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Spuren der Nächstenliebe

3. Dezember 2012 in Buchtipp, keine Lesermeinung
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Die beeindruckende Initiative „Bauern helfen Bauern“ von Doraja Eberle hat vielen Menschen am Balkan wieder Hoffnung und einen neuen Glauben an eine friedliche Zukunft geschenkt. Eine Rezension von Christoph Hurnaus aus Vision 2000.


Linz (kath.net/ch) Vor fast genau zwanzig Jahren ereignete sich vor unserer Haustüre eine der größten menschlichen Tragödien seit Ende des 2. Weltkriegs. Nacheinander verwandelten sich die ehemaligen jugoslawischen Teilrepubliken Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina und der Kosovo in Schlachtfelder. Bilder von unermesslichem Leid flimmerten tagtäglich über unsere Bildschirme. Während das sinnlose Morden Tag für Tag weiterging, spielte die internationale Politik eine mehr als klägliche Rolle. In einem Beitrag zu diesem Buch spricht der heutige „Hohe Repräsentant für Bosnien und Herzegowina“, der Österreicher Valentin Inzko, von einer der schwärzesten Stunden Europas: „Europa, aber auch die internationale Gemeinschaft sahen zu, wie sich der Krieg am Balkan ausbreitete, und außer Worten des Bedauerns gab es keine konkreten, effektiven Maßnahmen um diesem Wahnsinn Einhalt zu gebieten.

Eine leuchtende Ausnahme bildete ‚Nachtbar in Not’ oder ‚Bauern helfen Bauern.’“ Von letzterer Initiative handelt das Buch „Spuren der Nächstenliebe.“ Doraja Eberle, diplomierte Sozialarbeiterin, und später auch Landesrätin in Salzburg, berichtet, wie sie im November 1992 vor dem Fernseher den Beschuss Sarajevos miterlebte. Dieser Krieg geschah direkt vor unserer Haustüre, und nicht irgendwo im fernen Afrika. Es war ihre spontane Idee, hinzufahren und zu helfen. Doraja Eberle wusste am Anfang nicht genau wohin sie fahren sollte, und wie sie konkret helfen konnte. In Zagreb traf sie Jelena Brajsa, den kroatischen „Engel der Caritas“. Mit einem katholischen Priester fuhr sie am nächsten Tag in ein Lazarett. Sie besuchte in der Folge Flüchtlinge, die unter menschenunwürdigen Bedingungen in Zelten, Containern und unter Plastikplanen lebten.


Die Sendung „Wetten Dass“ von Thomas Gottschalk inspiriere sie zu einer kühnen Idee. In einer Folge dieser Sendereihe lief die Wette, dass hundert Männer in hundert Stunden hundert Häuser bauen könnten. Doraja Eberle rief daraufhin beim Sender in Köln an und erkundigte sich, ob es jemand in der Nähe von Österreich gibt, der ihr das beibringen kann. Sie lernte Hans Fritz, einen Bayer kennen, mit dem sie sich schon einen Monat später auf den Weg nach Kroatien begab, um dort das erste Blockhaus für Flüchtlinge aufzubauen. Das war der Beginn der Initiative „Bauern helfen Bauern“. Die Initiatorin und ihr Team schrieben Briefe an mögliche Helfer und Spender mit der Bitte um Geld und Holzspenden für die ersten zu errichtenden Blockhäuser. Der Allererste der ihr schrieb war ein Bauer aus Siezenheim bei Salzburg, und das erste Haus ging ebenfalls an einen Bauern aus Kroatien, der Stjepan hieß, und direkt an der Front wohnte. So war der Name der Initiative geboren.

In den folgenden Monaten und Jahren fertigte „Bauern helfen Bauern“ hunderte dieser einfachen Blockhäuser in den Kriegsgebieten Kroatiens und Bosnien-Herzegowinas an und schenkte so vielen Kriegsopfern einen Neustart und eine neue Hoffnung und Perspektive für ihr Leben. „Bauern helfen Bauern“ wies den Kriegsopfern nicht nur neue Häuser zu, sondern kümmerte sich in der Folge auch um die Lebensschicksale dieser traumatisierten Menschen. Einige bewegende menschliche Schicksale werden in dem vorliegenden Buch auch vorgestellt. Doraja Eberle startete in der Folge immer wieder neue, sehr innovative Initiativen. So spendeten die 119 Salzburger Gemeinden nach einem Aufruf ihrer Initiative 190 trächtige Kühe, um der bäuerlichen Bevölkerung in Bosnien-Herzegowina wieder auf die Beine zu helfen.

Eine besonders berührende Initiative ist das Zirkusprojekt des Salzburgers Zirkuspädagogen Michael Kowarsch, der auf Einladung von „Bauern helfen Bauern“ dreimal in Srebrenica Station machte. Kinder der verfeindeten Volksgruppen, die sich im Krieg gegenüber standen, übten eine Woche lang mit dem Wanderzirkus und präsentierten dann am Ende eine vielumjubelte Zirkusvorstellung. Die Zirkusidee entwickelte sich zu einer unglaublichen Erfolgsgeschichte und zu einem nicht für möglich gehaltenen Friedensprojekt. In „Spuren der Nächstenliebe“ kommen Mitarbeiter und Weggenossen von Doraja Eberle ebenso zu Wort wie ORF-Balkankorrespondent Christian Wehrschütz, Valentin Inzko, oder der Theologe und Philosoph Clemens Sedmak. Wer die verschiedenen Beiträge liest, ist beeindruckt, was die Idee einer einzelnen Christin alles bewirken kann. Ihre Initiative, die auf Nachhaltigkeit setzt, hat vielen Menschen in den Kriegsregionen des Balkan wieder Hoffnung und einen neuen Glauben an eine friedliche Zukunft geschenkt.


Spuren der Nächstenliebe. 20 Jahre "Bauern helfen Bauern"
Doraja Eberle
Verlag Styria
Broschierte Ausgabe, 160 Seiten
ISBN 978-3-222-13381-7
Preis: Euro 24,99

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