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31. August 2019 in Weltkirche, 2 Lesermeinungen
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Damit mehr Muslime zu Jesus finden - Ein Interview mit Jean-François Chemain, Geschichtsprofessor und Autor von Ils ont choisi le Christ, einer Sammlung von Zeugnissen bekehrter Muslime.


Wien (kath.net/VISION 2000)
In Europa steigt der Anteil der Muslime an der Bevölkerung, und es wäre so wichtig, dass sie zu Jesus finden. Tatsächlich be­kehren sich gar nicht so wenige – und das obwohl der missionarische Elan in der Kirche eher bescheiden ist – nicht nur in Frankreich, wo Jean-François Chemain Zeugnisse von bekehrten Muslimen gesammelt hat.

Wie kam es zur Bekehrung der Muslime, denen Sie begegnet sind?

Jean-François Chemain: Erstaunlich zu sehen, dass es Chris­tus selbst ist, der die ganze Arbeit macht! Viele bekehren sich durch Erscheinungen, durch Träume, Wunder oder außergewöhnliche Begegnungen. Was diesen Muslimen besonders eigen ist, ist die Selbstverständlichkeit, dass Gott existiert: Das erleichtert alles! Es gibt auch viele, die bestätigen, dass sie sich aus Liebe zu Frankreich bekehrt haben, einige sogar im Schulsystem über Zola oder Montaigne. Irgendwie verwirrend. (…) Hingegen ist mir nie jemand begegnet, der sich bekehrt hätte, weil ihn jemand auf der Straße angesprochen und ihm gesagt hätte: „Jesus liebt dich!“

Ist Evangelisation also nutzlos?

Chemain: Wenn unter den Zeugen, die ich befragt habe, keiner sagt, er habe sich aufgrund eines Gesprächs über den Glauben bekehrt, so ist das einfach darauf zurückzuführen, dass die Katholiken so etwas einfach unterlassen! Klar, man muss um Bekehrungen beten. Wir können auch Zeugnis geben, indem wir uns wie Christen benehmen. Aber wir müssen auch verkünden, selbst wenn wir nur unnütze Knechte sind! Unter den Bekehrten, die zahlreicher sind, als man glauben würde, empfinden viele das Bedürfnis, über den Glauben zu sprechen. Sie haben beispielsweise keine Hemmungen, auf dem Markt aufzutreten, was ein großer Vorteil ist, da sie Arabisch sprechen und den Koran gut kennen. Sie exponieren sich da und sind begeistert. Sie finden, dass wir bei der Glaubensverkündigung sehr ängstlich sind.


Sie sagen, bekehrte Muslime würden von allen im Stich gelassen.
Chemain:
Einige Familien akzeptieren zwar solche Bekehrungen, viele aber sind wütend. Und das führt zum totalen Bruch. Viele der Bekehrten leben im Untergrund. Manche werden bedroht, erleiden Aggressionen, was bis zum Tod führen kann. Und das alles in Frankreich! Zwar passiert das eher selten, aber es sei daran erinnert, dass manche muslimische Rechtsgelehrten die Ansicht vertreten, dass, wer vom Glauben abfällt, getötet werden sollte. In meinem Buch erzähle ich von zwei Frauen, die von ihren Ehemännern ermordet wurden, weil sie sich bekehrt hatten. Diese Fälle wurden in die Rubrik „Ehedramen“ eingetragen. Die öffentlichen Stellen reden nicht davon, weil wir ja auf „gutes Einvernehmen“ ausgerichtet sind.

Sie sagen, Muslime, die sich bekehren wollten, stießen auf wenig Interesse in der Kirche.

Chemain: Hier sind wir bei einem ganz heiklen Thema. Tatsächlich lehnt ein Teil der Kirche im Namen des Dialogs und einer oberflächlichen Lektüre von Nostra Aetate die Evangelisation der Muslime ab. Manche schrecken nicht davor zurück, die Evangelisation von Muslimen als Islamophobie zu bezeichnen. (…) Nostra Aetate aber behauptet nicht, alle Religionen seien gleichwertig, sondern verlangt von den Christen, Respekt vor Andersgläubigen zu haben. Es sagt auch, dass dieser Respekt die Christen nicht daran hindert, Andersgläubigen zu helfen, zur Wahrheit zu finden. Der Respekt ist kein Zweck an sich, sondern beschreibt das Klima, in dem die Verkündigung stattzufinden hat. Und Evangelii nuntiandi sagt, dass der Evangelisation nichts in den Weg gestellt werden dürfe.

Ist diese Lauheit eines Teiles der Kirche nur auf ein falsches Verständnis von Dialog zurückzuführen?

Chemain: Einige muslimische Führer sind der Ansicht, man respektiere sie nicht, wenn man sie evangelisieren wolle. Der Rektor der Pariser Moschee hat die Evangelisation mit Terrorismus verglichen. Manche Katholiken glauben daher, dass Evangelisation mangelnder Respekt sei und daher den Dialog beeinträchtige. Christus ist allerdings nicht gekommen, um das Räderwerk des „guten Einvernehmens“ zu ölen, sondern um zu verkünden. Er ist gekommen, um dem Sohn den Vater und dem Bruder den Bruder entgegenzustellen. Neben diesem Zögern, was den Grundsatz anbelangt, gibt es noch die Angst um die eigene Person und die des „Apostaten“, der ja viel riskiert, und schließlich ist da die Tatsache, dass man nicht recht weiß, wie man die Evangelisation angehen soll.

Sie sagen aber auch, dass einige Kirchen Muslime, die eine Bekehrung suchen, sehr gut aufnehmen…

Chemain: Ich will keineswegs die ganze Kirche in Misskredit bringen, weil viele Priester und Gläubige Bewundernswertes leisten. Auch einige „traditionelle“ und „neue“ Gemeinschaften…

Der Autor ist Geschichtsprofessor und Autor von Ils ont choisi le Christ (Verlag Artège, 168 S., 14,90€), einer Sammlung von Zeugnissen bekehrter Muslime. Das Gespräch hat Elisabeth Caillemer für Famille Chrétienne v. 11.-17.5.19 geführt.


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