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Morgen Geschichte, doch heute dumm!3. September 2016 in Kommentar, 4 Lesermeinungen Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden
Tipps eines Politikers zum Thema "Zölibat" an die Kirche? - "Wenn sich ein Politiker aufschwingt, der Kirche zu sagen, wie man überlebt". Gastkommentar von Bastian Volkamer
Berlin (kath.net/Blog Echoromeo) Wie kath.net berichtete, erklärte der Kirchenbeauftragte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Franz Josef Jung, die katholische Kirche solle sich «dieser wichtigen Frage» zuwenden. Von ihr könne die Zukunft der Institution abhängen. Nun ist selbstverständlich einem jeden freigestellt, eine Meinung zum Zölibat zu haben. Und ebenso natürlich muss die keineswegs mit der Haltung Roms identisch sein. Man kann dabei sogar gut katholisch sein: der Zölibat ist kein Dogma. Doch es gehört schon eine ausgewachsene, gut abgehangene und über dem Feuer der Selbstverliebtheit geräucherte Portion Dummheit dazu, wenn sich ein Politiker aufschwingt, der Kirche zu sagen, wie man überlebt. 
Als Abgeordneter denkt Jung naturgemäß in Zeiträumen von maximal vier Jahren, Minister war er vier Wochen. Die Lebensdauer seiner ganzen Partei erreicht schlappe 80 Jahre; das sind 4% des Lebens der Organisation, der er gerade erklären will, wie man alt wird. Wenn ein Mann im Vorgarten hingebungsvoll seine Saisonblümlein pflegt und beim Anblick eines 2000 Jahre alten Baumes nicht merkt, dass das etwas völlig anderes ist, darf an seiner Eignung als Gärtner gezweifelt werden. Seine Tipps sind absehbar: der ist ja völlig knorrig und verholzt, der muss dringend auf 50cm gekürzt werden und wenn der im Frühjahr nicht schön kommt, werde ich einen neuen kaufen müssen. So denkt Jung, und er ist überzeugt, nur die Sorge um den Baum treibe ihn. Er offenbart die typische Borniertheit eines Parteipolitikers, der nicht begreift, dass seine Kompetenz Grenzen hat. Der meint, das C im Namen seiner Partei bedeute keine Unterordnung unter die Gemeinschaft Christi, sondern Macht darüber. Nun, Jung ist samt all unseren Parteien morgen Geschichte, die Kirche hingegen wird es nicht sein. Sie steht sicher, denn sie wird nicht überwunden werden, auch nicht von deutscher spießbürgerlicher Sorge. Nicht als Christ, der seine Kirche schützen will, rege ich mich daher auf. Jung ist keine Gefahr. Nein, es wurmt mich als politisch denkender Mensch, sehen zu müssen, wie viel Borniertheit bei uns wählbar geworden ist.
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Lesermeinungen| | SierraVictor 6. September 2016 | |  | Jean_Meslier, Danke für den Hinweis. Der trifft natürlich zu.
Die Zeit als Verteidigungsminister fehlt. Es hätte heißen müssen: Arbeitsminister war er vier Wochen. Das ist schlicht ein Fehler, für den ich mich entschuldige.
Dass ich diese 4 Wochen herausgegriffen habe und nicht die gesamte Vita Jungs beschrieb, liegt daran, dass genau diese 4 Wochen zum Thema passen: spricht da jemand, der Erfahrungskompetenz im Langzeiterhalt von Ämtern hat? Oder jemand, der sich in seinen eigenen Schnellschüssen verfangen hat und so zeigt, dass sein Denken gerade NICHT langfristig trägt? Und der gerade dabei ist, genau dieses Denken, nämlich politisches, von der Kirche zu fordern, in der Überzeugung, er mache sie dadurch alterungsbeständiger?
Gesagt sei noch, dass sich meine Worte nicht gegen die grundsätzliche politische Kompetenz Jungs richten. Sie richten sich gegen seine offensichtliche Unfähigkeit (zumindest hier), die Grenzen der eigenen Kompetenz zu erkennen und einzuhalten. Das nenne ich borniert. |  0
| | | | | 5. September 2016 | | | | Schlecht recherchiert! Herr Jung - und ich will ihn wahrlich nicht verteidigen, weil ich ihn für einen unterbegabten Politiker halte; meine Meinung - war vier Jahre lang (2005 - 2009) Verteidigungsminister. Es war der in dieser Zeit liegende Luftangriff in Kundus, der ihn dann kurz nach der Wahl 2009 das Amt des Arbeitsministers gekostet hat.
Mir fällt es angesichts der Tatsache, dass das ein sehr prägnantes politisches Ereignis war schwer, dem Autor politisches Mitdenken zu bescheinigen und ich finde (meine Meinung) gerade vor diesem Hintergrund/ bei diesem groben Schnitzer den letzten Absatz recht überheblich. |  0
| | | | | Devi 3. September 2016 | | | | Bastian Volkamer , Ich hätte die Worte nicht gefunden ,aber er drückt aus was ich empfinde. Wird unsere Kirche neuerdings von der deutschen Politik geführt?
Danke!für diesen wunderbaren Artikel. Devi |  10
| | | | | julifix 3. September 2016 | |  | Ironie ein... sind wir doch froh, dass wir noch nicht amerikanische Verhältnisse haben, obwohl wir uns diesen immer mehr annähern. Dort konnten/können sogar Muskelmänner und mittelmässige Schauspieler zu Gouverneuren und Präsidenten gwählt werden...
Ironie aus... |  8
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