Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Vatikan exkommuniziert sechs Bischöfe der Piusbruderschaft!
  2. Papst an Piusbrüder: 'Kehren Sie um!
  3. Bevorstehende „illegale Bischofsweihen für die Piusbruderschaft“ „ein schwerer schismatischer Akt“
  4. Der Vatikan ordnet das Rückkehr-Prozedere für Menschen, die die Piusbruderschaft verlassen wollen
  5. „Alten und neuen Ritus bestehen lassen. Latein verbieten? Das spielt Rebellen in die Hände“
  6. GRÜN-Politikerin möchte das Töten von zwölf ungeborenen Kindern finanzieren
  7. „Die Behauptung, Rom gehe hart gegen Rechte vor, nicht aber gegen Linke, ist schlichtweg falsch“
  8. Écône, zum Zweiten
  9. Papst ernennt Sr. Alessandra Smerilli zur Präfektin des Entwicklungsdikasteriums
  10. Haben Sie das Apostolische Mandat? – „Nein. Sie wussten, dass sie es nicht hatten“
  11. "Ohne Einheit mit dem Papst keine volle Gemeinschaft mit der Kirche"
  12. Mehr Klarheit mit jeder Absage aus Rom
  13. Vatikan hofft weiterhin auf Dialog mit der Piusbruderschaft
  14. Papst hofft auf gemeinsamen Weg aller christlichen Konfessionen hin zur Feier des Jahres 2033
  15. Petrus und Paulus: Die Einheit der Kirche wächst aus der Verschiedenheit

Der Traum alter Männer

10. Dezember 2018 in Kommentar, 42 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Die Einführung von „viri probati“ ist der Traum alter Männer wie Paul Zulehner, die aber kaum ein Echo bei jungen Menschen finden.- Der Montagskick von Peter Winnemöller


Linz (kath.net)
Wer den Namen des Wiener Pastoraltheologen Paul Zulehner zusammen mit Begriffen wie Zölibat oder „viri pobati“ googelt, findet Einträge aus den Kindertagen des Internet und viel ältere Belegstellen. Erst jüngst wieder wies der Theologe darauf hin, daß nach der kommenden Amazonassynode der Papst endlich die Weihe von „viri probati“ zulassen werde. Er ist nicht der einzige, der damit rechnet. Er ist nicht der einzige der seit Jahrzehnten wider den Zölibat streitet.

Der Zölibat, dieses massive Feindbild einer ganzen Generation von Theologen, hat die Stürme des zweiten Vatikanums überlebt. Er hat die wilden siebziger Jahre überlebt. Er hat die kritische Anfrage zum Beispiel eines jungen Theologen namens Joseph Ratzinger bestanden, der selber und erschöpfend die Antwort geben konnte, indem er den Zölibat als die dem Priesterstand angemessene Lebensform erwiesen hat. Alle Päpste vor, während und nach dem letzten Konzil haben die zölibatäre Lebensweise der Priester als sinnvoll und angemessen bestätigt.
Dennoch hat es nie aufgehört.

Theologieprofessoren, Laienfunktionäre, einige Priester und natürlich die weltliche Presse blasen zum Sturm auf die Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen. Von älteren Priestern hört man, sie seien damals – Ende der 60er – ins Priesterseminar gegangen und man sei sich einig gewesen, dass der Zölibat in den nächsten fünf Jahren fallen werde. Ein (oft genug) frustriertes Priesterleben später gibt es ihn immer noch. So manche nominelle Haushälterin blieb Haushälterin.


So lange dieser Kampf um, für und gegen den Zölibat währt, so lange währt schon ein Traum. Der Traum von „viri probati“ ist der Traum davon, eine Hintertür zu finden, den Zölibat formell zu erhalten, ihn aber de facto nicht mehr oder nur noch ausnahmsweise zu praktizieren. Die Weihe ist ein Ehehindernis. Kein geweihter Priester kann einfach so gültig heiraten. Die Ehe allerdings ist kein Weihehindernis. Wir kennen verheiratete Geweihte als ständige Diakone. Voraussetzung ist, ein vir probatus zu sein. Mindestalter 35 Jahre, verheiratet, gläubig und von gutem Ruf.

Verheiratete ständige Diakone sind viri probati. Dies Modell, so denkt man sich, könnte auch ein Modell sein, dem angeblich so drängenden Priestermangel abzuhelfen. Das ist falsch gedacht. Auffällig ist, dass es vor allem die sogenannte Konzilsgeneration ist, die diesen Traum träum. Es sind vor allem ältere Männer. Auch der ständige Diakonat, der sich keinesfalls übergroßer Beliebtheit erfreut ist oft genug ein Job für ältere Herren. Einen Sakristeideal sei so mancher Diakonat, so hört man zuweilen. Wenn der Pfarrer die Taufen, Trauungen und Beerdigungen nicht mehr schafft, findet sich vielleicht ein engagierter Mann in den Fünfzigern, der das noch macht. Fernkurs Theologie, Diakonatskurs und schwupps ist man nach drei bis fünf Jahren Diakon. Mag jede Gemeinde froh sein, die einen hat. Viele Diakone sind wirklich ein Segen für Gemeinde. Doch oft genug ist der Diakon nicht Diakon sondern de facto Hilfspastor ohne Zelebrationsrecht.

Und da löst sich die Wolke um den Wunsch nach viri probati auf. Man wünscht sich Hilfspastöre mit Zelebrationsrecht. Ein verständlicher Wunsch, ganz sicher. Doch eines sollte man sich klar machen. Die Einführung von „viri probati“ bescherte uns nichts anderes als einige älterer Priester mit mäßiger Theologie und dem betulichen Schwung des Alters.

Mangels Masse wird es wohl kaum viele jüngere Männer in dieses Amt ziehen. Sofern man überhaupt als junge Familie eine Bindung an den Glauben und die Gemeinde hat, wird sich der Mann in der Zeit, wo die Kinder klein sind, das Haus gebaut und der Lebensstandard erarbeitet werden will, kaum ein Priesteramt aufbürden lassen. Ohnehin sind junge Familien in unserer Zeit arg gebeutelt. Kaum kann eine Familie vom Einkommen eines Verdieners leben. Und dann noch so ein Amt? Wohl kaum.

Es bleibt dabei. Die Einführung von „viri probati“ ist der Traum alter Männer, die aber kaum ein Echo bei jungen Menschen finden. Wollen wir wirklich mehr alte Priester? Wollen wir ein Zweiklassenpresbytariat? Denn auch das ist Fakt, in Zeiten riesiger „pastoraler Räume“ wird wohl kaum ein frisch geweihter Senior (leitender) Pfarrer werden.
Allen Unsicherheiten zum Trotz bleibt es dabei, dass der Zölibat die dem Priester angemessene Lebensform ist. So lehren es alle Päpste seit Jahrzehnten. Und so wird es bleiben. Möge der Traum der alten Männer bald ausgeträumt sein.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Montagskick

  1. Mehr Klarheit mit jeder Absage aus Rom
  2. Sieben Pfarreien sind viel zu viel für ein Bistum
  3. ZDF hasst Katholiken
  4. Episkopale Arbeitsverweigerung in einem kleinen Video
  5. Die ekklesialen Abrissbagger kreisen in den Dörfern
  6. Geht zu denen, die Christus nicht kennen
  7. Kardinal Marx und das öffentlich gewordene Geheimdekret
  8. Wenn der Funktionär den Bischof ersetzt
  9. Panik in Magdeburg
  10. Bischof Overbeck ist mit Weidel und Chrupalla in Sachen Iran einer Meinung






Top-15

meist-gelesen

  1. EINMALIGE SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz - REISE AUSGEBUCHT
  2. Vatikan exkommuniziert sechs Bischöfe der Piusbruderschaft!
  3. Der Vatikan ordnet das Rückkehr-Prozedere für Menschen, die die Piusbruderschaft verlassen wollen
  4. Écône, zum Zweiten
  5. „Alten und neuen Ritus bestehen lassen. Latein verbieten? Das spielt Rebellen in die Hände“
  6. „Die Behauptung, Rom gehe hart gegen Rechte vor, nicht aber gegen Linke, ist schlichtweg falsch“
  7. Papst an Piusbrüder: 'Kehren Sie um!
  8. Bevorstehende „illegale Bischofsweihen für die Piusbruderschaft“ „ein schwerer schismatischer Akt“
  9. Haben Sie das Apostolische Mandat? – „Nein. Sie wussten, dass sie es nicht hatten“
  10. Deutsche Medien schweigen zum Bericht über Vergewaltigungsbanden in Großbritannien
  11. Mehr Klarheit mit jeder Absage aus Rom
  12. Ehemalige Äbtissin wehrt sich gerichtlich gegen Rauswurf
  13. GRÜN-Politikerin möchte das Töten von zwölf ungeborenen Kindern finanzieren
  14. Freimaurerei „mit einem vollständigen Bekenntnis zum katholischen Glauben unvereinbar“
  15. "Ohne Einheit mit dem Papst keine volle Gemeinschaft mit der Kirche"

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz