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Kirchenstreit um Afrika: Patriarch Theodoros betroffen über Moskau

6. Jänner 2022 in Weltkirche, 1 Lesermeinung
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Moskauer Patriarchat errichtet im Jurisdiktionsgebiet Alexandriens eigenen Diözesen - Alexandrinischer Patriarch: "Möge Gott ihnen vergeben"


Kairo/Athen (kath.net/KAP) Nachdem die Russisch-orthodoxe Kirche (Moskauer Patriarchat) angekündigt hat, in Afrika und somit im Jurisdiktionsgebiet des Patriarchats von Alexandrien, eine eigene Kirchenstruktur zu errichten, hat die geharnischte Antwort aus Alexandrien nicht lange auf sich warten lassen. Patriarch Theodoros zeigte sich tief betroffen über die Entscheidung Moskaus. In einer auf der Website des Patriarchats veröffentlichten offiziellen Erklärung wurde betont, dass die Synode des Patriarchats bei ihrer nächsten Sitzung darüber beraten wird, wie man auf die Entscheidung Moskaus reagieren werde. Das Infoportal "OrthodoxTimes" zitierte den Patriarchen im Blick auf das Moskauer Patriarchat mit den Worten "Möge Gott ihnen vergeben".

Die Heilige Synode des Moskauer Patriarchats beschloss vor wenigen Tagen, u.a. zwei eigene Diözesen in Afrika einzurichten. Zusätzlich wurden "102 Kleriker des Patriarchats von Alexandrien aus acht afrikanischen Ländern" in die eigene russisch-orthodoxe Zuständigkeit aufgenommen.

Moskau geht damit auf offenen Konfrontationskurs zum Patriarchat von Alexandrien, dessen Jurisdiktionsbereich sich auf ganz Afrika erstreckt, weil sich Patriarch Theodoros von Alexandrien im innerorthodoxen Kirchenkonflikt um die Ukraine auf die Seite Konstantinopels gestellt und die Orthodoxe Kirche der Ukraine offiziell anerkannt hat.

Orthodoxes Afrika

Das Griechisch-Orthodoxe Patriarchat von Alexandria vertritt auf dem afrikanischen Kontinent die byzantinische Tradition. Der Sitz des Patriarchats ist im ägyptischen Alexandrien. Ägypten ist auch das Kernland des griechisch geprägten Patriarchats, das auf das frühe Christentum zurückgeht. Der Großteil der Diözesen und Kirchenmitglieder ist heute aber in Subsahara-Afrika zu finden.

Das Patriarchat von Alexandrien hat in ganz Afrika rund 35 Erzdiözesen und Diözesen. Zur Zahl der Gläubigen werden keine konkreten Angaben gemacht. Schätzungen belaufen sich auf einige Millionenn. Allein für Kenia, das historisch betrachtet bedeutendste Land der orthodoxen Mission in Subsahara-Afrika wird die Zahl der orthodoxen Gläubigen auf eine Million geschätzt. Es gibt 200 orthodoxe Kirchen und Dutzende Pfarrschulen im Land. In Riruta ist das Patriarchalseminar Erzbischof Makarios III. beheimatet, eine der bedeutendsten orthodoxen theologischen Bildungsanstalten auf dem afrikanischen Kontinent.

Der höhere Klerus ist in ganz Afrika noch weitgehend griechisch geprägt. Es gibt aber auch bereits einheimische Bischöfe. Die Gemeindepriester sind fast ausschließlich Afrikaner. Abgesehen von den jeweiligen Diözesanzentren, die hauptsächlich in oder in der Nähe urbaner Zentren liegen, und wenigen Stadtpfarreien, liegen die meisten Gemeinden in ländlichen Gebieten. Zwar gibt es vor allem in den Städten auch noch Gläubige griechischer oder sonstiger osteuropäischer Diasporagemeinden (z.B. in Nairobi oder Kapstadt), doch die überwiegende Mehrheit der orthodoxen Gläubigen sind Schwarzafrikaner.

Copyright 2021 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
 Alle Rechte vorbehalten


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Lesermeinungen

 J. Rückert 6. Jänner 2022 
 

Da heilte jemand

im Namen Jesu, ohne sich dazu die Erlaubnis eingeholt zu haben. Die Jünger waren empört. Jesus sagte, sie sollten ihm nicht wehren.
Wer heilt hat recht, heißt es in der Medizin.
Das Bischofsgezänk um Einflusssphären ist nur peinlich.


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