Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Fünf weibliche Opfer von Pater Marko Ivan Rupnik schreiben offenen Brief an Papst Leo XIV.
  2. „Der Wahlausgang in Berlin im September 2026 gibt vielen Bevölkerungsgruppen Anlass zur Sorge“
  3. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts: „Kirche in der Krise – und wie wir sie nicht retten sollten“
  4. Irreversibel – die Diktatur des Geschehenen. Wenn die Geschichte zum ‚Lehramt‘ wird
  5. "Marsch für das Leben"-Grußwort des DBK-Vorsitzenden Wilmer verfehlt das Thema
  6. Papst Leo singt mit 80.000 Jugendlichen das „Salve Regina“ auf Latein
  7. BDKJ und eine doch getaufte Kandidatin im Bundesvorstand
  8. Salzburg: 1.000 Gläubige bei Adoratio-Kongress zu "Himmlischer Friede"
  9. Bei öffentlichen Anlässen: Kanadas Militärkapläne dürfen nicht über Gott sprechen
  10. US-Bischof Robert Barron: „Der Kommunismus erlebt in unserem Land gerade ein Comeback“
  11. Der Katholik Macron wird bei keiner der drei Papstmessen in Frankreich mitfeiern
  12. Bemerkenswerte Geste: Wenn Papst Leo nach Frankreich kommt, werden alle Kirchenglocken läuten
  13. Mutmaßlicher IS-Anhänger soll Anschlag auf eine Kirche in Bremen geplant haben - Festnahme
  14. Der evangelischen Theologischen Hochschule Basel soll die Akkreditierung entzogen werden
  15. Gender-Ideologie: Katholische Familie kämpft um ihre Tochter

Noch lange nicht zu Ende

3. Februar 2005 in Aktuelles, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


In Rom endet heute die Weihnachtszeit. Johannes Paul II. bleibt. So wie die Tauben, die ihn am Sonntag gar nicht mehr verlassen wollten. Ein Bericht von Paul Badde / Die Welt.


Rom (www.kath.net / welt)Maria und Josef wollten „ihr Opfer darbringen, wie das Gesetz des Herrn es vorschreibt: ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben“, hieß es am Mittwoch in allen katholischen Kirchen. Nach der Einlieferung des Papstes in die Gemelli-Klinik fühlten sich viele italienische Kollegen deshalb gleich an den Sonntag erinnert, als zwei junge Tauben Johannes Paul II. mittags beim Angelus-Gebet offensichtlich gar nicht mehr verlassen wollten und statt über den Petersplatz wieder zurück zu ihm in den Papstpalast flatterten. War das nicht ein Zeichen?

Lag ihr Rückflug vielleicht doch nicht nur an der klirrenden Kälte, die Rom so sehr im Griff hat, dass viele Römer und Römerinnen böse husten und krächzen. Waren die weißen Friedensvögel nicht Boten vom Ende des seit Jahren schwer kranken Mannes? Denn am Mittwoch ging das Evangelium nach den ersten Zeilen ja noch mit dem klassischen Sterbegesang der Kirche weiter, mit dem großen „Nunc Dimittis“, wo der greise Seher Simeon im Jerusalemer Tempel ruft: „Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden. Denn meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet hast, ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel!“ War nun also nicht „der“ Tag gekommen?

Vom frühen Mittwochmorgen an bauten sich jedenfalls erste frierende Kamerateams aus aller Welt vor dem Petersdom auf; vor der Gemelli-Klinik sah es nicht anders aus. In der Klinik selbst hatte zu der Zeit der Papst jedoch schon wieder inzwischen mit Monsignore Stanislaus Dziwisz, seinem Privatsekretär, die Messe gefeiert – mit eben diesem Evangelium. Was er dazu sagte, wurde nicht überliefert. Das war anders über die Stunden davor.

Am Abend vorher wollte er nicht ins Krankenhaus, hieß es, auch als die Atembeschwerden nach dem Abendessen immer größer geworden waren. Einige Male hatte er „nein“ zu dem Vorschlag gesagt. Zu keiner Zeit war er selbst über sich beunruhigt. „Betet und bleibt ruhig“, habe er noch wiederholt, als kurz vor elf die Fenster der obersten Etage des Petersplatzes plötzlich wieder alarmierend hell aufleuchteten, wo mittlerweile sonst um diese Zeit die Lampen erlöschen. Ob nun eher die Ärzte oder die Prälaten um ihn herum der therapeutischen Wirkung der Gebete nicht so trauen wie er selbst, wird nicht zu erfahren sein.

„Der grippale Infekt, an dem der Heilige Vater seit drei Tagen leidet, hat sich an diesem Abend durch eine akute Luftröhrenentzündung und eine Kehlkopfverengung kompliziert“, hieß es nur knapp in einem ersten Kommuniqué, das der Vatikan noch in der Nacht heraus gegeben hatte. „Aus diesem Grund wurde eine Noteinlieferung in die Poliklinik Agostino Gemelli beschlossen. Sie erfolgte am 1. Februar um 22.50 Uhr.“

Der Heilige Vater sei in „sein“ Zimmer im zehnten Stock der Klinik aufgenommen worden (das seit dem auf ihn 1981 verübten Attentat dort für ihn reserviert ist) und nicht auf der Intensivstation, präzisierte Vatikansprecher Joaquín Navarro-Valls mit der professionellen Gelassenheit des studierten Mediziners. Zu keiner Zeit habe der Pontifex das Bewusstsein verloren.

Die medizinische Versorgung erfolge unter Leitung des renommierten Professors Proietti. In der Nacht habe der Papst schon wieder einige Stunden schlafen können. Am Morgen waren die Herz-, Lungen- und Stoffwechselwerte von Johannes Paul II. „im Normalbereich“, hieß es in einem zweiten Kommuniqué. Die Erklärung wurde gefolgt von einem anderen gut siebenmal so langen „Bollettino“ desselben Tages über fünf neue Ernennungen und Rücktritte von Bischöfen der Weltkirche. Business as usual.

Der Papst werde einige Tage in der Klinik bleiben und dann zurück in den Vatikan kommen, ließ der Sprecher noch wissen. Es gebe weder Grund zum Alarm, noch für Abänderungen seiner Vorhaben. Unter dem Fenster der Klinik sang ein Chor australischer Jugendlicher dem Papst ein Lied der Popgruppe „Oasis“. Präsident Ciampi übermittelte schon am Morgen dem Rekonvaleszenten am Telefon die Genesungswünsche der Italiener. Indessen glitzert und leuchtet der Weihnachtsbaum auf dem Petersplatz wie nie zuvor in der eiskalten Wintersonne. Morgen wird er umgelegt, und die große Krippe endlich eingepackt. Die Weihnachtszeit ist heute in Rom zu Ende; der Papst noch lange nicht.

Foto: (c) Agenzia SIR



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Papst

  1. Leo XIV. über Papst Franziskus: Ein großes Geschenk für die Welt
  2. Papst Hadrian VI. (1522-1523) und sein Besuch in Monaco
  3. Kardinal Müller: „Von der ‚Kirche des Franziskus‘ zu sprechen“, „das ist für mich eine Häresie“
  4. Leo XIV. in den Vatikanischen Grotten: Er betet auch an den Gräbern von Pius XII. und Benedikt XVI.
  5. Bemerkenswerte Rede von Papst Leo über Kardinal Merry del Val, Mitarbeiter von Leo XIII. und Pius X.
  6. Leo XIV. Brückenbauer für die Kirche - Die Biographie - Leseprobe 4
  7. Leo XIV. Brückenbauer für die Kirche - Die Biographie - Leseprobe 3
  8. Leo XIV. Brückenbauer für die Kirche - Die Biographie - Leseprobe 2
  9. Leo XIV., Brückenbauer für die Kirche - Die Biographie
  10. Kardinal Müller: Der nächste Papst muss der Homo-Lobby die Stirn bieten







Top-15

meist-gelesen

  1. Buße, Hoffnung, ewiges Leben: Lourdes ruft zur Umkehr
  2. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts: „Kirche in der Krise – und wie wir sie nicht retten sollten“
  3. „Die hl. Märtyrer von Międzyrzecz waren Menschen aus Fleisch und Blut, die bereit waren…“
  4. BDKJ und eine doch getaufte Kandidatin im Bundesvorstand
  5. „Der Wahlausgang in Berlin im September 2026 gibt vielen Bevölkerungsgruppen Anlass zur Sorge“
  6. Bemerkenswerte Geste: Wenn Papst Leo nach Frankreich kommt, werden alle Kirchenglocken läuten
  7. Wer ist der Mann auf dem Tuch?
  8. Mutmaßlicher IS-Anhänger soll Anschlag auf eine Kirche in Bremen geplant haben - Festnahme
  9. Programm für Lateinamerika-Reise des Papstes veröffentlicht
  10. "Marsch für das Leben"-Grußwort des DBK-Vorsitzenden Wilmer verfehlt das Thema
  11. Präsident Trump nominiert Tochter von Franklin Graham zur Sonderbotschafterin für Religionsfreiheit
  12. Irreversibel – die Diktatur des Geschehenen. Wenn die Geschichte zum ‚Lehramt‘ wird
  13. Fast der gleiche Glaube?
  14. Gender-Ideologie: Katholische Familie kämpft um ihre Tochter
  15. Slowakei: Papst Leo XIV. grüßt die Teilnehmer des Nationalen Marsches für das Leben in Bratislava

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz