Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. 'Und ich dachte, es müßte um Gott und das Heil der Seelen gehen. Ich bin ja so naiv'
  2. 'Denn es wird nicht zu dem kommen, was diese Lügner versprechen.'
  3. Jesuitenpater Thomas Reese mit irrer Aussage: ‚Warum ich die alte lateinische Messe hasse‘
  4. Piusbruderschaft kritisiert ‚Doppelmoral‘ nach Verweigerung des Zutritts zur Basilika in Assisi
  5. Dann sollen sie doch in die Hölle gehen
  6. Nicht mehr zu retten - Zum Substanzverlust der Kirche
  7. ‚Synodalität – ein Wort ohne Begriff? Ein erfundenes Narrativ macht Karriere
  8. Ein Drittel der 15-Jährigen in Deutschland kann nicht mehr ausreichend lesen oder rechnen!
  9. 'Gott, hilf mir. Jesus, hilf mir. Seid ihr Jungs bereit? Let’s Roll'
  10. Kritik von Theologen an der Beurlaubung von P. Edmund Waldstein
  11. Wundersame Heilung, eine Marienerscheinung und Berufung mit 4 Jahren
  12. Nigeria: Bischöfe schlagen nach erneuten Massakern Alarm
  13. US-Präsident Donald Trump gratuliert Katholiken zum Fest Maria Geburt
  14. 'BILD' greift kath.net-Beitrag von Kardinal Müller auf
  15. Scharfe Kritik von Birgit Kelle an Leihmutterschaftsentschuldigung von Jens Spahn

Vatikandiplomat Eterovic beklagt Krise der westlichen Zivilisation

17. November 2024 in Chronik, 3 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Päpstlicher Botschafter in Deutschland beklagt bei Messe mit kroatischen Bischöfen in Zagreb den Glaubensrückgang in Europa und nennt Abtreibung und Euthanasie sowie die demografische Entwicklung als Anzeichen für den "Selbstmord" des Westens.


Zagreb (kath.net/ KAP)
Der päpstliche Botschafter in Deutschland, Erzbischof Nikola Eterovic, hat in seiner Heimat Kroatien eine Krise der westlichen Zivilisation beklagt und diese mit "Selbstmord" verglichen. Angesichts des Abfalls vom christlichen Glauben in Europa nannte der Vatikandiplomat bei einer Messe mit den kroatischen Bischöfen in Zagreb u. a. eine "Kultur des Todes" durch Abtreibung und Euthanasie sowie die demografische Entwicklung als "Anzeichen für den Selbstmord". Auch gegen die sogenannte "Gender-Ideologie" und eine gegen das christliche Familienbild gerichtete "ideologische Kolonisierung" machte Eterovic mobil. Die Nachrichtenagentur IKA veröffentlichte den Wortlaut der Predigt, die Eterovic am Dienstag als Gast bei der dieswöchigen Vollversammlung der Kroatischen Bischofskonferenz hielt.
Christen sollten auch heute "authentische Zeugen Jesu Christi und Verkünder seines Evangeliums" sein, sagte der 73-jährige Vatikandiplomat, der seit 2013 Nuntius in Berlin ist. Eterovic erinnerte an Worte von Papst Johannes Paul II. (1878-2005) aus dessen Schreiben "Ecclesia in Europa" (2003), wonach die europäische Kultur "den Eindruck einer schweigenden Apostasie seitens des satten Menschen" erwecke, "der lebt, als ob es Gott nicht gäbe". Eterovic weiter: "Wenn der Mensch mit Gott bricht, wenn er Gott symbolisch tötet, dann bringt er sich leider auch selbst um: Er verliert das Fundament, auf dem er fest steht, er verachtet die Werte, die unter anderem Europa geprägt und das Aufblühen der westlichen Zivilisation ermöglicht haben."


Der Vatikandiplomat verwies auch auf Aussagen des britischen Historikers Arnold Joseph Toynbee (1889-1975), wonach Zivilisationen "nicht sterben, sondern Selbstmord begehen". "Finden wir etwa nicht in unserer westlichen Zivilisation zahlreiche Anzeichen für einen Selbstmord? Denken wir an die Schrecken des Ersten und des Zweiten Weltkriegs, die in Europa entstanden sind und sich über die Welt ausbreiteten. Leider haben die Schrecken dieser Kriege die Mächtigen nicht zur Vernunft gebracht, noch haben sie die Folge der Konflikte in Europa unterbrochen, die die Verteidigung der angegriffenen Völker verlangten, wie etwa Kroaten im Heimatkrieg", sagte der Erzbischof.
Eterovic beklagte in diesem Zusammenhang auch den Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine - "einer blutigen Auseinandersetzung zwischen zwei Staaten, in denen sich die Mehrheit der Einwohner zum Christentum bekennt, und zwar zum orthodoxen Glauben", wie der Vatikandiplomat sagte. Eterovic rief zum Gebet für die Einheit der Christen auf und für einen "gerechten Frieden, nach dem das brüderliche ukrainische Volk schreit".

Immer weniger Christen in Europa
Der kroatische Vatikandiplomat beklagte den Rückgang der Zahl der Christen in Europa. Dazu zitierte er aus vatikanischen Statistiken, wonach die Anzahl der Katholiken weltweit zwar steige, in Europa aber allein im Jahr 2022 um rund 470.000 zurückgegangen sei. Die Dimensionen des Abfalls vom christlichen Glauben würden noch deutlicher, rechne man etwa Zahlen aus den evangelischen Kirchen hinzu. Eterovic nannte dazu die Zahl von rund 380.000 Austritten, die die evangelischen Kirchen in Deutschland 2023 verzeichnen mussten.
Der Erzbischof rief dazu auf, nach dem Vorbild der Apostel um die Vermehrung des Glaubens zu beten. Zur Rolle der Christen in der Welt erinnerte er zudem an Worte von Papst Benedikt XVI. (2005-2013). Dieser hatte 2009 vor einem Besuch in Tschechien die Kirche dazu aufgerufen, sich als "kreative Minderheit" zu verstehen, "die ein Erbe an Werten besitzt, die nicht überholt, sondern eine sehr lebendige und aktuelle Wirklichkeit sind". Diese Werte, so Benedikt XVI. damals, müsse die Kirche "aktualisieren; sie muss in der politischen Debatte, in unserem Ringen um einen wahren Begriff von Freiheit und Frieden gegenwärtig sein".

Copyright 2024 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. 'Und ich dachte, es müßte um Gott und das Heil der Seelen gehen. Ich bin ja so naiv'
  3. Nicht mehr zu retten - Zum Substanzverlust der Kirche
  4. Spanischer Erzbischof erinnert angesichts der Migrationskrise an die Reconquista
  5. Drei katholische Bischöfe werden am Marsch für das Leben teilnehmen
  6. Archäologen ‚absolut‘ sicher: Bethsaida gefunden
  7. Vatikan erinnert neue Missionsbischöfe: „Liturgie ist nicht unser eigenes Werk“
  8. Ein Drittel der 15-Jährigen in Deutschland kann nicht mehr ausreichend lesen oder rechnen!
  9. YouTube-Kanal der Erzdiözese Łódź wurde ohne Wissen oder Zustimmung der Administratoren entfernt
  10. 'BILD' greift kath.net-Beitrag von Kardinal Müller auf
  11. Die Würde des Menschen ist unverfügbar
  12. US-Präsident Donald Trump gratuliert Katholiken zum Fest Maria Geburt
  13. Kritik von Theologen an der Beurlaubung von P. Edmund Waldstein
  14. 'Schweigen angesichts des Bösen ist selbst Böses'
  15. Kardinal Müller: „Muslime respektieren kein schwaches Christentum, das sich des Kreuzes schämt“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz