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Bischof Oster: Das DBK-Papier zur sexuellen Vielfalt „spricht nicht in meinem Namen“

11. November 2025 in Jugend, 33 Lesermeinungen
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Passauer Bischof stellt klar: „Wenn auch auf dem Umschlag der Broschüre steht: ‚Die deutschen Bischöfe‘, dann spricht der Text trotzdem nicht in meinem Namen“.


Bonn-Passau (kath.net) „Wenn auch auf dem Umschlag der Broschüre steht: 'Die deutschen Bischöfe', dann spricht der Text trotzdem nicht in meinem Namen.“ Das schreibt der Passauer Bischof Stefan Oster auf seinem Blog im Beitrag unter dem Titel „Glauben wir noch, was wir glauben?“. Er bezieht sich auf das umstrittene Papier der Schulkommission der Deutschen Bischofskonferenz mit dem Titel „Geschaffen, erlöst und geliebt. Sichtbarkeit und Anerkennung der Vielfalt sexueller Identitäten in der Schule“, das die DBK Ende Oktober veröffentlicht hat. Das Dokument erhebt den Anspruch, dass es Schulen Orientierung im Umgang mit sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität geben wolle. Dabei ruft es zu einem offenen und wertschätzenden Umgang mit sexueller Vielfalt auf und ruft außerdem die Religionslehrer dazu auf, kirchliche Sexualmoral differenziert zu vermitteln.


Der Passauer Bischof stellt klar, dass er zentrale Aussagen des Textes für theologisch und anthropologisch unklar halte. Es dürfe es nicht sein, „dass wir auf unsere eigenen, sehr grundsätzlichen Positionen zum Menschenbild verzichten“. Er kritisiert die Behauptung des Dokuments, wonach sexuelle Identität von der Natur festgelegt sei und in der Schule vor allem anerkannt und gefördert werden müsse. Diese Behauptung stehe im Widerspruch zum christlichen Verständnis des Menschen. Auch würden Ausdrücke wie „sexuelle“ und „geschlechtliche Identität“ zu oft verwendet, ohne sie ausreichend zu reflektieren. 

Der Text scheine zu statuieren, dass jede Diversität im Blick auf sexuelle Orientierung und sexuelle Identität gottgewollt sei. Obendrein suggeriere er ständig: ‚Ja nicht zu viel Sexualmoral, schon gar nicht der Anspruch auf Wahrheit‘. Stattdessen zeige sich „eine Überdosis eines gefühlsbeladenen Superdogmas: ‚Gott hat alle genau so lieb, wie sie sind.‘ Deshalb darf auch keiner in seiner Diversität kritisch angefragt werden, das wäre ja schon Diskriminierung.“

Besonders kritisch sieht Oster die Aussagen zur Transidentität: „Paradoxerweise soll das 'Genau so von Gott gewollt und geliebt' auch für transidente Menschen gelten, die sich Angleichung ihrer leiblichen Geschlechtsmerkmale an das neue Geschlecht wünschen.“ Der Text blende hier Risiken und Konflikte aus, etwa mögliche negative körperliche oder seelische Folgen. Auch auf internationale Debatten, in denen der Umgang mit geschlechtsangleichenden Behandlungen bei Jugendlichen neu und sehr kritisch bewertet werde, gehe das Papier nicht ein.

Weiters kritisiert Bischof Oster, dass er bereits im Entstehungsprozess des Dokuments versucht habe, den Begriff der „christlichen Identität“ stärker einzubringen, allerdings habe er wenig Gehör gefunden.

Bischof Oster weist darauf hin, dass sich in diesem Papier auch ein tieferes Problem in der Kirche zeige: Es gehe um die grundlegende Frage, wie der Mensch verstanden werde. Er unterstütze zwar das Ziel, jungen Menschen Orientierung und Schutz zu bieten, lehne aber „die inhaltlichen Voraussetzungen“ dieses DBK-Dokuments ab.

Link zum Statement von Bischof Oster in voller Länge: Glauben wir noch, was wir glauben?

Archivfoto Bischof Oster bei einer DBK-Vollversammlung (c) DBK/Marko Orlovic


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