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Kardinäle aus weit entfernten Regionen kritisieren: Das Präkonklave beginnt „zu früh“

22. April 2025 in Weltkirche, 14 Lesermeinungen
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25,5 Stunden nach dem Papsttod ist der Präkonklave-Beginn anberaumt, nach dem (angekündigten!) Rücktritt Benedikts XVI. begann es aber erst vier Tage später – Kardinal Zen: „Wie erreichen wir Kardinäle aus den Randgebieten der Welt rechtzeitig Rom?“


Vatikan (kath.net/pl) Nur 25,5 Stunden ist Papst Franziskus jetzt zum Zeitpunkt des Onlinegehens dieses Beitrags tot. Und exakt jetzt beginnt das Präkonklave ganz offiziell. Dies birgt Probleme in sich, denn auch wenn bekannt war, dass Papst Franziskus sehr schwer erkrankt gewesen war, kam nun sein Tod am Ostermontagmorgen doch etwas überraschend. Nichtsdestotrotz hat Kardinal Giovanni Battista Re, der Dekan des Kardinalskollegiums, aufgrund der Sedisvakanz die Generalkongregation der Kardinäle einberufen. In einer Mitteilung an die Kardinäle kurz nach dem Mittagessen am Montag, 21. April 2025, informierte er: „Das erste Treffen wird morgen früh um 9:00 Uhr in der Synodenaula stattfinden.“ Ausdrücklich informierte der Kardinalsdekan auch, dass dazu nicht nur die wahlberechtigten Kardinäle eingeladen sind (also jene, die noch keine 80 Jahre alt sind), sondern auch die älteren.

Nun berichtet der italienischsprachige katholische Blog „Silere non possum“, dass öffentliche Kritik an diesem frühen Beginn vom emeritierten Erzbischof von Hongkong, Kardinal Joseph Zen Ze-kiun (Archivfoto), kam. „Silere non possum“ zitiert den bekannten 93-jährigen Kardinal: „Warum beginnen die Generalkongregationen so früh? Wie erreichen wir Kardinäle aus den Randgebieten der Welt rechtzeitig Rom?“


Nach Angaben des für gewöhnlich hervorragend informierten Blogs sind auch die amerikanischen und afrikanischen Kardinäle noch dabei, ihre Anreise zu organisieren, sie werden nicht direkt zum Beginn des Präkonklaves eintreffen können. „Eine gewisse Enttäuschung macht sich unter den ausländischen Kardinälen breit, denen Papst Franziskus während seines Pontifikats besondere Aufmerksamkeit schenkte und zahlreiche Vertreter von Ortskirchen aus fünf Kontinenten in die Kardinalswürde erhob“, so der Blog.

„Es sollte daran erinnert werden, dass keine Verpflichtung besteht, sofort mit der Gründung von Kongregationen zu beginnen“, erinnert „Silere non possum“. „Nach dem Rücktritt Benedikts XVI. am 28. Februar 2013 begannen die Versammlungen erst am 4. März, so dass den Kardinälen mehrere Tage für ihre Ankunft in Rom blieben. In diesem Fall waren zudem alle seit gut 17 Tagen informiert, weshalb Ratzinger einige Verfassungsänderungen vornahm, um schnellere Termine für das Konklave zu ermöglichen. Die Kardinäle begaben sich jedoch erst nach vollen vier Tagen in die Synodenaula.“

Gegenüber der Vatikanista Diane Montagna äußerte sich Kardinal Zen ebenfalls. Sie schreibt auf X: „Kardinal Zen möchte wissen, warum die erste Sitzung der Generalkongregationen derart früh beginnen muss. Wie sollen die alten Männer aus den Randgebieten pünktlich erscheinen? Es gibt zwar ein freundliches Wort [im Brief], das sie daran erinnert, dass sie nicht verpflichtet sind, teilzunehmen, aber haben sie das Recht dazu – ja oder nein?“

Kardinal Zen hat auf seinem eigenen Twitterauftritt sowohl den Artikel von „Silere non possum“ wie auch die Notiz von Diane Montagna retweetet.


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