Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Piusbruderschaft kritisiert ‚Doppelmoral‘ nach Verweigerung des Zutritts zur Basilika in Assisi
  2. Eine „Erzbischöfin“ stürzt die Anglikanische Kirche ins Chaos
  3. Tantum ergo Sacramentum
  4. Kardinal Burke: Sexuelle Unmoral heute erinnert an Sodom und Gomorrha
  5. Eine vergiftete Unterstützungserklärung
  6. Was Charlie Kirk Friedrich Merz antworten würde
  7. Kardinal Müller: „Muslime respektieren kein schwaches Christentum, das sich des Kreuzes schämt“
  8. Während Messfeier mit Erstklässlern: Bengalisches Feuer in katholische Kirche geworfen
  9. Katholische Cityseelsorge St. Gallen Mitveranstalter von ‚Drag-Show‘
  10. ‚Das Exil von Pater Edmund‘
  11. Irreversibel – die Diktatur des Geschehenen. Wenn die Geschichte zum ‚Lehramt‘ wird
  12. Niederlande: Ein zweijähriges Kind wurde durch Euthanasie getötet
  13. 'Ich würde mir gerne Sorgen machen, aber ich mache mir keine'
  14. Spannungen hinter den Kulissen: Papst lehnt gemeinsamen Auftritt mit Macron in Notre-Dame ab!
  15. Papst Leo XIV. hebt Gehaltskürzungen im Vatikan auf

Uniforme Medien und Werteverlust im Westen

23. Oktober 2021 in Kommentar, 12 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Was Alexander Solschenizyn vor 40 Jahrenan der westlichen Gesellschaf kritisiert hat, tritt in unseren Tagen bedrohlich zutage: Manipulative Medienberichterstattung und eine gottlose Weltsicht, die das Böse ausblende - Beitrag der VISION 2000


Wien (kath.net/http://vision2000.at)

Was Alexander Solschenizyn vor 40 Jahrenan der westlichen Gesellschaf kritisiert hat, tritt in unseren Tagen bedrohlich zutage: eine manipulative Medienberichterstattung  und eine gottlose Weltsicht, die das Böse ausblendet.

Beim derzeitigen Stand der Dinge ist die Presse zum mächtigsten Faktor in den westlichen Ländern geworden, mächtiger als die Gesetzgebung, die Exekutive und das Rechtswesen. Da drängt sich die Frage auf: Auf welcher Rechtsgrundlage wurde sie gewählt und wem gegenüber ist sie verantwortlich? Unter dem Kommunismus ist der Journalist klarerweise ein Staatsbediensteter. Aber wer hat den Journalisten im Westen die Macht übertragen, für wie lange und mit welchen Vorrechten?
Noch etwas ist überraschend für jemanden, der aus dem Osten kommt, wo es eine Einheitspresse gibt. Langsam entdeckt er einen gemeinsamen Trend der Prioritäten bei der Presse als Ganzes. Es ist so wie eine Mode; da gibt es allgemein anerkannte Beurteilungsmuster; da könnte es gleich laufende Geschäftsinteressen geben, deren Folgen letztlich nicht Konkurrenz, sondern Vereinheitlichung sind. (…)


Ohne jede Art von Zensur werden im Westen Denkweisen und Ideen, die in Mode sind, von jenen, die nicht im Trend liegen, abgesondert; nichts ist verboten, aber was nicht im Trend liegt, wird kaum seinen Weg in eine Zeitschrift oder in Bücher finden oder den Kollegen zu Ohren kommen. Dem Gesetz nach sind die Wissenschafter frei , aber sie werden beeinflusst durch die Mode des jeweiligen Tages.

Es gibt keine offene Unterdrückung wie im Osten; dennoch verhindert eine von der allgemeinen Meinung und vom Zwang der allgemeinen Standards diktierte Auswahl unabhängige Geister daran, ihren Beitrag zum öffentlichen Leben zu leisten…
*
Der Westen schritt gesellschaftlich in Übereinstimmung mit seinen proklamierten Anliegen und dank eines großartigen technischen Fortschritts voran. Und plötzlich geriet er in seinen jetzigen Schwächezustand. Das bedeutet aber, dass der Fehler offenbar an der Wurzel, an der Basis der Denkvorstellungen in den vergangenen Jahrhunderten liegen muss. Ich nenne diesbezüglich die vorherrschende Weltsicht, die erstmals in der Renaissance entwickelt wurde und dann seit der Aufklärung ihren politischen Ausdruck fand. Sie wurde zur Grundlage für das Regieren und für die Sozialwissenschaft und kann als rationalistischer Humanismus oder humanistische Autonomie bezeichnet werden: die verkündete und durchgesetzte Autonomie des Menschen von jeglicher höheren Macht. (…)

Diese neue Denkweise, die uns als Leitlinie aufgedrängt wurde, verleugnete die Existenz des im Menschen innewohnenden Bösen und nahm keine höhere Aufgabe als das Erlangen von Beglückung hier auf Erden wahr. Die Basis der modernen westlichen Zivilisation bildete der bedrohliche Trend, den Menschen und seine materiellen Bedürfnisse anzubeten. (…)
Hätte der Humanismus recht, indem er erklärt, der Mensch käme zur Welt, um glücklich zu sein, wäre er nicht geboren, um zu sterben. Da sein Leib dazu verurteilt ist zu sterben, muss seine Aufgabe hier auf Erden offensichtlich eher spiritueller Natur sein als grenzenloser Genuss im Alltagsleben. Es kann jedenfalls nicht die Suche nach der besten Gelegenheit sein, materielle Güter zu erwerben und sie dann heiter so gut wie möglich zu genießen. Es muss die Erfüllung einer fortdauernden, ernsten Aufgabe sein, sodass die Lebensreise zu einer Erfahrung moralischen Wachstums wird und man so das Leben als besserer Mensch verlässt, als man es begonnen hat. Es ist ein Gebot der Stunde, die Liste der gängigen menschlichen Werte zu überprüfen.
Alexander Solschenizyn †

Auszüge aus der Rede am 8.6.78 an der Harvard University. Übersetzung aus dem Englischen: CG.

 

Foto: (c) wikimedia / Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Photo by Mikhail Evstafiev


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Robert Bellarmin SJ – De gemitu columbae
  3. Marsch fürs Läbe: Together for Life! – Männer übernehmen Verantwortung für das Leben
  4. Während Messfeier mit Erstklässlern: Bengalisches Feuer in katholische Kirche geworfen
  5. ‚Das Exil von Pater Edmund‘
  6. Gericht stoppt Zwang zur Suizidhilfe für katholische Nonnen in Illinois
  7. Slowakei: Aufrufe zu Lebensschutz und Dialog bei Nationalwallfahrt
  8. Damit die nächste Saat aufgehen kann
  9. Kardinal Müller: „Muslime respektieren kein schwaches Christentum, das sich des Kreuzes schämt“
  10. Grußwort des DBK-Vorsitzenden Wilmer verfehlt das Thema
  11. Eine vergiftete Unterstützungserklärung
  12. „Manchmal ist es schwer, den Zusammenhang zwischen meinem Kreuz und dem Kreuz Christi zu erkennen“
  13. 'Ich würde mir gerne Sorgen machen, aber ich mache mir keine'
  14. Die Bibliothek als Herz des kirchlichen Gedächtnisses. ‚Nimm und lies!‘ - Die Unruhe der Wahrheit
  15. „Ich erwarte die Auferstehung der Toten und das Leben der kommenden Welt“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz