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Kardinal Woelki zur Polarisierung in der Bischofskonferenz: „Diese Situation ist belastend“

27. Jänner 2026 in Deutschland, 24 Lesermeinungen
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Woelki im „Domradio“-Interview: „Ich habe den Eindruck, dass es auf dem Synodalen Weg in Deutschland ab einem bestimmten Punkt vor allem darum ging, bestimmte kirchenpolitische Positionen umzusetzen.“


Köln-Bonn (kath.net/pl) „Ich glaube, es bestehen grundlegend unterschiedliche Auffassungen davon, was Synodalität bedeutet. Papst Franziskus – wie auch Papst Leo – betonen immer wieder, dass Synodalität ein geistliches Geschehen ist, ein Werkzeug zur Evangelisierung. Synodalität ohne Evangelisierung ist gar nicht denkbar, wenn man Papst Franziskus und Papst Leo folgt. Ich habe den Eindruck, dass es auf dem Synodalen Weg in Deutschland ab einem bestimmten Punkt vor allem darum ging, bestimmte kirchenpolitische Positionen umzusetzen.“ Das stellt Rainer Maria Kardinal Woelki im Interview mit dem Kölner „Domradio“-Chefredakteur Renardo Schlegelmilch fest (Link). Er wurde vom „Domradio“ dazu befragt, warum er nicht an der 6. Synodalversammlung des Synodalen Weges teilnehmen wird. Diese Sitzung ist anberaumt auf den 29. – 31. Januar 2026 und wird im Maritim Hotel Stuttgart stattfinden. Woelki stellt außerdem dezidiert fest: „Wir können dabei aber nicht über alles ergebnisoffen diskutieren. Um einmal ein bewusst abwegiges Beispiel zu nennen: Wir können nicht darüber abstimmen, ob Jesus von den Toten auferstanden ist.“


Zwar seien beim „Synodalen Weg“ einige wichtige Fragen angegangen worden, so Woelki. „Aber andere wichtige Fragen sind während des Synodalen Weges eben auch nicht angegangen worden, zum Beispiel die Frage der Evangelisierung, die uns Papst Franziskus in seinem Brief ‚an das Pilgernde Volk Gottes in Deutschland‘ 2019 ins Stammbuch geschrieben hat. Darin sehe ich einen großen Mangel dieser fünf Vollversammlungen.“

Gefragt nach der Polarisierung in der Bischofskonferenz erläutert Woelki: „Diese Situation ist belastend. Die Spannungen bedrücken mich, weil ich niemandem unterstellen möchte, nicht das Gute zu wollen.“

Der Kölner Kardinal erinnerte auch an sein Weiheversprechen, dem gegenüber er sich zu verantworten habe: „Ich habe versprochen, den Glauben der Kirche zu schützen und in Einheit mit dem Papst den Weg in meiner Diözese zu gehen. Das möchte ich auch in Zukunft für mich in Anspruch nehmen.“

Der Kardinal vertritt weiter, dass für ihn „der Synodale Weg abgeschlossen“ sei. Er erinnert daran, dass „ursprünglich …vereinbart worden“ war, „dass es fünf Sitzungen geben sollte und an diesen habe ich auch teilgenommen.“ Hier sei nun „eine theologische Klärung dringend notwendig. Ich bin wirklich davon überzeugt, dass alle Beteiligten – auch die des Synodalen Weges – letztlich das Gute für die Kirche wollen. Aber der Weg dorthin wird unterschiedlich gesehen.“

Zur politischen Weltlage führte der Kölner Kardinal aus: „Wir erleben das ja gerade in der Weltpolitik: Wo wieder das Recht des Stärkeren gilt, verrohen Gesellschaft und Sitten. Die Würde des Menschen wird verletzt, Persönlichkeitsrechte werden missachtet. Das führt zu einer entmenschlichten Gesellschaft – und das kann nicht unser Ziel sein.“

Archivfoto: Kardinal Woelki (c) Erzbistum Köln


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