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Das Zweite Vatikanische Konzil. Die Evangelisierung als kirchlicher Dienst

8. März 2023 in Aktuelles, 2 Lesermeinungen
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Franziskus: die kirchliche Dimension der Evangelisierung ist ein Kriterium für die Überprüfung des apostolischen Eifers. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) „Ich erinnere euch, Brüder und Schwestern, an das Evangelium, das ich euch verkündet habe. Ihr habt es angenommen; es ist der Grund, auf dem ihr steht. Durch dieses Evangelium werdet ihr gerettet werden, wenn ihr festhaltet an dem Wort, das ich euch verkündet habe, es sei denn, ihr hättet den Glauben unüberlegt angenommen“ (1 Kor 15,1-2).

Achte Generalaudienz 2023, Papst Franziskus setzte seine Katechesenreihe unter dem Thema „Eine Leidenschaft für die Evangelisierung“ fort. Die sechste Katechese war dem Thema gewidmet: „Das Zweite Vatikanische Konzil. Die Evangelisierung als kirchlicher Dienst“.

In der letzten Katechese hätten wir gesehen, dass das erste „Konzil“ in der Geschichte der Kirche in Jerusalem zu einem Thema einberufen worden sei, das mit der Evangelisierung zu tun hatte, mit der Verkündigung der Frohen Botschaft an die Nichtjuden. Im 20. Jahrhundert habe das Zweite Vatikanische Ökumenische Konzil die Kirche als das pilgernde Volk Gottes in der Zeit und als missionarisch von Natur aus dargestellt.


Das Zweite Vatikanische Konzil betone, dass die Verkündigung des Evangeliums stets ein gemeinschaftlich-kirchlicher Akt sei. Der Verkündiger gebe das weiter, was er selbst empfangen habe. Diese kirchliche Dynamik garantiere die Echtheit der christlichen Botschaft.

Außerdem bewahre sie vor der Versuchung, alleine voranzugehen oder einfachere pseudo-kirchliche Wege beschreiten zu wollen, der weltlichen Logik der Zahlen und Meinungsumfragen zu folgen sowie zu sehr auf Strukturen und Programme zu setzen.

Im Dekret über die Missionstätigkeit der Kirche Ad Gentes rufe uns das Konzil in Erinnerung, dass die Liebe Gottes des Vaters jedem Menschen gelte und alle berufen seien, an seinem Leben und an seiner Herrlichkeit teilzuhaben. Dies geschehe durch die Sendung des Sohnes, Jesu Christi, des Erlösers, sowie durch die Sendung des Heiligen Geistes.

Die Kirche setze die Sendung Jesu fort, indem sie „den Weg der Armut, des Gehorsams, des Dienens und des Selbstopfers bis zum Tode hin“ (5) gehe. Jeder Getaufte habe an dieser Sendung der Kirche Anteil „und so sind wir alle eingeladen, kreativ zu werden, um den Menschen unserer Zeit in Wort und Tat das Geschenk des Glaubens zu bezeugen“.

Diese kurzen Hinweise „helfen uns auch, die kirchliche Bedeutung des apostolischen Eifers eines jeden Jünger-Missionars zu verstehen, denn im pilgernden und evangelisierenden Volk Gottes gibt es keine aktiven und passiven Subjekte“. Jeder Getaufte sei, unabhängig von seiner Funktion in der Kirche und vom Grad seiner Glaubensunterweisung, ein aktives Subjekt der Evangelisierung“ (vgl. Apostolisches Schreiben Evangelii gaudium, 120). Kraft der empfangenen Taufe und der daraus folgenden Eingliederung in die Kirche nehme jeder Getaufte an der Sendung der Kirche und in ihr an der Sendung Christi, des Königs, Priesters und Propheten, teil. Diese Aufgabe sei an jedem Ort und in jeder Situation eine einzige und unveränderliche, auch wenn sie je nach den wechselnden Umständen nicht in gleicher Weise erfüllt werde“ (vgl. AG, 6). Dies lade uns also ein, nicht zu sklerotisieren oder zu versteinern: „der missionarische Eifer des Gläubigen drückt sich auch als kreative Suche nach neuen Wegen der Verkündigung und des Zeugnisses aus, nach neuen Wegen der Begegnung mit der verwundeten Menschheit, die Christus auf sich genommen hat. Kurz gesagt, nach neuen Wegen, um dem Evangelium und der Menschheit zu dienen“.

Die Rückbesinnung auf die Liebe des Vaters und die Sendungen des Sohnes und des Heiligen Geistes verschließe uns nicht in Räumen statischer persönlicher Ruhe. Im Gegenteil, sie führe uns dazu, die Unentgeltlichkeit des Geschenks der Fülle des Lebens zu erkennen, zu dem wir berufen seien, ein Geschenk, für das wir Gott loben und danken. Und „sie führt uns auch dazu, das, was wir empfangen haben, immer mehr zu leben und es mit anderen zu teilen, mit Verantwortungsbewusstsein und in gemeinsamer Anstrengung auf den Wegen der Geschichte, auch auf den gewundenen und schwierigen, in wachsamer und fleißiger Erwartung ihrer Erfüllung“.

Die Pilger und Besucher aus dem deutschen Sprachraum grüßte der Heilige Vater mit den folgenden Worten:

Liebe Brüder und Schwestern deutscher Sprache, in der Fastenzeit wollen wir der Einladung der Kirche zu Umkehr und Buße nachkommen, um der Welt das Evangelium freudig zu verkünden. Der Herr begleite euch stets mit seiner Gnade.

 


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