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Jenaer Wissenschaftler: 'Ohne Religion fehlt es an Kindern'

27. August 2014 in Familie, keine Lesermeinung
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Religionswissenschaftler Michael Blume: „In Geschichte und Gegenwart“ gibt es „kein einziges Beispiel für eine nichtreligiöse Gemeinschaft, die es geschafft hätte, auch nur ein Jahrhundert lang zwei Kinder pro Frau zu halten“.


Jena (kath.net/pl) Es gibt keine Beispiele für atheistische Gemeinschaften, „die die Bestandhaltungsgrenze hätten halten können. Und das, obwohl wir atheistische Gemeinschaften schon im antiken Indien und Griechenland finden. Fachlich gesprochen: Nichtreligiöse Populationen verebben demografisch.“ Tatsächlich finde sich „in Geschichte und Gegenwart“ „kein einziges Beispiel für eine nichtreligiöse Gemeinschaft, die es geschafft hätte, auch nur ein Jahrhundert lang zwei Kinder pro Frau zu halten. Das ist die Grenze, die für eine stabile Population benötigt wird.“ Dies erläuterte der Religionswissenschaftler Michael Blume im Interview mit Nachrichtensender N-TV. Blume, Lehrbeauftragter für Religionswissenschaft an der Universität Jena, wies darauf hin, dass es aber andererseits viele Religionsgemeinschaften gebe, „die über Jahrhunderte hinweg kinderreich geblieben sind. Zum Beispiel die Amish, die jüdischen Haredim oder die Mormonen“. Sogar bei steigender Bildung lasse sich beobachten: „Religiöse Akademiker haben deutlich mehr Kinder als nichtreligiöse.“


Blume statuierte mit Blick auf die demographische Entwicklung in Deutschland und den wachsenden Kindermangel, man könne generell durchaus sagen, „dass die Säkularisierung eine Teilerklärung dafür ist, warum auch in Deutschland die Geburtenrate seit Jahrzehnten unter zwei gefallen ist. Seit 1971 sterben bei uns mehr Menschen, als noch geboren werden. Wir verebben mitten im Wohlstand.“

An Ländern wie Frankreich und Schweden könne man beobachten, „dass auch säkulare Gesellschaften durch eine gute Familienpolitik etwas dagegen tun können, dass Geburtenraten nicht allzu stark absinken - auch wenn selbst diese Gesellschaften nicht die benötigte Erhaltungsgrenze überschreiten“, so Blume gegenüber N-TV. Seiner Aussage nach gab es auch Gesellschaften (er führte als Beispiele das sozialistische Rumänien und NS-Deutschland an), in denen „säkulare Ideologien versucht haben, eine höhere Geburtenrate zu erzwingen. In beiden Fällen endete es im Desaster. Wir haben noch keinen Fall, wo es einer staatlichen Ideologie gelungen wäre, auf Dauer größere Familien zu erzwingen.“ Blume bemerkte dazu: „Sogar eine totalitäre Politik kommt in Familienfragen an ihre Grenzen.“

Die Fragestellung sei ursprünglich aus der Evolutionsforschung gekommen, man habe verstehen wollen, wie sich Religiosität entwickelt habe und wie sie sich behaupten konnte. „Religionskritiker behaupten ja, sie wäre nur mit Kosten und Schaden verbunden - aber dann hätte sie sich aus evolutionärer Sicht nicht entfalten können. Dieses Problem, das schon den studierten Theologen Charles Darwin selbst beschäftigte, ist nun gelöst: Wir sehen, dass Religion evolutionär erfolgreich ist.“

Link zum Interview auf N-TV: „Atheistische Populationen verebben - Ohne Religion fehlt es an Kindern“.


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