Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Für alle, die bis jetzt zweifelten: Nun gehen sie wieder ins Schisma!
  2. Papst Leo XIV. empfing Katholiken, die mit gleichgeschlechtlicher Neigung keusch leben möchten
  3. Voll in die Falle getappt
  4. Piusbrüder und Vatikan suchen Weg zur Einheit
  5. „Treue oder Einheit? Wie wird Leo XIV. mit den Lehr- und Disziplinarproblemen der Kirche umgehen?“
  6. Der deutsch-synodale Weg als reines Herrschaftsinstrument!
  7. George Orwell wohnt in Brüssel, aber nicht nur dort!
  8. Leere Hörsäle: Dramatischer Einbruch bei katholischen Theologie-Studenten
  9. Deutsches Formular für Geburtenanzeige: Welches Geschlecht hat die Mutter?
  10. Kinderschutz oder Staatskontrolle? Das Dilemma der Social-Media-Verbote
  11. Meine Söhne, „seid heilig, Anbeter, Menschen des tiefen Gebets und lehrt das Volk, dasselbe zu tun!“
  12. Vatikan: Neue Statuten für die Marienforschung
  13. Wann sind wir zu Gottes Chefs geworden?
  14. Traditionsbruch: New Yorks Bürgermeister Mamdani nicht bei Installation von Erzbischof Hicks
  15. Die Kirche – nicht nur – im deutschsprachigen Raum: «the big picture»

Mit welcher Kompetenz äußern sich Bischöfe zu Tempo 100?

6. September 2023 in Kommentar, 32 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Der Wiener Kardinal Schönborn übernimmt in populistischer Weise die (w)irren Thesen der Klimaradikalen - Ein Kommentar von Roland Noé


Wien (kath.net)
Alle paar Tage meldet sich ein Kirchenmann zu Wort und möchte mit vermeintlichen „Fakten“ Forderungen der "Klimaradikalinskis" den Menschen als Wohltat verkaufen. Jetzt will der Wiener Erzbischof, Kardinal Christoph Schönborn, dass in Österreich nur mehr Tempo 100 auf Autobahnen und Tempo 30 in Ortsgebieten gefahren werden soll. Schönborn selbst lebt einem Wiener Palais, hat für seine Fahrten einen eigenen Chauffeur, ähnlich wie alle anderen österreichischen Diözesanbischöfe. In Wien kann der Kardinal schnell mit der U-Bahn fast alles gut erreichen.

Doch es gibt viele Menschen, die nicht in Wien im Zentrum leben und so privilegiert wie der Wiener Erzbischof sind. "Ein entschleunigter Tritt aufs Gaspedal tut dem Klima und der Umwelt gut. Was auf Amerikas Highways möglich ist, muss auch in Österreich möglich sein", lässt Schönborn mitteilen und stellt fest, dass mit den "wenigen Minuten", die man dadurch länger unterwegs ist, Treibstoff gespart werden könnte. Sicher, bei Tempo 20 würde man noch mehr Treibstoff sparen.


Zu den Fakten: In Österreich ist auf den Autobahnen Tempolimit 130, auf den Interstate Highways in den USA gilt derzeit je nach Staat eine Tempolimit von 70 bis 80 mph (113 bis 129 km/h). Die 129 km/h in Texas sind ungefähr so wie in Österreich. In der Praxis ist zwischen den USA und Österreich nicht viel Unterschied. Denn de facto sind in Österreich auf etlichen Autobahnen bereits sogenannte IG-Limits von 100 und dies obwohl die Luftverschmutzung in den letzten Jahren immer weniger geworden ist, auch durch viele positive Entwicklungen bei den Auto-Motoren. Genau aus dem Grund wird jetzt in Salzburg und möglicherweise auch in anderen Ländern das Temolimit wieder auf 130 hochgesetzt.

Gut so, denn viele fahren nicht einfach spazieren auf den Autobahnen, sondern müssen täglich zur Arbeit fahren. Zwischen 130 und 100 km/h ist sehr wohl ein großer Unterschied. Das sind täglich viele Minuten und im Monat einige Stunden, die arbeitende Menschen, von denen die Kirche dann gerne die Kirchensteuer möchte, später dann ihre Familien sehen können. Das ist auch Lebenszeit von Menschen und nur wenige können im Auto Arbeiten erledigen wie Bischöfe in bequemen Luxus-Autos mit Chauffeur.

Die angeblichen 10 Prozent Reduktion von Schadstoffen, die man durch ein Tempo-Limit auf 100 einspart, wurde in den letzten Jahren schon längst mehrfach durch verbesserte Technologien erreicht. Der Einfluss von Österreich aufs Klima weltweit liegt übrigens im Promille-Bereich. Dass in Österreich diese Thesen der Klimapanikmacher von den meisten Menschen klar abgelehnt werden, dürfte den Kardinal nicht interessieren.

Kleiner Perspektiven-Wechsel: Die chinesischen Behörden haben 2023 den Bau neuer Kohlekraftwerke mit einer Gesamtkapazität von 106 Gigawatt genehmigt. Das entspricht in etwa zwei großen Kraftwerksblöcken pro Woche. Das ist viermal mehr als im Jahr zuvor und so viel wie seit 2015 nicht mehr. Aber zu dieser gigantischen chinesischen „Schmutz-Orgie“ haben bis jetzt weder Papst Franziskus noch Erzbischof Schönborn etwas gesagt.

Daher werde ich weiterhin mit meinem "sauberen" Diesel auf Autobahnen 130 km/h fahren. Bis jetzt habe ich übrigens auf den Autobahnen meist nur LKWs überholt, die 100 km/h fahren müssen und noch nie eine bischöfliche Limousine. Aber mal ernst: Bitte weniger Populismus und mehr Verständnis für die Menschen, die auf ihr Auto angewiesen sind. Abgesehen davon: Mit welcher Kompetenz äußern sich Bischöfe zu Tempolimits auf Autobahnen? Sie sollten sich besser auf die Kernfragen des Glaubens konzentrieren, das braucht die Welt dringender als Tempo 100. 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Einmal im Leben nach ISLAND - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Oktober 2026 - Wunderbares SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Voll in die Falle getappt
  4. Große kath.net-Leserreise nach Rom - Ostern 2027 - Mit P. Johannes Maria Schwarz
  5. Für alle, die bis jetzt zweifelten: Nun gehen sie wieder ins Schisma!
  6. Piusbrüder und Vatikan suchen Weg zur Einheit
  7. Papst Leo XIV. empfing Katholiken, die mit gleichgeschlechtlicher Neigung keusch leben möchten
  8. Meine Söhne, „seid heilig, Anbeter, Menschen des tiefen Gebets und lehrt das Volk, dasselbe zu tun!“
  9. „Treue oder Einheit? Wie wird Leo XIV. mit den Lehr- und Disziplinarproblemen der Kirche umgehen?“
  10. Der deutsch-synodale Weg als reines Herrschaftsinstrument!
  11. Die Kirche – nicht nur – im deutschsprachigen Raum: «the big picture»
  12. Leere Hörsäle: Dramatischer Einbruch bei katholischen Theologie-Studenten
  13. Vatikan: Neue Statuten für die Marienforschung
  14. George Orwell wohnt in Brüssel, aber nicht nur dort!
  15. Fünfmal Mary: Eine US-Familie und ihre ungewöhnliche Namenstradition

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz