Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Endgültiger Bruch mit Rom droht: Priesterbruderschaft St. Pius X. kündigt Bischofsweihen an
  2. Der Vatikan ist in Kontakt mit der Bruderschaft St. Pius X., um eine Spaltung zu vermeiden
  3. Bischof Oster legt nach: Grundsatzkritik am (deutsch-)Synodalen Weg
  4. Für alle, die bis jetzt zweifelten: Nun gehen sie wieder ins Schisma!
  5. Weihen ohne päpstliche Erlaubnis geplant: Papst Leo XIV. berät mit Vatikanbehörde
  6. Papst Leo XIV. empfing Katholiken, die mit gleichgeschlechtlicher Neigung keusch leben möchten
  7. Die synodale Sackgasse der Anderskatholischen
  8. Bischof Oster: „In der Sache selbst war ich ja in mehrfacher Hinsicht kritisch“
  9. Die große Täuschung
  10. Bischöfe und Funktionäre im Paralleluniversum
  11. Wohltuende Überraschung: Papst beruft norwegischen Bischof Erik Varden OCSO zu seinem Fastenprediger
  12. Medienkrise verschärft sich: Dramatische Auflagenverluste für Tageszeitungen in Deutschland
  13. Fatales Gerichtsurteil in Deutschland: Chefarzt siegt gegen katholisches Klinik-Verbot
  14. Kard. Müller nach Gespräch mit Papst Leo: „Atmosphäre ist von wechselseitigem Vertrauen bestimmt“
  15. Hunderte Einsprüche gegen Pfarrauflösung in der Diözese Linz - Keine Antworten aus Rom

Generalsekretär der US-amerikanischen Bischofskonferenz kündigt überraschend seinen Rücktritt an

22. Juli 2021 in Weltkirche, 12 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Katholisches Investigativmedium „The Pillar“ ermittelte, dass Monsignore Jeffrey Burrill regelmäßig auf Dating-App unterwegs gewesen war, auf der nach erwachsenen, männlichen Sexualpartnern gesucht wurde.


Washington D.C. (kath.net) Monsignore Jeffrey Burrill, Generalsekretär der US-Bischofskonferenz, kündigte am Dienstag seinen Rücktritt an, nachdem „The Pillar“ der US-amerikanischen Bischofskonferenz pikante Beweise vorgelegt hatte. Der Priester hatte serielles sexuelles Fehlverhalten begangen – beispielsweise war er regelmäßig Gast in Schwulenbars und benutzte eine Dating-App. Als besonders problematisch gilt, dass er in dieser Zeit seines sexuellen Fehlverhaltens gleichzeitig eine führende Aufsichtsrolle bei der Reaktion der katholischen Kirche auf die jüngste Flut von Missbrauchs- und Fehlverhaltensskandale innehatte. Das berichteten die „Washington Post“, die BBC und weitere Medien. „The Pillar“ hatte zuvor Zugang zu technischen Daten über Burills Verhalten auf der Dating-App erhalten und auswerten können, deren Auswertung den ranghöchsten Nicht-Bischof der US-amerikanischen Bischofskonferenz offenbar in Probleme stürzte. Die App „Grindr“ gilt als Schwulendating-App.

Der Vorsitzende der USCCB, Erzbischof Jose Gomez von Los Angeles, informierte am Dienstag die Mitglieder der Bischofskonferenz. Er schrieb: „Betrübt teile ich Ihnen mit, dass Msgr. Jeffrey Burrill als Generalsekretär der Bischofskonferenz zurückgetreten ist. Am Montag wurden wir auf bevorstehende Medienberichte aufmerksam zu einem möglicherweise unsachgemäßen Verhalten von Msgr. Burrill. Was uns mitgeteilt wurde, beinhaltete keine Vorwürfe wegen Fehlverhaltens gegenüber Minderjährigen. Um den Betrieb und die laufende Arbeit der Konferenz nicht abzulenken, ist der Monsignore jedoch mit sofortiger Wirkung zurückgetreten.“ So die Darstellung des Bischofskonferenzvorsitzenden. Der zuvor stellvertretende Generalsekretär der Bischofskonferenz, Michael Fuller, wird vorläufig die Aufgaben Burills übernehmen, bis ein Nachfolger im Amt gewählt werden kann.


Nachdem „The Pillar“ letzte Woche nichtöffentlich die US-amerikanische Bischofskonferenz über diese Vorgänge informiert hatte, wollte das katholische Investigativmedium der USCCB Zeit für eine Reaktion lassen. Mitarbeiter des „Pillar“ hatten obendrein angeboten, sich nichtöffentlich mit Vertretern der Bischofskonferenz zu treffen. Das zunächst von der USCCB auf Montag angesetzte Treffen wurde dann abgesagt, die Bischofskonferenz bat um schriftlich formulierte Fragen und um Bedenkzeit, bevor der „Pillar“ dieses Thema publik machen würde. Der „Pillar“ stimmte zu. So die Darstellung des „Pillar“. Am Dienstagnachmittag (Ortszeit) wurden die Bischöfe dann über den Rücktritt Burills informiert.

Der Priester Thomas Berg, Professor für Moraltheologie am St. Joseph’s Seminary in Yonkers, New York, erläuterte gegenüber „The Pillar“, dass die Nutzung von standortbasierten Hookup-Apps im Widerspruch stehe zu den kirchlichen Verpflichtungen zur Enthaltsamkeit und Keuschheit. „Nach dem kanonischen Recht und der Tradition der Kirche sind Kleriker verpflichtet, ‚vollkommene und ewige Enthaltsamkeit‘ zu bewahren, als Spiegelbild … unserer eheähnlichen Beziehung zwischen der Kirche und Christus sein sollte“. Allein schon, wenn sich ein Kleriker Apps anschließe, um aktiv nach Sexualpartnern zu suchen, sei dies ein dramatisches Scheitern und ein enormer Skandal. In der Priesterausbildung zeige sich außerdem, dass „wenn sich herausstellt, dass ein Kleriker regelmäßig und eklatant daran scheitert, Enthaltsamkeit zu leben“, dies „nur einen einzigen Schritt vom sexuellen Missbrauch entfernt“ sei. Dieses Problem werde zusätzlich dadurch verschärft, wenn ein Kleriker in einer kirchlichen Position ein Doppelleben führe: „Das wirkt sich fast immer auf das Leben anderer Menschen aus, denn Täuschung erzeugt Täuschung“.

Burill war von den US-Bischöfen erst im November 2020 zum Generalsekretär gewählt worden, seine reguläre Amtszeit hätte fünf Jahre betragen. Zuvor war er der stellvertretenden Generalsekretär der USCCB gewesen und war in dieser Funktion „Teil des multidisziplinären Teams der Bischofskonferenz gewesen, das die Reaktion der Bischöfe auf die 2018 gemachten Enthüllungen [zum Missbrauchsskandal] unterstützte“, erläuterte die US-Bischofskonferenz am Dienstag gegenüber „The Pillar“. Der 1998 zum Priester geweihte Burill war zuvor als Gemeindepfarrer und Hochschulkaplan, dann als Professor und Ausbildungsleiter am „Pontifical North American College“, einem US-Priesterseminar in Rom, eingesetzt gewesen, beschreibt „The Pillar“ und stellt weiter fest, dass noch nicht klar sei, ob sich Burill auch einem kirchlichen Strafverfahren stellen müsse dafür, dass er „riskantes sexuelles Fehlverhalten“ zeigte, „während er hochrangige Positionen in der US-Bischofskonferenz bekleidete“.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. ISLAND-REISE - KOMMEN SIE MIT! - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Endgültiger Bruch mit Rom droht: Priesterbruderschaft St. Pius X. kündigt Bischofsweihen an
  3. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  4. Bischof Oster legt nach: Grundsatzkritik am (deutsch-)Synodalen Weg
  5. Große kath.net-Leserreise nach Rom - Ostern 2027 - Mit P. Johannes Maria Schwarz
  6. Kard. Müller nach Gespräch mit Papst Leo: „Atmosphäre ist von wechselseitigem Vertrauen bestimmt“
  7. Nach „Wort zum Sonntag“: Staatsanwaltschaft ermittelt weiter gegen Pastorin Behnken
  8. Der Vatikan ist in Kontakt mit der Bruderschaft St. Pius X., um eine Spaltung zu vermeiden
  9. Weihen ohne päpstliche Erlaubnis geplant: Papst Leo XIV. berät mit Vatikanbehörde
  10. Bischöfe und Funktionäre im Paralleluniversum
  11. Massive Medienvorwürfe gegen den Priester Wolfgang Rothe als Mitglied des Betroffenenbeirats
  12. Für alle, die bis jetzt zweifelten: Nun gehen sie wieder ins Schisma!
  13. Schwere Zensur-Vorwürfe aus den USA: EU unterdrückt die Meinungsfreiheit
  14. Wohltuende Überraschung: Papst beruft norwegischen Bischof Erik Varden OCSO zu seinem Fastenprediger
  15. Bischof Oster: „In der Sache selbst war ich ja in mehrfacher Hinsicht kritisch“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz