Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. BILD spricht von Kurswechsel in Berlin: Papst Leo XIV. schickt „Dompteur“ für deutsche Bischöfe
  2. US-Vizepräsident JD Vance legt Papst Leo XIV. nahe, sich aus der US-Politik herauszuhalten
  3. Kard. Müller: „Niemand hat das Recht den Papst zu kritisieren, wenn er treu seinem Auftrag folgt“
  4. George Weigel an Kardinal Hollerich: Hat die Kirche Christus zweitausend Jahre lang missverstanden?
  5. Phil Lawler: Die Kontroverse zwischen Trump und Papst Leo ging von Washington aus
  6. Schwedischer Kirchenhistoriker: Viele junge Menschen wollen katholisch werden, besonders Männer
  7. Setzt euer Vertrauen nicht in Prinzen!
  8. Trump gegen Papst Leo: Wenn Weltpolitik auf das „Heilige“ trifft
  9. Marsch für das Leben München – Unterstützung von Bischof Barron, Schweigen von Marx und Wilmer
  10. Viel Lärm um nichts?
  11. Kardinal Koch betont den zutiefst christozentrischen Charakter des Pontifikats von Papst Leo XIV.
  12. Papst Leo gegen Präsident Trump – Was steckt dahinter?
  13. Nach Extremerfahrung des Mondflugs: Artemis-Kommandant Wiseman fragte nach christlichem Seelsorger
  14. Kardinal Fernández: Es laufen keine dezidierten päpstlichen Großaufträge am Glaubensdikasterium
  15. "Derselbe Polarstern"

Mit der UN-Weltklimakonferenz COP 29 präsentiert sich Aserbaidschan modern, weltoffen – ABER!

12. November 2024 in Kommentar, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


„Doch es ist erst ein Jahr her, seitdem aserbaidschanische Truppen die bis dahin unabhängige Republik Bergkarabach überfielen und vollständig eroberten.“ Gastkommentar von Pfr. Peter Fuchs, Christian Solidarity International/Deutschland


München (kath.net) Mit dem Beginn der UN-Weltklimakonferenz COP 29 steht Aserbaidschan ganz so im Licht der Weltöffentlichkeit, wie es sich das wünscht: modern, zukunftsgewandt, weltoffen. Doch tatsächlich ist es erst wenig mehr als ein Jahr her, seitdem aserbaidschanische Truppen die bis dahin unabhängige Republik Arzach (Bergkarabach) überfielen und vollständig eroberten. Der Invasion vorausgegangen war eine mehrmonatige totale Blockade Bergkarabachs, die den Menschen das Nötigste zum Leben genommen hat. Als dann die Bomben auch auf zivile Ziele fielen und das Militär vorrückte, versuchten die meisten Menschen zu fliehen.

Von den ehemals rund 120.000 christlichen Karabach-Armeniern leben heute noch exakt 14 in der Region. Eine vollständigere ethnische Säuberung hat es in der jüngeren Geschichte nicht gegeben.

Angesichts dessen ist es erstaunlich, dass es zu keinem Aufschrei in der Welt kam; Ordnungsrufe westlicher Politiker wirkten mehr wie sanfte Pflichtübungen denn als ernsthafte Absichtserklärungen, Angriffskriege und ethnische Säuberungen nicht akzeptieren zu wollen. Schlimmer noch: Während all das unter den Augen der Weltöffentlichkeit geschah, machen nicht nur Russland, sondern auch die USA und die EU weiterhin Geschäfte mit dem Regime von Ilham Alijew. Sind Öl und Gas den westlichen Entscheidungsträgern im Zweifel doch wichtiger als internationale Normen?


