Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Die Mitwirkung der seligen Jungfrau Maria an der Erlösung
  2. Zehn Jahre ‚Amoris laetitia‘ – Die Kunst, eine Lehre zu ändern, ohne sie zu ändern
  3. Tschechischer Bischof Holub meint: Neuer Ritus ist 'wesentlich' für Synodalität
  4. 'Wenn du deinen Apparat kulturell gegen dich hast, bist du der ärmste Hund als Bischof.'
  5. Zehn Jahre Amoris laetitia: die Schule des Zuhörens
  6. Schwester Helen und angebliche Flirt-Fantasien der Dominikaner
  7. Papst verkündet neuen Friedensappell der Weltreligionen in Assisi
  8. NZZ: 'Die Kirchen arbeiten an der Ächtung der AfD mit'
  9. 25 Jahre KATH.NET: Kardinal Müller wird Schirmherr, Peter Seewald journalistischer Berater!
  10. Halbierung der Pfarren und Schließung Dutzender Kirchen
  11. Papst Leo wird operiert - Knoten in der Lunge!
  12. Wir können NICHT schweigen!
  13. Forscher sprechen von neuen Beweisen für möglichen Fundort der Arche Noah
  14. Was auch immer Synodalität sein soll
  15. Papst Leo: 'Ehe offenbart etwas von Gottes Geheimnis'

Debatte um Feder-Kopfschmuck für Papst Franziskus in Kanada

28. Juli 2022 in Weltkirche, 19 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Symbolisches Geschenk und auch die vom Papst ausgesprochene Vergebungsbitte lösen unter Indigenen unterschiedliche Reaktionen aus


Ottawa/Wien (kath.net/KAP) Das symbolische Geschenk eines Feder-Kopfschmucks an Papst Franziskus zum Auftakt seiner "Bußreise" in Kanada ist unter Indigenen umstritten. Franziskus hatte am Montag den traditionellen Federschmuck nach seiner Entschuldigung im Namen der katholischen Kirche für die Zwangsassimilierung von rund 150.000 indigenen Kindern in katholischen Internatsschulen von Wilton Littlechild, Bürgerrechtler und Grand Chief der Indigenenvereinigung Treaty Six First Nations, erhalten.

"Mit der Übergabe des Kopfschmucks wird ein Mann als Ehrenhäuptling geehrt und damit zu einem unserer Gemeinschaft", verteidigte der Stammesälteste der Samson Cree, John Crier, das Geschenk laut örtlichen Medienberichten (Mittwoch). Es sei eine Anerkennung der Arbeit, die Franziskus geleistet habe, so Crier, der wie auch Chief Littlechild selbst Schüler einer "Residential School" war. Littlechild hatte nach der Begegnung mit dem einem sehr wichtigen Schritt auf dem Weg der Versöhnung gesprochen. Man müssen aber weiter miteinander arbeiten und "gemeinsam in Richtung Frieden und Gerechtigkeit schreiten", sagte er in einem Radio-Vatikan-Interview.


Ganz anders fiel die Reaktion der Aktivistin für die Rechte indigener Völker, Riley Yesno, auf die Übergabe des traditionellen Federschmucks aus. Es sei "frustrierend", dass dem Papst eine so hohe Ehre zuteil werde. "Die Kirche befindet sich in dieser Position, weil sie sich nicht sehr ehrenhaft verhalten hat", so Yesno. Und sie verhalte sich auch weiterhin nicht ehrenhaft, erklärte sie mit Blick auf noch nicht eingelöste Forderungen der Indigenen.

Eine ähnliche Position vertrat die Professorin für indigene Studien der Universität Manitoba, Niigaan Sinclair. Franziskus habe zwar guten Willen gezeigt, aber dafür allein noch nicht verdient, "ein uns heiliges Geschenk erhalten".

Auf die unterschiedlichen Reaktionen in Kanadas indigener Bevölkerung auf den Papstbesuch und Franziskus' Vergebungsbitte hatte zuletzt auch der Historiker Manuel Menrath von der Schweizer Universität Luzern im ORF-Radio aufmerksam gemacht. "Die Indigenen sind selbst sehr heterogen", sagte er im Ö1-Mittagsjournal (Dienstag). So sähen manche Indigene einen ersten Schritt in die richtige Richtung, andere hätten sich bei mehr gewünscht. Auch symbolische Handlungen wie die Übergabe des Federkopfschmuckes seien bei manchen nicht gut angekommen, bestätigte Menrath.

Die Indigenen hätten sich im Rahmen des Papst-Besuches vor allem die Widerrufung der 1493 veröffentlichten päpstlichen Bulle "Doctrine of Discovery" gewünscht, welche eine Assimilierung der Indigenen zum Christentum vorsah, erklärte der Experte. Viele wären zudem enttäuscht davon, dass sich Franziskus nicht explizit im Namen der gesamten römisch-katholischen Kirche für die Übergriffe auf indigene Kinder in den von der Kirche geführten Internaten, den sogenannten "Residential Schools", entschuldigt habe. "Ich bitte demütig um Vergebung für das Böse, das von so vielen Christen an den indigenen Bevölkerungen begangen wurde", hatte Franziskus am Montag vor Überlebenden früherer Residential Schools auf dem Gelände einer der größten dieser Internatsschulen in Maskwacis/Alberta gesagt.

Menrath betonte weiters, dass es der indigenen Bevölkerung nicht nur um die Residential Schools, sondern um den gesamten Kolonialismus und die damit verbundenen Traumata gehe. Es könne nicht mehr wieder gut gemacht werden, aber man "muss die Geschichte weitererzählen und man darf nicht vergessen", sagte der Schweizer Universitätsprofessor. Hierfür kämen etwa Gedenktage infrage, welche auch von der Kirche anerkannt und kommemoriert werden müssten.

Copyright 2022 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich

Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Australien: 400 Prozent Anstieg von Euthanasiefällen in fünf Jahren
  3. Frankreich: Über 23 Millionen Zuschauer verfolgten die Reise von Papst am Bildschirm
  4. NZZ: 'Die Kirchen arbeiten an der Ächtung der AfD mit'
  5. Zehn Jahre Amoris laetitia: die Schule des Zuhörens
  6. ‚Mundus reconciliatus Ecclesia‘ – Die Sendung der Kirche in der Welt
  7. Tschechischer Bischof Holub meint: Neuer Ritus ist 'wesentlich' für Synodalität
  8. Papst Leo: 'Ehe offenbart etwas von Gottes Geheimnis'
  9. Satire aus den USA: Ungeborene tarnen sich als Todestrakt-Häftlinge, um Schutz zu erhalten
  10. Verwandtenheirat: Darwin vs. Heilige Schrift - Die Bibel hat Recht!
  11. Papst verkündet neuen Friedensappell der Weltreligionen in Assisi
  12. Zehn Jahre ‚Amoris laetitia‘ – Die Kunst, eine Lehre zu ändern, ohne sie zu ändern
  13. Ein moderner Menschenhandel: Die Ersatzmutterschaft durch Kauf eines Kindes
  14. Wussten Sie, dass es einen Schutzpatron für Gewichtsheber gibt?
  15. Mexiko startet Jubeljahr der Guadalupe-Basilika mit Friedensappell

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz