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Leiter von "Comunione e Liberazione" tritt zurück

16. November 2021 in Weltkirche, 2 Lesermeinungen
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Hintergrund ist ein im Sommer veröffentlichtes Vatikan-Dekret, das die Macht von Führungskräften internationaler katholischer Laienverbände erheblich einschränkt


Rom (kath.net/KAP) Der langjährige Leiter der katholischen Bewegung "Comunione e Liberazione", Julian Carron (71), hat seinen Rücktritt erklärt. Er wolle dazu beitragen, dass der Wechsel an der Spitze "mit der Freiheit stattfindet, die ein solcher Prozess erfordert", teilte der spanische Priester zu Wochenbeginn mit. Er hatte die Leitung seit 2005 inne. Carron bezeichnete die gegenwärtige Lage der von ihm geführten Laiengemeinschaft als "heikel". Jedes Mitglied müsse "persönliche Verantwortung für das Charisma" übernehmen, betonte er. Der in den vergangenen Jahren geleistete Dienst sei ihm "eine Ehre" gewesen.


Hintergrund der Amtsniederlegung ist ein im Juni veröffentlichtes Vatikan-Dekret, das die Macht von Führungskräften internationaler katholischer Laienverbände erheblich einschränkt. Unter anderem sieht es eine Amtszeitbegrenzung vor, um "Selbstbezogenheit" und "Missbrauch" zu vermeiden. Die Anordnung der für die Laien in der Kirche zuständigen Behöre stieß auch auf Kritik. Mit Blick auf "Comunione e Liberazione" beklagten Kommentatoren in italienischen Blogs eine "Liquidierung der amtierenden Leitung".

"Comunione e Liberazione" ist eine konservative und sozial engagierte Bewegung in der katholischen Kirche. Sie wurde 1954 im Rahmen der katholischen Studentenseelsorge vom Priester Luigi Giussani (1922-2005) in Mailand gegründet. Papst Franziskus galt in seiner Zeit als Weihbischof und Erzbischof in Buenos Aires (1992-2013) als Sympathisant der Bewegung. Heute gehören ihr schätzungsweise 100.000 Mitglieder in etwa 90 Ländern an, wobei die Gemeinschaft selbst keine Mitgliedschaft vorsieht, sondern nur von "Teilnahme" spricht.

Copyright 2021 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


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