Mittlerweile hat Aserbaidschan auch damit begonnen, entgegen internationalen Beteuerungen, armenisches Kulturgut in der Region abzuräumen, um jegliche Erinnerung auszulöschen. Dass dennoch wenig Widerspruch kommt, hat Baku mit viel Geld im Westen vorbereitet. Zahlreiche Beobachter zeigen seit vielen Jahren die Einflussnahme aserbaidschanischer Lobbyisten auf westliche Parlamentarier auf. Erst Anfang des Jahres wurde gegen zwei deutsche Ex-Unionsabgeordnete Anklage wegen Korruption erhoben.

Gleichzeitig versucht Aserbaidschan das Image eines weltoffenen Landes aufzubauen. In nur wenigen Jahren richtete Baku internationale Großereignisse wie Formel-Eins-Rennen, die olympischen Europaspiele, den Eurovision Songcontest und nun die UN-Klimakonferenz COP 29 aus.

All das darf aber nicht über die schweren Menschen- und Völkerrechtsverstöße Aserbaidschans hinwegtäuschen. Für Aserbaidschans autoritären Präsidenten Ilham Alijew ist die Großveranstaltung von herausragender Bedeutung, denn nach seiner Einschätzung würde sie „die internationale Autorität und den Respekt“ des Landes unterstreichen.

Mit dieser Doppelstrategie aus Völkerrechtsvergehen und internationalen PR-Coups darf Aserbaidschan nicht durchkommen. Obwohl der Internationale Gerichtshof entschied, dass Aserbaidschan für eine schnelle, sichere und ungehinderte Rückkehr der Karabach-Armenier sorgen muss, tut Baku nichts dafür, hält im Gegenteil sogar weiterhin zahlreiche armenische Geiseln.

Angesichts dessen wäre angezeigt, dass die internationale Gemeinschaft hier deutliche Grenzen aufzeigt und sich nicht auch noch für die Imagekampagnen eines autokratischen Regimes instrumentalisieren lässt.

Hinzu kommt: Ein Frieden, der auf einem Genozid und der Gefahr eines weiteren Völkermords beruht, kann der Kaukasusregion niemals Stabilität und Sicherheit bringen. Es ist daher notwendig, dass das Volk von Bergkarabach frei ist, in sein Land zurückzukehren, wobei alle grundlegenden Menschenrechte, insbesondere das Recht auf Selbstbestimmung, gewahrt bleiben müssen.

Pfarrer Peter Fuchs ist Geschäftsführer von Christian Solidarity International/Deutschland

Foto: Kirchen in Gyumri - Armenien ist der älteste christliche Staat der Welt © Christian Solidarity International (CSI)


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Kard. Müller: „Niemand hat das Recht den Papst zu kritisieren, wenn er treu seinem Auftrag folgt“
  2. BILD spricht von Kurswechsel in Berlin: Papst Leo XIV. schickt „Dompteur“ für deutsche Bischöfe
  3. Sängerin Nina Hagen bereut ihre Abtreibungen
  4. US-Vizepräsident JD Vance legt Papst Leo XIV. nahe, sich aus der US-Politik herauszuhalten
  5. "Derselbe Polarstern"
  6. Der unerklärte Formatwechsel beim Konsistorium der Kardinäle im Januar
  7. Phil Lawler: Die Kontroverse zwischen Trump und Papst Leo ging von Washington aus
  8. Ein Brief vom Papst an die Kardinäle und der Stilwechsel in Rom
  9. George Weigel an Kardinal Hollerich: Hat die Kirche Christus zweitausend Jahre lang missverstanden?
  10. Nach Extremerfahrung des Mondflugs: Artemis-Kommandant Wiseman fragte nach christlichem Seelsorger
  11. Papst Leo gegen Präsident Trump – Was steckt dahinter?
  12. Marsch für das Leben München – Unterstützung von Bischof Barron, Schweigen von Marx und Wilmer
  13. Schwedischer Kirchenhistoriker: Viele junge Menschen wollen katholisch werden, besonders Männer
  14. Kardinal Fernández: Es laufen keine dezidierten päpstlichen Großaufträge am Glaubensdikasterium
  15. Setzt euer Vertrauen nicht in Prinzen!

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz