Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Die Alte Messe braucht die Piusbruderschaft nicht
  2. Leo XIV. über Piusbruderschaft: „Wenn sie sich dafür entscheiden, bedauere ich das. Aber…“
  3. "Wir haben kleines Gebet gesprochen, weil wir glauben, daß Jesus durch das Spiel verherrlich wird"
  4. „Alles, was auch nur entfernt katholisch aussieht, zu hinterfragen, davor zu warnen“
  5. Bischof Algermissen: kfd-Positionspapier zu § 218 StGB ist nicht katholisch
  6. Linksfeministinnen haben einst katholischen Verband übernommen
  7. „NMECHA hat mehr für den christlichen glauben getan als die letzten kirchentage der @EKD“
  8. Moskauer Patriarch Kyrill könnte auf EU-Sanktionsliste kommen
  9. Erzbischof von Mailand feiert Messe für LGBT-Gruppe am Fest des Heiligsten Herzens Jesu
  10. Besorgniserregende antidemokratische und gewaltaffine Haltungen bei jungen Muslimen
  11. Die Menschenwürde hat keinen Reisepass
  12. ‚Jedes Knie soll sich beugen‘: Erzbischof Fisher ruft zum Knien vor der Eucharistie auf
  13. Verbrechen gegen Menschlichkeit und gegen das Christentum durch Russland!
  14. ‚Das Christentum ist in Deutschland inzwischen fast so bedroht wie das Auerhuhn‘
  15. Voodoo-inspirierte Installationen in Kirchen? „Wie konnte das Erzbistum Paris so etwas genehmigen?“

"Gebet für die Diözese": Kärntner Kirche auf "Apollo-13-Mission"

3. Juli 2019 in Österreich, 6 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Vesper im Klagenfurter Dom war Zeichen der Solidarität mit abgelöstem Diözesanadministrator Guggenberger - Seelsorgeamtsdirektorin Hennersperger: Ortskirchen sind keine "Filiale" römischer Zentrale - Dechant Burgstaller: Aufklärer zu Tätern gemacht


Klagenfurt (kath.net/KAP) Mit einem Hilferuf a la "Houston, wir haben ein Problem" hätten sich Vertreter der Diözese Gurk-Klagenfurt bereits vor elf Jahren an kirchliche Leitstellen in Wien und Rom gewandt, um Lösungen für die schon damals unbefriedigende Situation einzumahnen. Jedoch, so die Gurker Seelsorgeamtsdirektorin Anna Hennersperger am Montagabend im Rahmen des "Gebets für die Diözese" im Klagenfurter Dom, anders als bei der Apollo-13-Mission vor knapp 50 Jahren - "dank der Kompetenzen der Besatzung und der absolut stimmigen Kooperation mit der Leitstelle" -, habe es auf die im Notruf der Diözese gemeldeten Schieflagen "wenig nachhaltige lösungsorientierte Resonanz" gegeben.

Den Hintergrund der Veranstaltung bildete die Kritik des Gurker Domkapitels an der Amtsführung und Finanzgebahrung des früheren Kärntner Bischofs Alois Schwarz, der vor einem Jahr in die Diözese St. Pölten wechselte. Die interimistische Diözesanleitung unter Engelbert Guggenberger erstellte dazu einen Prüfbericht, der nicht nur nach Rom übermittelt, sondern auch der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Kern der Vorwürfe: Das Bischöfliche Mensalgut - das direkt dem Gurker Bischof unterstellte Bistum - habe in den vergangenen Jahren eine besorgniserregende wirtschaftliche Entwicklung aufgewiesen. Im Jänner wurde der Salzburger Erzbischof Lackner von Rom mit einer Apostolischen Visitation beauftragt, die die gesamte Diözese ab 2008 und auch die Zeit der Sedisvakanz in Gurk - nach dem Wechsel von Bischof Schwarz nach St. Pölten - in den Blick nahm.

