Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Deutsche Bischofskonferenz beschließt: Man will in Rom um Erlaubnis für Laienpredigt bitten
  2. Möge die Versöhnung der Kirche in Deutschland gelingen
  3. Ist die Zeit der Barmherzigkeit bald vorbei? Stehen wir kurz vor der Zeit des Gerichts?
  4. "Alle Iraner feiern. Die schlimmsten Menschen der Welt weinen"
  5. Brasilianischer Erzbischof droht Teilnehmern an der Alten Messe Exkommunikation an
  6. Toni Faber und der Zölibat - Beschwerdewelle gegen Wiener Dompfarrer
  7. Um Gottes willen: „die Waffen nieder“ – Kardinal Brandmüllers Ruf zur liturgischen Vernunft
  8. Die Wahl von Bischof Heiner Wilmer zum DBK-Vorsitzenden „ist ein echtes Hoffnungszeichen“
  9. „Gemeinnutz vor Eigennutz“: Bischof erntet Kritik für NS-Vergleich in Richtung AfD
  10. "Deutsche Kirchen" ersetzen spirituelle Dimension der Fastenzeit durch weltanschauliche Agitation
  11. Papst antwortet auf Leserbrief eines Atheisten
  12. 'Ein Katholizismus ohne Beichte ist wie ein Krankenhaus ohne Medikamente'
  13. "Mit Hitler hat es keinen vernünftigen, authentischen und verantwortungsvollen Dialog gegeben!"
  14. Kärntner Ordinaritaskanzler: Rechthaberei in der Kirche überwinden
  15. Ein Gott, der nichts mehr verlangt

Die Krokodilstränen der obersten Funktionärin zum Fest

27. Dezember 2021 in Kommentar, 11 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Der Montagskick von Peter Winnemöller


Linz (kath.net)

Ein paar Krokodilstränen zum Fest vergoss die kürzlich neugewählte Präsidentin des Zentralkomitees deutscher Katholiken, Irme Stetter-Karp. In einem Interview mit dem Deutschlandfunk vertrat die Oberste Laienfunktionärin Deutschlands am zweiten Weihnachtstag die Ansicht, über 200.000 Kirchenaustritte pro Jahr seien ein offensichtlicher Hinweis, dass Reform- und Kommunikationsverweigerung keinen Weg in die Zukunft wiesen.

Dabei brachte Stetter- Karp keine neuen Aspekte in die Diskussion, sondern wiederholte nur die uralte Forderung, Frauen zu Priesterinnen zu weihen, was bekanntermaßen in der katholischen Kirche nicht möglich ist. Die Frage, ob geweihte Männer in einem anderen, höheren Daseinsstand seien, antwortete sie, sie glaube das nicht. Die Methode ist bekannt. Dementiere etwas, das niemand behauptet hat und werde zum Freiheitshelden. Keiner der Priester, die ich in den letzten Tagen gesehen habe, existierte in einem anderen oder höheren Daseinsstand. Sowas erreicht man ohnehin vermutlich eher durch Kiffen als durch eine sakramentale Weihe.

Die Weihe eines Mannes zum Diakon, Priester oder Bischof bewirkt tatsächlich auf ontologischer Ebene eine Veränderung. Es ändert sich der Stand vom Laien zum geweihten Amtsträger. Änderungen des Standes durch Sakramente sind allerdings in der Kirche nicht so ungewöhnlich. Dieses Wissen von der Präsidentin des „ZdK“ zu verlangen, wäre zu viel verlangt. Ein Mann und eine Frau, die sich das Sakrament der Ehe spenden, ändern ebenfalls ihren Stand. Ein Pönitent ändert seinen Stand und ist nach der Absolution im Stand der Gnade. Manchmal sind diese Interviews mit Laienfunktionären einfach nur noch unfreiwillig komisch.


Ginge man den Sorgen um 200.000 Kirchenaustritte pro Jahr einmal ernsthaft nach, so könnte man feststellen, dass sich außer den kirchlichen Berufslaien und Laienfunktionären niemand für die angeblich unbedingt notwendigen Reformen interessiert. Der sogenannte synodale Weg, den DBK und „ZdK“ vom Zaun gebrochen haben, geht an der Wahrnehmung der Menschen im Land komplett vorbei. Was die Menschen in der Tat interessiert, sind vielmehr die fundamentalen Fragen des Lebens. Je größer die Eigenrotation der Kirche um so größer die Zentrifugalkräfte, die enttäuschte Katholiken aus der Kirche schleudert.

Eine Kirche, die sich nur noch mit sich selbst beschäftigt und die sich nur noch um ihre Reformen dreht, wird zunehmend uninteressanter. Man muss die Frage stellen, warum Menschen, die leitende Mitarbeiter in der Erwachsenenbildung sind, wie Stetter- Karp im Interview erwähnt, zunehmend auf Distanz gehen. Stimmt es, dass sie erst jetzt auf Distanz gehen oder waren sie in ihrem Glauben nie kongruent mit der Kirche und sind stattdessen nur ihrer eigenen Hoffnung erlegen, dass die Kirche sich irgendwann einmal ihren Vorstellungen anpasst. Wer genug Erfahrung im Umgang mit hauptamtlich bei der Kirche angestellten Laien hat, kann es wissen. In vielen Fällen wird schon jahrzehntelang von einer anderen Kirche geträumt. Die Distanz zur Lehre der Kirche in Fragen des Glaubens und der Sitten ist enorm. Man fragt sich eher, wie und warum diese Mitarbeiter den Spagat so lange ausgehalten haben. Der Frust, am Ende eines beruflichen Lebens nichts erreicht zu haben, muss gewaltig sein.

Auch die neue Präsidentin des „ZdK“ war über Jahrzehnte Mitarbeiterin der Diözese Rottenburg- Stuttgart und leitete am die Ende Hauptabteilung Caritas im Bistum Rottenburg-Stuttgart. Die Frage muss erlaubt sein, wie jemand mit einer so großen Distanz zur Lehre der Kirche in einer Diözese auf einen leitenden Posten kommen kann. Wie kann man über Jahrzehnte einen solchen Spagat aufrechterhalten, wenn nicht wesentliche Teile der Leitungsebene, Bischöfe eingeschlossen, ihre Mitarbeiter über das Wesen der Kirche im Unklaren lassen? Inzwischen ist die Diskrepanz so groß, dass man sich den Kirchenaustritt einer amtierenden „ZdK“- Präsidentin sogar vorstellen kann. Mit diesem Satz ist das Drama einer Kirche in Eigenrotation auf den Punkt gebracht.

Vielleicht macht sich mal ein Bischof Gedanken über Seniorenkatechese für austrittsgefährdete, ehemalige Kirchenmitarbeiter. Vielleicht kann eine Versöhnung mit der Kirche stattfinden, wenn man spät, aber nicht zu spät kapiert, dass man eine göttliche Stiftung, die die Kirche nun einmal ist, nicht mit Mitteln der Politik in ihrem Wesen verändern kann.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. ISLAND im SOMMER - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Oktober 2026 - Wunderbares SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Deutsche Bischofskonferenz beschließt: Man will in Rom um Erlaubnis für Laienpredigt bitten
  4. "Alle Iraner feiern. Die schlimmsten Menschen der Welt weinen"
  5. Die Wahl von Bischof Heiner Wilmer zum DBK-Vorsitzenden „ist ein echtes Hoffnungszeichen“
  6. Toni Faber und der Zölibat - Beschwerdewelle gegen Wiener Dompfarrer
  7. "Europa hat die Gefahr der islamischen Republik Iran noch immer nicht begriffen"
  8. "Deutsche Kirchen" ersetzen spirituelle Dimension der Fastenzeit durch weltanschauliche Agitation
  9. "Mit Hitler hat es keinen vernünftigen, authentischen und verantwortungsvollen Dialog gegeben!"
  10. Um Gottes willen: „die Waffen nieder“ – Kardinal Brandmüllers Ruf zur liturgischen Vernunft
  11. Bischof Erik Varden bei Fastenexerzitien im Vatikan: „Tausende fallen“
  12. Möge die Versöhnung der Kirche in Deutschland gelingen
  13. Ist die Zeit der Barmherzigkeit bald vorbei? Stehen wir kurz vor der Zeit des Gerichts?
  14. Mexiko in Angst: Priester spenden auf einem Dach eucharistischen Segen
  15. 'Ein Katholizismus ohne Beichte ist wie ein Krankenhaus ohne Medikamente'

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz