Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Piusbruderschaft kritisiert ‚Doppelmoral‘ nach Verweigerung des Zutritts zur Basilika in Assisi
  2. Eine „Erzbischöfin“ stürzt die Anglikanische Kirche ins Chaos
  3. Tantum ergo Sacramentum
  4. Kardinal Burke: Sexuelle Unmoral heute erinnert an Sodom und Gomorrha
  5. Eine vergiftete Unterstützungserklärung
  6. Was Charlie Kirk Friedrich Merz antworten würde
  7. Kardinal Müller: „Muslime respektieren kein schwaches Christentum, das sich des Kreuzes schämt“
  8. Während Messfeier mit Erstklässlern: Bengalisches Feuer in katholische Kirche geworfen
  9. Katholische Cityseelsorge St. Gallen Mitveranstalter von ‚Drag-Show‘
  10. ‚Das Exil von Pater Edmund‘
  11. Irreversibel – die Diktatur des Geschehenen. Wenn die Geschichte zum ‚Lehramt‘ wird
  12. Niederlande: Ein zweijähriges Kind wurde durch Euthanasie getötet
  13. 'Ich würde mir gerne Sorgen machen, aber ich mache mir keine'
  14. Spannungen hinter den Kulissen: Papst lehnt gemeinsamen Auftritt mit Macron in Notre-Dame ab!
  15. Papst Leo XIV. hebt Gehaltskürzungen im Vatikan auf

Tück: Synodaler Weg kann Papst-Einsprüche nicht länger ignorieren

30. November 2023 in Weltkirche, 11 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Wiener Dogmatiker in "Neuer Zürcher Zeitung": Jüngster Papst-Brief lässt "erhebliche Differenzen im Stil und im institutionellen Format" von deutschem Reformweg und päpstlichem synodalen Prozess erkennen


Wien/Zürich  (kath.net/KAP) Die Vertreter und Verantwortlichen des deutschen kirchlichen Reformprozesses Synodaler Weg können die Einsprüche von Papst Franziskus nicht länger ignorieren. Das hat der Wiener Theologe Prof. Jan-Heiner Tück in einem Gastbeitrag in der "Neuen Zürcher Zeitung" (Onlineausgabe, 29. November) betont. "Wenn nach dem jüngsten Brief von Papst Franziskus die lauter gewordenen Störgeräusche nicht in einem großen Knall enden sollen, werden die Verantwortlichen des Synodalen Weges in Deutschland auf die römischen Einsprüche nicht länger mit Abwehrreflexen oder Schwerhörigkeit reagieren könne", so Tück, der sich bereits mehrfach u.a. zum "Umbau der bischöflichen Verfassung" der Kirche durch die Einrichtung eines Synodalen Rates kritisch zu Wort gemeldet hat.

Anlass zur aktuellen Wortmeldung Tücks boten zwei jüngst veröffentlichte Texte, in denen der Vatikan sich klar gegen zentrale Reformideen des Synodalen Weges stellt: Ein Brief des Papstes an vier Frauen, die sich vom Synodalen Weg kritisch abgewendet hatten, in dem er die Gründung eines gemischten kirchlichen Leitungsgremiums aus Laien und Bischöfen ("Synodaler Ausschuss") klar ablehnt. Und wenig später ein Schreiben von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin an die deutschen Bischöfe, in dem dieser bekräftigte, dass die den Männern vorbehaltene Priesterweihe und die Lehre der Kirche zur Homosexualität nicht verhandelbar seien. Der Brief des Papstes komme geradezu "zur Unzeit" für die Verantwortlichen des Synodalen Weges, da diese sich nach der vatikanischen Synode ganz auf Linie des Papstes wähnten, führte Tück aus.


Das dürfte ein Missverständnis gewesen sein, die "Störgeräusche in der Kommunikation zwischen Rom und Deutschland" seien damit "nicht mehr überhörbar". Störgeräusche indes, die man bereits früher - etwa im Offenen Brief des Papstes vor Beginn des Synodalen Weges 2019 oder beim Ad-limina-Besuch der deutschen Bischöfe hätte vernehmen können. Gewiss gebe es Gemeinsamkeiten bei den Reformanliegen, so Tück weiter - etwa in der Bekämpfung des sexuellen und geistlichen Missbrauchs und dessen Vertuschung. Auch ein pastoral sensiblerer Umgang mit gleichgeschlechtlichen Partnerschaften und queeren Personen sowie die Kritik "klerikaler Selbstgefälligkeit" werde von Franziskus mit getragen. "Schließlich ist klar, dass die Bischöfe in demokratischen Gesellschaften nicht mehr wie Barockfürsten durchregieren können."

Dennoch seien nun einmal mehr "erhebliche Differenzen im Stil und im institutionellen Format" sichtbar geworden. Während Franziskus den Synodalen Prozess der Weltkirche als einen geistlichen Prozess verstehe, sei der Synodale Weg "eher als eine Art Kirchenparlament angelegt, das im Nachgang zum Missbrauchsskandal eine eher enggeführte Reformagenda traktiert", so Tück. "Die Debatten werden von eloquenten, durchsetzungsstarken Akteuren dominiert. Die Toleranz gegenüber abweichenden Positionen ist nicht immer stark ausgeprägt, der Ton oft polemisch."

Zudem verfolge der Synodale Weg eine Neuformatierung des bischöflichen Amtes. Während der Papst die Leitungskompetenz der Bischöfe - verankert in der "sakramentalen Ordination" - nicht antasten wolle, würde der deutsche Synodale Weg mit der Idee der "freiwilligen Selbstbindung" genau dies forcieren: "Was ein von Laien und Bischöfen besetztes Leitungsgremium - der Synodale Rat - mehrheitlich bestimmt, das soll das bischöfliche Handeln bestimmen." So könnte sich mancher Bischof "schon bald als Gefangener volatiler Mehrheiten wiedersehen", mahnte Tück. 

Copyright 2023 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Robert Bellarmin SJ – De gemitu columbae
  3. Marsch fürs Läbe: Together for Life! – Männer übernehmen Verantwortung für das Leben
  4. Während Messfeier mit Erstklässlern: Bengalisches Feuer in katholische Kirche geworfen
  5. ‚Das Exil von Pater Edmund‘
  6. Gericht stoppt Zwang zur Suizidhilfe für katholische Nonnen in Illinois
  7. Slowakei: Aufrufe zu Lebensschutz und Dialog bei Nationalwallfahrt
  8. Damit die nächste Saat aufgehen kann
  9. Kardinal Müller: „Muslime respektieren kein schwaches Christentum, das sich des Kreuzes schämt“
  10. Grußwort des DBK-Vorsitzenden Wilmer verfehlt das Thema
  11. Eine vergiftete Unterstützungserklärung
  12. „Manchmal ist es schwer, den Zusammenhang zwischen meinem Kreuz und dem Kreuz Christi zu erkennen“
  13. 'Ich würde mir gerne Sorgen machen, aber ich mache mir keine'
  14. Die Bibliothek als Herz des kirchlichen Gedächtnisses. ‚Nimm und lies!‘ - Die Unruhe der Wahrheit
  15. „Ich erwarte die Auferstehung der Toten und das Leben der kommenden Welt“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz