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Clara Lejeune: Das Leben ist ein Geschenk – Mein Vater Jérome Lejeune

31. Jänner 2022 in Buchtipp, keine Lesermeinung
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Der französische Wissenschaftler, Ethiker und überzeugte Katholik Jérome Lejeune war ein streitbarer, charakterstarker Mann, der massiven Widerspruch erzeugte, weil er sich für das Lebensrecht jeder Kreatur einsetzte.


Linz (kath.net)

Der französische Wissenschaftler, Ethiker und überzeugte Katholik Jérome Lejeune war ein streitbarer, charakterstarker Mann, der massiven Widerspruch erzeugte, weil er sich für das Lebensrecht jeder Kreatur einsetzte. Lejeune erwarb sich große wissenschaftliche Meriten in der Diagnose der Ursachen von Erbkrankheiten. Die Kritik am Lebensschützer Lejeune ging so weit, dass der Menschenfreund besonders von linken Zynikern geradezu als Menschenfeind dargestellt wurde. Seine Tochter Clara Lejeune hat in ihrer biographischen Skizze Das Leben ist ein Geschenk - Mein Vater Jérome Lejeune eine gefühlvolle Abhandlung über das Leben und Wirken ihres Vaters geschrieben. Sie zeichnet ein Bild über den Familienmenschen, den herausragenden Wissenschaftler und unerschütterlichen Katholiken an Hand feiner Anekdoten und kleiner Narrative.

 

Die Entdeckung der Trisomie

Lange in der Geschichte wurde die Trisomie 21 als Krankheit gesehen, die durch ein sündiges Sexualleben bedingt war. Lejeune fand jedoch heraus, dass es sich dabei um eine Erbkrankheit handelte. Das 21. Chromosom war dreifach statt zweifach vorhanden und führte zu Funktionsstörungen im Gehirn. Somit wurde das Schuldargument wissenschaftlich entkräftet. Lejeune hatte eine große Liebe für die Geschöpfe, die behindert auf die Welt gekommen, aber dennoch fähig waren, Liebe auszustrahlen. Bewegend ist der von der Verfasserin geschilderte Moment, als ein behindertes Kind, das eine Debatte über die Abtreibung kranker Kinder mitbekommen hatte, zum Wissenschaftler sagte: „Uns will man töten. Du mußt uns verteidigen. Wir sind zu schwach, und wir wissen nicht, wie das geht“ (S. 42). Diese Begegnung führte dazu, dass der Lebensschutz ins Zentrum seiner Mission rückte; die Opfer, die er dafür in Bezug auf wissenschaftliches Ansehen und persönliche Nachteile bringen musste, waren ihm von Beginn an sehr bewusst, zeigt seine Tochter deutlich auf.

Der Glaube an die Ebenbildlichkeit des Menschen leitete das Leben des Jerome Lejeune. Seine Tochter stellt dar, wie er einem Landpfarrer begegnet war, der ihm die Maximen für sein Leben mitgegeben habe. Der Geistliche sagte ihm: „Na ja, so einfach geht das: Die Wahrheit wird euch frei machen, die Demut stellt euch alle auf den selben Stand und die Vaterschaft wird euch lehren, daß ihre alle Brüder seid, weil ihr denselben Vater habt.“

In diesem Geiste handelte Lejeune und setzte seine Mission für den Schutz des Lebens vom frühsten Stadium an bis zum letzten Atemzug fort.

 

Der Hass auf den Lebensschützer

Unter Johannes Paul II., mit dem ihn eine echte Freundschaft verband, wurde Lejeune zum Vorsitzenden der Päpstlichen Kommission für das Leben berufen. Der Papst sagte zu Lejeunes anderer Tochter Anouk nach dem Tod des Forschers Folgendes: „Aus menschlicher Sicht brauchen wir ihn so sehr. Vielleicht aber ist sein Tod ein Geschenk, das er der Akademie gemacht hat, für all diese Arbeit zugunsten des Lebens. Ist Christus nicht am Kreuz gestorben, um uns zu retten?“

In der vom Zeitgeist durchdrungenen Öffentlichkeit wurde der französische Wissenschaftler hingegen als fanatischer Vertreter einer reaktionären Ideologie massiv diskriminiert. Seine Kinder erlebten mit, wie der einst hoch angesehene Wissenschaftler zu einem Aussätzigen geworden war, weil er sich der Meinungsdiktatur einer scheinliberalen Mehrheit nicht zu beugen bereit war. Dass sich Menschen Humanisten nennen, die mit dem Lebensrecht des Geschöpfes völlig unverantwortlich umgehen und Menschen, die sich für den Lebensschutz einsetzen, als Unmenschen und reaktionäre Fanatiker gebrandmarkt werden, ist eine der großen Absurditäten unserer gegenwärtigen Zeitgeistmoral.

Das Leben Lejeunes zeigt, dass der Einsatz für das Leben in christlichem Sinne Rückgrat und klare Überzeugungen erfordert. Es ist einfach, den breiten Weg zu gehen, prognostizierten uns Jesus und die Apostel. Um so heller scheint der Stern derjenigen, die den Mut haben, durch die schmale Pforte zu gehen.

 

Das Erbe: die Lejeune-Stiftung

Mit der Lejeune-Stiftung (www.fondationlejeune.org), die von Birthe Lejeune geleitet wird, wird das wissenschaftliche und geistliche Erbe Jerome Lejeunes fortgeführt. So werden 7300 Patienten, die an diversen genetisch bedingten Krankheiten des Geistes leiden, finanziert. Dazu werden Forschungsprogramme gefördert, die den Zusammenhang von Trisomie 21 und Alzheimer sowie bestimmte Formen psychomotorischer Störungen untersuchen. Zur optimalen Wissensgenerierung werden internationale Kooperationen mit wissenschaftlichen Partnern geschlossen, die die Glaubensgrundsätze der Stiftung akzeptieren.

Diese Buch ist in Zeiten der biopolitischen Betrachtung des Menschen, der Pränataldiagnostik und Stammzellenforschung für Christen ein wichtiger Baustein, um die eigenen Überzeugungen zu festigen und den Lebensschutz weiter als zentrale moralische Forderung von Christen wach zu halten.

 

kath.net Buchtipp
Das Leben ist ein Geschenk - Mein Vater Jérôme Lejeune
Von Clara Lejeune
2021 Lepanto Verlag
168 Seiten, Taschenbuch
ISBN: 978-3-942605-22-9
Preis: 19,60 Euro


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