Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Wie wird das „pro multis“ im neuen Messbuch übersetzt werden?
  2. Bischof Wilmer: "Wir wollen keinen deutschen Sonderweg"
  3. „Brot für die Vögel?“ – Können Protestanten zur Hl. Kommunion zugelassen werden?
  4. ‚Ein Doktor der Theologie hat keine Ahnung von der Auswirkung von Gruppeneffekten‘
  5. Bätzing gegen Papst Leo
  6. Der anderskatholische Papstkritiker
  7. Kardinal Fernández räumt geringes Interesse an seinem Dokument über Mission ein
  8. Scott Hahn: Die frühe Kirche war nicht protestantisch
  9. Revision des Messbuchs geht in nächste Phase - Erprobung 2027 geplant
  10. Musikerlegende Bob Dylan bei Papst Leo XIV. im Vatikan
  11. ‚Entschuldigung, aber … was?‘
  12. Drei Stunden im Fegefeuer
  13. „Das Leben mit Jesus muss zu hundert Prozent gelebt werden – sonst lohnt es sich nicht!“
  14. Warum ausgerechnet ein Augustiner-Pater Patron der armen Seelen ist
  15. Organspende? - Schweigen ist keine Zustimmung, Hirntod ist kein Tod im landläufigen Sinne

„Das Maschinengewehr Gottes“

28. Oktober 2019 in Buchtipp, 6 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Thomas Alber hat ein informatives und spannendes Buch über einen Jesuiten geschrieben: „Pater Johannes Leppich“ - Man nannte ihn wegen seiner schnellen Rede auch „Das Maschinengewehr Gottes“. Rezension von Hans Jakob Bürger


Düsseldorf (kath.net) Pater Leppich (1915-1992) predigte in Kirchen und auf Plätzen. Er reiste durch Deutschland, später auch durch Europa und in die ganze Welt, und predigte von Gott und über die Menschen. In ein Zirkuszelt in Essen kamen 1948 über 5000 Menschen, um ihn zu hören. Das war der Anfang. Wie bei einem mittelalterlichen Bußprediger vom Schlage eines Antonius von Padua, Marcus von Aviano oder Petrus von Alcantara scharten sich die Massen um ihn, wenn es hieß: Pater Leppich kommt. Er nahm kein Blatt vor den Mund, um die katholische Wahrheit zu verkünden. Auch dann nicht, wenn er Scherereien befürchten musste und oft genug auch bekam. Aber die Menschen wollten ihn hören, allen voran die Katholiken.

Auch Kirchenferne kamen, um seine Reden gegen den Kommunismus zu verfolgen. Leppich redete frei, er brauchte kein Redemanuskript. Schnell verging die Zeit; eine Stunde, gerne auch noch mehr.

Mit deutlichen Worten benannte er den moralischen Verfall der Zeit, die ja nicht nur wirtschaftlichen Aufschwung bedeutete. Leppich „hatte den Hunger gespürt, der überall nach dem lebendigen, gesprochenen Wort aufgebrochen war“. Pater Johannes Leppich sprach die Menschen persönlich an. Als er einmal vor der aufkommenden Pornographie warnte, sprach er:

„Und jetzt frage ich Dich, Mädel, kennst Du den Mann, den Du Deinen Bräutigam nennst? Mit dem Du eines Tages vor den Traualtar treten willst? Ist er etwa auch einer jener Tangojünglinge, die Augenränder haben wie die Autoreifen? Weißt Du auch, dass in jedem Mann ein Ritter und ein Raubritter steckt? Hüte Dich davor, den Raubritter, den Casanova in ihm herauszufordern! Denn dann wird er an Deiner Seite die Straße mit geilen Augen wie ein Scheinwerfer nach sexueller Aufputschung abgrasen. Dann wird er Dich später in der Ehe mißbrauchen, er wird Dich leid werden und dann wegwerfen wie eine zerknitterte Papierserviette.“


Pater Leppich hatte keine Angst. Er predigte sogar auf der Reeperbahn und sprach auch hier die Menschen ganz konkret an. So redete er eine Prostituierte an und sprach: „Hör mal, nach zehn Jahren wird Dich Deine Bordellmutter zum Teufel jagen, und Du wirst Dich vor Dir selbst in Deiner Dachstube ekeln. Und dann, wenn kein Freund mehr auf Dich wartet, vielleicht wartet dann noch ein Freund, hoffentlich, und das ist Jesus Christus“.

Pater Leppich sprach zu allen; er ging in die Gefängnisse, in die Elendsviertel auf der ganzen Welt. Bei den Reichen sammelte er das Geld, das er unter den Armen verteilte.

