Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Die Mitwirkung der seligen Jungfrau Maria an der Erlösung
  2. IRRE! – „LifeSiteNews“ postet Papst-Bild mit Henkerstrick auf X
  3. 'Wenn du deinen Apparat kulturell gegen dich hast, bist du der ärmste Hund als Bischof.'
  4. BREAKING NEWS - Der Papst hat Lungen-Krebs!
  5. Schwester Helen und angebliche Flirt-Fantasien der Dominikaner
  6. Kardinal Marx meint: "Die Kirche ist kein sinkendes Schiff, sie wird nur umgebaut"
  7. 25 Jahre KATH.NET: Kardinal Müller wird Schirmherr, Peter Seewald journalistischer Berater!
  8. NZZ: 'Die Kirchen arbeiten an der Ächtung der AfD mit'
  9. Papst Leo wird operiert - Knoten in der Lunge!
  10. Wir können NICHT schweigen!
  11. Forscher sprechen von neuen Beweisen für möglichen Fundort der Arche Noah
  12. Halbierung der Pfarren und Schließung Dutzender Kirchen
  13. Was auch immer Synodalität sein soll
  14. Papst ernennt Petersdom Nachfolger von Kardinal Gambetti
  15. Der „Hirt des Hermas“: Als ein frühchristliches Erbauungsbuch hoch im Kurs stand

Ablehnung der AfD? - „Eine wenig überzeugende Einstimmigkeit der Deutschen Bischofskonferenz“

28. Februar 2024 in Kommentar, 14 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Es irritiert, „dass kein einziger Bischof auf die Idee gekommen ist, auch vor dem Linksextremismus zu warnen“, obwohl bei „diesen Extremisten“ der Antisemitismus zugenommen hat“. Gastkommentar von Prof. Werner Münch


Bonn (kath.net) Die zahlreichen Gegner des katholischen Christentums werden sich über die Presseerklärung der deutschen Bischöfe, die sie bei ihrer Vollversammlung am 22. Februar unter der Überschrift „Völkischer Nationalismus und Christentum sind unvereinbar“ einstimmig verabschiedet haben, die Hände reiben.

Nachdem in dieser Erklärung zunächst pflichtschuldig alle Formen des Extremismus mit Nachdruck von den Bischöfen zurückgewiesen worden waren, wird sofort im nachfolgenden Satz behauptet, dass der „Rechtsextremismus die größte Bedrohung extremistischer Art für unser Land und für Europa“ darstellt.

Und in dieser behaupteten Realität dominiere „nach mehreren Radikalisierungsschüben“ die AfD mit ihrer „völkisch-nationalistischen Gesinnung“. Die finale Schlussfolgerung lautet dann, dass sie für Christen „kein Ort ihrer politischen Betätigung sein“ könne und sie „auch nicht wählbar“ sei.

Um allen Missverständnissen für den weiteren Text vorzubeugen: Ich war 37 Jahre bis 2009 als Mitglied der CDU (dann Austritt) in mehreren Partei-Funktionen, Mandaten und Regierungsämtern tätig und danach nie wieder Mitglied in irgendeiner anderen Partei, auch nicht der AfD, und gehöre ebenfalls bis heute nicht zu ihren Wählern. Vor diesem Hintergrund kann ich deshalb sagen, dass mich die Tatsache außerordentlich irritiert, dass kein einziger Bischof vor der Abstimmung über diesen Pressetext auf die Idee gekommen ist, auch vor dem Linksextremismus zu warnen, d. h. sich mit der Geisteshaltung, den Inhalten ihrer Ideologie und den Aktivitäten dieser Extremisten ebenfalls auseinanderzusetzen. Sie sind nämlich, wie gerade auch ihre Demonstrationen in den letzten Wochen bewiesen haben, gegen Israel, ihr Antisemitismus hat zugenommen, Juden gehen nicht mehr auf die Straße oder in die Universitäten, weil sie Angst haben, verprügelt zu werden. Diese Extremisten sind gegen die katholische Kirche und die von ihr verkündeten Wahrheiten und auch gegen das Recht auf Leben, vor allem der Ungeborenen, und gegen einen offenen Dialog über unterschiedliche Wertefragen in unserer Gesellschaft (Cancel Culture). Als Klimaaktivisten kleben sie sich auf Straßen und Autobahnen fest, wohlwissend, dass sie damit eine Nötigung begehen, indem sie u. a. eine große Zahl von Arbeitnehmern daran hindern, ihre Berufsstätte zu erreichen. Und es verwundert dann auch, dass Priester Beifall klatschend am Straßenrand stehen, wenn Demonstrationszüge von „Fridays for Future“ vorbeiziehen. Schließlich ist der Vandalismus gegen Einrichtungen von Organisationen des Lebensschutzes genauso nicht hinnehmbar wie die z. T. massiven Störungen des friedlichen „Marsches für das Leben“ in Berlin und jetzt auch in Köln.


