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Traurige Vergänglichkeit

7. Dezember 2021 in Jugend, 2 Lesermeinungen
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Die Adventszeit zeigt uns, worauf wir wirklich bauen sollten, was wirklich unseres ganzen Engagements wert ist. In erster Linie gilt, eine wahre Beziehung zu Gott aufzubauen - Die Jugendkolumne von Viktoria Samp


Rom (kath.net)

Zum Ende des Kirchenjahres hören wir immer wieder in den Lesungen von den Endzeiten, dem Vergänglichen, davon, dass all das Irdische irgendwann ein Ende haben wird. Diese apokalyptischen Beschreibungen sind erschreckend und grausam, sie machen uns nachdenklich und in Verbindung mit der grauen Herbstatmosphäre draußen stimmen sie eher pessimistisch. Allein Jesus sagt: „Es wird eine Zeit kommen, da wird von allem, was ihr hier seht, kein Stein auf dem anderen bleiben“ (Mt 21,6).

Wie sehr ist auch mein Leben und meine Umgebung ständig in Bewegung! In der Arbeit haben wir ein Projekt beendet, an dem wir mehrere Jahre gearbeitet haben, Kollegen kündigen, Freunde ziehen weg. Es ist jedes Mal ein bisschen schmerzhaft, das Ende von etwas erleben zu müssen, was man so lange aufgebaut hat. Etwas, was immer so selbstverständlich schien, ist auf einmal nicht mehr so, wie es immer war. Eine Beziehung, die man aufbaut und an der man täglich arbeitet, geht auf einmal kaputt, eine Ersparnis muss auf einmal aufgebraucht werden, ein Projekt, das man monatelang vorbereitet hat, wird verworfen. Und dann stellen wir fest, wie instabil all das ist, was wir Menschen schaffen, egal wie viel Arbeit und Mühe wir investiert haben. Nichts, was wir versuchen, mit eigener Kraft aufzubauen, ist dauerhaft. Jedes Werk von Menschenhand wird irgendwann auseinanderfallen.


Ich liebe es, in Erinnerungen zu schwelgen, mich an meine Studienzeit oder andere wunderschöne Momente im Leben zu erinnern und würde am liebsten an all die Orte zurückkehren, all die Leute wiedersehen. Doch dann wird mir bewusst, dass das alles jetzt nicht mehr dasselbe wäre. Die Menschen haben sich geändert, die Orte auch, die Beziehung, die ich zu den Menschen hatte, ja, auch ich habe mich geändert und nehme heute alles ganz anders wahr als gestern. Das, was war, ist vergangen und bliebt nur noch eine Erinnerung.  

Dennoch – das Ende von etwas bedeutet immer auch den Anfang von etwas anderem. So gibt es auch im Kirchenjahre eine Wende, die mit der Adventszeit einbrechen wird. Wir werden nicht mehr von der Endzeit hören, sondern uns vorbereiten auf das Kommen unseres Herrn, auf die Menschenwerdung Christi, die diese pessimistische Stimmung in eine optimistische Perspektive verwandeln wird. Die Adventszeit zeigt uns, worauf wir wirklich bauen sollten, was wirklich unseres ganzen Engagements wert ist. In erster Linie gilt, eine wahre Beziehung zu Gott aufzubauen, der uns jeden Tag Seine unerschöpfliche Liebe schenken möchte und die einzige unvergängliche Konstante in unserem Leben ist. Was für ein großes Glück und was für eine Gnade ist es, sich dessen bewusst und damit frei von allen weltlichen Sehnsüchten zu sein! Wie sehr ändert sich dann unsere Perspektive auf unsere kleineren und größeren Sorgen, auf unsere Mitmenschen und auf uns selbst.


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