Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Vatikan macht Vorschläge für ein Papstamt für alle Kirchen
  2. 'BSW und AfD: Putins Hufeisen des Grauens'
  3. Vatikan will neue Art des Papstamts vorschlagen
  4. Good News aus Europa – Die Jugend wählt nicht mehr grün
  5. Erzbistum Köln wehrt sich gegen DDR-Vergleich von ‚Maria 2.0’
  6. Abschaffung des § 218? Ein Angriff auf Lebensrecht und Menschenwürde
  7. Bravo Giorgia!
  8. 'Falscher Eindruck einer Einmütigkeit'
  9. Amtsgericht Köln spricht Corona-Kritiker frei: Er hatte Attacken auf Impfskeptiker dokumentiert
  10. Der Grundton der Heiligen Schrift
  11. Peterson kritisiert ,Festival des Stolzes‘
  12. Wieder Aufregung um Papstzitat über Homosexuelle
  13. Donald Trump will ‚Seite an Seite’ mit Lebensschützern arbeiten
  14. Klarer Sieg für Kardinal Woelki im wichtigsten Verfahren gegen BILD!
  15. „Neuer Anfang“ wendet sich wegen Synodalem Ausschuss formell an Rom

Zwei Reisen: die Reise Jesu und meine Lebensreise

19. November 2023 in Aktuelles, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Franziskus: An diesem Welttag der Armen erinnert uns das Gleichnis von den Talenten an den Geist, in dem wir unsere Lebensreise angehen


Rom (kath.net) Siebter Welttag der Armen 2023: „Wende dein Angesicht von keinem Armen ab (Tob 4,7): heilige Messe in der Petersbasilika mit Papst Franziskus.

Den Welttag der Armen rief Franziskus 2016 ins Leben. Er wird alljährlich am zweiten Sonntag vor dem Advent begangen. Rund um den Tag organisiert der Vatikan besondere Hilfen für Bedürftige.

„Denken wir also an die vielen materiellen, kulturellen und geistlichen Nöte unserer Welt, an die verwundeten Menschen, die unsere Städte bevölkern, an die Armen, die unsichtbar geworden sind und deren Schmerzensschrei von der allgemeinen Gleichgültigkeit einer geschäftigen und zerstreuten Gesellschaft erstickt wird. Denken wir an die Unterdrückten, die Erschöpften, die Ausgegrenzten, an die Opfer von Kriegen und an diejenigen, die ihr Land unter Lebensgefahr verlassen; an diejenigen, die ohne Brot, ohne Arbeit und ohne Hoffnung sind. Wenn wir an diese unermessliche Menge armer Menschen denken, ist die Botschaft des Evangeliums klar: Lasst uns die Güter des Herrn nicht vergraben! Verbreiten wir Nächstenliebe, teilen wir unser Brot, vervielfachen wir die Liebe! Die Armut ist ein Skandal. Wenn der Herr wiederkommt, wird er von uns Rechenschaft darüber verlangen und – wie der heilige Ambrosius schreibt – sagen: »Warum habt ihr geduldet, dass so viele Arme vor Hunger sterben, wo ihr doch Gold besaßt, mit dem ihr ihnen zu essen geben konntet? Warum sind so viele Sklaven verkauft und von Feinden misshandelt worden, ohne dass jemand etwas unternommen hat, um sie freizukaufen?« (Von den Pflichten der Kirchendiener: PL 16,148-149).

Predigt von Papst Franziskus bei der Heilligen Messe in der Petersbasilika anlässlich des 7. Welttags der Armen

Drei Männer verfügen dank der Freigebigkeit ihres Herrn, der sich auf eine lange Reise begibt, über einen enormen Reichtum. Dieser Herr wird jedoch eines Tages zurückkehren und diese Diener erneut zu sich rufen, in der Hoffnung, sich mit ihnen darüber freuen zu können, wie sie sein Vermögen in der Zwischenzeit vermehrt haben. Das Gleichnis, das wir gehört haben (vgl. Mt 25,14-30), lädt uns also ein, über zwei Reisen nachzudenken: über die Reise Jesu und über unsere Lebensreise.

Die Reise Jesu. Zu Beginn des Gleichnisses spricht er von einem »Mann, der auf Reisen ging. Er rief seine Diener und vertraute ihnen sein Vermögen an« (V. 14). Diese „Reise“ erinnert an das eigentliche Geheimnis Christi, des menschgewordenen Gottes, an seine Auferstehung und Himmelfahrt. Er, der aus dem Schoß des Vaters herabgestiegen ist, um zu den Menschen zu kommen, hat durch sein Sterben den Tod vernichtet und ist durch seine Auferstehung zum Vater zurückgekehrt. Am Ende seines irdischen Daseins tritt Jesus also seine „Rückreise“ zum Vater an. Doch bevor er ging, hat er uns sein Vermögen anvertraut, ein echtes „Kapital“: Er hat uns sich selbst in der Eucharistie hinterlassen, sein Wort des Lebens, er hat seine heilige Mutter auch uns zur Mutter gegeben und er hat die Gaben des Heiligen Geistes ausgeteilt, damit wir sein Werk in der Welt fortsetzen können. Diese „Talente“ werden – wie das Evangelium ausführt – »jedem nach seinen Fähigkeiten« (V. 15) und damit für eine persönliche Sendung verliehen, die der Herr uns im täglichen Leben, in der Gesellschaft und in der Kirche anvertraut. Auch der Apostel Paulus bekräftigt dies: »jeder von uns empfing die Gnade in dem Maß, wie Christus sie ihm geschenkt hat. Deshalb heißt es: Er stieg hinauf zur Höhe und erbeutete Gefangene, er gab den Menschen Geschenke« (Eph 4,7-8).


Richten wir noch einmal den Blick auf Jesus, der alles aus den Händen des Vaters empfangen hat, aber diesen Reichtum nicht für sich selbst behielt. Er hielt »nicht daran fest, Gott gleich zu sein, sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave« (Phil 2,6-7). Er hat unsere schwache Menschennatur angenommen, er hat als barmherziger Samariter unsere Wunden versorgt, er hat sich arm gemacht, um uns mit dem göttlichen Leben reich zu machen (vgl. 2 Kor 8,9), er wurde am Kreuz erhöht. Ihn, der ohne Sünde war, hat Gott »für uns zur Sünde gemacht« (2 Kor 5,21). Für uns. Jesus hat für uns gelebt, zu unserem Heil. Dies war der Beweggrund für seinen Weg in der Welt, bevor er dann zum Vater zurückkehrte.

Das heutige Gleichnis sagt uns aber auch: Dann »kehrte der Herr jener Diener zurück und hielt Abrechnung mit ihnen« (Mt 25,19). Auf die erste Reise zum Vater wird nämlich eine weitere folgen, die Jesus am Ende der Zeiten macht, wenn er in Herrlichkeit wiederkommen wird und uns wiedersehen möchte, um die Geschichte „einer Rechnungsprüfung zu unterziehen“ und uns in die Freude des ewigen Lebens zu führen. Wir müssen uns also fragen: Wie wird der Herr uns vorfinden, wenn er wiederkommt? Wie werde ich bei dieser Begegnung vor ihm stehen?

Diese Frage bringt uns zum zweiten Aspekt: unsere Lebensreise. Welchen Weg gehen wir, den Weg Jesu, der sich zum Geschenk gemacht hat, oder den Weg des Egoismus? Das Gleichnis sagt uns, dass jeder von uns, entsprechend seinen Fähigkeiten und Möglichkeiten, „Talente“ erhalten hat. Vorsicht: Lassen wir uns nicht vom allgemeinen Sprachgebrauch täuschen: Hier geht es nicht um persönliche Fähigkeiten, sondern, wie gesagt, um die Güter des Herrn, um das, was Christus uns hinterlassen hat, als er zum Vater zurückkehrte. Mit ihnen hat er uns seinen Heiligen Geist geschenkt, durch den wir Kinder Gottes geworden sind und dank dessen wir unser Leben dafür einsetzen können, das Evangelium zu bezeugen und das Reich Gottes aufzubauen. Das große „Kapital“, das uns in die Hände gelegt wurde, ist die Liebe des Herrn, die Grundlage unseres Lebens und die Kraft für unseren Weg.

Und so müssen wir uns also fragen: Was mache ich mit einem so großen Geschenk auf meiner Lebensreise? Das Gleichnis erzählt uns, dass die ersten beiden Diener die empfangene Gabe vervielfachen, während der dritte, statt seinem Herrn zu vertrauen, Angst vor ihm hat und wie gelähmt ist. Er riskiert nichts, er setzt sich nicht ein und schließlich vergräbt er das Talent. Und das gilt auch für uns: Wir können das, was wir empfangen haben, vervielfachen, indem wir unser Leben aus Liebe für die anderen hingeben, oder wir können, durch ein falsches Gottesbild gelähmt, aus Angst den Schatz, den wir empfangen haben, in der Erde vergraben, indem wir nur an uns selbst denken, ohne uns für irgendetwas anderes zu begeistern als für unsere eigenen Annehmlichkeiten und Interessen und ohne uns einzubringen. (...)

So, liebe Brüder und Schwestern, mahnt uns das Gleichnis von den Talenten an diesem Welttag der Armen, zu prüfen, mit welcher Gesinnung wir unsere Lebensreise angehen. Wir haben vom Herrn das Geschenk seiner Liebe erhalten und sollen ein Geschenk für die anderen werden. Die Liebe, mit der Jesus sich unser angenommen hat, das Öl der Barmherzigkeit und des Mitleids, mit dem er unsere Wunden geheilt hat, die Flamme des Heiligen Geistes, mit der er unsere Herzen für die Freude und die Hoffnung geöffnet hat, sind Güter, die wir nicht nur für uns behalten, allein verwalten oder in der Erde verstecken dürfen. Reich beschenkt mit Gaben, sind wir gerufen, uns selbst zu einer Gabe zu machen. (...) Die Bilder, die in diesem Gleichnis verwendet werden, sind sehr aussagekräftig: Wenn wir die Liebe um uns herum nicht vermehren, erlischt das Leben in der Dunkelheit; wenn wir die Talente, die wir erhalten haben, nicht in Umlauf bringen, endet unser Dasein unter der Erde, es ist also so, als ob wir bereits tot wären (vgl. VV. 25.30). (...)

Denken wir also an die vielen materiellen, kulturellen und geistlichen Nöte unserer Welt, an die verwundeten Menschen, die unsere Städte bevölkern, an die Armen, die unsichtbar geworden sind und deren Schmerzensschrei von der allgemeinen Gleichgültigkeit einer geschäftigen und zerstreuten Gesellschaft erstickt wird. Denken wir an die Unterdrückten, die Erschöpften, die Ausgegrenzten, an die Opfer von Kriegen und an diejenigen, die ihr Land unter Lebensgefahr verlassen; an diejenigen, die ohne Brot, ohne Arbeit und ohne Hoffnung sind. (...) Wenn wir an diese unermessliche Menge armer Menschen denken, ist die Botschaft des Evangeliums klar: Lasst uns die Güter des Herrn nicht vergraben! Verbreiten wir Nächstenliebe, teilen wir unser Brot, vervielfachen wir die Liebe! Die Armut ist ein Skandal. Wenn der Herr wiederkommt, wird er von uns Rechenschaft darüber verlangen und – wie der heilige Ambrosius schreibt – sagen: »Warum habt ihr geduldet, dass so viele Arme vor Hunger sterben, wo ihr doch Gold besaßt, mit dem ihr ihnen zu essen geben konntet? Warum sind so viele Sklaven verkauft und von Feinden misshandelt worden, ohne dass jemand etwas unternommen hat, um sie freizukaufen?« (Von den Pflichten der Kirchendiener: PL 16,148-149).

Beten wir, dass ein jeder von uns sich entsprechend der Gabe, die er erhalten hat, und der Sendung, die ihm anvertraut wurde, darum bemüht, „die Nächstenliebe Früchte bringen zu lassen“ und dem ein oder anderen armen Menschen nahe zu sein. Beten wir, dass auch wir am Ende unserer Reise, nachdem wir Christus in diesen Brüdern und Schwestern, mit denen er sich selbst identifiziert hat (vgl. Mt 25,40), aufgenommen haben, hören dürfen, wie er zu uns sagt: »Sehr gut, du tüchtiger und treuer Diener. […] Komm, nimm teil am Freudenfest deines Herrn!« (Mt 25,21).

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 Stefan Fleischer 20. November 2023 

„Denken wir also an die vielen materiellen, kulturellen und geistlichen Nöte unserer Welt."
Ja, vergessen wir besondersddie geistlich Armen nicht, jene, welchen eine zeitgeistgemässe Theologie den Zugang zu den überreichen Gaben unseres ganzen, allumfassenden Glauben verwehrt. Verteilen auch wir diese Gaben, so weit wie wir dazu in der Lage sind. Wir haben zwar selbst immer wieder Neuevangelisation nötig. Aber wenn wir den Glauben weitergeben, so wird er auch für uns weiter, grösser, herrlicher.


0
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. Vatikan macht Vorschläge für ein Papstamt für alle Kirchen
  2. Vatikan will neue Art des Papstamts vorschlagen
  3. 'BSW und AfD: Putins Hufeisen des Grauens'
  4. ,Schon am Tag von Carlos Beerdigung begannen wir Wunder zu sehen...‘
  5. Wieder Aufregung um Papstzitat über Homosexuelle
  6. Good News aus Europa – Die Jugend wählt nicht mehr grün
  7. 'Falscher Eindruck einer Einmütigkeit'
  8. Wenn Gott vollkommen gut ist, warum gibt es so viel Böses?
  9. Klarer Sieg für Kardinal Woelki im wichtigsten Verfahren gegen BILD!
  10. Bravo Giorgia!
  11. „Die Lukas-Ikone“: Der Urknall der christlichen Bilderwelt
  12. Peterson kritisiert ,Festival des Stolzes‘
  13. „Gehen Sie nur für ein paar Minuten!“
  14. Erzbistum Köln wehrt sich gegen DDR-Vergleich von ‚Maria 2.0’
  15. „Neuer Anfang“ wendet sich wegen Synodalem Ausschuss formell an Rom

© 2024 kath.net | Impressum | Datenschutz