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Gratia supponit naturam

29. Jänner 2010 in Weltkirche, 1 Lesermeinung
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Papst würdigte am Donnerstag bei Audienz für die 350 Mitglieder der Akademien für Theologie und Kultur Thomas von Aquin: Der Glaube setzt die Vernunft voraus und vervollkommnet sie


Rom (kath.net/Zenit.org)
Der große Kirchenlehrer Thomas von Aquin bietet mit seinem Charisma als Philosoph und Theologe ein anerkanntes Modell für die Harmonie zwischen Vernunft und Glauben, „Dimensionen des menschlichen Geistes, die sich in der Begegnung und im wechselseitigen Dialog vollkommen verwirklichen“.

Mit diesen Worten würdigte Papst Benedikt XVI. in seiner Ansprache vor dem Gebet des Angelus am 28. Januar 2007 den großen Heiligen, Theologen und Philosophen.Der Papst erinnerte daran, dass die Vernunft des Menschen sozusagen atme; sie bewege sich in einem weiten, offenen Horizont, wo sie das Beste von sich zum Ausdruck bringen könne.

„Wenn der Mensch sich dagegen darauf beschränkt, nur an materielle und im Experiment überprüfbare Objekte zu denken und sich den großen Fragen über das Leben, über sich selbst und Gott verschließt, verarmt er“, so Benedikt XVI.

Das Verhältnis von Glaube und Vernunft sei für die gegenwärtig in der westlichen Welt dominierende Kultur eine ernste Herausforderung. Gegenüber den positiven Wirkungen der modernen Entwicklung der Wissenschaften müsse zugegeben werden, dass die Tendenz, nur das als wahr zu betrachten, was Gegenstand eines Experiments sein kann, „eine Beschränkung der Vernunft des Menschen darstellt und eine schreckliche, mittlerweile klar erkennbare Schizophrenie hervorbringt, in der Rationalismus und Materialismus, Hypertechnologie und zügellose Triebhaftigkeit zusammenleben“.

Dringend notwendig ist für den Papst, in einer neuen Art und Weise die Vernünftigkeit des Menschen wiederzuentdecken, „die offen ist für das Licht des göttlichen Logos und seine vollkommene Offenbarung: Jesus Christus, den Mensch gewordenen Sohn Gottes“.

„Der Glaube setzt die Vernunft voraus und vervollkommnet sie, und die vom Glauben erleuchtete Vernunft findet die Kraft, sich zur Erkenntnis Gottes und der geistlichen Wirklichkeiten zu erheben. Die Vernunft des Menschen verliert nichts, wenn sie sich den Inhalten des Glaubens öffnet, vielmehr erfordern diese ihre freie und bewusste Zustimmung.“

Thomas von Aquin sei es gelungen, so Benedikt XVI. abschließend, eine fruchtbare Auseinandersetzung mit dem arabischen und jüdischen Denken seiner Zeit zu schaffen. Daher könne er als stets aktueller Meister des Dialogs mit anderen Kulturen und Religionen angesehen.

„Er verstand es, die wunderbare christliche Synthese zwischen Vernunft und Glaube darzustellen, die für die westliche Kultur einen wertvollen Schatz darstellt, aus dem man auch heute schöpfen kann, um mit den großen kulturellen Traditionen des Ostens und des Südens der Welt einen wirksamen Dialog zu führen.“



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Lesermeinungen

 Gabriela Maria Theresa 29. Jänner 2010 
 

Novene zum hl. Thomas von Aquin um Gnaden im Interreligiösen Dialog

Seine Heiligkeit, Papst Benedikt XVI., hat uns auf den heiligen Thomas von Aquin als Kirchenlehrer der Lateinischen Kirche
im Hinblick auf die Kontinuität im Dialog mit den nichtchristlichen Religionen hingewiesen.
Das Gebet ist für den hl. Thomas stets
das tragende Fundament seines theologalen Denkens, Wirkens und Lebens gewesen. Das Gebet ist für
den hl. Thomas die intelligenteste
Tat des Menschen.
Aus diesem Beweggrund heraus wäre es
doch adäquat, wenn eine Novene zum
heiligen Thomas von Aquin formuliert
werden könnte, welche als Bitte um
einen vom Geist Gottes geleiteten
Dialog auf Weltkirchenebene gebetet
werden könnte.
Vergessen wir nicht, daß der heilige Thomas von Aquin eine tiefe Kenntnis
der orientalischen Mentalität gehabt hat
und dadurch auch mit Intellekt die Suche
nach der gemeinsamen Wahrheit
vollbringen konnte.
Heiliger Vater, herzliches Vergelt´s Gott
für Ihre Richtungsweisung und in der
Hoffnung auf ein baldiges Entstehen
eines Novenengebetes zum hl. Thomas
in diesem Anliegen der Heiligen Mutter Kirche!

www.kath.net/detail.php?id=25412


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