Für Problemlösungen in Systemen sei es Voraussetzung, "dass Konflikte bearbeitet und nicht unter den Teppich gekehrt werden, wo sie nur erkalten und ein Klima der Auflösung und des Abbruchs erzeugen", wies die Seelsorgeamtsdirektorin hin. Hennersperger hielt die Predigt bei der als "Gebet für die Diözese" angekündigten, von Dompropst Guggenberger geleiteten Vesper und hielt mit dem Unmut unter Kärntner Katholiken über dessen Ablösung als Diözesanadministrator nicht hinter dem Berg. Zu dem Gebet hatten der Vorstand der Dechantenkonferenz, Herbert Burgstaller, der Leiter des Referates für Priester, Johann Sedlmaier und Dompfarrer Peter Allmaier eingeladen, gekommen waren neben Mitgliedern des Gurker Domkapitels, Kärntner Geistlichen und Gläubigen auch der evangelische Superintendent Manfred Sauer.


Seelsorgeamtsdirektorin Hennersperger erinnerte daran, dass im Sinne des Zweiten Vatikanischen Konzils jede Ortskirche als vollständige Teilkirche zu verstehen ist. Dies bedeute, "dass jede Diözese in vollem Sinn Kirche und keine Filiale einer wie auch immer gedachten oder erlebten römischen Zentrale" sei. Somit gelte: "Wir sind nicht das Volk der Bischofskongregation, sondern das Volk Gottes."

Hennersperger dankte Engelbert Guggenberger dafür, im vergangenen Jahr als Diözesanadministrator gemeinsam mit dem Domkapitel "einen Weg der Transparenz beschritten und auf diesen gepocht zu haben". Dieser Weg entspreche der Würde und dem Recht auf Transparenz der ganzen Diözese. Es helfe niemandem, "außer vielleicht dem schlechten Gewissen der Verantwortlichen in der Zentrale, die Vergangenheit umzudeuten und dabei eine Täter-Opfer-Umkehr zu betreiben".

"An Konflikt haben alle ihren Anteil"

Dabei sei es ratsam, die Augen nicht davor zu verschließen, "dass an einem kollektiven Konflikt alle ihren Anteil haben". Die Aufteilung in Schuldige und Unschuldige heile nicht an der Wurzel, betonte Hennersperger. "Wir brauchen eine Konfliktbearbeitung, die in der Sache klar ist, dabei aber nie die Würde der anderen Seite verletzt". Niemand - "auch kein Nuntius" - dürfe sich das Recht herausnehmen, "uns zu demütigen: nicht die Christgläubigen, die man unglücklicherweise Laien nennt, nicht die Diözese als solche, nicht die Pfarrgemeinden und schon gar nicht die Frauen", so die Seelsorgeamtsdirektorin.

"Wir sind in turbulenten Tagen unserer 'diözesanen Apollo-Mission' im Landeanflug auf die Zukunft", sagte Hennersperger. Abschließend ermutigte sie dazu, "darauf zu vertrauen, dass sich die eigentliche Leitstelle beim Landeanflug in die Zukunft unserer Ortskirche nicht in Rom, sondern in Gott befindet". Die Diözese Gurk möge "bald wieder den Freiraum bekommen, mutig in die Zukunft weiterzugehen".

Aufruf zu Kooperation mit Bischof Freistetter

Im Anschluss an die Vesper bezeichnete Dechant Burgstaller das "Gebet für die Diözese" als Zeichen der Solidarität und des Dankes gegenüber Dompropst Guggenberger für dessen "unermüdlich beschrittenen Weg der entschiedenen und lückenlosen Aufarbeitung der Altlasten". Dessen "unbegründete Abberufung" als Diözesanadminístrator habe zwar "Unverständnis, Befremden und Enttäuschung" hervorgerufen. Die Kooperation mit dem nunmehrigen Apostolischem Administrator Militärbischof Werner Freistetter sei jedoch "zum Wohl der Diözese unerlässlich und soll von gegenseitiger Wertschätzung getragen sein".

Die Aufklärungsarbeit Guggenbergers gemeinsam mit dem Domkapitel sei stets "ausschließlich den Kriterien der Objektivität geschuldet gewesen", betonte der Vorsitzende der Dechantenkonferenz. Handlungsmotiv für alle gesetzten Maßnahmen seien "Verantwortung und Gewissenspflicht gegenüber Bistum, Diözese, dem Kirchenbeitragszahler und der Öffentlichkeit" gewesen. Die Aufarbeitung habe in der Öffentlichkeit große Zustimmung gefunden, mancherorts aber auch Irritation und Widerstand verursacht, erinnerte Burgstaller. Als Konsequenz der "ungehorsamen Wahrheitsinitiative des Domkapitels", nämlich der Veröffentlichung des Abschlussberichts der Arbeitsgruppe Bistum, habe es eine Apostolische Visitation gegeben.

"Die Aufarbeitung der Hinterlassenschaften spaltete und spaltet die Diözese insofern, dass einerseits das Bild des allseits beliebten Oberhirten nolens volens beschmutzt wird, und andererseits - um das makellose Bild zu bewahren - objektiv festgestellte Mängel schlichtweg ignoriert werden", sagte Burgstaller. Auf diese Weise seien die Aufklärer zu Tätern gemacht und der Bischof als Opfer einer "perfiden Verschwörung" dargestellt worden.

An die Kärntner Katholiken appellierte Burgstaller, "mutig, entschlossen und auch geschlossen aufzutreten, aber nicht auszutreten". Resignation sei keine Alternative, der Blick müsse in die Zukunft gerichtet sein. Weitere Schritte würden erleichtert werden, "wenn die auf sich warten lassenden relevanten Ergebnisse der Apostolischen Visitation durch die Bischofskongregation öffentlich gemacht werden".

Superintendent Sauer verwies in seinen Dankesworten für Dompropst Guggenberger darauf, dass die Evangelische Kirche in Kärnten die Vorgänge, Entwicklungen und Konflikte in der Diözese Gurk "mit großer Betroffenheit verfolgt und mit ihr mitleidet". Konflikte würden zwar zum Menschsein gehören, man müsse diese aber offen ansprechen und sich Unstimmigkeiten offen stellen dürfen. Dies habe Dompropst Guggenberger als Diözesanadministrator "in beeindruckender Weise gemacht und dabei Mut und Haltung bewiesen".

Copyright 2019 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Diözese Gurk-Klagenf

  1. Josef Marketz zum neuen Gurker Bischof geweiht
  2. Schwarz wird nicht an Marketz-Bischofsweihe teilnehmen
  3. Kärnter Bischof rudert nach Protesten beim Zölibats-Thema zurück!
  4. Das neue enfant terrible der katholischen Kirche Österreichs?
  5. Papst ernennt Josef Marketz zum neuen Bischof von Gurk
  6. Diözese Gurk-Klagenfurt: Josef Marketz soll Bischof werden
  7. Freistetter: Krise in Kärnten als Chance für Neubeginn nützen
  8. Diözese Gurk: Kundgebung im Klagenfurter Dom
  9. Kärnten: Bisheriger Diözesanadministrator Guggenberger enttäuscht
  10. Freistetter: 'Werde Aufgabe mit aller Sorgfalt nachkommen'






Top-15

meist-gelesen

  1. SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz - ANMELDUNG nur noch bis 22. JUNI!!!
  2. Die Alte Messe braucht die Piusbruderschaft nicht
  3. Leo XIV. über Piusbruderschaft: „Wenn sie sich dafür entscheiden, bedauere ich das. Aber…“
  4. "Wir haben kleines Gebet gesprochen, weil wir glauben, daß Jesus durch das Spiel verherrlich wird"
  5. Neuer Trend in den USA: Abkehr von nüchternen Kircheninnenräumen
  6. Linksfeministinnen haben einst katholischen Verband übernommen
  7. ‚Das Christentum ist in Deutschland inzwischen fast so bedroht wie das Auerhuhn‘
  8. „Alles, was auch nur entfernt katholisch aussieht, zu hinterfragen, davor zu warnen“
  9. Bischof Algermissen: kfd-Positionspapier zu § 218 StGB ist nicht katholisch
  10. Rückflug des Papstes von Teneriffa nach Rom um mehrere Stunden verzögert
  11. ‚Jedes Knie soll sich beugen‘: Erzbischof Fisher ruft zum Knien vor der Eucharistie auf
  12. 'Ein Akt der Hoffnung': US-Bischöfe weihen die USA dem Heiligsten Herzen Jesu
  13. „NMECHA hat mehr für den christlichen glauben getan als die letzten kirchentage der @EKD“
  14. Voodoo-inspirierte Installationen in Kirchen? „Wie konnte das Erzbistum Paris so etwas genehmigen?“
  15. Fünf Mythen über den Heiligen Geist

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz