Login




oder neu registrieren?



Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:









Top-15

meist-diskutiert

  1. Papst Franziskus für Zivilunion für gleichgeschlechtliche Paare
  2. Ein künstlich zusammengeschnittenes Interview und Schweigen im Vatikan
  3. „Wortlaut der Interviewäußerung ist mir nicht bekannt, aber die Wirkung ist fatal“
  4. Umstrittene Papstaussagen - Gebetsaktion am Petersplatz
  5. Kardinal Burke: Franziskus’ Aussagen im Dokumentarfilm ‚Francesco’ nicht lehramtlich
  6. EKD-Vorsitzender Bedford-Strohm träumt von „gemeinsamer Feier des Abendmahls“
  7. Die beiden wichtigsten Gebote
  8. "Die Katholiken sind nicht heimatlos geworden!"
  9. US-Bischof: Die Kirche kann ‚objektiv unmoralische Beziehungen’ nicht akzeptieren
  10. Bischof Eleganti: "Päpstliche Interviews sind inflationär geworden"
  11. „Europa, finde zu dir selbst! Entdecke deine Ideale wieder, die tiefe Wurzeln haben“
  12. Zusätzliche Verwirrung in einer ohnehin bereits vergifteten Zeit
  13. „Welt“: „Konservative fühlen sich von diesem Papst nicht mehr repräsentiert“
  14. Covid-19-Pandemie hat ‚neue Ekklesiologie, neue Theologie’ gebracht
  15. Schweden: Schüler muss Kreuz für Klassenfoto abnehmen

„Standpunkt der US-Bischöfe zur Kommunion/Pro-Abtreibungs-Politiker kam von Ex-Kardinal McCarrick“

26. August 2020 in Prolife, 4 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Phil Lawler schreibt auf „Catholic Culture“: McCarrick-Komitee fragte 2004 den Vatikan um Rat und erhielt Antwort von Kardinal Ratzinger/Glaubenskongregation, doch dann verdrehte McCarrick die Fakten.


Vatikan (kath.net/pl) „Der Hauptarchitekt der aktuellen Politik der US-Bischöfe ist: Theodore McCarrick.“ Das schreibt der bekannte katholische US-Journalist und Gründer der „Catholic World News“, Phil Lawler in einem Kommentar in „Catholic Culture“.

 

„Die in den USA seit Jahren schwelende Debatte darüber, ob Abtreibungspolitiker von der Kommunion ausgeschlossen werden sollten“, sei 2004 zum Erliegen gekommen, „als die Demokratische Partei Senator John Kerry nominierte, einen Katholiken mit einer unhinterfragter Unterstützung für das Abtreibungsrecht“. „Inmitten einer Spaltung prominenter Leitungspersönlichkeiten“ habe die US-Bischofskonferenz (USCCB) ein Komitee gebildet, das sich mit der Frage befasste, Vorsitzender wurde der damalige Kardinal McCarrick.

 

Lawler führte weiter aus: „Das McCarrick-Komitee bat den Vatikan um Rat und erhielt eine Antwort vom damaligen Kardinal Joseph Ratzinger in seiner Eigenschaft als Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre. McCarrick hat den Inhalt von Kardinal Ratzingers Brief nie freiwillig veröffentlicht. Als sich die US-Bischöfe zu ihrem jährlichen Treffen in Denver versammelten, berichtete McCarrick, dass sein Ausschuss, obwohl er noch nicht mit einem Abschlussbericht fertig war – und erst lange nach den Wahlen im November fertig sein würde – es für ‚pastoral weise und umsichtig‘ hielt, niemandem die Kommunion zu verweigern, weil dies ansonsten „die Eucharistie erkennbar zu einer Quelle politischen Kampfes machen“ könnte.

 

„Bei dieser Feststellung behauptete McCarrick, er habe die Unterstützung von Kardinal Ratzinger. Zwar räumte er ein, dass Ratzinger ‚anerkennt, dass es Umstände gibt, unter denen die heilige Kommunion verweigert werden kann‘. Aber McCarrick behauptete“, dass der Präfekt der Glaubenskongregation es ‚uns als Lehrer, Hirten und Leiter es klar überlässt, ob wir diesen Weg verfolgen sollen‘. Das war falsch“, kommentierte Lawler.


 

Nachdem die Bischöfe, die sich versammelt hatten, McCarricks Bericht gehört hatten, erwogen sie eine Erklärung zum Wahljahr zum Thema Katholiken im politischen Leben. Trotz der Empfehlung des McCarrick-Komitees empfahl die Bischofskonferenz nicht, Abtreibungsbefürwortern die Kommunion nicht zu verweigern, so Lawler weiter. Stattdessen entschieden die Bischöfe, dass „solche Entscheidungen in Übereinstimmung mit den festgelegten kanonischen und pastoralen Grundsätzen beim einzelnen Bischof liegen. Bischöfe können zu Recht unterschiedliche Urteile über die umsichtigste Vorgehensweise bei pastoralen Maßnahmen fällen.“ [Anm. des Übersetzers: es gab also keine Gesamt-Empfehlung der USCCB, auch Pro-Choice-Politikern generell die Kommunion zu reichen.]

 

„Obwohl die Konferenz insgesamt den Vorschlag des McCarrick-Komitees nicht gebilligt hatte, wurde der Bericht dieses Komitees auf der Website der US-Bischofskonferenz veröffentlicht. Der Brief von Kardinal Ratzinger wurde hingegen nicht veröffentlicht. McCarrick sagte, Ratzinger habe darum gebeten, seinen Brief vertraulich zu behandeln. Auch das war anscheinend falsch“, erläutert Phil Lawler.

 

„Zwei Wochen nach dem Treffen der US-Bischöfe veröffentlichte ein erfahrener vatikanischer Journalist, Sandro Magister von L’Espresso, den vollständigen Text von Kardinal Ratzingers Brief. Der Inhalt dieses Briefes, bemerkte der London Daily Telegraph, ‚war Kardinal McCarrick sehr peinlich.‘ Der zukünftige Papst hatte nicht gesagt, was McCarrick behauptete. Und als Ergebnis von McCarricks irreführendem Bericht an seine Kollegen berichtete die liberale britisch-katholische Wochenzeitung The Tablet: ‚Amerikas Bischöfe haben beschlossen, die vatikanischen Richtlinien bezüglich der Verteilung der Gemeinschaft an Abtreibungspolitiker nicht zu befolgen.‘“

 

Den in Wirklichkeit „hatte Kardinal Ratzinger geschrieben, dass wenn ein Katholik ein prominenter Befürworter der legalen Abtreibung ist und trotz privater Ermahnungen seines Bischofs an dieser Unterstützung festhält, ‚der Spender der Heiligen Kommunion sich weigern muss, sie ihm zu spenden“, wenn er um die Kommunion bittet“.

 

Lawler fragt: „Wenn die US-Bischöfe von Kardinal Ratzinger mit diesem Argument konfrontiert worden wären – ein Argument, das den Standpunkt des damaligen Erzbischofs Raymond Burke von St. Louis und des Bischofs Fabian Bruskewitz von Lincoln nachdrücklich unterstützt – hätten sie dann eine kraftvollere Linie angenommen? Wir werden es dank der typisch manipulativen Rolle von Theodore McCarrick nie erfahren.“

 

Dann präsentiert Lawler einige weitere Auszüge aus dem Ratzinger-Brief aus dem Jahr 2004:

 

-    „Die Praxis, sich nur als Folge der Anwesenheit bei der Messe wahllos anzustellen, um die heilige Kommunion zu empfangen, ist ein Missbrauch, der korrigiert werden muss.“

 

-    „Nicht alle moralischen Fragen haben das gleiche moralische Gewicht wie Abtreibung und Sterbehilfe. Wenn zum Beispiel ein Katholik mit dem Heiligen Vater über die Anwendung der Todesstrafe oder über die Entscheidung, Krieg zu führen, uneins wäre, würde er aus diesem Grund nicht als unwürdig angesehen, um die heilige Kommunion zu bitten. Während die Kirche die Zivilbehörden ermahnt, Frieden und nicht Krieg zu suchen und bei der Verhängung von Strafen gegen Kriminelle Diskretion und Barmherzigkeit zu üben, kann es dennoch zulässig sein, Waffen zu ergreifen, um einen Angreifer abzuwehren oder auf die Todesstrafe zurückzugreifen. Selbst unter Katholiken kann es eine legitime Meinungsverschiedenheit darüber geben, Krieg zu führen und die Todesstrafe anzuwenden, jedoch nicht in Bezug auf Abtreibung und Sterbehilfe.“

 

Hintergrund: McCarrick war ein in der Weltkirche einflussreicher und geschätzter Kardinal gewesen, noch in der Zeit von Papst Franziskus konnte er beispielsweise als Sondergesandter in China agieren. 2019 wurde er wegen sexuellem Missbrauch und Verstößen gegen die Keuschheit im Zusammenhang mit dem Spenden des Bußsakraments aus dem Klerikerstand entlassen und laisiert. Bereits unter Papst Benedikt XVI. wurden ihm Sanktionen auferlegt, an die er sich aber nicht wirklich gehalten hatte. Der Ex-Kardinal hat bisher kein Schuldgeständnis abgelegt, sondern behauptet weiter seine Unschuld. Die Vorgänge um den Skandal haben die US-Kirche in eine tornado-ähnliche Krise gestürzt, die bis heute in keiner Weise beendet ist. Nicht zuletzt warten die US-Katholiken dringend auf die Veröffentlichung der Vertuschungsvorgänge rund um McCarrick. Erwartet wird, dass noch mehr Bischöfe und Priester im Strudel der Vorwürfe ihr Amt verlieren werden. US-Behörden ermitteln. Die entsprechende Erklärung des Vatikans ist noch immer nicht veröffentlicht, was auch die US-Bischofskonferenz bereits öffentlich kritisiert hat. Falls der Vatikan allerdings vorhat, diese Krise durch „Aussitzen“ durchzustehen, d.h., durch Schweigen und durch die Hoffnung, dass nach dem Tod des inzwischen 90 Jahre altenMcCarrick das Thema zur Ruhe käme, könnte es durchaus sein, dass die einflussreichen und sehr verärgerten katholischen Laien in den USA dies zu verhindern wissen.

Link zum Originalbeitrag in "Catholic Culture": McCarrick’s legacy in the Biden-Communion debate

Link: Weitere kath.net-Artikel zum Thema (Ex-)Kardinal Theodore McCarrick


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 Freude an Gott 26. August 2020 
 

McCarrick

hat der Kirche unermesslichen Schaden zugefügt. Ich kann sein aufgesetztes Lächeln nicht ertragen. Er lügt und manipuliert, wie die Schlange im Paradies.


6

0
 
 Chris2 26. August 2020 
 

McCarrick ist weg,

Aber die knabenliebenden Netzwerke treiben immer noch ihr Unwesen. Komm, Schöpfer Geist, kehr bei uns ein ... [und mit eisernem Besen Verbrechen und Frevel aus der Kirche]
These: Wenn man damit nicht der unterwanderten Kirche schaden könnte, wäre "einvernehmlicher Sex mit Kindern" vielleicht längst legal, so wie es in Linken Kreisen in den 1970er und 1980er Jahren durchaus als "fortschrittlich" galt (etwas ältere Katholiken erinnern sich noch an entsprechende Hetze gegen uns). Oder wie es in der (wohl) WELT seinerzeit verwundert hieß, der Fall jedes gesellschaftlichen Dogmas sei bislang gefeiert worden - und plötzlich gebe es völlig unerwartet doch eine Grenze...


6

0
 
 siebenschlaefer 26. August 2020 
 

@laudetur JC

"Kadavergehorsam" kann immer nur des Teufels sein, denn es lässt ja das Wirken Satans außer Acht, wie hier exemplarisch dargestellt. Es zeigt aber auch noch einmal, um was für einen Schuft es sich bei McCarrick handelt. Beten wir für ihn wie für den Schächer am Kreuz, denn sonst ist er verloren.


5

0
 
 laudeturJC 26. August 2020 

Die Befürworter eines ausnahmslosen Kadavergehorsams

mögen diesen Artikel gründlich studieren...jede Zeit hat ihre eigenen Herausforderungen.


2

0
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

USA

  1. Bischof an Joe Biden: ‚Wie wollen Sie Gott ihre Position zur Abtreibung erklären?’
  2. USA: Zahlreiche öffentliche Rosenkranzgebete im Oktober
  3. Angriffe auf Amy Coney Barretts Religiosität widersprechen US-Verfassung
  4. Jane Fonda: Covid-19 ist ‚Gottes Geschenk für die Linken’
  5. Kardinal Dolan: Amy Coney Barrett ist beste Kandidatin für Obersten Gerichtshof

Abtreibung

  1. Bischof an Joe Biden: ‚Wie wollen Sie Gott ihre Position zur Abtreibung erklären?’
  2. Pro-Life-Demokraten kritisieren Abtreibungspolitik von Joe Biden!
  3. Lebensschützer demonstrieren gegen ‚Katholiken für Biden’
  4. USA gegen ‚sexuelle und reproduktive Rechte’ in UNO-Resolution zu Covid-19
  5. US-Bischof: Joe Biden zitiert Papst Franziskus selektiv

Missbrauch

  1. "Was soll ein ‚gesunder Generalverdacht gegen Priester‘?"
  2. BDKJ richtet Kommission zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt ein
  3. USA: Gegen Ex-Kardinal McCarrick werden neue ungeheuerliche Vorwürfe erhoben
  4. Experte: Vatikan drängt stärker auf Anzeige von Missbrauch
  5. BILD berichtet über Viganòs schwere Vorwürfe gegen einen deutschen Prälaten








Top-15

meist-gelesen

  1. Papst Franziskus für Zivilunion für gleichgeschlechtliche Paare
  2. „Wortlaut der Interviewäußerung ist mir nicht bekannt, aber die Wirkung ist fatal“
  3. Ein künstlich zusammengeschnittenes Interview und Schweigen im Vatikan
  4. Schweden: Schüler muss Kreuz für Klassenfoto abnehmen
  5. Umstrittene Papstaussagen - Gebetsaktion am Petersplatz
  6. Zusätzliche Verwirrung in einer ohnehin bereits vergifteten Zeit
  7. „Welt“: „Konservative fühlen sich von diesem Papst nicht mehr repräsentiert“
  8. Kardinal Burke: Franziskus’ Aussagen im Dokumentarfilm ‚Francesco’ nicht lehramtlich
  9. Farbanschlag auf katholische Kirche – „Abtreibungsgegnerinnen: Wir kriegen euch alle“
  10. Die Ehe ist heilig, während homosexuelle Beziehungen gegen das natürliche Sittengesetz verstoßen
  11. Die Hybris des Jesuitenpaters James Martin
  12. "Kirche, du sollst nicht lügen!"
  13. "Die Katholiken sind nicht heimatlos geworden!"
  14. Die beiden wichtigsten Gebote
  15. EKD-Vorsitzender Bedford-Strohm träumt von „gemeinsamer Feier des Abendmahls“

© 2020 kath.net | Impressum | Datenschutz