Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Papst Leo XIV. geht auf Distanz zu Kardinal Marx und seinen geplanten Homo-Segnungen
  2. Marx erlaubt Segnung homosexueller Paare
  3. George Weigel an Kardinal Hollerich: Hat die Kirche Christus zweitausend Jahre lang missverstanden?
  4. US-Moderator Sean Hannity hat die katholische Kirche verlassen.
  5. Diplomatischer Coup: US-Präsident Trump verhindert Hinrichtung von acht Frauen im Iran
  6. Gericht verhandelt über Diskriminierung einer Lebensschutzgruppe an der Uni Heidelberg
  7. Leo XIV. über Papst Franziskus: Ein großes Geschenk für die Welt
  8. ‚Augustiner für den Frieden‘ – Der spätere Leo XIV. bei einer Friedensdemonstration in Rom 1983
  9. Ein Brief vom Papst an die Kardinäle und der Stilwechsel in Rom
  10. „Wenn man der Wahrheit einen Namen geben möchte, ist das sicher Gott“
  11. Pater Karl Wallner warnt vor Naivität: 'Politischer Islam hat bei uns keinen Platz'
  12. Der 6. Münchner Marsch fürs Leben setzt ein starkes Zeichen für das Lebensrecht
  13. Renaissance des Glaubens: Amerikas junge Männer kehren in die Kirchen zurück
  14. Finanzströme des Islam-Terrors: Hisbollah-Netzwerke bis nach Österreich aktiv
  15. Israel: Haftstrafe für zwei Soldaten nach schwerem Vandalismus an Kruzifix

Der nächste Papst - Leseprobe 5

29. August 2020 in Buchtipp, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Leseprobe 5 des Papst-Biografs George Weigel, der in seinem neuen Buch das Idealbild eines Papstes entwirft


Linz (kath.net)

Der nächste Papst wäre gut beraten, einen leitenden Mitarbeiter zu suchen, der ihm helfen kann, den Reformbedarf in der römischen Kurie zu ermitteln – einschließlich der Entlassung inkompetenter oder korrupter Beamter – und die Arbeit der Kurie anschließend so zu koordinieren, dass sie zu einem effektiven Instrument im Dienst des Petrusamts wird.

Im Sinne dieser Effizienz wird es erforderlich sein, ein Klima der Zusammenarbeit zu fördern, anstelle des Gefühls der Angst, das die Kurie in der Vergangenheit zuweilen beherrscht hat, und anstelle des Nepotismus und des ehrgeizigen Gerangels um Bevorzugung, von dem manche Aspekte des Kurienlebens allzu oft gekennzeichnet sind.

Die eine oder andere Strukturreform mag durchaus geeignet sein, Tendenzen abzuschwächen, bei denen nicht alle am selben Strang ziehen, wie es unter den Menschen in jeder Bürokratie vorkommt. Dies ist jedoch besonders kontraproduktiv in einer Organisation, deren Zweck darin besteht, den Nachfolger Petri bei seiner Arbeit der Förderung der Neuevangelisierung zu unterstützen. Entscheidend für die effektive Funktion der römischen Kurie ist jedoch - das darf hier nochmals wiederholt werden – der Charakter derer, die ernannt werden, um dort zu arbeiten. Der nächste Papst kann nicht der Personalchef der Kurie sein. Er muss jedoch einen leitenden Mitarbeiter finden, der diese wesentliche Arbeit für ihn und mit ihm erledigen kann.


Man kann nicht oft genug darauf hinweisen, dass die finanzielle Integrität der Führung des Zentrums der Kirche im 21. Jahrhundert eine wesentliche Voraussetzung für die kirchliche Verkündigung des Evangeliums ist. Glaubwürdige Berichte über dubiose vatikanische Finanztransaktionen auf den internationalen Märkten sowie eine undurchsichtige (oder gar nicht existente) vatikanische Finanzplanung und ein Abrechnungsverfahren haben der Evangelisierung im 21. Jahrhundert großen Schaden zugefügt. Es ist absurd und skandalös, dass der Heilige Stuhl über gewaltige Mengen an „Schwarzgeld“ verfügt, die ohne angemessene Prüfung und, wenn überhaupt, nur mit einer sehr unzulänglichen Rechnungslegung investiert werden.

Der nächste Papst muss dieser groben Misswirtschaft ohne Rücksicht auf eventuelle Rufschädigungen oder kurzfristige finanzielle Rückschläge ein Ende bereiten. Was der heilige Paulus vor zwei Jahrtausenden an die Korinther geschrieben hat, gilt auch für die römische Kurie unserer Tage: „So soll man uns betrachten: als Diener Christi und als Verwalter von Geheimnissen Gottes. Von Verwaltern aber verlangt man, dass sie sich als treu erweisen“ (1 Kor 4,1–2). Obwohl in der Zentralverwaltung der Kirche viele gute und treue Männer und Frauen tätig sind, hat das Vertrauen in die finanzielle Integrität der römischen Kurie in den vergangenen Jahrzehnten großen Schaden genommen. Diesen Schaden zu beheben, dieses Vertrauen wiederherzustellen und die drastischen Maßnahmen zu ergreifen, die nötig sind, um den Heiligen Stuhl vor einer ausgewachsenen Finanzkrise zu bewahren, muss zu den Prioritäten des nächsten Papstes gehören.

Die Finanzreform des Vatikans ist schon für sich genommen wichtig. Sie ist aber auch wichtig für die Verkündigung des Evangeliums. Wer diesen Zusammenhang nicht erkennt, sollte mit den Finanzen des Heiligen Stuhls nichts zu tun haben.

Um das Vertrauen in die finanzielle Integrität des Vatikans wiederherzustellen, wird es erforderlich sein, dass der nächste Papst die Befugnisse kompetenter Laien und Laiinnen in der Finanzverwaltung des Heiligen Stuhls ausweiten muss. Kompetenz im Bereich der Finanzen gehört nicht unbedingt zu den mit dem Weihesakrament verliehenen Gnaden. Und leider ist die Priesterweihe auch keine Garantie für ehrenhaftes finanzielles Gebaren. In den letzten Jahrzehnten sind viele Fortschritte bei der Finanzreform des Vatikans durch Laien erzielt worden. Der nächste Papst sollte sich das zu Herzen nehmen.

Im Zuge der Kurienreform wird es auch erforderlich sein, personelle und finanzielle Ressourcen umzuschichten und dort einzusetzen, wo sie am dringendsten benötigt werden. Um nur ein Beispiel zu nennen: Als Reaktion auf die Verbrechen, Sünden und Skandale des sexuellen Missbrauchs durch Priester sind der Kongregation für die Glaubenslehre neue Aufgabenbereiche, aber nicht genügend Ressourcen zugewiesen worden, um dieser Verantwortung gerecht zu werden. So kam es, dass die Kongregation von Missbrauchsfällen und anderen Fällen priesterlichen Fehlverhaltens überschwemmt wurde; die Ermittlungen und Beurteilungen dieser Fälle gehen nur langsam voran; und es verstärkt sich, so unfair dies auch ist, der Eindruck, dass die Kirche weiterhin die Fälle des sexuellen Missbrauchs durch Priester verzögert.

kath.net Buchtipp
Der nächste Papst - Das Amt des Petrus und eine missionarische Kirche
Von George Weigel
Media Maria 2020
160 Seiten
ISBN: 9783947931248
Preis: 17,50 Euro


Bestellmöglichkeiten bei unseren Partnern:


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Papst

  1. Leo XIV. über Papst Franziskus: Ein großes Geschenk für die Welt
  2. Papst Hadrian VI. (1522-1523) und sein Besuch in Monaco
  3. Kardinal Müller: „Von der ‚Kirche des Franziskus‘ zu sprechen“, „das ist für mich eine Häresie“
  4. Leo XIV. in den Vatikanischen Grotten: Er betet auch an den Gräbern von Pius XII. und Benedikt XVI.
  5. Bemerkenswerte Rede von Papst Leo über Kardinal Merry del Val, Mitarbeiter von Leo XIII. und Pius X.
  6. Leo XIV. Brückenbauer für die Kirche - Die Biographie - Leseprobe 4
  7. Leo XIV. Brückenbauer für die Kirche - Die Biographie - Leseprobe 3
  8. Leo XIV. Brückenbauer für die Kirche - Die Biographie - Leseprobe 2
  9. Leo XIV., Brückenbauer für die Kirche - Die Biographie
  10. Kardinal Müller: Der nächste Papst muss der Homo-Lobby die Stirn bieten







Top-15

meist-gelesen

  1. Große SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  2. Papst Leo XIV. geht auf Distanz zu Kardinal Marx und seinen geplanten Homo-Segnungen
  3. Marx erlaubt Segnung homosexueller Paare
  4. „Wenn man der Wahrheit einen Namen geben möchte, ist das sicher Gott“
  5. Christus, das Licht der Jugend und der Familien
  6. Ein Brief vom Papst an die Kardinäle und der Stilwechsel in Rom
  7. George Weigel an Kardinal Hollerich: Hat die Kirche Christus zweitausend Jahre lang missverstanden?
  8. Keine Bistums-Erlaubnis für Afrika-Madonna in der Gebetsstätte Marienfried
  9. Diplomatischer Coup: US-Präsident Trump verhindert Hinrichtung von acht Frauen im Iran
  10. "Einfach viel unverschämter vom persönlichen Glauben erzählen"
  11. Papst um Entspannung bemüht: Reden in Afrika sind keine Fern-Debatte mit Trump
  12. Der Fall „Correctiv“: Ein journalistischer Sündenfall und seine Folgen
  13. Der 6. Münchner Marsch fürs Leben setzt ein starkes Zeichen für das Lebensrecht
  14. US-Moderator Sean Hannity hat die katholische Kirche verlassen.
  15. Bischof Ivo Muser: "Der größte Mangel, den wir in unserer Diözese haben, ist der Gläubigenmangel"

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz