Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Der deutsch-synodale Irrweg in Zahlen: Nur 25 Priesterweihen in ganz Deutschland im Jahr 2025!
  2. Vom Elend der Fürbitten
  3. Vatikanische Theophantasien zur Frauenfrage
  4. Papst Leo auf Versöhnungskurs
  5. „Die meisten Seelen dort sind die, welche nicht an die Existenz der Hölle geglaubt haben“
  6. Theologe Thomas Söding: „Es braucht eine katholische Internationale!“
  7. Der stumme Gott unserer Zeit
  8. Wenn der Wiener Erzbischof den Heiligen Geist gegen das Kirchenrecht ausspielen möchte
  9. EuGH-Urteil: Deutscher Kirchenaustritt kein automatischer Kündigungsgrund
  10. Realitätsverlust im Bistum Chur
  11. BDKJ Nordrhein-Westfalen will Verbot der AfD
  12. Bischof Elbs ermutigt zur Beichte: "Herz ordnen und sich auf Ostern vorbereiten"
  13. Muslime wählen SPD und Linke, Christen wählten CDU
  14. Krautwaschl zu Grünwidl: Bin nicht gezwungen worden!
  15. Michelle Obama ermutigt Mütter arbeiten zu gehen

Gott hat keine Angst vor deiner Geschichte!

5. Jänner 2020 in Chronik, 4 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Mut, sich seinen Problemen zu stellen: Die Therapeutin Friedegard Warkentin sprach auf der MEHR-Konferenz in Augsburg. Von Petra Knapp-Biermeier.


Augsburg (kath.net/pkb) Zum Thema „Ganz ganz sein“ sprach die deutsche Therapeutin Friedegard Warkentin in ihrem Vortrag am Sonntag auf der MEHR-Konferenz in Augsburg. Warkentin ist Supervisorin, System- und Traumatherapeutin sowie Gründerin und Leiterin der Therapeutischen Gemeinschaft ESER 21 in Augsburg.

Das Wort „Therapie“ sei bei Christen oft negativ besetzt, bemerkte die Therapeutin und verheiratete Mutter zweier Töchter. Jesus sei jedoch „der größte Therapeut“; seine Jünger seien gleichsam eine „therapeutische Gruppe“ gewesen, eine Gruppe, in der Heilung passierte. Unter Christen ortet Warkentin ein hohes „Leugnungspotential“, was Probleme betrifft.

Christen wünschten zwar „gut, nett und freundlich“ zu sein und sich richtig zu verhalten; viele wollten nicht richtig hinschauen, „was in der Tiefe bei ihnen los ist“, Probleme würden weggedrückt, berichtet Warkentin aus ihrer Erfahrung. Der Auftrag, anderen zu helfen und ihnen nahe zu sein, scheitere dann genau an den eigenen verdrängten Verletzungen.


Die Therapeutin appellierte an die Teilnehmer der MEHR2020, genau ins eigene Herz zu schauen, dorthin wo du dich gefangen oder gebunden fühlst, wo Süchte sind etcetera. „Du trägst vieles heimlich mit dir herum.“ Viele Menschen seien fixiert auf den „Kopf“, also darauf, ihr Leben mit Hilfe der Vernunft auf die Reihe zu kriegen.

Gott entgegne dieser Haltung jedoch: „Verlass dich nicht auf deinen Verstand.“ Der Verstand müsse gebraucht und von Gott erhellt werden, damit „echte Weisheit wächst“. Es gebe einen großen Unterschied zwischen Wissen und Weisheit: „Wissen ist Macht, Weisheit ist eine Brücke zum anderen.“ Sich allein über den Verstand zu retten, sei gefährlich und führe zu tiefen Schäden, denn der Mensch sei viel mehr.

„Die ungeheilten Wunden sind Zielscheiben des Feindes, sind Trigger, wo er seine Pfeile hinein setzt“, mahnte Warkentin. Sie kenne viele kompetente Personen, die Kleinigkeiten – etwa ein irritierender Anruf – komplett aus der Fassung bringen, sodass sie irrationale Entscheidungen treffen, die mit ihren ungeheilten Wunden zu tun haben.

Über diese Verletzungen seien wir jedoch permanent „angreifbar“ und deswegen führe kein Weg daran vorbei, sie zu bearbeiten und ins Licht der Wahrheit zu halten. „Wenn du unter Druck kommst, was kommt da raus aus dir?“, führte sie die Teilnehmer durch ein „Mini-Therapie“. „Ich wusste gar nicht, dass ich soviel Misstrauen in mir habe, so viele Schmerzen und Rebellion“, bekannte die Therapeutin aus ihrem eigenen Leben.

„Wir gehen in eine Zeit hinein, wo wir Christen ein neues Standing brauchen“, ermutigte sie die Zuhörer. Jesus warte darauf, „dass wir den Mut haben, da hin zu schauen“. Warkentin: „Gott hat keine Angst vor deiner Geschichte, vor den Leichen in deinem Keller. Er weiß, dass wir nicht gut sind, aber unendlich kostbar und liebenswert.“


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 Stefan Fleischer 6. Jänner 2020 

In meiner Jugendzeit

gab es die Psychotherapie - zumindest im heutigen Umfang - noch nicht. Dafür gab es noch viel mehr Seelsorge als heute. Der Unterschied ist: Psychotherapie kümmert sich um die Wunden der Psyche, welche die verschiedensten, meist von aussen kommenden Ursachen haben. Die Seelsorge kümmert sich um jene Wunden, welche die eigene Sünde der unsterblichen Seele des Menschen zufügen kann und/oder zugefügt hat. Letztere kann Psychotherapie nicht heilen. Für diese gibt es keine menschlichen Medikamente und Therapien. Für sie gibt es nur das Kreuz, die Erlösung aus Sünde und Schuld durch Christus, unseren Herrn. Leider wird dieser Unterschied heute nur allzu gerne verwischt. Grund dafür der der sich immer mehr ausbreitende Selbsterlösungswahn des Menschen. Die Psychotherapie könnte hier einen sehr wichtigen Beitrag leisten, indem sie diese Wahnvorstellungen ausräumt. Dazu aber müsste wieder Gott ins Zentrum von allem gestellt, und die Sünde wieder eine Sünde genannt werden.


6
 
 Andrzej123 5. Jänner 2020 
 

@Rolando

Danke für die Ergänzung, der ich nur vollständig zustimmen kann.
Wir sollen bekanntlich "70 mal 7 mal" verzeihen, doch können wir das meist nicht so ohne weiteres.
Zeit spielt eine Rolle, die Gnade Gottes und die Erkenntnis, selbst auch zu gesündigt zu haben.
Daher gingen die Älteren zuerst raus, als Jesus bzgl der Ehebrecherin die Frage nach "dem ersten Stein" aufwarf.

Freud dachte ursprünglich, dass die Erinnerung an das "Verdrängte" in einer Art Katharsis zu "Heilung" führen würde, jedoch behielten seine Kritiker recht, die statt Heilung finanziellen Umsatz via Chronifizierung und Laboriererei voraussahen.
Hinzu kommt oft weitere Chaotisierung bis hin zum Verbrechen durch Rache, zu der die "wieder bewusst gemachte Wunde" verführen kann.
Die Vorstellung, seine Seele irgendwie reparieren zu können, ist per se krankheitserregend (Adorno)... und Gott hat uns allen eben auch Verstand gegeben.


3
 
 Rolando 5. Jänner 2020 
 

Andrzej123

Wunden haben Verursacher. Wichtig ist es die Wunden aufzudecken lassen, vom Hl.Geist, dann ist Vergeben sehr wichtig, ja notwendig. Den Herrn bitten, in diese Wunde zu kommen, bei ihm ist alles Gegenwart, auch Vergangenes. Therapeuten können hilfreich sein, beim Finden der Wunden, doch heilen können sie nicht, das kann nur der Herr, er allein hat Zugang zur Seele, entgegen der Meinung der Esoteriker, die sich oft als Seelenklempner verkaufen.


7
 
 Andrzej123 5. Jänner 2020 
 

Friedegard Warkentin irrt

Wunden heilen nicht dadurch, dass man an ihnen herumpuhlt, sondern indem man sie in Ruhe lässt.
Das ist bei der Seele nicht anders als beim Körper.
(Die Geschichte von Lots Frau weist bereits darauf hin.)
Es ist vielleicht zu wenig bekannt, dass diese letztlich auf Freud zurückgehende Art von Psychotherapie, wie von Frau Warkentin (sicher in guter Absicht) in modifizierter Form vertreten, von einem erheblichen Teil der Zunft schon lange als kontraproduktiv verworfen wird.
Um aktuelle Lebenskrisen zu bewältigen, gibt es bessere Wege als diese als angebliche Folge früherer "Traumata" /"Wunden" zu deuten und idR ewig (!!) zu "bearbeiten".
Der Mensch benötigt Gottes Wort und Hilfe, doch eine scheinbiblische letztlich atheistische und esoterische Schriftdeutung kann ihn davon auch abschneiden.


5
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Ökumene

  1. „Diese Einheit ist zutiefst begründet im gemeinsamen Glauben und in der einen Taufe“
  2. „Mit den beiden Lungenflügeln atmen“, singen und beten
  3. Papst veröffentlicht Schreiben zur Einheit der Christen
  4. Der Augenblick Gottes: Die Begegnung von Papst Paul VI. und Patriarch Athenagoras
  5. Die Ost- und Westkirche – „Schwesterkirchen“ - Die Brüder Andreas und Petrus treffen sich
  6. „Brückenbauer für die Einheit der Christen“
  7. "Einstellung von Patriarch Kyrill irritiert und erschüttert!"
  8. Kardinal Koch: Papstreise war Gewinn für Ökumene
  9. Churer Bischof Bonnemain möchte ‚Konfessionelle Eigenarten’ zugunsten der Ökumene ‚redimensionieren’
  10. Protest lehramtstreuer Katholiken: ‚Das kann nicht die echte Ökumene sein’






Top-15

meist-gelesen

  1. kath.net ISLAND REISE im JULI 2026 - ANMELDE-DEADLINE - 25. MÄRZ!!!
  2. Oktober 2026 - Wunderbares SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Krautwaschl zu Grünwidl: Bin nicht gezwungen worden!
  4. "Er hat meine Pläne durchkreuzt": Warum der Teufel Angst vor Johannes Paul II. hatte
  5. Realitätsverlust im Bistum Chur
  6. Wenn der Wiener Erzbischof den Heiligen Geist gegen das Kirchenrecht ausspielen möchte
  7. „Die meisten Seelen dort sind die, welche nicht an die Existenz der Hölle geglaubt haben“
  8. Heimisch sein im Vatikan - Papst Leo XIV. wohnt wieder in der klassischen Papstwohnung
  9. Eine große BITTE an Ihre Großzügigkeit! - FASTENSPENDE für kath.net!
  10. Der deutsch-synodale Irrweg in Zahlen: Nur 25 Priesterweihen in ganz Deutschland im Jahr 2025!
  11. Einladung zur Novene zum Hl. Josef
  12. Vom Elend der Fürbitten
  13. Papst Leo auf Versöhnungskurs
  14. Hatte J.D. Vance doch Recht? Wenn Hitler-Vergleiche in Deutschland die Polizei auf den Plan rufen
  15. 'Ich verstehe Gott nicht': Ältester Deutscher feiert 110. Geburtstag

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz