Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Die Alte Messe braucht die Piusbruderschaft nicht
  2. ZDF hasst Katholiken
  3. Eduard Habsburg: Alte Messe ist ‚absolute Antithese zur heutigen Welt‘
  4. Kurienerzbischof Pozzo: „Die beiden Formen des Römischen Ritus nicht gegeneinander ausspielen“
  5. Erzbistum Washington entlässt Exorzisten wegen Äußerungen zu UFOs und Dämonen
  6. Bischof Algermissen: kfd-Positionspapier zu § 218 StGB ist nicht katholisch
  7. Das Beichtgeheimnis: Festgeschrieben für die Ewigkeit?
  8. "Gesegneten Frohnleichnahm" - eine CSU-Blamage zu Fronleichnam
  9. Kardinal Woelki: In der Eucharistie schenkt sich Christus selbst
  10. Besorgniserregende antidemokratische und gewaltaffine Haltungen bei jungen Muslimen
  11. Moskauer Patriarch Kyrill könnte auf EU-Sanktionsliste kommen
  12. Die Menschenwürde hat keinen Reisepass
  13. ‚Jedes Knie soll sich beugen‘: Erzbischof Fisher ruft zum Knien vor der Eucharistie auf
  14. Papst: „Ich bin zutiefst berührt, dass Sie darüber sprechen können“
  15. Voodoo-inspirierte Installationen in Kirchen? „Wie konnte das Erzbistum Paris so etwas genehmigen?“

Das Copyright „katholisch“ unter Produktpiraten

16. September 2021 in Buchtipp, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Leseprobe aus: Helmut Müller, Hineingenommen in die Liebe – aber spüren wir sie auch im orbis catholicus? Skizzen einer autobiografischen Theologie


Vallendar (kath.net) Die römisch-katholische Kirche, der älteste Globalplayer der Welt ist den Angriffen von Produktpiraten ausgesetzt. Dieses Mal sind es nicht die Chinesen. Nein, der Angreifer spricht deutsch und verwendet das schon gefakte Produkt „Synode“ und nennt es „synodaler Weg“.

Bevor der Hahn kräht...

Lange ist es her, dass sich die katholische Kirche noch als acies bene ordinata (Hld 6, 4), als wohlgeordnetes Heerlager, bereit zum Kampf, verstehen konnte. Insbesondere die katholische Aktion hat so ihr Wirken begriffen. Der Sauerteig der Kirche und des Evangeliums sollte durch Laieninitiative in der Welt aufgehen. Heute scheint der Kampf verloren zu sein, vom wohlgeordneten Heerlager ist nur noch ein „Feldlazarett“ (Papst Franziskus) übrig geblieben. Anstatt des Sauerteigs des Evangeliums quillt der süße Brei der Welt aus Grimms Märchen in die Kirche. Das Corona -Virus hat nur offensichtlich gemacht, was sich schon seit Jahren abzeichnet. Was bedeutet es noch durch das Taufsakrament Hinein genommen in die Liebe zu sein, in die römisch-katholische Version vom Taufbecken bis zu den Sterbesakramenten? Und was bedeutet es, wenn eine Pfarrgemeinde im Mai 2021 ihre Jugend nicht mehr von ihrem Erzbischof firmen lassen will, weil sie Kirche grundsätzlich schon anders versteht als ihr Oberhirte?


   Was mich betrifft, bin ich auch schon zwei Mal durch eigenes Verschulden aus diesem Taufverständnis wieder heraus gefallen und fast ins Nichts abgestürzt. Aber ich will in diesem Angebot der Liebe bleiben, auch wenn die Anbieter nicht gerade den Eindruck erwecken, als wäre man Hinein genommen in die Liebe. Die Kirche ist nur so weit glaubhaft, wie es ihre Mitglieder vom Papst bis zu einem bloß Getauften wie mir es sind. Spätestens hier stellt sich die Frage: Römisch-Katholisch, was ist das überhaupt? Wer hat dafür das Copyright? Hat es sich aufgelöst durch eine gigantische nachkonziliare Produktpiraterie und werden sogar schon Falsifikate des synodalen Weges von Bischöfen hingenommen? Kommen ihre Hirten in der Öffentlichkeit nicht als Clankriminelle daher und stehen sie einer Herde von bockigen oder aber braven Schafen vor? Erfindet etwa jede Zeit das Katholische neu? Hat ein Bio-Virus nicht gezeigt, dass Virologen mehr Trost spenden können als Bischöfe mit ihrem Segen in leeren Kirchen und selbst der Papst im gespenstisch verwaisten Petersdom zu Ostern 2020? Sind wir nicht vielmehr alle hinausgehalten in das Nichts, was Heidegger vom menschlichen Dasein überhaupt annimmt, egal in welchen Strukturen wir es organisieren? Oder sind wir vielleicht nicht standhaft geblieben nach der Taufe, wie Petrus nach dem Krähen des Hahnes und das Angebot Hinein genommen zu sein in die Liebe besteht weiterhin?

   Von Petrus wissen wir, dass er nach dem Krähen des Hahnes schließlich standhaft blieb. Wie ergeht es uns? Wie verhalten wir uns angesichts von Herausforderungen? Wohin fiel die Saat bei uns, auf den Weg, unter die Dornen oder auf fruchtbaren Boden? Dürfen wir hoffen, dass uns Christus die Hand reicht, wenn wir nicht mehr glauben können, dass wir hinein genommen sind in die Liebe und Angst haben unterzugehen wie Petrus? Oder wenn weit und breit niemand glaubwürdig ist, der uns - wie Christus Petrus - die Hand reicht? Zwei mal musste ER sie mir schon reichen. Von einem lebenslangen Versuch, dem apostolischen Copyright der Liebe Christi gerecht und nicht auch Produktpirat zu werden, möchte ich berichten.

kath.net Lesetipp
Helmut Müller
Hineingenommen in die Liebe - aber spüren wir sie auch im orbis catholicus?
Skizzen einer autobiografischen Theologie
250 Seiten, Paperback
Fe-Verlag
ISBN /EAN: 9783717113355


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz - ANMELDUNG nur noch bis 22. JUNI!!!
  2. ZDF hasst Katholiken
  3. Das Beichtgeheimnis: Festgeschrieben für die Ewigkeit?
  4. "Gesegneten Frohnleichnahm" - eine CSU-Blamage zu Fronleichnam
  5. Die Alte Messe braucht die Piusbruderschaft nicht
  6. Erzbistum Washington entlässt Exorzisten wegen Äußerungen zu UFOs und Dämonen
  7. Östereichische Bischofskonferenz: Lackner bleibt Vorsitzender, Scheuer wieder Vize
  8. Kardinal Woelki: In der Eucharistie schenkt sich Christus selbst
  9. Polen: Fußballer Bartosz Sobczyk gab seine Karriere auf, um Priester zu werden
  10. Aus der Liebe geboren, zur Einheit berufen - Ein Leib, ein Geist, eine Sendung
  11. Papst: „Ich bin zutiefst berührt, dass Sie darüber sprechen können“
  12. Eduard Habsburg: Alte Messe ist ‚absolute Antithese zur heutigen Welt‘
  13. Das Maß vor dem Gesetz. Würde, Recht und die Grenzen der Macht
  14. Neuer Trend in den USA: Abkehr von nüchternen Kircheninnenräumen
  15. Papst reagiert bestürzt auf Ermordung von Bischof Afonso/Mosambik

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz