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Papst zu Bätzing: „Sehr gute evangelische Kirche in Deutschland. Wir brauchen nicht zwei“

14. Juni 2022 in Deutschland, 37 Lesermeinungen
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Bringen die aktuellen Papstäußerungen das Ende vom Synodalen Weg? – Papst äußert sich auch zur Situation von Woelki im Erzbistum Köln


Vatikan (kath.net/KAP/red) Papst Franziskus hat sich kritisch und ironisch über den "Synodalen Weg" der katholischen Kirche in Deutschland geäußert. In einem am Dienstag veröffentlichten Interview wiederholte er einen Satz, den er dem deutschen Bischofskonferenz-Vorsitzenden Georg Bätzing gesagt hatte: "Es gibt eine sehr gute evangelische Kirche in Deutschland. Wir brauchen nicht zwei von ihnen."

Der Papst nannte es "problematisch, wenn der Synodale Weg von den intellektuellen, theologischen Eliten ausgeht und sehr stark von äußeren Zwängen beeinflusst wird". Ohne konkrete Beispiele zu nennen, verwies er zum Kontrast auf "einige Diözesen, in denen der Synodale Weg mit den Gläubigen, mit dem Volk, langsam beschritten wird".

In dem Gespräch mit den Chefredakteuren kirchennaher Zeitschriften aus zehn Ländern unterstrich Franziskus erneut, dass der Papstbrief "An das pilgernde Volk Gottes in Deutschland" von Juni 2019 seine eigenen Gedanken zum "Synodalen Weg" enthalte. "Ich habe ihn selbst geschrieben, und ich habe einen Monat gebraucht, um ihn zu schreiben. Ich wollte die Kurie nicht einbeziehen. Ich habe es selbst gemacht. Das Original ist spanisch, die deutsche Version ist eine Übersetzung. Dort habe ich geschrieben, was ich denke."


In dem Interview bezeichnete der Papst in anderem Zusammenhang den schwedischen Kardinal Anders Arborelius als "Vorbild an Orientierung". Der Bischof von Stockholm habe "keine Angst vor irgendetwas. Er redet mit allen und stellt sich nicht gegen jemanden. Er strebt immer nach dem Positiven. Ich glaube, dass eine Person wie er den richtigen Weg aufzeigen kann."

Arborelius gehört zu den Mitunterzeichnern eines kritischen Offenen Briefs an den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz zum Synodalen Weg vom 10. März dieses Jahres.

Zum Erzbistum Köln: in Köln gebe es viele Gruppen, die Druck machten

Außerdem äußerte sich der Papst zur Situation im Erzbistum Köln. „Dann die Frage nach der Kölner Erzdiözese. Als die Situation sehr turbulent war, bat ich den Erzbischof, für sechs Monate wegzugehen, damit sich die Dinge beruhigten und ich klarer sehen konnte. Denn wenn das Wasser aufgewühlt ist, kann man nicht gut sehen. Als er zurückkam, bat ich ihn, ein Rücktrittsgesuch zu verfassen. Er tat dies und gab es mir. Und er schrieb einen Entschuldigungsbrief an die Diözese. Ich habe ihn an seinem Platz gelassen, um zu sehen, was passieren würde, aber ich habe sein Rücktrittsgesuch in der Hand.“ Franziskus erklärte weiter, dass in Köln viele Gruppen gebe, die Druck machten. Außerdem gebe es „ein wirtschaftliches Problem, für das ich eine finanzielle Visitation in Erwägung ziehe. Ich warte, bis es keinen Druck mehr gibt, um zu unterscheiden. Die Tatsache, dass es unterschiedliche Standpunkte gibt, ist in Ordnung. Das Problem ist, wenn Druck entsteht. Das hilft aber nicht.“

Link zum Papstbrief von 2019: "An das pilgernde Volk Gottes in Deutschland" - in voller Länge!

(c) Für das Material von KAP: Copyright 2022 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten

 


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