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Fokolar-Bewegung veröffentlicht ersten Rechenschaftsbericht zu Missbrauch

17. April 2023 in Chronik, keine Lesermeinung
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Ab nun will die Bewegung jedes Jahr einen Bericht veröffentlichen. Der Anteil der Kleriker an den Tätern liegt bei weniger als zehn Prozent.


Rocca di Papa (kath.net/jg)
Die Fokolar-Bewegung hat ihren ersten Rechenschaftsbericht über Missbrauch an Minderjährigen und schutzbedürftigen Erwachsenen, über geistlichen Missbrauch und Machtmissbrauch innerhalb der Bewegung veröffentlicht. Der Bericht enthält auch Informationen über Wiedergutmachungsmaßnahmen, neue Ermittlungsverfahren sowie Präventions- und Schulungsaktivitäten. Der Rechenschaftsbericht soll ab nun jedes Jahr erstellt werden.

„Wir schreiben Euch, um öffentlich Rechenschaft zu geben bezüglich der Meldungen und Hinweise und der Maßnahmen, die wir als Fokolar-Bewegung ergriffen haben angesichts der schmerzlichen Wunde der sexualisierten Gewalt an Minderjährigen und schutzbedürftigen Personen sowie des geistlichen und Macht-Missbrauchs an Erwachsenen, von dem auch wir betroffen sind“, schreiben Margaret Karram, die Präsidentin der Fokolar-Bewegung und Co-Präsident Jésus Morán in einem einleitenden Brief.


Sie sprechen den Betroffenen, den Überlebenden, deren Familien und Gemeinschaften in den Ländern, in denen Fälle von Missbrauch ans Licht gekommen sind, ihren Dank aus. Diese Personen hätten Mut bewiesen, indem sie die Verbrechen gemeldet hätten. Damit seien Aufklärung, Hilfe und Prävention möglich geworden. Die Präsidentin und der Co-Präsident bitten alle Opfer und Überlebenden „aufrichtig um Vergebung“. Es gebe „keine angemessenen Worte, um den Schmerz und die Scham auszudrücken, die wir nach wie vor über all dies empfinden“, schreiben sie wörtlich.

Der Rechenschaftsbericht besteht aus mehreren Teilen. Er stellt die Missbrauchsdaten vor, die bei der Internationalen Kommission für das Wohlergehen und den Schutz der Person seit 2014 eingegangen sind. Seit der Gründung der Kommission in diesem Jahr wurden die Berichte systematisch erfasst. Die Kommission behandelte auch Fälle, die hinsichtlich der Tatzeit weiter zurückliegen.

Ein interessantes Detail betrifft den Anteil der Kleriker an den Missbrauchstätern. Unter den 66 Tätern, die sexualisierte Gewalt an Minderjährigen oder schutzbedürftigen Erwachsenen verübt haben, sind fünf Priester beziehungsweise Ordensleute. Von den 31 Tätern, die sexualisierte Gewalt oder geistlichen Machtmissbrauch bei Erwachsenen begangen haben, sind 3 Priester beziehungsweise Ordensleute.

Der Rechenschaftsbericht enthält auch das „Protokoll für den Umgang mit Missbrauchsfällen in der Fokolar-Bewegung“, die „Zuständigkeiten der zentralen und unabhängigen Kommission“, welche 2023 die Kommission für das Wohlergehen und den Schutz der Person ablöst.

 


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