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„Wie Papst Franziskus mit den deutschen Bischöfen umgegangen ist, war eine Meisterleistung“

25. November 2022 in Kommentar, 51 Lesermeinungen
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„Von einem römischen Bischof weiß ich, dass nichts im Vatikan größeren Unmut erzeugt hat als dieses provinzielle Getue, man werde den unterbelichteten Deppen in Rom schon noch das Licht der Aufklärung bringen.“ Gastkommentar von Bernhard Meuser


Augsburg (kath.net/pl) Die Art, wie Papst Franziskus mit den deutschen Bischöfen umgegangen ist, war menschlich fair und strategisch eine Meisterleistung. Seine Predigt am Donnerstag hat nur klar wiederholt, was er ausführlich in seinem Brief an das pilgernde Volk Gottes dargelegt hat und wovon er nie abgewichen ist.

Die seltsame Hoffnung, der Papst würde sich dann auch noch einer öffentlichen Debatte über zu keinem Zeitpunkt verhandelbare Dinge stellen, zeugt allenfalls von deutschem Hochmut.


Dass der Heilige Vater die Dinge in concreto von der Ebene Zwei hat klarstellen lassen, statt selbst zu sprechen, ist die Folge dieser blödsinnigen, rhetorisch hochgezüchteten Erwartungshaltung, der Papst müsse sich dem Plebiszit einer vielerorts unfruchtbaren Ortskirche stellen, die Mal um Mal durch ihren Ungehorsam und ihre Resilienz gegen das Evangelium aufgefallen ist. Von einem römischen Bischof weiß ich, dass nichts im Vatikan größeren Unmut erzeugt hat als dieses provinzielle Getue, man werde den unterbelichteten Deppen in Rom schon noch das Licht der Aufklärung bringen.

Bischof Bätzing soll doch nicht meinen, man habe in Rom den Subtext seiner Rede nicht wahrgenommen.

Zum Autor: Bernhard Meuser, Jahrgang 1953, ist Theologe, Publizist und renommierter Autor zahlreicher Bestseller (u.a. „Christ sein für Einsteiger“, „Beten, eine Sehnsucht“, „Sternstunden“). Er war Initiator und Mitautor des 2011 erschienenen Jugendkatechismus „Youcat“. In seinem Buch „Freie Liebe – Über neue Sexualmoral“ (Fontis Verlag 2020), formuliert er Ecksteine für eine wirklich erneuerte Sexualmoral.

Foto: Deutsche Bischöfe beim Ad Limina-Gespräch mit Papst Franziskus (c) Deutsche Bischofskonferenz/Matthias Kopp


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