Und wenn sich die Kirche, wie sie in ihrer Presseerklärung mitteilt, einem Dialog mit „gesprächswilligen Menschen“ der AfD nicht entziehen will, dann kommen die Bischöfe jetzt erst zu der Erkenntnis, dass eine solche Notwendigkeit schon lange dringend bestand? Hatten sie denn bisher nicht die allgemeine Kenntnis, dass Ausgrenzung oft zum Widerstand und zur Radikalisierung führt? Stattdessen haben es einige Bischöfe für angebracht gehalten, an Demonstrationen gegen „Rechtsextreme“ teilzunehmen und den AfD-Mitgliedern – natürlich öffentlich – mitzuteilen, dass für sie kein Amt in der Kirche offensteht. Wäre es nicht angebracht, dass aufgrund der noch längst nicht gelösten Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs durch katholische Priester die Verantwortlichen in unseren Diözesen in der Darstellung anderer Missstände in unserer Gesellschaft etwas zurückhaltender und demütiger auftreten und berichten würden?

Wenn die deutschen Bischöfe der Auffassung sind, dass die Menschenwürde „der Glutkern des christlichen Menschenbildes“ ist, dann gibt es wichtigere Prioritäten. Primär wären dann unmissverständliche Erklärungen von ihnen zum Lebensrecht und zum Lebensschutz, vor allem der Ungeborenen, ebenfalls zur Schöpfungstheologie, zur Zweigeschlechtlichkeit und zur heterosexuellen Ehe und Familie sowie zur deutlichen Warnung vor der (Trans -)Gender-Ideologie. Stattdessen warten wir bis heute noch auf eine klare Distanzierung der DBK von der Forderung der ZdK-Vorsitzenden Irme Stetter-Karp zur flächendeckenden Ermöglichung von Schwangerschaftsabbrüchen.

Als „Glutkern des christlichen Menschenbildes“ gibt es also andere sehr wichtige Themen neben der Darstellung, dass „Völkischer Nationalismus und Christentum unvereinbar sind“, reduziert auf die AfD. Diese anderen Themen haben nach unserer christlichen Auffassung von Menschenrecht und Menschenwürde eine höhere Priorität. Und wenn, wie Bischof Bätzing auf die Frage eines Journalisten in der Pressekonferenz nach Abschluss der Vollversammlung in der letzten Woche geantwortet hat, der Lebensschutz das „Proprium der katholischen Kirche“ ist, dann müsste dieses Proprium in ihrer öffentlichen Darstellung einen anderen Stellenwert haben, z. B. auch in Reaktionen auf linksextremistische Aktionen gegen Organisationen des Lebensschutzes. Und auch solche oder ähnliche Aussagen wie die zitierte von Irme Stetter-Karp bedürfen eindeutigerer und unmissverständlichere Reaktionen der DBK.

Der Autor dieses Beitrags ist Prof. Dr. Werner Münch, Ministerpräsident a. D.

Archivfoto (c) Werner Münch


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Deutsche Bischofskon

  1. Bischof Dr. Heiner Wilmer SCJ wird neuer Bischof von Münster
  2. Deutsche Bischofskonferenz beschließt: Man will in Rom um Erlaubnis für Laienpredigt bitten
  3. Burger: „Kurzum, wie hältst Du es mit Religion und Kirche? Wie geht das mit dem Glauben?“
  4. Woelki: „Herr, offenbare du deinen Willen für deine Kirche, das ist der Kernsatz aller Synodalität“
  5. „Garant der Einheit in der Liebe ist der Hirte der Universalkirche, derzeit der Hl. Vater Leo XIV.“
  6. Zwei (renommierte und namentlich bekannte) Missbrauchsopfer „blitzen mit ihren Protesten ab“
  7. Kardinal Woelki zur Polarisierung in der Bischofskonferenz: „Diese Situation ist belastend“
  8. Debatte um Leitung der Deutschen Bischofskonferenz - Lehramtstreue Bischöfe als „Königsmörder“?
  9. Unter den kroatischen Katholiken wächst Grundsatzkritik
  10. Auch Bischof em. Hanke/Eichstätt erhebt Einwände gegen DBK-Papier zur sexuellen Vielfalt







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Überraschung im Vatikan - Kardinal Tagle ist neuer Dekan des Kardinalskollegiums
  3. Erzbischof Randazzo: Synodalität kein Grund, Elemente der kirchlichen Tradition zu verwerfen
  4. Der „Hirt des Hermas“: Als ein frühchristliches Erbauungsbuch hoch im Kurs stand
  5. 'Tatsächlich Gott'
  6. Wir können NICHT schweigen!
  7. Marco Rubio in Athen: Ein Aufruf zur Rückbesinnung auf die christlich-abendländischen Wurzeln
  8. „Ceresanis reale Eschatologie zum Jubiläum 2033 spricht in dieser Form des Romans…“
  9. Studium zwischen Verstand, Erinnerung und Glauben. Das Herz der Wahrheit
  10. Das 'Schwert des Heiligen Michael': Eine mysteriöse Linie, die sieben Heiligtümer verbindet
  11. Schwester Helen und angebliche Flirt-Fantasien der Dominikaner
  12. Papst Leo XIV. entgeht knapp einer Geldstrafe in Peru
  13. Kardinal Müller ruft zum Marsch fürs Leben 2026 in Wien auf: Über 3.000 Teilnehmer erwartet
  14. Australien: 400 Prozent Anstieg von Euthanasiefällen in fünf Jahren
  15. Genesung des Papstes verläuft laut Ärzteteam nach Plan

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz