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'Joseph Ratzinger ist ein Augustinianer'

6. Februar 2007 in Interview, keine Lesermeinung
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Interview mit dem spanischen Theologen Pablo Blanco über sein neues Buch "Joseph Ratzinger – Dichter, Hirte und Denker wie Augustinus"


Rom (kath.net/ Zenit.org)
Pablo Blanco Sarto hebt in seinem jüngsten Werk „Joseph Ratzinger – Leben und Theologie“ („Joseph Ratzinger. Vida y Teología“), das bei RIALP vorerst nur auf Spanisch erschienen ist, die Vorliebe von Papst Benedikt XVI. für den heiligen Augustinus (354-430) hervor. Zugleich malt er das Lebensbild eines Theologen, der Papst wurde, und dem einstigen Bischof von Hippo in vielerlei Hinsicht ähnlich ist. Blanco ist Doktor der Theologie und Philosophie und Professor an der Universität von Navarra (Spanien). Er ist Autor mehrer Bücher und verfasste unter anderem die erste Papst-Biographie auf Spanisch. Das folgende Interview führte eine Mitarbeiterin der spanischen ZENIT-Ausgabe.

ZENIT: Sie schreiben in Ihrem neuesten Werk: „Für Ratzinger hat alles mit Augustinus angefangen.“ Was konkret meinen Sie damit?

Blanco: Zum einen, dass er sich in seiner ersten Arbeit mit dem Kirchenbegriff bei Augustinus auseinandersetzte, aber nicht nur das: Joseph Ratzinger ist ein Augustinianer, und zwar in dem Sinne, dass er – wie mir scheint - mit ihm die dreifache Dimension des „Dichters, Hirten und Denkers“ teilt. Wie jener Mann von Hippo, widmete sich der deutsche Theologe nicht nur 50 Jahre hindurch der Theologie, sondern war auch Bischof (von München und Rom) – abgesehen davon, dass er offensichtlich ein dichterisches Talent hat, wie man ja in seinen Predigten und in seinen Schriften sehen kann. Aber gleichzeitig pflegte er zu sagen, dass es drei ganz große Lehrmeister gebe: Augustinus, Bonaventura und Thomas von Aquin.

ZENIT: Ist Papst Benedikt XVI. der Theologe Ratzinger geblieben?

Blanco: Ich würde sagen, ja und nein. Ja, weil einer immer der bleibt, der er ist, auch als Papst; und ich denke, dass seine lange Laufbahn als Theologe eine der besten Vorbereitungen dafür waren, um die Situation, die Probleme und die großen Möglichkeiten der Kirche zu kennen. Er ist aber nicht mehr der Theologe Ratzinger, insofern der Papst nicht alleine regiert, sondern ein ganzes „Team“ von Mitarbeitern hat – an erster Stelle alle anderen Bischöfe –, die ihm in der schwierigen Arbeit helfen, die Kirche zu leiten. Blanco: Die Theologen baten damals mit Blick auf Rom und die Bischöfe um eine größere Unabhängigkeit. Ratzinger selbst war mit dieser Erklärung allerdings nicht vollkommen einverstanden. Bei zahlreichen Anlässen hat er über den theologischen Pluralismus geschrieben, was ich in meinem Buch herauszuarbeiten versuche, und man erkennt in diesen Schriften, dass er noch sehr weit von der „Diktatur des Relativismus“ entfernt ist. Der eine sucht nach Wahrheit und Freiheit, während der andere die Wahrheit einer beliebigen Freiheit opfert.

ZENIT: „Leben, Liebe, Wahrheit und Theologie“ sind nach Ihren Ausführungen die Kriterien, die das Denken von Joseph Ratzinger prägen. Glauben Sie, dass der Papst mit dieser Auswahl einverstanden wäre?

Blanco: Das würde ich ihn liebend gern selbst fragen. Ich denke, die Tatsache, dass er sein Leben so sehr der Theologie gewidmet hat, lässt keinen Zweifel darüber zu, dass er eine große Liebe zu ihr empfindet. Auch Liebe und Wahrheit sind ihm keineswegs fremd; sie lassen sich aus seiner Autobiographie und seinen Werken ableiten. Was das Leben betrifft, versuchte Joseph Ratzinger immer, die Theologie mit dem Leben zu vereinen, damit aus ihr kein Kunstgebilde für den Hörsaal oder das Büro werde. Die Theologie muss sich auch mit der Predigt, der Spiritualität und den Notwendigkeiten des Augenblicks verbinden. Möglichweise würde Joseph Ratzinger noch ein weiteres Kriterium hinzufügen: die Schönheit. Über dieses Thema spreche ich am Ende meines Buches.



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