Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Die Alte Messe braucht die Piusbruderschaft nicht
  2. Eduard Habsburg: Alte Messe ist ‚absolute Antithese zur heutigen Welt‘
  3. Kurienerzbischof Pozzo: „Die beiden Formen des Römischen Ritus nicht gegeneinander ausspielen“
  4. Erzbistum Washington entlässt Exorzisten wegen Äußerungen zu UFOs und Dämonen
  5. "Wir haben kleines Gebet gesprochen, weil wir glauben, daß Jesus durch das Spiel verherrlich wird"
  6. Bischof Algermissen: kfd-Positionspapier zu § 218 StGB ist nicht katholisch
  7. Moskauer Patriarch Kyrill könnte auf EU-Sanktionsliste kommen
  8. Linksfeministinnen haben einst katholischen Verband übernommen
  9. Besorgniserregende antidemokratische und gewaltaffine Haltungen bei jungen Muslimen
  10. Die Menschenwürde hat keinen Reisepass
  11. „Alles, was auch nur entfernt katholisch aussieht, zu hinterfragen, davor zu warnen“
  12. Verbrechen gegen Menschlichkeit und gegen das Christentum durch Russland!
  13. ‚Jedes Knie soll sich beugen‘: Erzbischof Fisher ruft zum Knien vor der Eucharistie auf
  14. ‚Das Christentum ist in Deutschland inzwischen fast so bedroht wie das Auerhuhn‘
  15. Papst: „Ich bin zutiefst berührt, dass Sie darüber sprechen können“

Papstlose Residenz: Castel Gandolfo hat sich verändert

26. Juni 2021 in Chronik, 19 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Es war die sagenumwobene Sommerresidenz der Päpste für Jahrhunderte - Dann brach Papst Franziskus mit der Tradition seiner Vorgänger - Von Kathpress-Korrespondentin Anna Mertens.


Castel Gandolfo (kath.net/ KAP)

Die Uhren scheinen stehen geblieben: Auf dem Schreibtisch lässt neben Brieföffner und Kugelschreiber ein bayerisches Fähnchen den Kopf hängen. Auf dem Holztisch im Hintergrund stehen zwölf Bände vom deutschsprachigen katholischen "Lexikon für Theologie und Kirche". Ob bewusst drapiert oder Relikte, alles in der Päpstlichen Sommerresidenz Castel Gandolfo erinnert an Papst emeritus Benedikt XVI. Und nichts - abgesehen vom obligatorischen Foto über den Ticketschaltern - an den amtierenden Papst Franziskus.

Das 55 Hektar große Areal in den Albaner Bergen nahe Rom mit Palast diente von Anfang des 17. Jahrhunderts bis 2014 als Sommerresidenz der Päpste. Papst Benedikt XVI. kam gerne hierher, auch sein Vorgänger Johannes Paul II. war vielgesehener Gast. Auf dem Gelände liegt ein päpstlicher Gutshof mit Landwirtschaft, die vatikanische Sternwarte und diverse historische Anwesen. Doch mit Franziskus änderte sich alles. Er entschied, die Sommerresidenz oberhalb des Vulkankratersees nicht selbst zu nutzen, sondern als Museum zu öffnen. Der Argentinier war nur einmal dort, um im Frühjahr 2013 seinen Vorgänger zu besuchen, bevor dieser in den Vatikan umzog.


Zunächst wurde nur der Barbarini-Garten für vorangemeldete Besuchergruppe geöffnet. Im Jahr darauf wurde die Päpstliche Porträtgalerie allen zugänglich gemacht, was die Besucherzahl verdreifachte. Seit 2016 sind auch die einstigen Papstgemächer für Besichtigungen zugänglich. 2017 kamen etwa 110.000 Besucher. Doch mit aktuellen Besucherzahlen hält sich der Vatikan bedeckt und auch beim Rathaus des Städtchens gibt es keine Statistiken. Ob es nun mehr oder weniger Besucher sind als zu Zeiten Benedikts XVI., bleibt letztlich unklar.

An einem sommerlichen Junitag ist es ruhig in Castel Gandolfo, das liegt sicher auch an den Nachwehen der Pandemie - im vergangenen Jahr waren die Päpstlichen Villen pandemiebedingt drei Monate geschlossen - aber wohl nicht nur. Die Verkäuferin im Souvenir- und Devotionalien-Geschäft direkt neben dem Palasteingang zögert bei der Frage, ob der Ort sich unter Franziskus verändert habe. Üblicherweise seien es nur die Sommermonate gewesen, in denen Pilger und Touristen kamen, nun verteile sich der Tourismus über das ganze Jahr, sagt sie abwiegend.

