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Vatikanpräfekt Ruffini: „Wer bin ich, um die Rupnik-Geschichten zu beurteilen?“

25. Juni 2024 in Aktuelles, keine Lesermeinung
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Präfekt des Dikasteriums für Kommunikation des Heiligen Stuhls verteidigt die weitere Nutzung von Kunst des missbrauchsverdächtigen Rupnik, der bei den Jesuiten bereits aus dem Orden geflogen ist.


Vatikan (kath.net) Der Kommunikationschef des Vatikans verteidigte die Verwendung der Kunst eines angeklagten Serienvergewaltigers durch seine Abteilung. „Wir sprechen nicht über Missbrauch von Minderjährigen“, sagte Paolo Ruffini, Präfekt des Dikasteriums für Kommunikation des Heiligen Stuhls, am Freitag, den 21. Juni 2024, als Antwort auf Fragen von Journalisten, die sich im Heritage Ballroom des Atlanta Marriott Buckhead and Conference Center versammelt hatten. Ruffini war dort, um am letzten Tag der jährlichen katholischen Medienkonferenz die Grundsatzrede zu halten, und hatte danach die Möglichkeit zum Stellen von Fragen eröffnet. Darüber berichtete die US-amerikanische katholische Website „Crux“. Der slowenische Priester-Künstler Marko Rupnik steht Vorwürfen von Dutzenden Frauen gegenüber, meist Ordensfrauen. Die Vorwürfe lauten, dass er seine Opfer spirituell, psychologisch und sexuell missbraucht habe. Der Jesuitenorden hat sich wegen fortdauerndem Ungehorsam inzwischen von seinem Mitglied getrennt. Der Vatikan hatte zunächst abgelehnt, Rupnik strafrechtlich zu verfolgen. Erst nach anhaltender Kritik hatte Papst Franziskus seinen Kurs geändert.


Ruffini erläuterte gegenüber dem Auditorium voller Pressefachleuten: „Wir haben keine neuen Fotos hochgeladen, wir haben einfach die [Bilder] stehen lassen, die da waren.“ Auf die Frage eines der Journalisten nach der Botschaft, die die Weiterverwendung solcher Fotos an die Missbrauchsopfer sende, antwortete Ruffini: „Denken Sie, dass ich den Opfern näher bin, wenn ich ein Foto eines Kunstwerks von meiner – von unserer – Website entferne?“ Ruffini wies darauf hin, dass sogar die Jesuiten die Rupnik-Kunst, die die Kapelle in ihrem Generalkuriengebäude schmückt, nicht entfernt haben, und er nannte ihre Entscheidung „inspirierend“.

Im Lauf der Diskussion, bei der Fragesteller offenbar mt ihrer Kritik nicht nachliesen, vertrat Ruffini auch: „Wir sprechen [über] eine Geschichte, die wir nicht kennen. Wer bin ich, um die Rupnik-Geschichten zu beurteilen?“ Außerdem sagte er: „Wir – das Dikasterium – und ich persönlich denken, dass [das Entfernen von Bildern von Rupniks Werken aus den offiziellen vatikanischen Medien] kein guter Weg ist, um das Ergebnis des Überprüfungsprozesses vorwegzunehmen“, der möglicherweise mit einem Gerichtsverfahren endet. Als Christen seien „wir gebeten, nicht zu urteilen.“

Die Verwendung von Rupnikkunst löst aber weiterhin Verwirrung unter den Gläubigen aus – sowohl unter Missbrauchsopfern wie auch unter nicht vom Missbrauch betroffenen Gläubigen, ja, sie stößt oft auf direkte Kritik.

Link zum „Crux“-Beitrag: Head of Vatican communications strongly defends continued use of Rupnik art


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