Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Eine „Erzbischöfin“ stürzt die Anglikanische Kirche ins Chaos
  2. Was Charlie Kirk Friedrich Merz antworten würde
  3. Tantum ergo Sacramentum
  4. „Der Wahlausgang in Berlin im September 2026 gibt vielen Bevölkerungsgruppen Anlass zur Sorge“
  5. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts: „Kirche in der Krise – und wie wir sie nicht retten sollten“
  6. "Marsch für das Leben"-Grußwort des DBK-Vorsitzenden Wilmer verfehlt das Thema
  7. Irreversibel – die Diktatur des Geschehenen. Wenn die Geschichte zum ‚Lehramt‘ wird
  8. Katholische Cityseelsorge St. Gallen Mitveranstalter von ‚Drag-Show‘
  9. Fünf weibliche Opfer von Pater Marko Ivan Rupnik schreiben offenen Brief an Papst Leo XIV.
  10. BDKJ und eine doch getaufte Kandidatin im Bundesvorstand
  11. Niederlande: Ein zweijähriges Kind wurde durch Euthanasie getötet
  12. Salzburg: 1.000 Gläubige bei Adoratio-Kongress zu "Himmlischer Friede"
  13. Bei öffentlichen Anlässen: Kanadas Militärkapläne dürfen nicht über Gott sprechen
  14. Wien: Rund 20.000 Teilnehmer bei ökumenischem "Marsch für Jesus"
  15. Der Katholik Macron wird bei keiner der drei Papstmessen in Frankreich mitfeiern

Wo bleibt das Totengedenken für die vielen?

1. März 2021 in Kommentar, 17 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Wenn man dabei ist, das Gedenken für Verstorbene einzufordern, darf auch die Gruppe Menschen nicht ausgeklammert werden, die an der weltweit häufigsten Todesursache sterben: Die vor der Geburt getöteten Menschen - Montagskick von Peter Winnemöller


Rom (kath.net)

Endlich, so möchte man sagen, tut die Kirche das, was ihre wichtigste Aufgabe ist. Sie feiert einen Gedenkgottesdienst zum Gedenken der Toten der Coronastatistik. Ein Requiem wird es wohl in den meisten Fällen nicht gewesen sein. Man ist ja ökumenisch unterwegs. Es gibt noch einen weiteren gewaltigen Schuss Wermut, den man hier in den Wein kippen muss. So ehrenvoll das Anliegen ist, der Verstorbenen zu gedenken, kommt man um die Frage nicht herum, warum dies so selektiv geschieht. Laut der offiziellen Statistik sind im Zusammenhang mit der Coronaepidemie 70.000 Verstorbene in der offiziellen Statistik des Roland-Koch-Instituts für Deutschland aufgeführt.

Beim Tod verbieten sich Vergleiche und erst recht jeder Whataboutismus. Darum soll an dieser Stelle keine Kritik am Gedenken für die Toten aus der Coronastatistik erfolgen. Im Gegenteil: Es gehört für jeden der Verstorbenen ein Requiem gefeiert! In jedem Jahr sterben in Deutschland rund 900.000 Menschen. Mehr als ein Drittel (im Jahr 2019 waren es 331 Tsd.) davon sterben an Herz-Kreislauf- Erkrankungen. Mehr als ein Viertel aller Todesfälle, nämlich rund 230.000 im Jahr 2019 entfallen auf Krebserkrankungen. Gerade einmal sieben Prozent der Verstorbenen im vergangenen Jahr entfiel auf den Zusammenhang Corona. Es kann hier nicht untersucht werden, wie seriös die Zahlen sind. Jeder kennt die Berichte, von Verstorbenen, die kurz vor ihrem Tod positiv auf SARS-CoV2 – Infektion getestet wurden und in die Statistik als Opfer von Corona eingingen. Das alles ändert nichts daran, wer an einem schweren Verlauf der Lungenkrankheit Covid19 starb, hatte einen schweren und in der Regel sehr einsamen Tod. Da wäre auch die Zeit für ein Schuldbekenntnis derer gekommen, die dafür die Verantwortung tragen, sterbende allein gelassen zu haben. Die Rolle kirchlicher Träger wird zu untersuchen sein.


Was zu erfolgen hat, ist nicht eine Kritik am stattgefundenen Totengedenken für die Verstorbenen aus der Coronastatistik, sondern vielmehr ist scharfe Kritik zu üben am ausgebliebenen Totengedenken für so viele, weitaus mehr Tote, die aus anderen Ursachen verstorben sind. Wo bitte ist eine gerechte Einordnung? Wann erfolgt ein besonderes Gedenken der Herz-Kreislauf- und der Krebstoten? Warum schwieg die Kirche in der Grippeepidemie 2018/2019 als der Influenza weit über 25.000 Menschen zum Opfer fiel? Ein genauer Blick in die Statistik zeigt hier, dass es Menschen aller Altersgruppen waren, was in den Jahren 2018/19 zu einer echten Übersterblichkeit führte. Eine solche zeigte sich 2020 nicht. Es zeigte sich etwas anderes, es zeigte sich eine dramatische Übersterblichkeit der über 80-jährigen. Diese sogenannte vulnerable Gruppe konnte nicht – auch in kirchlichen Altenheimen – angemessen geschützt werden. Wo ist das Schuldbekenntnis für das Versagen, dass alte Menschen in Seniorenheimen (auch in kirchlichen) wie Gefangene gehalten wurden und noch werden und trotzdem in großer Zahl an und mit Corona starben?

Wenn man dabei ist, das Gedenken für verstorbene einzufordern, darf auch die Gruppe Menschen nicht ausgeklammert werden, die an der weltweit häufigsten Todesursache sterben: Die vor der Geburt getöteten Menschen. Abtreibung ist nicht nur ein menschliches Elend, das jeder Beschreibung spottet und zum Himmel schreit. Es ist auch das in einer Wohlstandskirche wie in Deutschland wohl meistgemiedene Thema. Denn auch in Deutschland endet das Leben von 100.000 Menschen jährlich, weil sie vor der Geburt getötet werden.

Ebenfalls sorgsam verschwiegen werden Menschen, die an Suizid versterben. Es sind derzeit fast 10.000 pro Jahr in Deutschland. Da das Bundesverfassungsgericht im vergangenen Jahr ein „Recht auf selbstbestimmtes Sterben“ erfunden hat, wird diese Zahl wohl dramatisch steigen, da Suizidprävention ja in der schönen neuen Welt freiheitswidrig ist. Wo bleiben hier Gedenken und Aufschrei der Kirche?

Es lässt ein solches jüngst stattgefundenes Totengedenken den Beobachter ratlos zurück angesichts der vielen Toten, derer keiner gedenkt, die zuweilen sogar peinlich verschwiegen werden.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Montagskick

  1. "Marsch für das Leben"-Grußwort des DBK-Vorsitzenden Wilmer verfehlt das Thema
  2. Dann sollen sie doch in die Hölle gehen
  3. Die Krise des Bischofsamtes
  4. Der Bischof und der Denunziant
  5. Das Schweigen der Bischöfe zur Causa Spahn
  6. Denn sie wissen nicht, was sie fordern
  7. Mehr Kirchensteuer bei weniger Mitgliedern
  8. Der deutsche Frauenweiheämterstuhlkreis
  9. Mehr Klarheit mit jeder Absage aus Rom
  10. Sieben Pfarreien sind viel zu viel für ein Bistum







Top-15

meist-gelesen

  1. Anerkanntes Wunder von Fulton Sheen: Baby nach 61 Minuten Atemstillstand lebt, heute kerngesund
  2. Jesus in Hollywood: Eucharistische Prozession in den Straßen der Filmmetropole
  3. Papst-Vigil in Paris mit Jesus zugeschriebener "Heiliger Tunika"
  4. Katholische Cityseelsorge St. Gallen Mitveranstalter von ‚Drag-Show‘
  5. Niederlande: Ein zweijähriges Kind wurde durch Euthanasie getötet
  6. Leo XIV. besucht als erster Papst die wiederaufgebaute Notre-Dame
  7. Die Güte Gottes und die Freude am Glauben
  8. Zum Abschied einer Pastoralraumleiterin
  9. Der 11. September und die Notwendigkeit eines kämpferischen Christentums
  10. Was Charlie Kirk Friedrich Merz antworten würde
  11. Eine „Erzbischöfin“ stürzt die Anglikanische Kirche ins Chaos
  12. Bischof Oster benennt Unterschiede zwischen deutsch-synodalem Weg und vatikanischer Weltsynode
  13. Er war einer der Gründer der polnischen Lebensschutzbewegung: Pfr. Stanisław Małkowski verstorben
  14. Britische Regierung will ein Verbot für katholische Premierminister aufheben
  15. Tantum ergo Sacramentum

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz