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Papst: Mystikerin Juliana von Norwich bleibend aktuell

18. Mai 2023 in Aktuelles, 3 Lesermeinungen
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Botschaft und Lebenszeugnis der mittelalterlichen Reklusin als "Stärkung" für Betroffene von Isolation und Einsamkeit sowie für Vorkämpfer gegen soziale und gesellschaftliche Probleme


Vatikanstadt (kath.net/KAP) Auf die bleibende Bedeutung der Mystikerin Juliana von Norwich (1342 - ca. 1413) hat Papst Franziskus erinnert. In einem Schreiben an die Diözese East Anglia zum 650. Jahrestag der Offenbarungen an die spätmittelalterliche Reklusin würdigte er deren "tiefe Bedeutung für die christliche Tradition". Julianas Lebenszeugnis erfahre heute zunehmend Anerkennung, zudem habe die von ihr übermittelte Botschaft der Barmherzigkeit und des Mitgefühls Gottes "auch für die heutige Welt nichts an Aktualität verloren", so der Papst laut Bericht von "Vatican News".

Juliana zog sich infolge einer schweren Erkrankung als 30-Jährige in eine Zelle im ostenglischen St. Julian in Norwich zurück, die sie zeitlebens nie wieder verlassen sollte. In ihrer selbstgewählten Isolation erhielt sie 16 Offenbarungen über das Leben Jesu und die Heilige Dreifaltigkeit, die sie 20 Jahre später in ihren "Offenbarungen der Göttlichen Liebe" niederschrieb. Es handelt sich dabei um das älteste englischsprachige Buch einer Frau. Ihre Schriften hatten erheblichen Einfluss auf ihre von Seuchen und Katastrophen geprägte Zeit und machten vielen Menschen Mut.


Papst Franziskus ging in seinem Schreiben zunächst auf den Lebenswandel der Mystikerin ein. Deren "mütterlicher Einfluss, bescheidene Anonymität und tiefen theologischen Einsichten" verdeutlichten auch heute an "zeitlose Wahrheiten" wie besonders an den Glauben an die "liebende Vorsehung Gottes und die Heiligkeit des Lebens", die im großzügigen Dienst an Notleidenden Ausdruck finde und "Grundgerüst einer gerechten und brüderlichen Gesellschaft" sei. Julianas Einstellung, auf eigene Bequemlichkeit zu verzichten um anderen zu helfen, sei auch angesichts heute grassierender Probleme wie Isolation und Einsamkeit vonnöten.

Doch auch die an Juliana offenbarte Botschaft der Barmherzigkeit und des Mitgefühls Gottes sei für die heutige Welt hochrelevant: Aus ihrem Buch gehe hervor, "dass sie durch Gottes Gnade wusste, dass trotz des Bösen in unserer Mitte alles gut werden wird", zitierte der Papst aus ihrem Werk. Wer sich heute den "drängenden Herausforderungen von Krieg, Ungerechtigkeit, Umweltkatastrophen oder geistlicher Armut" stelle, finde durch Julianas "bleibende Worte der Weisheit" Trost und Stärkung.

Copyright 2023 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
 Alle Rechte vorbehalten

Foto: Archivbild


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