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Medizin kann nicht alles erklären und heilen, worunter der Mensch leidet!

6. Dezember 2022 in Schweiz, 3 Lesermeinungen
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Kein Exorzist mehr im Bistum Chur - Vereinigung katholischer Ärzte der Schweiz übt Kritik: "Mit der Kirche gehen wir ebenfalls davon aus, dass Jesus die Realität des Dämonischen ernst genommen hat."


Chur (kath.net)

kath.net dokumentiert eine Stellungnahme der Vereinigung katholischer Ärzte der Schweiz zu einer umstrittenen Entscheidung des Bischofs von Chur:


Die Entscheidung von Bischof Joseph Maria Bonnemain, im Bistum Chur keinen Exorzisten mehr zu bestellen, wurde über die Landesgrenzen hinaus kommentiert und viel beachtet. Bei manchen Gläubigen hat sie für erhebliche Irritationen und Verwunderung gesorgt, ist doch die exorzistische Tätigkeit Jesu von den Evangelien gut bezeugt und dokumentiert. Als engagierte Mediziner und gläubige Katholiken gehen davon aus, dass die Medizin nicht alles erklären und heilen kann, worunter der Mensch leidet. Wir gehen davon aus, dass es auch Dunkelheiten gibt, bei denen der Glaube helfen kann. Mit der Kirche gehen wir ebenfalls davon aus, dass Jesus die Realität des Dämonischen ernst genommen hat. Gerade die in der Bibel geschilderte Reaktion der Schweineherde auf den Exorzismus Jesu im Zusammenhang mit der Befreiung des Besessenen von Gerasa zeigt, dass es sich in diesem Fall nicht um eine rein psychische Erkrankung handelte, sondern um wirkliche übernatürliche Besessenheit. Dafür sprechen auch andere Indizien. Der Vorstand der Vereinigung der katholischen Aerzte der Schweiz gehen mit Bischof Joseph Maria Bonnemain einig, dass psychische Erkrankungen mit medizinischen und psychotherapeutischen Massnahmen behandelt werden sollen, und dass wahrscheinlich im Bistum Chur ein grosser Teil der Hilfesuchenden mit solchen Problemen sich an die Seelsorger wenden. Im Zusammenhang des Satanismus und anderer spiritistischer Praktiken aber gibt es Phänomene, die rein medizinisch nicht zu erklären und zu therapieren sind. Es gibt diesbezüglich internationale Standards. Im sogenannten «Befreiungsdienst» werden Hilfesuchende von medizinischem Fachpersonal zunächst psychiatrisch abgeklärt. Erst wenn das Leidensphänomen den rein medizinisch-psychologischen Rahmen sprengt, werden priesterliche Dienste beansprucht. Als katholische Ärzte stehen wir zur Verfügung für interdisziplinäre Teams, durch welche Grenzüberschreitungen vom natürlichen zum übernatürlichen Bereich vermieden werden können, echte übernatürliche Phänomene aber auch nicht geleugnet werden. Wir erinnern daran, dass Jesus diesbezüglich den Aposteln bzw. der Kirche Vollmachten gegeben hat, was auch Bischof Joseph Maria Bonnemain nicht in Abrede stellt. Die entfachte Diskussion könnte uns weiterbringen und den interdisziplinären Austausch fortführen. In der Universalkirche ist das Thema jedenfalls nicht vom Tisch. Es finden diesbezüglich internationale Kongresse statt. Papst Franziskus hat sich dazu anerkennend und würdigend geäussert. Im Katechismus der katholischen Kirche wird die Thematik an verschiedenen Stellen genannt und erörtert. An römischen Hochschulen gibt es interdisziplinäre Ausbildungsgänge zum Exorzisten für eine kompetente diesbezügliche Unterscheidung der Geister.

Zürich, 01.12.2022 Vorstand der Vereinigung katholischer Aerzte der Schweiz VKAS



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Lesermeinungen

 Aschermittwoch 9. Dezember 2022 
 

Unterscheidung der Geister

Ich glaube, diejenigen welche den Exorzismus bekämpfen, haben ihn wohl am nötigsten.


1
 
 greti 6. Dezember 2022 
 

Arzt und Bischof

Ohne Worte.


1
 
 Uwe Lay 6. Dezember 2022 
 

Jesus: nicht mehr zeitgemäß

In der sog.Leben Jesu Forschung ist gar die These vorherrschend, daß Jesus von Nazareth sich als Exorzist verstanden habe und das auch praktizierte. Das ist aber für moderne "Theologen" völlig inakzeptabel und muß so neben vielen anderen als ein Fehler Jesu abqualifiziert werden. Jesus war eben leider auch "abergläubisch". Am einfachsten wäre es doch, ganz sich von Jesus zu verabschieden und zeitgeistgemäßeren Vorbildern sich zuzuwenden für die Neusynodale-Kirche, etwa den heroischen Kämpfern der "Letzten Generation".
Uwe Lay Pro Theol Blogspot


5
 

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