Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. „Unwahrscheinlich aber eindeutig: Gemeinsamkeiten zwischen der Piusbruderschaft und Priesterinnen“
  2. Vatikan sieht Kirche vor Traditionsbruch
  3. AfD-Gemeinderat muss Katholische Landjugendbewegung verlassen
  4. Vatikan: Bischöfe fordern langfristige Begleitung von Ehepaaren
  5. USA: Zahl der Teenager-Mädchen, die sich als lesbisch oder bisexuell bezeichnen, sinkt stark
  6. „Die trügerische Taktik der stillen Revolution“
  7. Britischer Erzbischof Longley erlaubt zwei Messfeiern im vortridentinischen Sarum-Usus
  8. Good news - Vatikan: Papst Leo ist krebsfrei und braucht keine weitere Therapie!
  9. Hartl: Wenn das in Frankreich „Schülerproteste sind, warum weht so oft die Palästinenserfahne?“
  10. Herabstürzendes Kruzifix tötet Priester während der Messe
  11. Was wir mit unserem Körper tun, ist theologisch“
  12. „Wenn du ihn verstehst, ist es nicht Gott“
  13. Ohne Furcht und Heuchelei. Die Freiheit für das Gute ohne Kompromisse
  14. Papst Leo sagt die Assisi-Reise ab!
  15. Norwegischer Bischof Erik Varden über „Laetitiae amor“ und „Amoris laetitia“

Die Ermordung der Familie Ulma durch einen deutschen Polizisten blieb ungesühnt

8. September 2023 in Chronik, 4 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Schockiert vom Blutbad fragte der Bürgermeister von Markowa den deutschen Polizisten Eilert Dieken: „Warum haben Sie auch die Kinder töten lassen?“ – Im Nachkriegsdeutschland wurde Dieken für seine Bluttat nie gerichtlich belangt


Esens (kath.net/pl) Eilert Dieken war der Polizist, der 1944 das Blutbad an der Familie Ulma und an den jüdischen Menschen, die bei ihnen Zuflucht gefunden hatten, angeordnet und persönlich geleitet hatte. Er hatte nach dem Krieg die Entnazifizierung unter der britischen Besatzung durchlaufen, dabei war er nicht eigens aufgefallen. Der Familienvater konnte Polizist bleiben und wurde sogar zum Polizeiinspektor befördert, er lebte in der norddeutschen Kleinstadt Esens. Zwar wurde später ein Ermittlungsverfahren gegen ihn eingeleitet, doch er starb 1960 kurz vor Abschluss dieses Ermittlungsverfahrens – damit war er gerichtlich nie für seine Bluttat belangt worden. Der an diesen Morden ebenfalls beteiligte Untergebene von Dieken, Joseph Kokott, war in Polen 1958 zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt worden und 1980 in Haft verstorben.


Die gesamte Familie Ulma und ihre acht polnischen Schützlinge jüdischen Glaubens waren am 24. März 1944 im herandämmernden Morgenlicht aus ihrem Bauernhaus getrieben worden. Zunächst wurden der fast achtzigjährigen Kaufmann Chaim Goldman, seine Söhne, seine Töchter und seine Enkelin durch Schüsse in den Hinterkopf ermordet. Die Taten wurden von Hilfskräften vollzogen, den Befehl dafüar gab Eilert. Dann wurden Józef und Wiktoria Ulma vor den Augen ihrer Kinder erschossen. Die Ulma-Kinder weinten und schrien voller Panik, bis sie selbst der Reihe nach erschossen wurden, zuerst die achtjährige Stanislawa, bis zuletzt auch die zweijährige Maria starb. Die Besatzer und ihre Helfer plünderten das Haus und betranken sich nach der grauenvollen Bluttat. Zeugenaussagen zufolge soll der Bürgermeister, tief schockiert über das Massaker, Dieken gefragt haben: „Warum haben Sie die Kinder töten lassen?!“

Die Seligsprechung der Familie Ulma wird in Markowa am 10.9.2023 feierlich begangen werden. Bereits1995 waren Józef Ulma und seine Frau Wiktoria Ulma von Yad Vashem als Gerechte unter den Völkern anerkannt worden.

Hinweis: kath.net verfolgt die Seligsprechung der Familie Ulma seit längerer Zeit intensiv. Weitere kath.net-Artikel finden sich unter dem Stichwort "Ulma", siehe Link.

Archivfoto: Familie Ulma, die Mutter ist hochschwanger mit ihrem jüngsten Kind

Ein Lied über die Familie Ulma - sowohl mit historischem Bildmaterial wie auch mit nachgestellten Videoszenen:


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Blutiger Anschlag auf orthodoxe Kirche in Jordanien – Mindestens sechs Tote bei Trauerfeier
  3. „Mehr Katholiken in Afrika als in Europa“
  4. Was wir mit unserem Körper tun, ist theologisch“
  5. Ohne Furcht und Heuchelei. Die Freiheit für das Gute ohne Kompromisse
  6. Genesungswünsche für Papst: "Lieber Papst Leo ..."
  7. Vatikan: Bischöfe fordern langfristige Begleitung von Ehepaaren
  8. Medjugorje-Seher: "Ich bin nur ein Werkzeug"
  9. Nach Sperre: Au-pair-Plattform stimmt Vergleich mit christlichem Vater zu
  10. Papst Leo XIV. verlässt heute das Gemelli-Krankenhaus
  11. Papst-Telefonat mit Putin: Leo XIV. tief besorgt über humanitäre Lage in der ukrainischen Stadt Oles
  12. Leo XIV. will Südamerikareise offenbar antreten
  13. Papst wusste offenbar seit einem Monat von Krebsverdacht
  14. Weltmissionssonntag: Vatikan ermöglicht vollkommenen Ablass
  15. Englische Lebensschützerin Vaughan-Spruce plädiert ‚nicht schuldig‘ bei Anklage wegen stillen Gebets

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz