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Gänswein: Bild vom Vatikan ist blühende Phantasie fernab der Realität

6. Juni 2022 in Österreich, 5 Lesermeinungen
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Benedikt-Privatsekretär im Vorarlberger "Kirchenblatt": "Hauptsächlich von Klatsch und Skandälchen die Rede" - Priestermangel: Gott mit Bitten um Berufungen bestürmen.


Feldkirch (kath.net/ KAP)

Wenn vom Vatikan die Rede ist, "dann ist doch hauptsächlich von Klatsch und Skandälchen die Rede". Wie Erzbischof Georg Gänswein, langjähriger Privatsekretär von Papst Benedikt XVI., im Interview des Vorarlberger "KirchenBlattes" (Ausgabe 2. Juni) erklärte, könne man über das Zentrum der katholischen Welt "sehr viele abenteuerliche Dinge lesen oder hören, die zwar einer blühenden Phantasie entspringen, nicht aber die Wirklichkeit darstellen". Nach 27 Jahren in Rom antwortete er auf die Frage nach Veränderungen im Vatikan mit dem Hinweis auf Kontinuität: Vatikanmitarbeiter hätten in erster Linie dem Papst als dem Hirten der Universalkirche behilflich zu sein, damit er seinem Dienst als Nachfolger Petri bestmöglich nachkommen könne.

Konkret geändert hat sich laut Gänswein in den letzten drei Jahrzehnten wenig, "allerdings ist bemerkenswert, dass die Mitarbeiterschaft internationaler und die Anzahl der Laien, Männer wie Frauen, gestiegen ist". Von großer Bedeutung sei vor allem der Austausch zwischen den Bischöfen weltweit und dem Papst. "Es geht um den einen Glauben, aber es geht um unterschiedliche Aufgaben."

Das Leben im Vatikan verglich der Erzbischof mit einem großen Baum. Mitunter müsse "Hand angelegt" und das Geäst und Blattwerk beschnitten werden, "damit es nicht zum Wuchern kommt", so Gänswein. "Manch Dürres und Faules fällt von allein ab."

 

Berufungen: Priesterbild nicht "verwässern"

Um in Mitteleuropa wieder mehr geistliche Berufungen zu wecken, dafür wisse er kein Rezept. Das Jesuswort "Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter" zeige: Offensichtlich gab es schon zu Zeiten des Neuen Testaments Not mit den Berufungen. Als "wegweisend und hilfreich" erachtet der Kurienerzbischof, wie er sagte, den biblischen Nachsatz: "Bittet den Herrn der Ernte, und er wird euch Arbeiter senden." Es gelte, Gott mit Bitten um Berufungen zu bestürmen. "Beten, beten und nochmals beten: Das ist die erste und wichtigste Antwort auf den Mangel an geistlichen Berufungen." Wie lange die gegenwärtige Durststrecke andauert, sei ungewiss, wie Gänswein meinte. "Aber Christus hat sich nicht einfach aus dem Staub gemacht, auch wenn es manchmal so aussieht."

Der Erzbischof warnte zugleich davor, das Priesterbild zu "verwässern". Ein junger Mann auf dem Weg zum Priestertum müsse wissen, worauf er sich einlässt. "Wir müssen den Mut aufbringen, voll und ganz zum Glauben der Kirche und zum Zölibat zu stehen", betonte Gänswein. Dieser sei "kein lästiges Hindernis, sondern ein Geschenk Christi".

Erzbischof Gänswein war auf Einladung des Benediktiners Bruder Fidelis Ellensohn nach Maria Bildstein (Vbg.) gekommen, um einen Jubiläumsgottesdienst zu feiern: Die vom Vorarlberger Ordensmann in Tirol und Vorarlberg aufgebaute Jugendbewegung für Berufungen in der Kirche, KIM (Kreis junger Missionare), feierte ihr 50-jähriges Bestehen.

 

Copyright 2022 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten

 

Foto: (C) Armin Schwibach/kath.net


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Lesermeinungen

 Hope F. 6. Juni 2022 
 

Fruchtbarer Boden

Möge dieser Artikel bei vielen jungen Männern auf fruchtbaren Boden fallen. Mögen sie sich anstecken lassen und ihre wahre Berufung erkennen.
@Karlmaria
Wir alle sind täglich solchen Verführungen ausgesetzt. Auch wenn wir nicht alle im Zölibat leben, gibt es viele Singles und manchmal kann man auch in einer Partnerschaft sehr einsam sein. Aber nach christlichem Glauben und den 10 Geboten sind für alle Verheiratete für andere Tabu. Es ist nur allzu menschlich, wenn man meint, die andere Lebensform sei besser. Jeder muß dort seinen Dienst tun wohin der Herr ihn stellt! Wer dazu bereit ist, den wird der Herr leiten und ihm die nötige Kraft geben, um der Versuchung zu widerstehen! Bleibet standhaft und der göttliche Lohn wird überreich sein.


7
 
 KatzeLisa 6. Juni 2022 
 

Nach einem Gottesdienst mit einem Geistlichen, der eine Regenbogenmaske trägt, und alle protestantischen Chormitglieder geradezu auffordert, sich die Kommunion als Gemeinschaftserlebnis abzuholen, tun die Worte dieses rechtschaffenen Priesters immer gut.


5
 
 Monika32 6. Juni 2022 
 

Seine Worte "in Gottes Ohr"!

Leider kenne ich mittlerweile einige Personen die ehrlichen Herzens kath. Priester werden wollten, doch in hoch politische Auseinandersetzungen, vor allem gewolltes Verschweigen von Mißbrauchsfällen geraten waren. Diese Leute hatte man als "nicht kooperativ" fast um deren gesamte Existenz gebracht. Wie es mir auch erzählt wurde war das Beste dabei, dass der Vatikan still gehalten und dies zugelassen hatte. Also ein "Ponyhof" war und ist der Vatikan sicherlich nicht. Aber meiner Meinung nach ist man dort wie auch sonstwo nicht so ehrlich wie es Jesus Christus verdient hätte.


3
 
 Karlmaria 6. Juni 2022 

Das war vielleicht schon immer so

Der Heilige Ludwig Maria Grignion von Montfort schreibt ja wie wenige wirklich seine Form der Andacht nicht nur anfangen sondern auch dabei bleiben. Er sagt da sogar ein Wort an das ich öfters denke: In dieser Provinz einer und in jener Provinz einer. Wobei die Herausgeber des Goldenen Buches gleich anfügen wollten dass das ja nicht bedeutet dass alle anderen Ungläubige sind und verloren gehen. Ich bin da auch kein großes Vorbild. Obwohl ich hundertprozentig einsehe und das auch so erlebe dass Erzbischof Gänswein vollkommen Recht hat dass der Zölibat kein Opfer sondern ein großes Geschenk Gottes ist gibt es doch am laufenden Band Frauen die mich zeitweise durcheinander bringen. Am Vorabend zu Pfingsten hat es mich ganz arg getroffen bei der Worten gegen Ende der Pfingstsequenz über das Volk Gottes: Lass es in der Zeit bestehn Deines Heils Vollendung sehn. Das ist eben immer so dass wir noch auf dem Weg sind. Maria Hüterin des Glaubens bitte für uns!


2
 
 winthir 6. Juni 2022 

danke,

für dieses schöne Bild.

mit diesen "fröhlich lachenden Augen".

und: das meine ich so.

danke,
winthir.

p.s.

auf fränggisch gsagt: he lacht.
und: des find ich gut.


4
 

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