gerückt zu werden", so der Bischof, der dann auch sagte, dass der Wähler viel konservativer sei, als wir annehmen. "Vor allem, wenn es um Geld, um Lüge und um Sex geht. Da fordern die Menschen auch immer diese alten zehn Gebote, den Dekalog ein. Und die strafen dann auch die Politiker und die Politik ab, wenn man sich nicht an diese Dinge hält.“

Foto Bischof Zsifkovics (c) Diözese Eisenstadt


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