Im Augenblick sei es ruhig, aber Kunden für religiöse Artikel, wie es groß über der Tür geschrieben steht, gebe es weiterhin. "Das Geschäft ist gleichgeblieben", sagt die Frau, die ihren Namen nicht nennen möchte. Enzo Policari, Pfarrer der katholischen Gemeinde in Castel Gandolfo, bestätigt das: "Früher kamen die Gläubigen und Touristen nur im Sommer, jetzt kommen sie das ganze Jahr über."

Derzeit ist von Pilgern oder Touristen wenig zu sehen und auch an der Einlasskontrolle zum Päpstlichen Palast ist es ruhig. Die beiden Polizisten blicken gelangweilt auf ihre Handys und winken die Besucher durch. Taschenkontrolle im Blitzdurchgang, im Vatikan undenkbar. Auf dem Gelände selbst können die Gärten nur in Begleitung und der Palast individuell besichtigt werden. Im Palasthof steht ein kleiner Fuhrpark früherer Päpste - viele Mercedes-Benz-Modelle, einige Toyota und ein weißer Piaggio.

Im Palast herrscht Stille, vereinzelt sieht man Touristen, die durch die Porträtgalerie schlendern. In den ehemals privaten Papstgemächern sind die Fenster weit geöffnet. Der Blick über die sattgrüne Landschaft und den Albaner See ist atemberaubend. Es scheint, als ob das Gebäude über dem Wasser schwebe. Davon abgesehen wirkt der Ort leblos.

Zurück im Freien berichtet Marco, der unter der Woche in den Vatikanischen Museen arbeitet, über die 24 Kilometer, die er am Tag durch den prächtigen Barbarini-Garten der päpstlichen Residenz geht - ein Lichtblick in seiner Arbeitswoche, wie er sagt. Vielleicht sind die Distanzen ja auch ein Grund, weshalb der rücken- und kniekranke Papst Franziskus nicht mehr die Sommermonate in Castel Gandolfo verbringen möchte. An der Pracht und Perfektion des Gartens ändert das nichts. Doch auch hier erinnern verlassene Wärterhäuschen an frühere Zeiten. "Das waren die Posten für die Schweizergarde", sagt Marco. Jetzt sind sie Relikte aus einer anderen Zeit.

 

Copyright 2021 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Papst

  1. Leo XIV. über Papst Franziskus: Ein großes Geschenk für die Welt
  2. Papst Hadrian VI. (1522-1523) und sein Besuch in Monaco
  3. Kardinal Müller: „Von der ‚Kirche des Franziskus‘ zu sprechen“, „das ist für mich eine Häresie“
  4. Leo XIV. in den Vatikanischen Grotten: Er betet auch an den Gräbern von Pius XII. und Benedikt XVI.
  5. Bemerkenswerte Rede von Papst Leo über Kardinal Merry del Val, Mitarbeiter von Leo XIII. und Pius X.
  6. Leo XIV. Brückenbauer für die Kirche - Die Biographie - Leseprobe 4
  7. Leo XIV. Brückenbauer für die Kirche - Die Biographie - Leseprobe 3
  8. Leo XIV. Brückenbauer für die Kirche - Die Biographie - Leseprobe 2
  9. Leo XIV., Brückenbauer für die Kirche - Die Biographie
  10. Kardinal Müller: Der nächste Papst muss der Homo-Lobby die Stirn bieten






Top-15

meist-gelesen

  1. SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz - ANMELDUNG nur noch bis 22. JUNI!!!
  2. Die Alte Messe braucht die Piusbruderschaft nicht
  3. Erzbistum Washington entlässt Exorzisten wegen Äußerungen zu UFOs und Dämonen
  4. Aus der Liebe geboren, zur Einheit berufen - Ein Leib, ein Geist, eine Sendung
  5. Papst: „Ich bin zutiefst berührt, dass Sie darüber sprechen können“
  6. "Wir haben kleines Gebet gesprochen, weil wir glauben, daß Jesus durch das Spiel verherrlich wird"
  7. Eduard Habsburg: Alte Messe ist ‚absolute Antithese zur heutigen Welt‘
  8. Kurienerzbischof Pozzo: „Die beiden Formen des Römischen Ritus nicht gegeneinander ausspielen“
  9. Neuer Trend in den USA: Abkehr von nüchternen Kircheninnenräumen
  10. ‚Das Christentum ist in Deutschland inzwischen fast so bedroht wie das Auerhuhn‘
  11. Bischof Algermissen: kfd-Positionspapier zu § 218 StGB ist nicht katholisch
  12. Linksfeministinnen haben einst katholischen Verband übernommen
  13. Rückflug des Papstes von Teneriffa nach Rom um mehrere Stunden verzögert
  14. ‚Jedes Knie soll sich beugen‘: Erzbischof Fisher ruft zum Knien vor der Eucharistie auf
  15. Nach Störung einer Messe in Osnabrücker Kirche: Drei Personen stellen sich der Polizei

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz