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Lackner: Orientierungslosigkeit in Gesellschaft und Kirche überwinden

9. November 2021 in Österreich, 4 Lesermeinungen
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Vorsitzender der Österreichischen Bischofskonferenz wirbt bei Festgottesdienst des heimischen Episkopats im Wiener Stephansdom für weltkirchlichen Synodalen Prozess


Wien (kath.net/KAP/ÖBK) Erzbischof Franz Lackner, der Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz, hat zu verstärkten Anstrengungen aufgerufen, um die zunehmende Orientierungslosigkeit und den Vertrauensverlust in Gesellschaft und Kirche zu überwinden. In seiner Predigt beim Festgottesdienst der österreichischen Bischöfe am Montagabend im Wiener Stephansdom setzte er diesbezüglich auch große Hoffnungen in den von Papst Franziskus ausgerufenen weltkirchlichen Synodalen Prozess.

Noch nie habe es in der Geschichte Österreichs eine so lange Periode gegeben, in der Menschen friedlich, mit hohen sozialen Standards und Absicherungen leben konnten, wie derzeit. Dennoch stehe man vor riesigen Herausforderungen, so Lackner, der vor allem auf die Klimakrise und die Pandemie verwies. So habe etwa das Coronavirus die Gesellschaft gespalten und eine Vertrauenskrise geoffenbart. "Trotz äußerer Weltgewandtheit zeigt sich eine innere Orientierungslosigkeit", konstatierte Lackner. Er orte immer mehr Menschen, für die die Politik, das Gesundheitswesen, die Kirche und Medien unglaubwürdig seien.


Und auch in der Kirche krisle es schon seit Jahren. "Orientierungslosigkeit und Unstimmigkeiten greifen Platz." In diese Situation hinein habe Papst Franziskus eine Bischofssynode zum Thema "Synodalität" ausgerufen. Dem Papst gehe es dabei aber nicht um Meinungen und Umfrageergebnisse, sondern um einen "Hinhör-Prozess", so der Erzbischof: "Auf jeder Ebene ist die Arbeit der Synodalität ganz zu leisten. Synodalität ist kein Durchlaufposten. Wir sollen hinhören auf den sogenannten 'sensus fidei in credendo', das heißt auf den Glaubenssinn hören, so wie er sich im Moment des Glaubens zeigt."

Wie Lackner weiter sagte, bitte er nun verstärkt Menschen, ihm von ihrem Glauben zu erzählen. Das seien keine Prüfungen, niemand solle sich gedrängt fühlen, "aber die Kirche, ich, wir brauchen diese Glaubenszeugnisse". Diese schöne wie sensible Aufgabe des Hörens gelte es in den Pfarrgemeinderäten, Gruppen jeglicher Art und in den diözesanen Gremien zu leisten. Das gehe allerdings nur, "wenn wir, wie es im ersten Satz des Synodengebets heißt 'im Heiligen Geist stehen'".
Papst Franziskus verweise selbst auf das Apostelkonzil, eine erste synodale Versammlung, bei dem schließlich nach einem gewaltigen Streit gemeinsam geschwiegen habe und auf Gott gehört wurde. Das Apostelkonzil begründet seinen Entschluss schließlich mit der Feststellung: "Der Heilige Geist und wir haben beschlossen." Lackner: "Dorthin sind wir mit dem synodalen Prozess der Weltkirche unterwegs, hörend, vielleicht auch streitend, hinhörend auf das Wort Gottes und auf den Glauben unter den Menschen, aber schweigend."

Bitte um Gebet für Österreich und die ganze Welt

Kardinal Christoph Schönborn eröffnete den Gottesdienst im Stephansdom mit einer Bitte um das Gebet für Österreich und die ganze Welt. Ausdrücklich nannte der Wiener Erzbischof die Sorgen und Anliegen rund um die Corona-Pandemie, die Menschen auf der Flucht und die unter Hunger oder Krieg Leidenden.

Unter den Mitfeiernden waren auch der Apostolische Nuntius in Österreich, Erzbischof Pedro Lopez Quintana, und Nuntiatursekretär Kevin Randall. Sie und der emeritierte Wiener Weihbischof Helmut Krätzl wurden vom Kardinal und vom Salzburger Erzbischof eigens begrüßt wurden.

Der Festgottesdienst im Stephansdom bildete den Abschluss des ersten Tages Herbst-Vollversammlung der Österreichischen Bischofskonferenz. Die Bischöfe tagen bis Donnerstag in Wien.

Copyright 2021 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich

Archivfoto Erzbischof Lackner (c) kathpress/Franz Neumayr


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Lesermeinungen

 Agostino 9. November 2021 
 

S.g. Herr Erzbischof...

während der sogenannten "Corona-Pandemie" (oder doch eher: Testpandemie?) habe ich von Ihnen und Ihren Mitbrüdern nicht sonderlich viel Orientierung erhalten. Es schien und scheint, als ob Sie willfährige Erfüllungsgehilfen der faktenbefreiten staatlichen Zwangsmaßnahmen waren und sind (Geld??). Ich habe auch den Eindruck, dass ich mit meiner Enttäuschung nicht alleine bin, weshalb sich viele Gläubige verabschiedet haben und wohl nicht so leicht wiederzugewinnen sein werden...


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 Robensl 9. November 2021 
 

Sollten nicht vor allem die Hirten für Orientierung sorgen?

Wer hat denn die meiste Verantwortung? Statt "Ach, herrje.." mal was tun! Selbst Glaubenszeugnisse liefern - die klerikale Wagenburgmentalität und blinde Staatstreue in Sachen Corona war und ist das Gegenteil davon, eben unglaubwürdig (und in vielem auch schlicht unvernünftig). Und wer duldet seit Jahrzehnten liturgischen Missbrauch? usw etc pp Da ist noch viel Luft nach oben, im wahrsten Sinn des Wortes.


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 Passero 9. November 2021 
 

Den Glauben und nicht das Impfen verkünden!

Exzellenz, bitte gebe Sie als Oberhirte als erster klare Orientierung, d.h. vor allem, den Glauben unverkürzt verkünden! Dazu würde übrigens auch gehören, dass Sie praktizierte Homosexualität ohne wenn und aber klar verurteilen!
Appelle zur Impfung mit den derzeit zugelassenen Impfstoffen gegen Corona gehören aber n i c h t dazu!


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 bernhard_k 9. November 2021 
 

Eine Missionierungs-Synode wäre wichtig(er)

Und warum immer fragen? Wir haben längst alle Antworten in der Hl. Schrift und im Lehramt.

Also: weniger die Gläubigen fragen, sondern Gott! DAS gibt Orientierung!


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