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Christliche Perspektiven zur Zukunft der Schöpfung

28. Oktober 2022 in Spirituelles, 1 Lesermeinung
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„Nicht vollmundiges Bescheidwissen über die kommende Welt ist angesagt, wohl aber ein entschiedenes Bekenntnis zu unserem Glauben.“ Spiritueller Impuls von Prof. Konrad Baumgartner


Regensburg (kath.net) Im Jahre 1978 dichtete P. Polykarp Ühlein (1931-2022), Mönch der Benediktinerabtei Münsterschwarzach und von dort aus in die Abtei Ndanda in Namibia gesandt, diesen bewegenden Hymnus:

Tod und Vergehen waltet in allem,
steht über Menschen, Pflanzen und Tieren,
Sternbild und Zeit.

Du hast ins Leben alles gerufen,
Herr, deine Schöpfung neigt sich zum Tode;
Hole sie heim!

Schenke im Ende auch die Vollendung!
Nicht in die Leere falle die Vielfalt
irdischen Seins.

Herr, deine Pläne bleiben uns dunkel –
Doch singen Lob wir dir, dem dreieinen
ewigen Gott. Amen.

Dieser Hymnus, in der Liturgie der Kirche für die Vesper beim Gedächtnis der Verstorbenen und an Allerseelen vorgesehen, bringt realitätsbezogen und hoffnungsstark zugleich christliche Perspektiven zur Zukunft der Schöpfung zur Sprache: zu ihrem Verfall und zu ihrer Vollendung durch Gott. Eben dieser doppelten Perspektive, Verfall und Vollendung – umgriffen vom Geheimnis des lebendigen Gottes, bedarf unsere Glaubensexistenz und die christliche Verkündigung, heute mehr denn je.

Vieles wird gesagt und geschrieben von der Krise der Umwelt, dem Klimawandel und der zunehmenden Gefährdung von Erde und Weltall. So manche Horrorszenarien verbreiten Angst und Unsicherheit, sie wirken lähmend auf Initiativen zur Umkehr und Neuorientierung unseres Planens und Handelns.

Andererseits wird zurecht daran erinnert: Schöpfungsglaube ist auch Handlungsauftrag. Was aber motiviert Menschen in Verantwortung zu dieser Entschiedenheit?

Nur selten wird im Zusammenhang christlicher Sinnsuche und Verantwortung davon gesprochen oder geschrieben: der drei-eine Gott ist nicht nur der Schöpfer und Erhalter des Kosmos, sondern auch der Vollender „in einem neuen Himmel und einer neuen Erde“.

Wir tun uns als Christen nicht selten schon schwer mit der Verheißung, dass alle Menschen im Tode bzw. am Jüngsten Tag „vor dem Richterstuhl Gottes erscheinen“ (Röm 14,10) müssen und dass die gerecht Gesprochenen hineinverwandelt werden in das Angesicht des lebendigen Gottes (vgl. 2 Kor 3,18), in der Gemeinschaft aller Engel und Heiligen. Denn „Jesus Christus ... wird unseren armseligen Leib verwandeln in die Gestalt seines verherrlichten Leibes“ (Phil 3,20f). Noch viel weniger trauen wir der Offenbarung, die Johannes so eindeutig bezeugt (Offb 21): die Schöpfung fällt nicht der Vernichtung anheim, sondern wird in Gott hineinverwandelt werden „in einen neuen Himmel und eine neue Erde“, im „neuen Jerusalem“ und in der „Wohnung Gottes unter den Menschen“.

Im „Großen Glaubensbekenntnis“, das in der Liturgie inzwischen immer seltener gebetet wird, heißt es klar: Wir erwarten die Auferstehung der Toten und das Leben der kommenden Welt.“ Dieses Leben umfasst die gesamte Menschheit und das Weltall. Dies motiviert heute zu einem schöpfungsgerechten Denken, Reden und Handeln. Nicht vollmundiges Bescheidwissen über die kommende Welt ist angesagt, wohl aber ein entschiedenes Bekenntnis zu unserem Glauben.

Autor: Prof. Dr. Konrad Baumgartner ist emeritierter Professor für Pastoraltheologie der Universität Regensburg


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Lesermeinungen

 Heinz1 28. Oktober 2022 
 

Mir ist nicht ganz klar

was der Autor hier ausdrücken möchte.
Weil Christus kommt und jede Seele nach dem Tod in das Jenseits kommt müssen wir die Zerstörung der Natur nicht fürchten?

Selbstverständlich ist der Mensch in der Lage immensen Schaden anzurichten mit dem er anschließend auch leben wird müssen. Jeden Tag sterben beispielsweise Arten auf Grund des Handelns von Menschen ganz aus - die jeweiligen Konsequenzen immer inklusive.

Dem Menschen als Krone der Schöpfung ist von Gott eine ganz besondere Verantwortung im Umgang mit der Schöpfung zuteil geworden. Dass ein paar chaotische Atheisten das neuerdings endlich auch so sehen nachdem jahrzehntelang für sie Gott überflüssig und technischer Fortschritt angesagt war ändert an dieser Realität nichts.

Seit den 60er Jahren warnen darum alle Päpste wie auch sämtliche anderen religiösen Führer weltweit vor dem Umgang des Menschen mit der Umwelt.
Ich stimme soweit überein: Anpacken statt Angst ist angesagt und das im Geiste Christi.


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