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Fachleute empfehlen neue Wege in der Sexualpädagogik

18. November 2014 in Familie, 3 Lesermeinungen
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Experten-Memorandum: "Sexualität braucht Orientierung" - Bezug zu Sinn und Glück statt Hedonismus


Wien (kath.net/KAP) 20 Fachleute aus fünf Ländern plädieren für neue Wege in der Sexualpädagogik, denn: "Sexualität braucht Orientierung." Statt Hedonismus suche sie einen "Bezug zu Sinn und Glück, zu gesellschaftlichem und persönlichem Gestalten des Humanen", heißt es in einem Experten-Memorandum zur Sexualpädagogik, das Psychologen, Therapeuten und Pädagogen am Wochenende in Wien präsentierten.

Unter der Federführung der deutschen Religionsphilosophin Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz unterzeichneten u.a. der Wiener Psychiater Raphael Bonelli, der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Sozialwissenschaftliche Sexualforschung, Jakob Pastötter, und der in Oberösterreich tätige deutsche Psychiater Christian Spaemann das Memorandum. "Sexualität betrifft den ganzen Menschen", hielt Gerl-Falkovitz fest. "Sie hat eine physische, emotionale, kognitive, soziale, kulturelle und spirituelle Dimension" und lasse sich - anders als beim Tier - "nicht auf eine Folge von Triebregung und -befriedigung reduzieren".


Spaemann rief in einer Aussendung am Montag zu einer "beziehungsorientierten Sicht der Sexualität" auf. Sexualität könne nur als Bindeglied zwischen Biologie und Personalität gesehen und nicht ohne Dimensionen wie Kinder, Fruchtbarkeit und Familie gedacht werden. "Sogenannte sexuelle Vielfalt" sei im Gegensatz dazu kein geeignetes Leitbild - "da stecken zu viel Leid und zu viele Brüche dahinter", so der Psychiater.

Alternative Wege empfiehlt das Memorandum auch bei der Prävention von sexuellem Missbrauch: Kinder könnten nur dann geschützt werden, wenn sie objektive Kriterien und damit Grenzen erlernen. Der in Lehrmaterialien gängige Satz "Was sich angenehm anfühlt, ist ok" sei dabei zu kurz gegriffen, betonte Spaemann. Sexualpädagogik müsse das Schamgefühl der Kinder und Jugendlichen respektieren. Außerdem sei eine positive Sicht von Fruchtbarkeit und Schwangerschaft unerlässlich, um nicht einer kontextlosen und letztlich banalen Sexualität Vorschub zu leisten.

Die Pädagogin und Teenstar-Vorsitzende Helga Sebernik sprach sich dafür aus, nicht zu schnell Antworten zu geben, sondern vielmehr mit Gegenfragen zu beginnen. Kinder und Jugendliche sollten die Fähigkeit entwickeln, ihre eigenen Wünsche und Vorstellungen zu verstehen und Fragen zu formulieren, um "Gleichgesinnte gegen die Indoktrination" zu finden.

Das Expertenmemorandum kann unter www.prinzipien-sexualpädagogik.org auf Deutsch, Englisch, Französisch, Tschechisch und Ungarisch abgerufen werden.

Copyright 2014 Katholische Presseagentur, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten.


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Lesermeinungen

 stellamaris 18. November 2014 
 

Hervorragend

Das Memorandum ist ganz hervorragend. Nun muss es noch sehr gut kommuniziert werden. Ich wünsche mir, dass die Bischöfe es aufnehmen und verbreiten und die christlichen Zeitungen und andere Medien ebenso. Ein frommer Wunsch? Ein Gebetsanliegen!


14
 
 Faustyna-Maria 18. November 2014 
 

Wie kann es nur sein ...

... das die Menschheit so extrem lange OHNE "Sexualaufklärung" klargekommen ist?

Die Menschen sind so extrem auf Sex fixiert, als wenn es wichtiger wäre als Sauerstoff, das schönste Hobby der Welt, ein Leistungssport, ein Statussymbol, eine Notwendigkeit zur angeblichen Triebabfuhr, eine Ware, ein Menschenrecht, ... sie schreien so laut danach.

Aber was braucht ein Kind? Schutz vor Triebtätern, dafür muss es aber nichts über Sex wissen.

Was braucht ein Jugendlicher? Erklärungen was mit dem eigenen Körper passiert, was und warum es sich verändert, wie man damit umgeht, aber nichts über Sexualpraktiken.

Um Gottes Willen, Jugendliche sollten keinen Sex haben! Gar nicht. Und das kann man nur vermitteln, wenn man die Informationen auf das Nötige beschränkt und den richtigen verantwortungsbewussten Umgang mit Sex erklärt.

Wie ist das Verhältnis von 'Sex haben' und 'Sex in den Medien'?

Wir sollten mehr lieben und über Liebe reden, Freundschaft, Loyalität, Partnerschaft.


12
 
 girsberg74 18. November 2014 
 

Das ist doch mal ein guter Anfang!


8
 

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