Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Einheit heilen, ohne Wahrheit zu verdunkeln
  2. Vatikan an die Bischöfe in Deutschland: Klares NEIN zur Laienpredigt!
  3. Netzwerk „TradRecovery“ hilft Aussteigern aus radikalem Traditionalismus
  4. Theologische Widersprüche in "Magnifica humanitas"
  5. Bisher stärkster Weihejahrgang bei Priesterbruderschaft St. Petrus
  6. Sieben Pfarreien sind viel zu viel für ein Bistum
  7. 800 Personen bei Nudelessen im Innsbrucker Dom
  8. Hostienmangel in Kuba: Kirche in Panama und Puerto Rico senden Hilfe
  9. Erzbischof Grünwidl: "Das größere Problem ist der Gläubigenmangel"
  10. „Der Postillon“: „Keine Baugenehmigung auffindbar: Amt ordnet Abriss von Kölner Dom an“
  11. Innsbruck: Generalvikar Buemberger lässt Funktionen vorübergehend ruhen
  12. Gehört der menschliche Leichnam der Allgemeinheit?
  13. „Man kann die priesterlichen Vollmachten nicht beliebig aufteilen und funktionalistisch outsourcen“
  14. Priesterboom in den USA - Erneut mehr als 400 katholische Neupriester
  15. P. Regoli, Präsident der Ratzingerstiftung: Immer mehr junge Menschen wenden sich Benedikt XVI. zu

Christliche Perspektiven zur Zukunft der Schöpfung

28. Oktober 2022 in Spirituelles, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


„Nicht vollmundiges Bescheidwissen über die kommende Welt ist angesagt, wohl aber ein entschiedenes Bekenntnis zu unserem Glauben.“ Spiritueller Impuls von Prof. Konrad Baumgartner


Regensburg (kath.net) Im Jahre 1978 dichtete P. Polykarp Ühlein (1931-2022), Mönch der Benediktinerabtei Münsterschwarzach und von dort aus in die Abtei Ndanda in Namibia gesandt, diesen bewegenden Hymnus:

Tod und Vergehen waltet in allem,
steht über Menschen, Pflanzen und Tieren,
Sternbild und Zeit.

Du hast ins Leben alles gerufen,
Herr, deine Schöpfung neigt sich zum Tode;
Hole sie heim!

Schenke im Ende auch die Vollendung!
Nicht in die Leere falle die Vielfalt
irdischen Seins.

Herr, deine Pläne bleiben uns dunkel –
Doch singen Lob wir dir, dem dreieinen
ewigen Gott. Amen.

Dieser Hymnus, in der Liturgie der Kirche für die Vesper beim Gedächtnis der Verstorbenen und an Allerseelen vorgesehen, bringt realitätsbezogen und hoffnungsstark zugleich christliche Perspektiven zur Zukunft der Schöpfung zur Sprache: zu ihrem Verfall und zu ihrer Vollendung durch Gott. Eben dieser doppelten Perspektive, Verfall und Vollendung – umgriffen vom Geheimnis des lebendigen Gottes, bedarf unsere Glaubensexistenz und die christliche Verkündigung, heute mehr denn je.


Vieles wird gesagt und geschrieben von der Krise der Umwelt, dem Klimawandel und der zunehmenden Gefährdung von Erde und Weltall. So manche Horrorszenarien verbreiten Angst und Unsicherheit, sie wirken lähmend auf Initiativen zur Umkehr und Neuorientierung unseres Planens und Handelns.

Andererseits wird zurecht daran erinnert: Schöpfungsglaube ist auch Handlungsauftrag. Was aber motiviert Menschen in Verantwortung zu dieser Entschiedenheit?

Nur selten wird im Zusammenhang christlicher Sinnsuche und Verantwortung davon gesprochen oder geschrieben: der drei-eine Gott ist nicht nur der Schöpfer und Erhalter des Kosmos, sondern auch der Vollender „in einem neuen Himmel und einer neuen Erde“.

Wir tun uns als Christen nicht selten schon schwer mit der Verheißung, dass alle Menschen im Tode bzw. am Jüngsten Tag „vor dem Richterstuhl Gottes erscheinen“ (Röm 14,10) müssen und dass die gerecht Gesprochenen hineinverwandelt werden in das Angesicht des lebendigen Gottes (vgl. 2 Kor 3,18), in der Gemeinschaft aller Engel und Heiligen. Denn „Jesus Christus ... wird unseren armseligen Leib verwandeln in die Gestalt seines verherrlichten Leibes“ (Phil 3,20f). Noch viel weniger trauen wir der Offenbarung, die Johannes so eindeutig bezeugt (Offb 21): die Schöpfung fällt nicht der Vernichtung anheim, sondern wird in Gott hineinverwandelt werden „in einen neuen Himmel und eine neue Erde“, im „neuen Jerusalem“ und in der „Wohnung Gottes unter den Menschen“.

Im „Großen Glaubensbekenntnis“, das in der Liturgie inzwischen immer seltener gebetet wird, heißt es klar: Wir erwarten die Auferstehung der Toten und das Leben der kommenden Welt.“ Dieses Leben umfasst die gesamte Menschheit und das Weltall. Dies motiviert heute zu einem schöpfungsgerechten Denken, Reden und Handeln. Nicht vollmundiges Bescheidwissen über die kommende Welt ist angesagt, wohl aber ein entschiedenes Bekenntnis zu unserem Glauben.

Autor: Prof. Dr. Konrad Baumgartner ist emeritierter Professor für Pastoraltheologie der Universität Regensburg


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. EINMALIGE SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz - HEUTE ANMELDESCHLUSS!
  2. Vatikan an die Bischöfe in Deutschland: Klares NEIN zur Laienpredigt!
  3. Netzwerk „TradRecovery“ hilft Aussteigern aus radikalem Traditionalismus
  4. Sieben Pfarreien sind viel zu viel für ein Bistum
  5. Theologische Widersprüche in "Magnifica humanitas"
  6. Theologe Hartl: „Bei Christen laut aufschreien, beim Islam(ismus) jedoch milde lächeln, ist…“
  7. 800 Personen bei Nudelessen im Innsbrucker Dom
  8. Innsbruck: Generalvikar Buemberger lässt Funktionen vorübergehend ruhen
  9. Einheit heilen, ohne Wahrheit zu verdunkeln
  10. Bisher stärkster Weihejahrgang bei Priesterbruderschaft St. Petrus
  11. Johannes Laichner neuer "Missio"-Nationaldirektor in Österreich
  12. „Der Postillon“: „Keine Baugenehmigung auffindbar: Amt ordnet Abriss von Kölner Dom an“
  13. „Man kann die priesterlichen Vollmachten nicht beliebig aufteilen und funktionalistisch outsourcen“
  14. P. Regoli, Präsident der Ratzingerstiftung: Immer mehr junge Menschen wenden sich Benedikt XVI. zu
  15. Öffentlich-rechtliches Jugendformat Funk bringt Bibel als Beispiel für ‚Müll auf dem Mond‘

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz