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Belarus: Katholische Bischöfe solidarisch mit ihrem Vorsitzenden

4. September 2020 in Aktuelles, 4 Lesermeinungen
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Von Regierung über Minsker Erzbischof Kondrusiewicz verhängtes Einreiseverbot für Bischofskonferenz "unannehmbar" - US-Außenminister Pompeo: Kondrusiewicz einreisen lassen, "damit er sich um seine Herde kümmern kann"


Minsk (kath.net/KAP) Die katholische Belarussische Bischofskonferenz protestieren gegen das von der Regierung des Landes verhängte Einreiseverbot gegen ihren Vorsitzenden, Erzbischof Tadeusz Kondrusiewicz (Archivfoto). "Es ist unannehmbar, dass einem Bischof der katholischen Kirche, der Hirte der ihm anvertrauten Gläubigen ist, die Möglichkeit genommen wird, den ihm von Papst Franziskus aufgetragenen Dienst zu leisten", heißt es in einer Erklärung der weißrussischen Bischöfe vom Donnerstag.

Die Vorgänge stünden im Widerspruch zu den geltenden Gesetzen, "tragen nicht zum Aufbau konstruktiver Beziehungen zwischen Staat und katholischer Kirche im Land bei und dienen nicht der Überwindung der Spannungen und der tiefen Spaltungen in der Gesellschaft", so die Bischofskonferenz. Es sei zu hoffen, dass es sich nur um ein "bedauerliches Missverständnis handelt, das so bald wie möglich aufgeklärt wird" und dass sich "solche Zwischenfälle nicht mehr ereignen".


Auch US-Außenminister Mike Pompeo forderte die weißrussischen Behörden auf, Kondrusiewicz einreisen zu lassen, "damit er sich während der anhaltenden Proteste um seine Herde kümmern kann". Der Erzbischof und alle Belarussen hätten das Recht, ihre Grundfreiheiten, einschließlich der Religionsfreiheit, auszuüben, schrieb Pompeo am Mittwoch auf Twitter.

Belarussische Grenzschützer hatten dem Minsker Erzbischof Kondrusiewicz am Montag nach einem etwa einwöchigen Besuch in Polen die Wiedereinreise in seine Heimat verwehrt. Warum er bei der Fahrt mit dem Dienstwagen an der Grenze abgewiesen wurde, teilte man ihm nach eigenen Angaben bislang nicht mit. Staatspräsident Alexander Lukaschenko warf dem Erzbischof bei einem Pressegespräch vor, er sei nach Polen gereist, um dort Anweisungen zu erhalten.

Der Generalvikar der Erzdiözese Minsk-Mogilew, Weihbischof Juri Kasabutski, wies dies zurück. Erzbischof Kondrusiewicz habe "keine politischen Erklärungen abgegeben, er hat nur Ehrlichkeit, Verantwortlichkeit, Ende der Gewalt und Förderung des Dialogs eingefordert", sagte er dem Kirchenportal catholic.by. Alle Aktionen und Erklärungen des Erzbischofs entsprächen der katholischen Soziallehre und der in Belarus gültigen Gesetzeslage.

Hinsichtlich der von Lukaschenko angesprochenen "Konsultationen" stellte der Generalvikar klar: "Erzbischof Kondrusiewicz kann in den Vatikan zu Konsultationen fahren und Aufträge von Papst Franziskus erhalten, aber von niemand anderem, weder in Warschau noch in Moskau oder sonst wo." Die Reise nach Polen sei erfolgt, weil der Erzbischof eingeladen wurde, an einer Reihe von Festgottesdiensten teilzunehmen.

Kondrusiewicz hält sich nach Kirchenangaben derweil weiter in Polen auf. "Er betet viel und geht spazieren", sagte sein Sprecher der deutschen Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

Der katholischen Kirche gehören etwa 10 bis 15 Prozent der 9,4 Millionen Belarussen an. Die Mehrheit der Bürger sind orthodoxe Christen.

Copyright 2020 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten

 


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Lesermeinungen

 Chris2 4. September 2020 
 

@Simon Tolon 

"Den Westen" gibt es nicht mehr. Er stand bis zum Zerfall der kommunistischen Diktaturen u.a. für (Meinungs-) Freiheit, Sicherheit und rationales Handeln.
Der Westen heute übernimmt dagegen immer irrationalere und zunehmend ins Totalitäre abdriftende linke Ideologien - mehr noch als die Staaten im Osten, die nach schweren sozialistischen Erkrankungen noch mit einer wachen Immunabwehr versehenen sind.
"Der Westen" heißt heute "Baizuo" (s. Link)

de.m.wikipedia.org/wiki/Baizuo


2
 
 Simon Tolon 4. September 2020 
 

Mehr Diplomatie bitte

Es ist nicht einfach. Die Kirche muss sehr aufpassen, dass sie nicht als Werkzeug des Westens wahrgenommen wird. Dann hinge das ganze Christentum bedenklich am Zipfel eines längst fragwürdigen Gesellschaftskonzeptes.
Und noch eines ist zu bedenken: Der Westen ist lange nicht so unschuldig, wie er tut und Weißrussland nicht so schlecht. Es ist bereits eine Propagandaschlacht im Gange, die nur Verlierer produzieren kann.


4
 
 feldhamster 4. September 2020 
 

@Msgr Schlegl

Leider ist Wladimir Putin ein Freund von Aljaksandr Lukaschenko und wird daher alles tun, den Diktatur gegen sein eigenes Volk zu unterstützen.


8
 
 SCHLEGL 4. September 2020 
 

DIKTATUR Weißrussland

Es ist schön, dass sich die katholischen Bischöfe in Weißrussland ganz klar geäußert haben.
Der Diktator Lukaschenko lebt in Angst vor seinem eigenen Volk und vor den Völkern der Nachbarschaft.
Diktatoren kennen nur wenige Mittel unliebsame Kritiker zum Schweigen zu bringen.Mordversuche wie bei Navalny, Inhaftierung unter falschen Beschuldigungen, wie in Russland und jetzt in Weißrussland,oder Abschiebung/Ausbürgerung.
Der Erzbischof ist Pole und weiß aus seiner Tätigkeit in Moskau natürlich sehr viel über das Regime und dessen Methoden.
Wir hier im freien Westen müssen kräftig unsere Stimme erheben, denn wir sind (wie Kardinal Dr. Franz König vor vielen Jahren beim Lichtermeer auf dem Wiener Heldenplatz gesagt hat) die Stimme derer, denen man die Stimme genommen hat!


7
 

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