In den 50er Jahren begann er Bücher zu schreiben: z. B. „3xSatan“, über den Materialismus, den Sexismus und den Liberalismus. Leppich wollte, dass sich jedes Kind wenigstens „acht Minuten am Tag mit dem Herrgott“ beschäftigen sollte, und verfasste für sie ein Kinderbrevier. Viel beachteter aber wurde sein Besuch „Christus auf der Reeperbahn“.

Mehrere der Lebenswerke Pater Leppichs haben bis heute Bestand. So ist er einer der Gründerväter der Telefonseelsorge, Initiator des Priesternotrufs „SOS“ als Autoaufkleber und der Schilder der Gottesdienstzeiten an den Ortseingängen.

Pater Leppich hat auch die internationale ökumenische Laienbewegung „action 365“ gegründet. Die Mitglieder der „action 365“ treffen sich in Kleingruppen, lesen und meditieren die Heilige Schrift und engagieren sich missionarisch und sozial. Ein jährlicher Schriftleseplan erleichtert den Mitgliedern die notwendige tägliche Schriftlesung.

Was Pater Johannes Leppich „bis zu seinem Tod (1992) hasste, das waren gleichgültige, laue und nicht begeisterungsfähige Katholiken“, die „allgemeine katholische Lethargie und Zähflüssigkeit so vieler Amateur-Katholiken“.

Gegen Ende seines Lebens war Pater Johannes Leppich sehr krank. Er starb am 7. Dezember 1992. Irgendwann notierte er:

„Ich habe getan, was ich konnte, trotzdem hätte ich mehr tun können. Ich hätte selbstloser sein können, hätte nicht so radikal, sondern gütiger sein müssen und vor allem nicht so eitel sein dürfen … Denn eines habe ich gelernt: Gott braucht keinen Pater Leppich.“

Ein sehr lesenswertes und unterhaltsames Buch über einen Menschen und Priester, über die Kirche und die Welt seiner Zeit!

kath.net-Buchtipp
Pater Johannes Leppich
Das Maschinengewehr Gottes
Von Thomas Alber
Taschenbuch, 176 Seiten; 75 SW-Fotos
2019 Fe-Medienverlag
ISBN 978-3-86357-239-6
Preis Österreich: 10.30 EUR

Bestellmöglichkeiten bei unseren Partnern:

Link zum kathShop

Buchhandlung Christlicher Medienversand Christoph Hurnaus, Linz:
Für Bestellungen aus Österreich und Deutschland: [email protected]

Buchhandlung Provini Berther GmbH, Chur:
Für Bestellungen aus der Schweiz/Liechtenstein: [email protected]

Alle Bücher und Medien können direkt bei KATH.NET in Zusammenarbeit mit der Buchhandlung Christlicher Medienversand Christoph Hurnaus (Auslieferung Österreich und Deutschland) und der Provini Buchhandlung (Auslieferung Schweiz und Lichtenstein) bestellt werden. Es werden die anteiligen Portokosten dazugerechnet. Die Bestellungen werden in den jeweiligen Ländern (A, D, CH) aufgegeben, dadurch entstehen nur Inlandsportokosten.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Buch

  1. Pater Adam
  2. Vatikan-Buchhandlung "Benedikt XVI." in Rom schließt
  3. Der Tod ist ein Kommunist
  4. Taufe: die schönsten Buchgeschenke
  5. Gott und die Welt
  6. Braut Christi
  7. „Träumer, Kämpfer, Gentleman“
  8. Gott macht unruhig
  9. Wer sich anpasst, kann gleich einpacken
  10. „Der nächste Papst“: Welchen Herausforderungen muss er sich stellen?







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Tragödie in Florida: Pilot betete kurz vor Flugzeugabsturz das Vaterunser
  3. Schwindler feierte im Bistum Turin monatelang Messe und hörte Beichten
  4. Regensburger Bischof Voderholzer: „Jungen Menschen zuhören und Perspektiven aufzeigen“
  5. Die ersten US-Märtyrer für die Heiligkeit der Ehe: Seligsprechung der Märtyrer von Georgia
  6. Revision des Messbuchs geht in nächste Phase - Erprobung 2027 geplant
  7. Neuer Visitator für Medjugorje: Cavina folgt auf Cavalli
  8. Der Tod unter dem Horizont der Auferstehung und die Hoffnung auf das ewige Leben
  9. Der katholische Osten in der Analyse
  10. „Die Kirche gewinnt an Kraft dank eines Anstiegs bei den Konversionen zum Katholizismus“
  11. Manuel Ostermann: „Ich möchte hier widersprechen, liebes WDR“
  12. ‚Entschuldigung, aber … was?‘
  13. Sozialbeauftragter des Papstes bringt Spenden in die Ukraine
  14. IMABE: Sterbehilfe-Entwicklung in Belgien wirft Fragen auf
  15. Uruguay, man muss sich auf den Weg machen! Leo XIV. vertraut Uruguay der Gottesmutter an

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz